Friedrich Ani Süden

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Inhaltsangabe zu „Süden“ von Friedrich Ani

Zurück in München erhält Tabor Süden als Detektiv den Auftrag, nach dem Wirt Raimund Zacherl zu suchen. Der Fall ist genau das Richtige für den ehemals so erfolgreichen Ermittler: Ein Mann verlässt sein Durchschnittsleben, und jeder fragt sich, warum. Mit seinen besonderen Methoden fi ndet Süden die Spur des Wirts und verfolgt sie bis nach Sylt – und schon längst hat er begriffen, dass niemand den Mann wirklich kannte. Friedrich Ani erhielt für "Süden" den "Deutschen Krimipreis 2012 – national".

Zwar souverän und in Teilen auch unglaublich interessant geschrieben, über weite Strecken aber recht lahm.

— jomoehler

Privatdetektiv Südens rastlose Suche nach einem verschwunden Wirt, anfangs eher lahm, zum Schluss spannend

— GersBea

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    Süden

    jomoehler

    25. February 2016 um 10:23

    Eigentlich verehre ich Friedrich Ani. Seine Beschreibungen von Menschen und all den zwischenmenschlichen Problemen, die in den Szenen deutlich werden, sind literarisch spannend und zeugen von einem Autor, der die Welt und die Menschen sehr genau beobachtet.  Auch in "Süden" gelingt ihm dies in gewohnt souveräner Art und Weise. Und dennoch war ich nicht sonderlich glücklich mit diesem Roman. Es hat mich weniger gestört, dass Tabor Süden und eigentlich alle Figuren ständig am Trinken sind (obwohl das irgendwann völlig ausgelutscht war und nur noch langweilte), sondern vielmehr, dass die Geschichte lange Zeit vor sich herdümpelt, ohne Spannung aufzubauen. Immer wieder war ich kurz davor, das Buch zurück ins Regal zu stellen, weil ich mich als Leser auch gefragt habe: Was geht mich das an? Ich behielt stets eine gehörige Distanz zum Geschehen, was nicht per se eine schlechte Sache sein muss. Bei einem Krimi will man als Leser aber doch irgendwann gepackt werden.  Hinzu kam eine große Zufälligkeit, wenn Süden den Fall löst. Figuren tauchen zu zufällig auf. Auch dies langweilt irgendwann. Insgesamt also ein souverän und durchaus auch ansprechend geschriebener Krimi, der mich jedoch nicht gepackt hat und über weite Strecken als lahme Ente erschien.

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  • Problembeladener Privatdetektiv sucht einen seit vier Jahren verschwundenen Münchener Wirt

    Süden

    GersBea

    17. January 2016 um 07:42

    Tabor Süden, 51 Jahre, war früher Kriminalbeamter in der Vermisstenabteilung. Er ist gerade nach vielen Jahren wieder nach München zurückgekehrt und lässt sich eher widerwillig in einer Detektei anstellen. In deren Auftrag sucht er nach einem seit vier Jahren verschwunden Wirt. Die Ausklärung führt ihn nach Sylt und nimmt einige traurige Wendungen. Zugleich sucht Süden nach seinem Vater, zu dem der Kontakt seit vielen Jahren abgebrochen ist, und der ihn erst vor kurzem angerufen hat. Das erste Drittel des Buches zeigt ihn als orientierungslosen, antriebslosen Alkoholiker, der in Selbstmitleid badet und sich am Rande der Gesellschaft bewegt. Ich musste mich durchquälen. Das zweite Drittel gefiel mir schon mehr. Süden wird von einem Vermisstenfall gepackt und kreist nicht mehr nur um sich selbst. Das letzte Drittel ist richtig spannend. Sprachlich ist die Geschichte von unterschiedlicher Qualität. Manchmal habe ich mich gefragt, ob der Roman lektoriert wurde. Insgesamt vergebe ich knappe vier Sterne.

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  • Tabor Süden wieder zurück

    Süden

    Stephanus

    29. June 2015 um 10:39

    Mit diesem Buch setzte der Autor seine Reihe um den stillen und ein wenig schrulligen Ermittler Tabor Süden fort. Süden, inzwischen nicht mehr bei der Polizei und er Vermisstenstelle, sondern in Köln lebend erhält einen mysteriösen Anruf von seinem Vater, den er seit 35 Jahren sucht. Daraufhin geht er wieder zurück nach München und heuert in einer Detektei an. Sein erster Fall dort ist die Suche nach einem verschwundenen Gastwirt, der von ihm vollen Einsatz und die gewohnte Kombinationsgabe verlangt. Schließlich führt ihn die Suche nach dem Gastwirt Mundl nach Sylt und Süden gelingt das Unwahrscheinlich. Gleichzeitig erfährt er weitere Details zu seinem Vater und erhält über diesen Gewissheit. Mit dem gewohnt einfachen Schreibstil und der Reduzierung der Sätze und Dialoge auf das Wesentliche setzt der Autor die Reihe um seinen Ermittler Tabor Süden fort. Die Krimi-Handlung ist dieses Mal ausgefeilter und mit einigen neuen Elementen. Für meinen Geschmack, der viele er anderen Bücher mit Tabor Süden gelesen hat, ist das Verlassen der eingefahrenen Pfade gut und erleichtert für Erstleser den Einstieg. Ein wunderbar stiller und ruhiger, aber spannender Krimi, der für Süden-Fans absolut lesenswert und einer der besten Süden-Bücher der letzten Zeit ist.

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  • Wundervoll, Ani Style

    Süden

    Ellen-Dunne

    16. January 2015 um 15:53

    Zusammenfassung: Zurück in München erhält Tabor Süden als Detektiv den Auftrag, nach dem Wirt Raimund Zacherl zu suchen. Der Fall ist genau das Richtige für den ehemals so erfolgreichen Ermittler: Ein Mann verlässt sein Durchschnittsleben, und jeder fragt sich, warum. Mit seinen besonderen Methoden findet Süden die Spur des Wirts und verfolgt sie bis nach Sylt – und schon längst hat er begriffen, dass niemand den Mann wirklich kannte. (Droemer/Knaur) Meine Meinung: Manche Menschen, dachte Süden, werden erst durch ihr Verschwinden sichtbar. Ach, Friedrich Ani. Seine Romane lese ich meist mit einer guten Pause dazwischen. Einerseits, um ihren außergewöhnlichen und doch einfach zu lesenden Stil angemessen zu genießen. Anis Dialoge sind was vom Besten und Realistischsten, was ich je gelesen habe. Andererseits, weil sie mich immer so melancholisch, fast traurig machen. Tabor Süden sucht mal wieder nach einem Verschwundenen, und stößt dabei erneut auf eine derartige Menge glaubhafter, alltäglich desolater Existenzen, vernachlässigter Kinder, geplatzter Träume und implodierender Lebenslügengebäude, mir wird regelmäßig das Herz schwer. Desolat ist auch Tabor Süden selbst, der - gezeichnet vom frühen Tod seiner Mutter, dem Verschwinden seines Vaters (aha! psychologisches Motiv) und dem Selbstmord seines besten Freundes und Kollegen - diesmal in einen wahren Abgrund seiner Vergangenheit gezogen wird. Aber was sich jetzt nach einer kolossal deprimierenden Lektüre mit den üblichen Ermittler-Klischees anhört, kann ich nur wärmstens empfehlen. Denn Friedrich Ani umgeht konsequent ausgetretene Pfade, unterhält mit einem trotz seiner abgedrehten Art unheimlich zu Herzen gehenden "Helden" und mit leisem, lakonischen Humor, den ich ganz wunderbar finde. Wer hier mithilfe von Leichenbergen, Verfolgungsjagden und Explosionen aus dem Alltag flüchten will - bitte weitergehen. Hier gibt es "nur" die ganze menschliche Tragödie in einem intelligenten Krimi verpackt, den man nicht zu Seite legen kann und einen so schnell nicht wieder verlässt. Interessiert? Dann hereinspaziert ... Tabor Süden wartet schon. Schweigend, versteht sich. Fazit: Friedrich Ani und sein Süden sind meine deutschen Krimihelden. Nachdenklich, herzzerreißend - und sehr spannend. Übrigens: Wer Tabor Süden noch nicht kennt, sollte vielleicht mit "Die Erfindung des Abschieds" beginnen, dem ersten Tabor Süden Roman.

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  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    Gruenente

    26. December 2012 um 13:13

    Süden, ehemaliger Kimmissar jobbt in einer Kölner Kneipe. Da bekommt er einen Anruf von seinem seit langem verschollenem Vater. Er sucht diesen in seiner ehemaligen Heimat München. Dort übernimmt er für eine Detetktei einen zwei Jahre alten Vermisstenfall. Kein Hochspannungskrimi, eher eine feinsinnige Characterstudie einiger Menschen. Besonders gut gefielen mir die kreativen Wotschöpfungen, z.B. "bebiert" für Trunkenheit mittels Bier...

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  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    ChaosQueen13

    09. October 2012 um 21:23

    Eine wunderbare Rückkehr von Kommissar Süden, dem sympathischen Münchner. Man mag ihn, trotz seiner ganzen Schwächen die er hat. Süden ist wieder in München, obwohl er gar nicht mehr zurück wollte und fängt bei einer Detektei an. Den Wirt Raimund Zacherl soll er nun als erstes finden, dieser ist schon seit zwei Jahren spurlos verschwunden. Als Süden sich mit dem Fall befasst wird ihm klar, der Wirt lebt noch. Der Detektiv spürt Freunde und ehemalige Kollegen vom Wirt auf und bekommt das Gefühl, dass der Wirt ein Doppelleben führt. Spannend und interessant geschrieben … da kann man nur hoffen, das Talbor Süden nicht wieder verschwindet.

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  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    WinfriedStanzick

    02. May 2012 um 11:24

    Von 1998 bis 2005 hatte der Münchner Schriftsteller Friedrich Ani in 14 Büchern seinen Kriminalkommissar Tabor Süden mit seinem Team bei der Münchner Kripo Morde aufklären und schwerpunktmäßig nach vermissten Menschen suchen lassen. Obwohl diese Bücher niemals die Auflagen erzielten, wie etwa die vieler skandinavischer Krimireihen, wurden sie regelmäßig von der Literaturkritik hoch gelobt, die seit den Romanen von Sjöwahl/Wahlhöö von einem Krimiautor nicht mehr so begeistert war. Und das lag an der Perspektive von Friedrich Ani, an der Weise, wie er selbst und mit ihm seine Hauptfigur Tabor Süden die Welt und die Menschen betrachtet, wahrnimmt, erleidet, spürt und nicht selten regelrecht "liest." Mit dem Roman "Süden und der Mann im langen, schwarzen Mantel" war dann für Tabor Süden Schluss. Er hängte den Polizistenberuf an den Nagel und wollte etwas ganz anderes machen. Ob Friedrich Ani damals schon daran dachte, ihn irgendwann nach einigen Jahren wieder zurückzuholen, wie er es jetzt mit dem hier vorliegenden Roman tut, glaube ich weniger. Zunächst erfand er mit dem ehemaligen Priester Polonius Fischer einen Ermittler im Münchner Dezernat 11, der in leider nur drei Bänden seine Ermittlungstätigkeit nicht nur verband mit tiefen philosophischen und theologischen Reflexionen auch über sein eigenes bewegtes Leben, sondern auch ein ähnliches Faible entwickelte wie Tabor Süden für die Outlaws, die Unsichtbaren und unsichtbar gemachten Menschen in einer Gesellschaft, die ihr unteres Segment aufgegeben hat. Fast zeitgleich entwickelte er bei DTV eine Reihe von kurzen Krimis um den "Seher", den bei einem Einsatz erblindeten Kommissar Jonas Vogel und seinen ebenfalls bei der Münchner Kripo arbeitenden Sohn. Allen drei Polizistenfiguren von Friedrich Ani hat er seine eigenen Fähigkeiten und Vorlieben angedichtet. Sie sehen die Menschen, dort, wo anderen blind sind, sie lieben, jeder auf seine Weise, die Menschen, auch wenn die anderen und sie sich selbst längst aufgegeben haben. Und sie suchen nach dem, was dahinter ist, was verschwunden ist, sie fühlen und lesen "die leeren Zimmer." Nun ist Tabor Süden zurück. All die Jahre war er Köln, hat dort als Kellner gearbeitet, als ihn ein Anruf aus München dorthin regelrecht zurückzwingt. Sein Vater, der vor 35 Jahren einfach verschwand und damit eine noch immer schmerzende Wunde in Süden zurückließ, hat sich gemeldet. Weil er, ihn suchend, sich in München von irgendetwas ernähren muss - Süden ist ein armer Mann geblieben-, heuert er bei einer Detektei an, die er aus seiner Zeit als Kommissar kennt und bekommt einen Fall eines Mannes, der seit zwei Jahren verschwunden ist. Die Frau des Gastwirts Zacherl hat den Auftrag erteilt, noch einmal nach ihrem Mann zu suchen, und Süden spürt, dass sie ihm zunächst nicht alles erzählt, was sie weiß. Er begibt sich, wie früher auch schon, auf die Spuren, redet mit vielen Menschen, liest zwischen den Zeilen, hört das, was verschwiegen wird, und wird irgendwann selbst zu dem Verschwundenen, lernt so zu denken und zu fühlen wir er. Parallel sucht er nach dem verschwundenen Vater und spürt erneut die schmerzhafte Wunde in seinem Leben, das auch mit diesem neuen Fall - wieder einmal - auf dem Spiel steht. In einer Zeitungsrezension war einmal über Anis Bücher folgender Satz zu lesen: "Wer Anis Geschichten liest, lernt anders denken". Das trifft auch und erst recht auf das neue Buch zu. Aber ich möchte ergänzen: er lernt auch anders mitfühlen und anders über Menschen urteilen, die die Gesellschaft längst abgeschrieben hat, die lebendig tot sind, und schon lange, bevor sie abtauchen, längst in sich selbst verschwunden sind, in "leeren Zimmern" leben. Man wird sehen, ob Ani Tabor Süden "weiterleben" lässt, und vielleicht auch lieben (im neuen Roman gibt es dazu einen zarten Ansatz) oder ob möglicherweise auch Polonius Fisher einmal wiederkehrt. Ich hätte nichts dagegen.

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  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    Natalie77

    17. January 2012 um 14:03

    Inhalt: Süden ist wieder zurück in München. Eigentlich wollte er gar nicht mehr zurück und wollte auch keinen mehr suchen, aber dann bekam er den Anruf seines Vaters, der ihn treffen möchte. Allerdings wurde die Verbindung unterbrochen. Zurück in München sucht er nach dem hinkenden Mann aber ohne Erfolg. Dann tritt er eine Stelle als Detektiv an und soll Raimund Zacherl suchen ein Wirt aus Sendling. Er ist schon seit zwei Jahren spurlos verschwunden, die Polizei hat die Suche schon aufgegeben aber die Ehefrau möchte gerne wissen was mit ihm passiert ist... Meine Meinung: Das zweite Buch das von Droemer ist und es auf die Krimi Bestenliste 2011 geschafft hat, aber anders als bei Das vergessene Kind konnte ich dieses hier kaum zur Seite legen. Es ist nicht mein erstes Buch von Friedrich Ani und wie beim ersten auch hat er mich mit seinem Schreibstil und seiner Geschichte in den Bann gezogen. Es geht um einen Vermissten im speziellen den Süden im ganzen Roman sucht, nebenher geht es aber auch um seinen Vater den er seit 35 Jahren nicht mehr gesehen hat und der als verschollen gilt und um einen kleinen Jungen der Tagelang alleine zu hause ist weil seine Mutter verschwunden ist. Die Beiden kleinen Nebenstränge werden recht früh aufgeklärt so dass man sich zum Schluss nur noch auf den Vermissten Raimund "Mundl" Zacherl konzetrie3ren kann. Süden verfolgt seine Spuren und ....Na ob er ihn findet oder nicht müsst ihr schon selber lesen. Ich fand die Geschichte schlüssig auch wenn ich manchmal von der eigenen Art und Weise von Süden irritiert war, aber nie so sehr das es mich aus dem Konzept gebracht hätte. Es las sich leicht und war eine nette Unterhaltung für zwischendurch. Die Spannung hielt sich ziemlich von Anfang an. Ich wollte wissen ob er ihn findet. Eigentlich gibt es aber neben der Geschichte des Findens noch eine traurige Nebenbotschaft. Erstens es gibt Leute die wollen nicht gefunden werden (was mich stark an meinen Onkel erinnert) und es gibt Menschen mit denen lebt man Jahrelang zusammen, aber man kennt sie doch nicht wirklich. Vielleicht sollten wir wieder anfangen Mitmenschen bewusster wahr zu nehmen.

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  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    Ennilain

    13. January 2012 um 20:44

    Nachdem Tabor Süden einen Anruf von seinem verschwundenen Vater erhält, kehrt er nach München zurück. Dort hat er viele Jahre bei der Polizei in der Abteilung für Vermisstenfälle gearbeitet. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, heuert er bei einer privaten Detektei an, die ebenfalls Vermisstenfälle untersucht. Sein erster Fall beschäftigt sich mit dem Gastwirt Raimund „Mundl“ Zacherl, der vor 2 Jahren plötzlich verschwand. Bisher gab es keine Spur, doch Süden gelingt es mehr über den passionierten Koch herauszufinden … Süden ist mein erster Krimi von Friedrich Ani und es fällt mir schwer eine gerechte Beurteilung zu schreiben. Ich möchte nicht behaupten, dass mich dieses Buch gelangweilt hat, aber auch nicht wirklich gefesselt. Ich kann nicht mal genau sagen, was mich daran gestört hat. Vielleicht lag es an den vielen Andeutungen und kurzen Einblicken in das Leben von Süden und einigen anderen Charakteren, die nie wirklich aufgelöst wurden. Es gab immer nur vage Andeutungen. Was mir bei diesem Buch außerdem auffiel, war der ständig beschriebenen Alkoholkonsum. Egal was Tabor Süden macht oder wen er trifft – es gibt immer viel zu trinken. Diese Tatsache ist einfach unnatürlich und nervig. Man könnte meinen, jede 2. Person in diesem Buch hat ein größeres Alkoholproblem … Aber es gab natürlich auch Höhepunkte. Dazu gehörte für mich zweifelsohne die Begegnung zwischen Süden und dem 12-jährigen Benedikt, der in schwierigen Familienverhältnissen aufwächst. Der ehemalige Polizist scheint sich hier wieder zu erkennen und zeigt gegenüber dem Jungen viel Mitgefühl. Diese Szene hat mich sehr gerührt. Ich hätte mir allerdings mehr davon gewünscht, denn hier gelangt man einmal unter die scheinbar so harte Schale des Tabor Süden. Fazit: Süden von Friedrich Ani ist ein Krimi, der mich nicht wirklich überzeugen konnte. Das Buch liest sich flüssig, doch habe ich nie den richtigen Zugang gefunden. Es gibt ein paar wirklich gute und vor allem rührende Szenen, aber der Rest vom Buch plätscherte eher so vor sich hin und war recht vorhersehbar. Ich weiß, dass dieses Buch vielen gut gefallen hat – leider erging es mir nicht so!

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  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    Babscha

    05. January 2012 um 01:06

    Eine Detektivgeschichte, getragen von zwei ganz speziellen Hauptcharakteren. Da ist zum einen Tabor Süden, 51, ledig, ehemaliger Kriminalkommissar im Vermisstendezernat, auf eigenen Wunsch aus dem Polizeidienst ausgeschieden, für ein Paar Jahre nach Köln abgetaucht, durch den Anruf seines seit Jahrzehnten verschollenen Vaters jetzt nach München zurückgetrieben, verdingt sich dort bei einer auf vermisste Personen spezialisierten Detektei. Und sein erster Auftrag ist es, den anderen Hauptprotagonisten des Buches aufzuspüren, Raimund Zacherl, Gastwirt aus Sendling, früher ein leutseliger, geselliger Typ, sich in den letzten Jahren jedoch immer mehr abkapselnd und vor zwei Jahren von heute auf morgen aus unerklärlichen Gründen verschwunden. Seine Frau will endgültig wissen, was los ist. Lebt er noch, wenn ja, wo? Womöglich unter neuer Identität? Und was macht er? Die eigentliche Detektivstory ist eher unspektakulär, nimmt sehr gemächlich Fahrt auf und ist im Großen und Ganzen einigermaßen vorhersehbar. Was das Buch ausmacht, ist der besondere, anfangs etwas eigentümliche, nach kurzer Zeit aber gut lesbare Schreibstil und vor allem die glaubhafte, dem Leser sukzessiv ausgebreitete tragische Persönlichkeit und Vergangenheit seines Detektivs, die ihn –obwohl ansonsten der absolute Durchschnittstyp- wie keinen anderen für seine schwierige Aufgabe prädestiniert. Auch wenn der Autor in seiner durchgängig düsteren Beschreibung einer gleichgültigen, verrohten, kommunikationsgestörten urbanen Welt mit Menschen ohne Triebkontrolle, die –allen voran mal wieder sein Hauptprotagonist- ohne permanente Alkoholzufuhr offensichtlich nicht mehr überlebensfähig sind, zeitweise etwas übers Ziel hinausschießt, bleibt die tragende Gesamtstory als solche aber immer stimmig und interessant. Stärkster Aspekt des Buches ist, wie es Süden trotz aller eigener Schwächen und Dämonen schafft, sich, sobald es um seinen Job geht, mit messerscharfer Beobachtungs- und Kombinationsgabe und unbeirrt im Stil eines Columbo auf sein Ziel zuzubewegen. Und auch wenn dieser Mensch beim Leser trotz allem kaum Empathie, geschweige Sympathie auszulösen vermag, so bleibt dennoch eine Menge Respekt vor der gelungenen Ausformung eines komplizierten, aber geradlinigen Charakters. Wer Interesse an eigenwilligen, sich in den Tiefen menschlicher Abgründe verlierenden Detektivgeschichten hat, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen.

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  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    walli007

    22. October 2011 um 17:51

    Süden geht nach Norden Doch zunächst geht er erstmal wieder nach Süden. Denn ca. fünf Jahre nachdem Tabor Süden München in Richtung Köln verlassen hat, holt in ein Anruf seines Vaters, der vor über 30 Jahren verschwand, zurück in die bayrische Landeshauptstadt. Dort heuert er bei einer Detektei an und bekommt gleich einen eigenartigen Fall zugewiesen. Da wurde ein Gastwirt am 15. Juni vor vier Jahren auf einmal komisch, nur um dann zwei Jahre später einfach zu verschwinden. Natürlich wurde der Vermisste auch damals gesucht. Doch irgendwann verliefen die Nachforschungen im Sande und gerade jetzt hat die Ehefrau des Mundl die Detektei und damit Süden erneut um weitere Ermittlungen gebeten. Die Krimis um Tabor Süden lese ich eigentlich sehr gerne und etliche von ihnen haben bereits den Weg in mein Regal gefunden. Ich weiß nicht, ob ich nun nach der Pause, die Süden gemacht hat, zu hohe Erwartungen hatte. Doch irgendwie hatte ich den Eindruck, dass sich Süden nicht groß verändert hat. Das Verschwinden seines Vaters ist unverarbeitet, der Freitot seines Kollegen und Freundes Martin Heuer ebenfalls. Er trinkt zuviel und scheint nicht in der Lage zu sein, eine dauerhafte Beziehung zu führen. Das schien mir etwas unrealistisch. Diese Form von Stillstand, dann hätte es irgendwie wenig Sinn gehabt weg zu ziehen. Durch den Fall schweigt sich Süden und bringt die Leute damit zum Reden. Das wirkt routiniert, birgt aber eine Spannung, die einen weiter lesen lässt. Geschickt wird nach und nach das Verschwinden des Gastwirts Mundl geklärt, seine Motivation ist nachvoll ziehbar. Fast fragt man sich, wie er in seiner Situation überhaupt so lange durchhalten kann. Doch insgesamt war der Roman für mich zwar sehr lesenswert, aber doch etwas weniger fesselnd als die anderen Bücher des Autoren, die ich bisher lesen durfte. Auch hier würde ich wie bei so manchen anderen Büchern mit depressiven und vom Leben gebeutelten Protagonisten sagen, weniger wäre mehr.

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  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. August 2011 um 18:40

    Süden sucht einen verschwundenen Gastwirt und reist dazu von München nach Sylt, kein Weg ist ihm zu weit und kein Gestrüpp zu hoch. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt; gelungener Spannungsbogen; ich mag die Dialoge der Protagonisten und, ja, Süden ist ganz schön trinkfest ;-)

  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    hproentgen

    02. May 2011 um 17:22

    »Ich bin Tabor Süden und kein Japaner«, sagte er unvermittelt, nachdem er zehn Minuten lang von der Tür aus stumm zugehört hatte. Und er unterbrach die Frau am Schreibtisch auch nur, weil sie sich eine Zigarette anzündete und mehrere Züge machte, ohne ihn anzusehen. Der Satz brachte sie zum Lachen. Rauch hüpfte aus ihrem Mund. Süden warf einen Blick zum Fenster, vor dem es dunkel wurde, und als er den Kopf abwandte, hörte Edith Liebergesell auf zu lachen. »Entschuldigen Sie«, sagte sie. »Ich wollte Ihnen keine Kamellen erzählen.« Süden dachte an den Karneval am Kölner Eigelstein, wo er die vergangenen sieben Jahre verbracht hatte, und sagte: »Ich war lange auf der Vermisstenstelle, ich weiß, wie es Leuten geht, die verschwinden.« »Ich finde es interessant, dass die Japaner ein eigenes Wort dafür haben.« »Hikikomori«, sagte Edith Liebergesell. »Menschen hinter Wänden.« Menschen hinter Wänden heißen in Japan Vermisste, Menschen, die plötzlich verschwunden sind. Einer davon ist Anis Kommissar Süden, der für die Vermissung in München arbeitete, den Job hinschmiss und nach Köln ging. Bis ihn dort sein Vater anrief. Der ihn verlassen hatte, als er 16 war und sich nun zum ersten Mal wieder meldet. Aus München. Tabor Süden kehrt zurück, nimmt einen Job bei einer Detektei an und muss als ersten Fall den eines verschwundenen Gastwirts verfolgen. Der ist seit zwei Jahren abgängig, es gab Untersuchungen, den Auftrag gab die Ehefrau. Doch Südens Art, wie er dem Vermissten nachspürt, passt der Dame ganz und gar nichts. Zuviel anderes kommt wieder ans Licht, was längst verschwunden und vergessen war. Die Suche nach den Beiden Männern bleibt nicht die einzige, da ist eine Mutter, die vor Ostern ihren zwölfjährigen Sohn verlässt und wir verfolgen das alles in Gesprächen, in Beichten, in Erzählungen, in einem Kaleidoskop Münchener Lebensgeschichten mit all ihren Geheimnissen. Passieren tut nicht viel und doch lässt dieser Roman den Leser nicht los. Wer hätte gedacht, dass Monologe, Gedanken so spannend sein können? Sie sind es, wenn sie Charaktere so auf den Punkt bringen können, wie das Anis Kommissar Süden kann. Brüche, Entwicklungen, Scheitern und neue Hoffnungen, daraus entwickelt Ani seine Geschichte. Und erinnert damit an Simenon, dem Vater des Kommissars Maigret, der es ebenfalls verstand, so gekonnt ein Leben mit seinen Brüchen zu schildern. Ein Krimi ohne all das, was sich in den meisten Krimis findet. Action gibt es kaum, Süden war nicht mal bei der Mordkommission, sondern bei der Vermissung und wer glaubt, dass Krimileser sich Monologe und lange Gedanken antun? Sie tun es, wenn es so gekonnt geschieht wie in Anis Büchern. Und es sind keineswegs nur einige wenige, Anis Bücher verkaufen sich nämlich. Zu Recht und ein Tipp für jeden, der einmal einen ganz anders gestrickten Krimi lesen will. Leseprobe: http://www.droemer-knaur.de/livebook/LP_978-3-426-19907-7/index.html Homepage des Autors: Süden, Krimi, Friedrich Ani, Droemer, März 2011 ISBN-13: 978-3426199077, gebunden, 364 Seiten, Euro 19,99

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  • Rezension zu "Süden" von Friedrich Ani

    Süden

    WinfriedStanzick

    Von 1998 bis 2005 hatte der Münchner Schriftsteller Friedrich Ani in 14 Büchern seinen Kriminalkommissar Tabor Süden mit seinem Team bei der Münchner Kripo Morde aufklären und schwerpunktmäßig nach vermissten Menschen suchen lassen. Obwohl diese Bücher niemals die Auflagen erzielten, wie etwa die vieler skandinavischer Krimireihen, wurden sie regelmäßig von der Literaturkritik hoch gelobt, die seit den Romanen von Sjöwahl/Wahlhöö von einem Krimiautor nicht mehr so begeistert war. Und das lag an der Perspektive von Friedrich Ani, an der Weise, wie er selbst und mit ihm seine Hauptfigur Tabor Süden die Welt und die Menschen betrachtet, wahrnimmt, erleidet, spürt und nicht selten regelrecht „liest.“ Mit dem Roman „Süden und der Mann im langen, schwarzen Mantel“ war dann für Tabor Süden Schluss. Er hängte den Polizistenberuf an den Nagel und wollte etwas ganz anderes machen. Ob Friedrich Ani damals schon daran dachte, ihn irgendwann nach einigen Jahren wieder zurückzuholen, wie er es jetzt mit dem hier vorliegenden Roman tut, glaube ich weniger. Zunächst erfand er mit dem ehemaligen Priester Polonius Fischer einen Ermittler im Münchner Dezernat 11, der in leider nur drei Bänden seine Ermittlungstätigkeit nicht nur verband mit tiefen philosophischen und theologischen Reflexionen auch über sein eigenes bewegtes Leben, sondern auch ein ähnliches Faible entwickelte wie Tabor Süden für die Outlaws, die Unsichtbaren und unsichtbar gemachten Menschen in einer Gesellschaft, die ihr unteres Segment aufgegeben hat. Fast zeitgleich entwickelte er bei DTV eine Reihe von kurzen Krimis um den „Seher“, den bei einem Einsatz erblindeten Kommissar Jonas Vogel und seinen ebenfalls bei der Münchner Kripo arbeitenden Sohn. Allen drei Polizistenfiguren von Friedrich Ani hat er seine eigenen Fähigkeiten und Vorlieben angedichtet. Sie sehen die Menschen, dort, wo anderen blind sind, sie lieben, jeder auf seine Weise, die Menschen, auch wenn die anderen und sie sich selbst längst aufgegeben haben. Und sie suchen nach dem, was dahinter ist, was verschwunden ist, sie fühlen und lesen „die leeren Zimmer.“ Nun ist Tabor Süden zurück. All die Jahre war er Köln, hat dort als Kellner gearbeitet, als ihn ein Anruf aus München dorthin regelrecht zurückzwingt. Sein Vater, der vor 35 Jahren einfach verschwand und damit eine noch immer schmerzende Wunde in Süden zurückließ, hat sich gemeldet. Weil er, ihn suchend, sich in München von irgendetwas ernähren muss – Süden ist ein armer Mann geblieben-, heuert er bei einer Detektei an, die er aus seiner Zeit als Kommissar kennt und bekommt einen Fall eines Mannes, der seit zwei Jahren verschwunden ist. Die Frau des Gastwirts Zacherl hat den Auftrag erteilt, noch einmal nach ihrem Mann zu suchen, und Süden spürt, dass sie ihm zunächst nicht alles erzählt, was sie weiß. Er begibt sich, wie früher auch schon, auf die Spuren, redet mit vielen Menschen, liest zwischen den Zeilen, hört das, was verschwiegen wird, und wird irgendwann selbst zu dem Verschwundenen, lernt so zu denken und zu fühlen wir er. Parallel sucht er nach dem verschwundenen Vater und spürt erneut die schmerzhafte Wunde in seinem Leben, das auch mit diesem neuen Fall – wieder einmal – auf dem Spiel steht. In einer Zeitungsrezension war einmal über Anis Bücher folgender Satz zu lesen: „Wer Anis Geschichten liest, lernt anders denken“. Das trifft auch und erst recht auf das neue Buch zu. Aber ich möchte ergänzen: er lernt auch anders mitfühlen und anders über Menschen urteilen, die die Gesellschaft längst abgeschrieben hat, die lebendig tot sind, und schon lange, bevor sie abtauchen, schon längst in sich selbst verschwunden sind, in „leeren Zimmern“ leben. Man wird sehen, ob Ani Tabor Süden „weiterleben“ lässt, und vielleicht auch lieben (im neuen Roman gibt es dazu einen zarten Ansatz) oder ob möglicherweise auch Polonius Fisher einmal wiederkehrt. Ich hätte nichts dagegen.

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