Friedrich Christian Delius

 3.8 Sterne bei 84 Bewertungen

Lebenslauf von Friedrich Christian Delius

Friedrich Christian Delius ist ein deutscher Schriftsteller, wohnhaft in Berlin und Rom und geboren am 13.02.1943 in Rom. Aufgewachsen ist er in Hessen und machte bis 1963 das Abitur. Später dann studierte er Literaturwissenschaft an der Technischen Universität Berlin und wurde 1970 zum Doktor der Germanistik promoviert. Danach arbeitete er drei Jahre als Lektor für den Verlag Klaus Wagenbach und später fünf Jahre in der selben Tätigkeit beim Rotbuch Verlag. Danach wurde er als freier Schriftsteller tätig. Zu schreiben begann er bereits in den 60er Jahren mit gesellschaftskritischer Lyrik und satirischen Texten, schrieb aber seit den 70er Jahren vorwiegend Romane zur deutschen Geschichte. Er ist Mitglied des P.E.N.-Zentrums Deutschland, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Freien Akademie der Künste Hamburg. Ausgezeichnet wurde er unter Anderem mit dem hoch angesehenen Joseph-Breitbach-Literaturpreis. Friedrich Christian Delius ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Alle Bücher von Friedrich Christian Delius

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Die Frau, für die ich den Computer erfand

Die Frau, für die ich den Computer erfand

 (25)
Erschienen am 03.01.2011
Bildnis der Mutter als junge Frau

Bildnis der Mutter als junge Frau

 (18)
Erschienen am 01.08.2008
Mein Jahr als Mörder

Mein Jahr als Mörder

 (13)
Erschienen am 02.01.2006
Die Minute mit Paul McCartney

Die Minute mit Paul McCartney

 (9)
Erschienen am 30.05.2015
Die Flatterzunge

Die Flatterzunge

 (7)
Erschienen am 30.01.2015
Der Königsmacher

Der Königsmacher

 (6)
Erschienen am 01.11.2012
Ein Held der inneren Sicherheit

Ein Held der inneren Sicherheit

 (3)
Erschienen am 01.08.2014
Amerikahaus und der Tanz um die Frauen

Amerikahaus und der Tanz um die Frauen

 (3)
Erschienen am 01.04.1999

Neue Rezensionen zu Friedrich Christian Delius

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Bouggos avatar

Rezension zu "Mein Jahr als Mörder" von Friedrich Christian Delius

Extrem gut gelungene Verknüpfung geschichtlicher Ereignissen mit flüssigem, spannendem Erzählstil.
Bouggovor 3 Jahren

Packt Dich nicht auch manchmal die Wut, wenn Du von Schweinereien erfährst, die Menschen Menschen antun? Hast Du nicht auch schon einmal davon geträumt, einen, wenigstens einen dieser Übeltäter zu beseitigen?
Dann liegst Du mit Delius auf einer Wellenlänge. Dann packt auch Dich die Mordlust am "Richter" des "Volksgerichtshofs" (Anführungsstriche, weil das Verbrecher in einer Verbrecherorganisation waren), der Georg Groscurth zum Tode verurteilte. Du willst auch gleich den Henker und seine Gehilfen mit ins Jenseits befördern und die Sachbearbeiter des Berliner Senats, die seiner Frau ein paar Jahre später die Witwen- und seinen Kindern die Waisenrente streichen, gleich mit.
Die Lektüre des Buches bringt Dich dem Widerstandskämpfer und seinem Kreis, der "Europäischen Union, EU" (welche Weitsicht!) näher und den Verhältnissen der hysterischen Nachkriegszeit mit ihrem vorherrschenden Antikommunismus, oft getragen und geschürt von Leuten, einschließlich Juristen, die mit den Nazis ihr Süppchen gekocht hatten.
Du liest das Buch wie einen spannenden Krimi - gehst immer wieder ins Internet und stellst fest: Alles ist wahr.
Alles vielleicht nicht. So sei dahingestellt, ob der Ich-Erzähler wirklich den Ex-"Richter" Hans-Joachim Rehse observiert hat zum Zwecke des geplanten Attentats und ob seine Freundin auf einer Mexiko-Reise wirklich umkam. Diese Details könnten zusätzliche Pfefferkörner sein in diesem literarischen Gericht (durchaus doppeldeutig gemeint). Sie tragen jedenfalls dazu bei, dass diese Kost während der Einverleibung den Appetit noch steigert. Man kann (ich konnte) das Buch nicht weglegen. Doch es sind schwere Brocken eingearbeitet.

Am Schluss mordet man nicht - aber man könnte sich übergeben.

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Girdies avatar

Rezension zu "Die Liebesgeschichtenerzählerin" von Friedrich Christian Delius

Fliegende Gedanken
Girdievor 3 Jahren

Mit einem Gedicht des Autors aus dem Jahr 1979 beginnt das Buch „Die Liebesgeschichtenerzählerin“ von Friedrich Christian Delius. Inhalte der Lyrik finden sich im Roman wieder. Die 50 jährige Marie von Schabow, in Frankfurt wohnend, verbringt im Jahr 1969 ohne ihre Familie einige Tage an der niederländischen Nordsee. Die raue See auf dem Cover trifft nicht nur den aufgewühlten Gemütszustand der Protagonistin, sondern führt den Leser auch zu einer der Geschichten, die Marie demnächst niederschreiben möchte.

Die Erzählung begleitet sie von der Nordsee aus auf ihrer Zugfahrt nach Hause über Amsterdam und Emmerich mit einem kurzen Aufenthalt in Leverkusen bei der Familie ihres Bruders. Sie ist auf den Spuren ihrer Familie unterwegs. Erst seit kurzem ist es ihr möglich sich neben Haushalt und Kindererziehung dem Schreiben zu widmen. Dabei schwirren ihr drei Geschichten im Kopf herum: die eines königlichen Vorfahr Anfang des 19. Jahrhunderts, die ihrer Eltern und die eigene. Mehr und mehr gelangen Gedankenfetzen zum bald 80 jährigen Vater in ihren Sinn. Gewürzt wird die Erzählung mit einer Unstimmigkeit in der Ehe von Marie, die sich aus ihrer Abwesenheit ergeben hat Sie wird bis zum Schluss zu einer Herzensangelegenheit und fesselt so auch den Leser.

Für Marie ist die Reise der Beginn einer neuen Lebensphase. Mit der Zeit wird nicht nur ihr deutlich, wie sehr die einzelnen Ereignisse voneinander abhängen. Der Roman besteht aus den komplexen Gedankengängen der Protagonistin. Ihre Gedanken huschen durch die Geschichte und reißen Szenen in der Vergangenheit der Familie an, die Marie aus Erzählungen und Aufzeichnungen kennt. Blockweise hält der Autor die fliegenden Gedanken fest, die immer aus einem Satz bestehen und sehr gut die innere Unruhe von Marie wiederspiegeln. Mühelos füllt der Leser die Zeiten zwischen den einzelnen Szenen mit seiner eigenen Fantasie. So entstand für mich eine Familiengeschichte über fast 200 Jahre.

Der Autor schreckt nicht davor zurück sich mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen wie beispielsweise mit der Schuld am Tod als Kämpfer für das Vaterland. Aus Maries eigener Lebensgeschichte ergibt sich ein klarer Geist, der sich früh mit Recht und Unrecht auseinandergesetzt hat, die aber auch die ihr zugedachte Rolle als Frau an der Seite eines angehenden Gutsbesitzers und auch später als Mutter angenommen hat. Insoweit wirken ihre Gedankengänge überaus realistisch. Marie zeigt aber auch, dass sie in der Gegenwart Ende der 1960er Jahre angekommen ist. Ein erster literarischer Erfolg hat ihr Selbstbewusstsein gestärkt und gibt ihr den Mut für weitere Projekte.

Erstaunlicherweise brauchte der Autor sich die bewegenden Ereignisse und abwechslungsreich gestalteten Charaktere nicht auszudenken, denn sein Roman basiert auf der Vergangenheit seiner eigenen Familie. Mit leisen Worten und schlichter Sprache hat mich der Inhalt des Buchs sehr angesprochen. Dabei ist es nicht immer einfach, den Einfällen zu folgen und eine gewisse Muße beim Lesen unerlässlich. Gerne vergebe ich hierfür eine Leseempfehlung.

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awogflis avatar

Rezension zu "Bildnis der Mutter als junge Frau" von Friedrich Christian Delius

Roman ohne Inhalt
awogflivor 4 Jahren

In Bildnis der Mutter als junge Frau wandert eine 21-jährige Schwangere durch das Rom des Jahres 1943 ... und dann passiert einfach Null!

Oh mein Gott ist diese Tussi borniert, stohdumm, ignorant und gähnend laaangweilig. Ich weiss, dass es solche Menschen zu Hauf gibt, aber als Romanfiguren taugen sie überhaupt nicht, da kein Funke von irgendwas aus der gähnenden Leere ihres Hirnes und Temperaments auf mich überspringt.
Die Todsünde Nr. 1 in der Literatur ist, mich zu langweilen und das tut der Autor massiv, ich hoffte das ganze Buch über, der jungen Frau passiert noch etwas ganz furchtbares, ansonsten ist mir schleierhaft, warum man über eine solche flache Person überhaupt einen Roman schreiben sollte.

Die ersten substantiellen Zeilen gabs erst nach fast 50 Seiten als der Autor die Lebens- und Genussmittel-Rationierung und den Umgang der Italiener damit beschrieb und die Reflexionen zum Krieg (warum muss man die Feinde hassen, warum muss man immer siegen...). Jeder einzelne innovative Gedanke der jungen Frau entstammt aber auch nicht ihrem Hirn, sondern wurde ihr von ihrer Freundin Ilse eingepflanzt - und gleich wischt sie ihn wieder weg bzw. übertüncht ihn mit gebetsmühlenartigen protestantischen bornierten religiösen oder Nazi-Propagandasätzen. Gähhhn! Zu allem Überfluss zieht der Autor dann auch noch eine 2. Wiederholungs-Gedankenschleife ein. Das ist irgendwie sehr kurios, da existiern im Hirn dieser Tussi eh nur ca. 3 Gedankenfetzen zum Krieg und diese werden wie in einem Kuhmagen hochgewürgt und wiedergekäut. Da hättte ich doch lieber einen Roman über diese Ilse gelesen :-)

Da der Inhalt für mich so langweilig ist, finde ich es doppelt so verwerflich, wenn Autoren mit neuartigen bzw. ungewöhnlichen Satz-, Rezeptions- und Schrift-Stilmitteln arbeiten, um die häßliche fade Braut zu schmücken. Zwar kein Inhalt (für mich das wichtigste an epischer Literatur) aber ein besonders intellektueller Anstrich. Das macht mich gleich doppelt böse. Ja auch ich habe stilistisch das kokette liebäugeln von Delius mit James Joyce durchaus bemerkt, frage mich aber gerade deshalb immer wieder, warum in Romanen von Literaturkritikern immer Form vor Inhalt favorisiert und hochgejubelt wird. Ich als Leserin muss mich wirklich fragen: Warum zur Hölle schreibt man einen Roman, wenn man nichts zu erzählen hat, für Sprachspielereien gibt es die LYRIK.

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Zusätzliche Informationen

Friedrich Christian Delius wurde am 13. Februar 1943 in Rom (als Deutscher) (Deutschland) geboren.

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