Friedrich Christian Delius Mein Jahr als Mörder

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Inhaltsangabe zu „Mein Jahr als Mörder“ von Friedrich Christian Delius

Ein aufrüttelnder Roman über deutsche Kriegs- und Nachkriegsgeschichte Am Nikolaustag 1968 hört ein Berliner Student im Radio, dass Hans-Joachim Rehse, Richter an Freislers Volksgerichtshof, freigesprochen wurde. Noch während die Nachrichten laufen, beschließt er ein Zeichen zu setzen: Er wird diesen Mann umbringen. Auch aus persönlichen Gründen, denn Rehse hat den Vater seines besten Freundes zum Tode verurteilt, den Arzt Georg Groscurth… „Unbedingt lesen“ (Literaturen)

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  • Extrem gut gelungene Verknüpfung geschichtlicher Ereignissen mit flüssigem, spannendem Erzählstil.

    Mein Jahr als Mörder
    Bouggo

    Bouggo

    31. May 2016 um 15:48

    Packt Dich nicht auch manchmal die Wut, wenn Du von Schweinereien erfährst, die Menschen Menschen antun? Hast Du nicht auch schon einmal davon geträumt, einen, wenigstens einen dieser Übeltäter zu beseitigen?Dann liegst Du mit Delius auf einer Wellenlänge. Dann packt auch Dich die Mordlust am "Richter" des "Volksgerichtshofs" (Anführungsstriche, weil das Verbrecher in einer Verbrecherorganisation waren), der Georg Groscurth zum Tode verurteilte. Du willst auch gleich den Henker und seine Gehilfen mit ins Jenseits befördern und die Sachbearbeiter des Berliner Senats, die seiner Frau ein paar Jahre später die Witwen- und seinen Kindern die Waisenrente streichen, gleich mit.Die Lektüre des Buches bringt Dich dem Widerstandskämpfer und seinem Kreis, der "Europäischen Union, EU" (welche Weitsicht!) näher und den Verhältnissen der hysterischen Nachkriegszeit mit ihrem vorherrschenden Antikommunismus, oft getragen und geschürt von Leuten, einschließlich Juristen, die mit den Nazis ihr Süppchen gekocht hatten.Du liest das Buch wie einen spannenden Krimi - gehst immer wieder ins Internet und stellst fest: Alles ist wahr.Alles vielleicht nicht. So sei dahingestellt, ob der Ich-Erzähler wirklich den Ex-"Richter" Hans-Joachim Rehse observiert hat zum Zwecke des geplanten Attentats und ob seine Freundin auf einer Mexiko-Reise wirklich umkam. Diese Details könnten zusätzliche Pfefferkörner sein in diesem literarischen Gericht (durchaus doppeldeutig gemeint). Sie tragen jedenfalls dazu bei, dass diese Kost während der Einverleibung den Appetit noch steigert. Man kann (ich konnte) das Buch nicht weglegen. Doch es sind schwere Brocken eingearbeitet.Am Schluss mordet man nicht - aber man könnte sich übergeben.

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  • eBook Kommentar zu Mein Jahr als Mörder von Friedrich Chr. Delius

    Mein Jahr als Mörder
    Hanspeter Rohr

    Hanspeter Rohr

    01. January 2014 um 05:11 via eBook 'Mein Jahr als Mörder'

    ein spannender Roman ein Buch groesster Aktualitaet , das uns Alle angeht und betroffen stimmt.

  • Rezension zu "Mein Jahr als Mörder" von Friedrich Christian Delius

    Mein Jahr als Mörder
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Am Nikolaustag des Jahres 1968 hört ein Westberliner Student im Radio von dem Freispruch des Nazirichters R. Er wird sofort hellhörig, denn ebendieser R. hat den Vater eines Freundes, den Arzt Georg Großcurth, 1944 zum Tode verurteilt. Großcurth war im Widerstand aktiv, seine Frau Anneliese ebenfalls. Der Student und Ich-Erzähler fasst einen Entschluss: Er wird R. umbringen und somit dem Recht zur Durchsetzung verhelfen. Entgegen meiner Erwartungen, die vor allem durch Titel und Klappentext geweckt wurden, geht es weniger um konkrete Mordplanungen oder gar die Tat selbst. Viel eher wird die Geschichte Großcurths und seiner Frau Anneliese nacherzählt. In einem weiteren Erzählstrang geht es um Annelieses Bemühungen, im Nachkriegsdeutschland die Leistungen vor allem ihres Mannes anerkannt zu sehen. Doch stattdessen wird sie als Kommunistin gebrandmarkt, was im Westberlin der 50er Jahre ein schwerwiegender Vorwurf mit handfesten Konsequenzen ist. Nur ein kleiner Teil des Buches spielt eigentlich in der „Gegenwart“, also Ende der 1960er Jahres. Mir hat das Buch gut gefallen, insbesondere auch die Sprache, in der es geschrieben ist. Das einzige sprachliche Manko war allerdings, dass die Dialoge manchmal etwas hölzern bzw. konstruiert wirkten. Ansonsten sollte man eben nicht mit den Erwartungen an das Buch herangehen, dass hier eine Art Krimi erzählt würde mit Verfolgungsjadgen etc. Stattdessen bekommt man eine Erzählung aus einer Zeit, aus der ich jedenfalls noch recht wenige Romane gelesen habe. Sehr viele spielen ja während der Nazizeit oder in den Jahren direkt nach dem Krieg, aber wie es den Widerständlern und ihren Hinterbliebenen in den 50er und 60er Jahren ergangen ist, darüber liest man recht wenig. Wer sich für diese Zeit interessiert, der sollte „Mein Jahr als Mörder“ lesen.

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  • Rezension zu "Mein Jahr als Mörder" von Friedrich Christian Delius

    Mein Jahr als Mörder
    Holden

    Holden

    21. September 2011 um 18:02

    FC Delius hat einen schönen Krimi um einen Berliner Studenten im JAhr 1968 geschrieben, der aus dem RAdio von dem Freispruch des ehemaligen Nazirichters Rehse erfährt, und der diese Ungerechtigkeit als Aufforderung an ihn begreift, für Gerechtigkeit zu sorgen und den Richter zu töten. Zuvor möchte der Student ein Buch über den Unrechtsprozeß Rehses gegen den Vater seines Freundes Axel schreiben, einen Widerstandskämpfer, der nach der Urteilsverkündung hingerichtete wurde und heute (fast) vergessen ist. Das Buch schildert schön die Zeit um 1968 herum und die Studentenbewegung und richtet den Blick außerdem auf die Oberschweinerei, daß Naziverbrecher von der Justiz in der NAchkriegszeit mit Samthandschuhen angefaßt wurden.

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