Friedrich Ani Süden und der glückliche Winkel

(14)

Lovelybooks Bewertung

  • 26 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(2)
(8)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Süden und der glückliche Winkel“ von Friedrich Ani

Nach 28 Jahren Dienst am Schalter ist der Postbeamte Josef Korbinian plötzlich verschwunden: Weder seine Kollegen noch seine völlig verwirrte Frau können sich vorstellen, wo er steckt. Für Kommissar Tabor Süden wird der Fall immer merkwürdiger. Ein Gemälde von Spitzweg bringt ihn schließlich auf eine Spur, die so unglaublich erscheint, dass er nicht einmal seinen engsten Freunden und Kollegen davon zu erzählen wagt.

»Fürs Alleinsein müsse man sich nicht schämen.« ... Ein melancholisch und poetisch daherkommender Roman, der nachwirkt!

— Janine2610

Stöbern in Krimi & Thriller

Spreewaldrache

Familienfehde und tödliche Affären im Spreewald

Bibliomarie

Das Jesus-Experiment

Faszinierendes und spannendes Thema

KerstinMC

Woman in Cabin 10

Spannend. Besonders gut haben mir die Suchmeldungen gefallen, die Vorwegnehmen, was noch passieren wird.

Kleine1984

Zeckenbiss

Ein spannender Thriller, der die aktuelle politische Lage aufnimmt, ohne dabei politisch zu sein. Wie gewohnt toll.

Thrillerlady

Das Böse in deinen Augen

Nicht das beste Buch der Autorin aber trotzdem ein guter Thriller!

c_awards_ya_sin

Wahrheit gegen Wahrheit

Wo bleibt der Thrill? Erst der Epilog überraschte.

angelaeszet

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Er war nicht mehr da, aber er war nicht verschwunden.

    Süden und der glückliche Winkel

    Janine2610

    26. July 2016 um 23:36

    Die Buchrückseite:»Sie sind gern allein.«»Gibt es eine andere Lebensform?«, sagte er. Nach 31 Jahren Dienst am Schalter ist der Postbeamte Cölestin Korbinian plötzlich verschwunden. Er sei wie immer gewesen, sagt seine völlig verwirrte Frau. Doch wie ist einer, der wie immer ist und dann ganz anders handelt? Entgegen allen Regeln seines Lebens? Süden stößt schließlich auf eine Spur, die so unglaublich erscheint, dass er nicht einmal seinen engsten Vertrauten davon zu erzählen wagt.Meine Meinung:Von Anfang an macht Süden ein Geheimnis daraus: er könne es niemandem erzählen, warum Cölestin Korbinian tagelang unauffindbar war. Diese Geheimniskrämerei macht den Leser natürlich erst mal sehr neugierig auf die Motive des untergetauchten Postangestellten. Eigenartig ist auch, dass Korbinian Süden nach seinem Auftauchen gesagt hat, »er sei nicht dazu gekommen«, sich in dem einen Monat bei seiner Frau, die ihn vermisst gemeldet hat, zu melden, dann aber auch nicht damit gerechnet hat, dass diese die Polizei informieren könnte, und dann vor Süden zusätzlich noch auf »alles okay und ganz normal« tut. - Eine sehr rätselhafte Einleitung jedenfalls!~ Wie ist jemand, der wie immer ist? Wann fängt das »immer« an? Mit dem ersten Kuss? Mit der Hochzeit? Mit dem Eintritt ins Berufsleben? Mit dem dreißigsten Geburtstag? Und endet es mit einer neuen Frisur? Mit einer heimlichen Geliebten? Mit dem Tod der Partnerin? Mit dem eigenen Tod? Und was wäre dann am offenen Grab zu sagen? Er lebte wie immer und starb ganz anders? ~(S. 14/15)So erzählt Süden nun also nach und nach, wie seine Ermittlungen verlaufen sind, mit wem er gesprochen hat und was er alles ausprobiert hat, um auf eine Spur von Cölestin zu kommen. Vor allem erfahren wir währenddessen viel über das Wesen von Cölestin, um uns besser in ihn hineinversetzen zu können. Wenn ich ihn kurz mit ein paar Worten beschreiben müsste, würde das so ausfallen: Er war wie immer. - Sein bisheriges Leben wirkte auf mich so langweilig, sein Alltag so belanglos. Ein ganz und gar unaufgeregter Typ Mann, der alles wie immer gemacht hat. Sein plötzliches Verschwinden wirkte wie ein Ausbrechen und war für Cölestin so abnormal, dass es als wirklich besorgniserregend galt. Dann fand Süden Tatsachen heraus, die man von dem Postler niemals erwartet hätte: unter anderem hat das mit zwei Frauen zu tun, einem alten blinden Hund, den Süden sogar spontan in die Ermittlungen miteinbezogen hat und nicht zuletzt spielt noch eine Kunstausstellung, genauer gesagt die Gemälde von Spitzweg eine tragende Rolle in der ganzen Geschichte.~ »Der Cölestin braucht immer ewig, bis der was verändert.« ~(S. 40)Das Innenleben von Süden und seinem besten Freund und Kollegen Martin Heuer nehmen in diesem Buch auch wieder einen wesentlichen Raum ein. Ganz besonders Martin fällt hier auf: seine zunehmende Veränderung ins Negative. Man merkt deutlich seine depressiven Anwandlungen, sein verwahrlostes Aussehen, seinen schlechten körperlichen Zustand, seinen Alkoholkonsum. Man sorgt sich um ihn - nicht nur ich, sondern auch Süden tut das. Aber Martin ist ein harter Brocken ...Süden und Martin sind sich eigentlich recht ähnlich: Zwei Männer jenseits der 40, wortkarg und ein eigensinniges Verhalten an den Tag legend. Je mehr man die beiden von Buch zu Buch kennenlernt, wird einem klar, dass sie eigentlich voller Sehnsucht sind. Einer Sehnsucht nach einem freien, einmaligen Leben, in dem sie nichts tun müssen, was von ihnen erwartet wird, in dem sie leibhaftige und lebhafte Wesen sein können, die sich nicht einfangen, einengen und am Ende töten lassen.Irgendwann in jungen Jahren hatten sie den Zeitpunkt verpasst, sich für das »wirkliche« Leben zu entscheiden und sind Polizeibeamte geworden ... Und Süden, der kommt scheinbar besser damit klar, als sein bester Freund Martin ...~ »Für einen Polizisten sind Sie auf jeden Fall reichlich normal.«»Ich bin nicht normal«, sagte ich. »Fragen Sie meinen Vorgesetzten.« ~(S. 147)Ani schreibt seine Geschichten immer recht melancholisch und trüb. Süden ist Einzelgänger, ein Beobachter, jemand, der nicht wertet und lieber zu verstehen versucht. In gewisser Weise hat er auch Ähnlichkeit mit dem verschwundenen Cölestin, der ebenso sehr von einem Alleinsein erfasst ist, wie unser einfühlsamer Vermisstenfahnder.Besonders spektakulär ist und endet dieser Fall zwar nicht, aber er erzählt eine teilweise sehr schöne poetische Geschichte von Stille, Einsamkeit und Anderssein, die es für aufmerksame Leser herauszulesen gilt.Ich mochte das Ende sehr gerne. Auch wenn man nicht mehr explizit erfährt, warum Süden über das Verschwinden Cölestins nichts verraten kann, wusste ich dennoch irgendwie, warum: möglicherweise, weil es niemand nachvollziehen hätte können, warum Cölestin in seinem Winkel der Einsamkeit glücklich ist.~ »Ich hatt den Eindruck, Cölestin wollt mit jemand reden, er hat gesagt, er geht jede Woche in die Spitzwegausstellung, und das wär für ihn wie nach Hause kommen. « ~(S. 151)

    Mehr
  • Lobhudelei...

    Süden und der glückliche Winkel

    Boris

    14. June 2013 um 19:33

    Seite 35 ff: "Wir kannten uns, seit wir ein Jahr alt waren, durch ihn war ich zur Polizei gekommen, und auch wenn unser Leben außerhalb des Dezernats längst sehr unterschiedlich verlief, trafen wir uns noch immer in den Gärten unserer Erinnerung und nicht selten in gewissen Winkeln der Gegenwart, wo es niemanden außer uns gab, wo wir so taten, als wären wir Teil eines zeitlosen Spiels, unverwundet und belächelt von einem Gott, der an uns glaubte." Seite 171: ""Dafür hat sie laut geschnarcht",sagte ich."Später dachte ich. vielleicht hatte sie Schmerzen.Vielleicht war das Schnarchen das Schreien ihres wunden Schlafs."" Vielleicht ist Friedrich Ani wirklich nicht der große Krimiautor...er ist aber ein sehr guter Schriftsteller!

    Mehr
  • Rezension zu "Süden und der glückliche Winkel" von Friedrich Ani

    Süden und der glückliche Winkel

    Ritja

    21. April 2010 um 15:13

    Friedrich Ani lässt wieder seinen eigenwilligen Ermittler losziehen, um verschwundene Menschen zu finden. Diesmal ist ein Postbote nicht mehr nach Hause gekommen. Seine Frau vermutet eine Geliebte. Das Bild des Postlers verändert sich mit jedem Tag der Ermittlungen. Aber auch der Ermittler selbst hat wieder gut mit sich und seiner direkten Umgebung zu tun. Wieder fließt viel Alkohol, viele Zigaretten werden geraucht und trübe Gedanken analysiert.

    Mehr
  • Rezension zu "Süden und der glückliche Winkel" von Friedrich Ani

    Süden und der glückliche Winkel

    Kurile

    14. February 2010 um 18:16

    An manchen Tagen wacht Tibor Süden hautumrankt auf, für einen Mann über vierzig ist er ziemlich genant (versteht das jemand jenseits von München?) und es kommt vor, dass es ihm pressiert. Das Staunen kann bei ihm einen Hosenanzug tragen. Ich mag Friedrich Anis Sprache und die Stadt, durch die Tabor Süden sich schauend bewegt.

  • Rezension zu "Süden und der glückliche Winkel" von Friedrich Ani

    Süden und der glückliche Winkel

    harry5262

    05. November 2008 um 00:20

    Krimi mit sehr guten Milieustudien, gute Beobachtungsgabe des Autors, fein beschrieben

  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks