Friedrich Dönhoff Ein gutes Leben ist die beste Antwort

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Inhaltsangabe zu „Ein gutes Leben ist die beste Antwort“ von Friedrich Dönhoff

Lange hat Jerry Rosenstein geschwiegen. Doch auf einer Reise durch Holland und Deutschland erzählt er dem 40 Jahre jüngeren Friedrich Dönhoff seine Geschichte. In der hessischen Provinz geboren, wuchs Jerry in Amsterdam auf, bis er im Alter von 15 Jahren deportiert wurde und nach Auschwitz kam. Mit viel Glück und dem richtigen Instinkt hat er diese Zeit überlebt. Danach wollte Jerry nur noch eins: frei sein. Und das hat er in vielerlei Hinsicht auch geschafft.

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  • Sehr interessant und eindrücklich

    Ein gutes Leben ist die beste Antwort

    agent13357

    Die Geschichte von Jerry Rosenstein geht ohne Zweifel unter die Haut; als Jude in Bensheim geboren musste seine Familie kurz vor dem 2. Weltkrieg nach Amsterdam fliehen, und als die Situation in Deutschland eskalierte, war es zu spät um nach Amerika zu kommen. Und so haben "sie" Jerry und seine Eltern eines Nachts geholt. Einer seiner Brüder war schon vorher eingezogen worden, nur seinen ältesten Bruder wägte die Familie in Palästina in Sicherheit. Was Jerry nach seinem Abtransport aus Amsterdam widerfahren ist, ist so grausam wie man vermutet. Immer wieder fragt man sich, wie ein Mensch so etwas überleben kann. Wie er jetzt, in der Gegenwart, an diese Schauplätze des Grauens zurückkehren und erzählen und uns so nah an sich ranlassen kann. Mir haben die Gegenwartskapitel nicht so gut gefallen wie die Aufarbeitung von Jerrys Vergangenheit. Ich habe sehr viel Sympathie für den jungen Jerry empfunden und fand ihn und seine Geschichte enorm spannend. Der gegenwärtige Jerry allerdings hat mir nicht gefallen und ich konnte ihn nicht ganz mit dem Jerry aus der Vergangenheit verbinden. Trotzdem: lesenswert. Auf jeden Fall.

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  • Ein gutes Leben ist die beste Antwort, besprochen von Juliane Seidel

    Ein gutes Leben ist die beste Antwort

    Splashbooks

    06. November 2014 um 09:47

    Mit der Biografie "Ein gutes Leben ist die beste Antwort" legt der Diogenes Verlag das Portrait eines beeindruckenden Mannes vor: eine Lebensgeschichte, die unter die Haut geht. Friedrich Dönhoff, Autor und Begleiter des 86-jährigen Jerry Rosenstein, verfasste bereits mehrere Biographien und schrieb den Bestseller "Die Welt ist so, wie man sie sieht - Erinnerungen an Marion Dönhoff". Zudem ist er für deine Kriminalromane um den jungen Kommissar Sebastian Fink bekannt. Zwischen Jerry Rosenstein und dem 45-jährigen Friedrich Dönhoff liegen zwei Generationen, als sich die beiden kennenlernen und 2013 gemeinsam von Amsterdam (wo Jerry in direkter Nachbarschaft mit Anna Frank lebte) aus die Orte bereisten, in denen Jerry aufgewachsen ist. Dabei berichtet Jerry Rosenstein, wie er als Jude in Deutschland, später Holland, aufwuchs und nach und nach die Auswirkungen von Hitlers Übernahme und seinem selbsterklärten Krieg gegen die "Nicht-Arier" miterlebte. Auch von seinen Erlebnissen in Auschwitz, dem mühsamen Weg ins Leben zurück und dem Neustart in Amerika erzählt er und gibt dem Leser einen Einblick in eine unvorstellbar grausame, menschenverachtende Zeit und in das schwierige Leben danach. Es ist bewundernswert, dass Jerry Rosenstein nie seinen Lebensmut verloren hat, sich entschieden hat, glücklich zu sein und bereit ist, zu vergeben. Seine Geschichte ist berührend und erschütternd, aber auch lebensbejahend und aufmunternd, denn Jerry Rosenstein hat sich nie unterkriegen lassen - egal ob als Jude im Dritten Reich oder als Homosexueller im Amerika der 50er/60er Jahre. Er hat seine eigene Antwort gefunden: ein gutes Leben zu führen, das nur ihm gehört und sich selbst nie zu verraten. Friedrich Dönhoff begleitet den Holocaust-Überlebenden auf seiner Reise, hört zu und schreibt einen Teil von Jerrys Erzählungen auf. Daher wechseln sich im Buch die beiden Zeitebenen ab - mal begleitet man die beiden Freunde auf ihrem Weg durch Amsterdam, Darmstadt oder Bensheim, mal berichtet Jerry aus der Zeit des Holocausts, seinen Erlebnissen in den unterschiedlichen Lagern und Auschwitz. Hierbei wird nicht explizit beschrieben, welche unvorstellbaren Grausamkeiten die Menschen erleiden mussten, sondern nur einige Dinge herausgegriffen, die Jerry wichtig waren. Auf diesem Weg lernt man ihn sehr genau kennen, wenngleich er zum Leser immer eine gewisse Distanz wahrt und nie zu viel von seinen Gefühlen offenbart. Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/20807/ein_gutes_leben_ist_die_beste_antwort

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  • Ein gutes Leben nach dem Überleben

    Ein gutes Leben ist die beste Antwort

    Bri

    09. October 2014 um 10:56

    " .. ich habs überlebt ..." - das ist Jerry (Gerald) Rosensteins Standardantwort, wenn seine Vergangenheit zur Sprache kommt. Und überlebt, das hat er im wahrsten Sinn des Wortes. 1927 im hessischen Bensheim als Gerald Rosenstein geboren, wächst er zunächst wohl behütet und ohne Sorgen auf. Sein Vater hat ein eigenes gut gehendes Geschäft, doch damit ist durch die Machtergreifung der Nazis bald Schluss. Denn die Rosensteins sind Juden. Wie viele deutsche Juden glauben sie nicht daran, dass die Naziherrschaft Ihnen tatsächlich gefährlich werden könnte, denn sie sind Deutsche und Deutschland ist ihre Heimat, die sie nicht verlassen wollen - eindrucksvoll schildert Friedrich Dönhoff Jerrys Geschichte in den der Vergangenheit gewidmeten Kapiteln. Der Ton, den er dabei trifft, ist der eines jungen Mannes, der mit der Zeit gezwungen wird, eines zu lernen: nicht aufzufallen und dadurch zu überleben. Friedrich Dönhoff hat sich zusammen mit Jerry Rosenstein aufgemacht, um das, was nicht vergessen werden darf und trotzdem von den Opfern, um ihr Überleben überhaupt möglich zu machen, verdrängt werden musste, gegen das Vergessen zu notieren. Gemeinsam besuchten sie im Jahr 2013 Orte in Amsterdam und Deutschland und auch diese Reise in die Vergangenheit hat Dönhoff festgehalten. Mit Worten und Bildern. Amsterdam war für die Familie Rosenstein die erste Station einer später langen, erzwungenen und traumatischen Reise. Obwohl ein Bruder Jerrys nach Palästina auswanderte und der zweite "abgeholt" wurde, fühlte sich Jerrys Vater sicher: die Niederländer waren schon im ersten Weltkrieg neutral und würden es, sollte es zu einem weiteren Krieg kommen, auch bleiben. Und so genügte es den Rosensteins, nach Amsterdam auszuwandern. Amerika wäre noch möglich gewesen ... Mit nüchternen, fast unemotionalen Worten erzählt Jerry Rosenstein von den Jahren in den Lagern. Von der Trennung der Familie, der Ungewissheit über Leben oder Tod, dem Glauben daran, dass die anderen überlebt haben, der Befreiung und schließlich der Gewissheit über den Verbleib der anderen Familienmitglieder. Schnörkellos, direkt. Friedrich Dönhoff bringt das, was war und das, was ist in sich abwechselnden Kapiteln behutsam zusammen und schafft so ein Bild von einem jungen Mann, der "es überlebt hat" und sich dann aller gesellschaftlicher Zwänge entledigt. Einem Mann, der trotz aller Abgeklärtheitt nicht mehr ohne Anschluss nach draußen und in einer festen Beziehung leben kann. Verlassen will er sich auf nichts als sich selbst. Unfassbar, dass es tatsächlich noch Menschen gibt, die nicht an die Existenz von Auschwitz glauben - deshalb und weil ein gutes Leben tatsächlich die einzige Antwort auf die traumatischen Erlebnisse ist, hat Jerry Rosenstein gut daran getan, davon zu erzählen. Erstaunlich, wie wenig Verbitterung und Hass er entwickelt hat, obwohl er noch heute mit den Auswirkungen der Ereignisse in den Lagern zu kämpfen hat.

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