Die Physiker

von Friedrich Dürrenmatt 
4,0 Sterne bei3,528 Bewertungen
Die Physiker
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Positiv (2588):
I

Ich hätte nie gedacht, dass ein Drama so spannend sein kann.

Kritisch (267):
Soohyunie_Kims avatar

Okay, aber war trotzdem nicht meins. Die Wende gegen Ende, fand ich aber gut.

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Inhaltsangabe zu "Die Physiker"

Kernphysiker Möbius, Entdecker einer furchtbaren und gefährlichen Formel, flüchtet, seine Familie preisgebend, ins Irrenhaus. Er spielt Irrsinn, er fingiert die Heimsuchung durch den Geist Salomos, um das, was er entdeckte, als Produkt des Irrsinns zu diffamieren. Doch zwei Geheimagenten, ebenfalls als Wahnsinnige getarnt, sind ihm auf der Spur.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257208375
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:93 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:01.10.1998
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.05.2009 bei Merian, Christoph erschienen.

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    Lesenodernichts avatar
    Lesenodernichtvor 2 Monaten
    Wo ist der Unterschied zwischen Physikern und Irren?

    Einen echten Klassiker zu lesen und dann zu verstehen, warum die Erzählung so berühmt ist…

    In der Anstalt geschehen Morde an drei Krankenschwestern, durch welche die Wendung in Gang kommt. Eine Geschichte über Moral und Verzicht, über Entscheidungen und Risiken. Ein Mensch opfert sein Leben, seine Familie, seine Freiheit für die Rettung der Menschheit. Die Erzählung ist so herrlich grotesk. Dürrenmatts Humor ist einfach und pur. Er arbeitet mit Wiederholungen und klassischen Slapstick-Momenten.
    [...]
    Sehr schön ist im Anhang dieser Ausgabe die Ergänzung um die „21 Punkte zu den >Physikern<", die ein Skelett bilden um das Dürrenmatt lyrisches Fleisch geschlungen hat.
    [...]
    Fazit: Ein Klassiker, der herrlich amüsant und gut zu lesen ist. Viele von euch haben es bestimmt als Deutsch-Lektüre gelesen. Euch möchte ich ans Herz legen die Komödie nochmal zu lesen und ihr eine Wirkung zuzugestehen ohne den faden Schul-Beigeschmack. Allen anderen: Lest es und schaut es euch als Theaterstück an! Ich bin begeistert!

    Die komplette Rezi findet ihr unter: http://lesenodernicht.de/2018/08/01/wo-ist-der-unterschied-zwischen-physikern-und-irren/

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    M
    Maria0001vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Skurill und tiefsinnig zugleich
    Dürrenmatt in seinem Element

    Ein Werk, das leider viel zu oft leichtsinnig als "Mittelstufenlektüre" abgetan wird, in dem viel tiefgründiges und lehrreiches steckt, was in Form von Witz und (teilweise schwarzem) Humor auf einen zukommt.

    Ein Buch, für das man kein Klassikfan sein muss, um es zu mögen!

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    somnialees avatar
    somnialeevor einem Jahr
    Beeindruckenes Drama - regt zum kritischen Nachdenken an

    Inhalt:

    Drei Physiker wohnen in der „Villa“ eines Sanatoriums. Zwei von ihnen ermorden drei Monate nacheinander je eine Krankenschwester. Sie halten sich jeweils für Newton und Einstein. Der dritte im Bunde, Möbius, behauptet, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse von König Salomo eingeflüstert bekommen zu haben – aus diesem Grund wurde er eingewiesen. Der erste Akt beginnt unmittelbar nach dem zweiten Mord. Möbius wird zum wahrscheinlich letzten Mal von seiner Exfrau und seinen drei Söhnen besucht, die ihren Vater nun seit rund 15 Jahren nicht mehr gesehen haben.
    Im zweiten Akt kommt direkt zu Beginn wieder die Polizei ins Haus, um einen weiteren Mordfall zu untersuchen: Diesmal ist Möbius der Täter.

     

    Meine Meinung:

    Bis zu diesem Punkt habe ich gedacht, das Drama würde sich hauptsächlich um diese drei Morde drehen und habe somit den Zusammenhang zum Titel nicht ganz begriffen. Doch dann, kurz vor Ende, wird der Leser mit einer nicht erwarteten Wende überaus überrascht: Wahrheiten kommen zutage, von denen man vorher nichts geahnt hat, Motive werden aufgeklärt und auch die Person der Oberärztin erscheint in einem ganz anderen Licht.

    Anfangs scheint die Handlung noch etwas verwirrend und manchmal auch fast überspannt. Die unterhaltsamen Dialoge sind zumeist kurz und knapp und erlangen vor allem dadurch an Ausdruck.

    Möbius ist ein sehr interessanter, vielseitig begabter, hochintelligenter und nicht zuletzt selbstloser Protagonist. Mit seiner Figur hat Dürrenmatt wohl den idealen Physiker geschaffen: Mit scharfer, unübertroffener Intelligenz gelang es Möbius, die sogenannte Weltformel zu entdecken – etwas, woran seit der Geburtsstunde der Physik bislang alle gescheitert waren. 

    Außerdem besitzt er noch eine weitere, wertvolle Charaktereigenschaft:  Das Wohl der gesamten Menschheit ist ihm wichtiger als sein eigenes. Als er erkennt, welch furchtbare Folgen seine Entdeckung haben und was die Menschheit damit anstellen könnte, verlässt er seine Familie und flüchtet ins Irrenhaus, wo er vorgibt, dass ihm König Salomo erscheint.

    Eine hundertprozentige Sicherheit für das Eintreffen seiner schlimmsten Befürchtungen gibt es natürlich nicht, dennoch beschließt er, alles in seiner Macht stehende für das Nichteintreffen zu tun.
    Deshalb muss auch Schwester Monika sterben, ein weiteres Opfer seiner Entdeckung; ihr einziges Vergehen war, zu erkennen, dass Möbius nicht verrückt ist und somit auch seine Entdeckung völlig logisch und korrekt der physikalischen Richtigkeit entspricht.

    Möbius möchte durch seinen Eintritt ins Irrenhaus nun verhindern, dass sein Wissen öffentlich bekannt wird, erzeugt damit aber genau das Gegenteil.
    Ist das also wirklich der richtige Umgang mit solchem Wissen? Was für eine Verantwortung hat man als Wissenschaftler, als Physiker; wo ist die Grenze?
    Ist es möglich, das Wissen, das eine Person errungen hat, für immer zu bewahren, oder würde nicht irgendwann später jemand anderes dasselbe denken, erkennen und seinem Charakter entsprechend natürlich anders agieren, die Tragweite also möglicherweise gar nicht erkennen?

    Das Komische und Tragische verwebt Dürrenmatt sehr gekonnt miteinander, sodass ein zuweilen amüsantes und zum kritischen Nachdenken und Hinterfragen anregendes, kurzweiliges Drama vorliegt. Dazu müssen auch die 21 Punkte zu den Physikern im Anhang erwähnt werden, da sie sowohl das Drama erklären als auch ergänzen.

    Ich bin sehr angetan von Dürrenmatts Erzählweise. Erst dominiert die Komik, im zweiten Teil wird es dann deutlich ernster und endet offen, was ich immer noch ein klein wenig bedaure. Dadurch jedoch erlangt sein Werk erst Wirkung und Ausstrahlung, denn durch Aufwerfen dieser Fragen zu der allgemeinen Thematik als auch der Fragen zu der rätselhaften Handlung innerhalb des Dramas, erlangt er das vermutlich Gewünschte, nämlich die Forderung der Partizipation. Dass alle Menschen kollektiv um die Weltformel und deren Hintergründe und Gefahren wissen und gemeinsam versuchen, den negativen Folgen entgegen zu treten.

     

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    cynthors avatar
    cynthorvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Perfektes Drama über die Verantwortung der Wissenschaftler
    Ausbruch aus dem Elfenbeinturm


    Inhalt

    Nachdem ein Patient einer Irrenanstalt eine Krankenschwester ermordet hat, ermittelt Inspektor Voß, scheitert aber am Widerstand der Leitung in Gestalt von Dr. Mathilde von Zahnd. Drei ihrer Patienten sind besonders wichtig, von denen sich zwei für Einstein bzw. Newton handeln, während Möbius, dem dritten, angeblich Salomo erschienen ist.
    Möbius, ein hervorragender Physiker, verliert aufgrund der Erscheinungen Reputation und Beruf, anschließend die Familie, und lebt nun alleine.Es stellt sich heraus, dass auch die beiden anderen Physiker von Weltformat sind, die von ihren jeweiligen Regierungen (Washington bzw. Moskau) dazu gebracht wurden, ihre Unzurechnungsfähigkeit auch mittels Mord zu beweisen, um an das Wissen zu kommen, das Möbius besitzt.

    Meinung

    Kennen wahrscheinlich viel aus der Schule – aus dem Deutsch- nicht dem Physikunterricht. Dürrenmatt gelingt eine exzellente Mischung aus Tragödie und Komödie.

    Genial finde ich zum einen die auffallende Parallelität zwischen erstem und zweitem Akt, nur dass die Handlung mit umgekehrtem Vorzeichen abläuft. Ist Voß anfangs noch bemüht, den ersten Mord an der Krankenschwester aufzuklären, genießt er schnell die Möglichkeit, sein Gewissen und damit die Gerechtigkeit einmal ruhen zu lassen. Was zeichnet es für das Bild der personifizierten Justitia, die nicht aufgrund ihrer Neutralität blind ist, sondern weil sie einfach keine Lust hat, sich selbst mit einem Mordfall (!) zu befassen? Überaus düstere Ansichten des Schriftstellers, was polizeiliche Ordnungsgewalt angeht.

    Mit der Figur des Möbius hat Dürrenmatt den Prototypen eines idealen Wissenschaftlers geschaffen: hochintelligent, schließlich gelingt ihm nicht weniger als das, was die Physiker seit Jahrhunderten umtreibt, nämlich das Aufstellen der Weltformel. Auch wenn dies nicht auf naturwissenschaftlicher Basis explizit beschrieben wird, es es Möbius also gelungen, die vier Grundkräfte in einen logischen Zusammenhang zu bringen, was auch eine Manipulation der Gravitation ermöglicht.
    Möbius zweite hervorstechende Charaktereigenschaft ist sein Vermögen, aus seinen Schlussfolgerungen die richtigen Konsequenzen zu ziehen und zu diesen zu stehen. Der Physiker drückt sich keineswegs vor der Verantwortung, die sich aus seiner Forschung bzw. seinem Wissen ergibt. Über die Väter der Atombombe wurde genug geschrieben, und Möbius „Erfindung“ übertrifft die positiven und negativen Möglichkeiten der Atomkraft nochmals bei weitem, aber ich halte es für müßig, über Auswirkungen zu philosophieren.
    Viel entscheidender ist die reine Tatsache, dass Möbius sich nicht auf dem sprichwörtlichen Elfenbeinturm der Wissenschaft versteckt, sondern alles aufgibt, was ihm wichtig ist: Frau, Kinder und Beruf, auf all das verzichtet er sehenden Auges, weil es seiner Meinung nach die einzige Chance ist, die Situation zu einem befriedigenden Ende zu führen. Unbestritten ist Möbius bewusst, dass mit seinem Wissen viel Gutes getan werden könnte. Schlichtweg die Tatsache, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, treibt ihn zu seinem Opfer, und das ist Zeichen eines beeindruckend bewundernswerten Charakters, der sein Selbst und sein persönliches Wohlergehen – selbst in Verbindung mit dem Glück seiner Familie – weit geringer ansieht als das Wohlergehen der Menschheit.

    Er mordet selbst die unschuldige Krankenschwester, deren einziges Vergehen darin bestand, die Wahrheit herauszufinden. Möbius Verhalten ist konsequent, und er legt an sie nicht mehr als den gleichen Maßstab an, dem auch er sich unterworfen hat: ähnlich wie er ist auch Monika Wissen zuteil geworden, und weil dieses niemals ans Licht kommen darf, sieht Möbius ihren Tod als einzigen Ausweg.

    Abgesehen von dem eigentlichen Stoff der „Geschichte“, wie Dürrenmatt sie in seinen 21 Punkten bezeichnet, sind ebendiese tiefschürfender, als ihre Schlichtheit vermuten lässt.

    „Der Inhalt der Physik geht die Physiker an, die Auswirkungen alle Menschen.“,

    lautet Punkt Nummer 16 und ist die Quintessenz des Dramas, der Satz, der Triebfeder des Handelns Möbius ist.

    Auch die Nummer 18,

    „Jeder Versuch eines Einzelnen, für sich zu lösen, was alle angeht, muss scheitern.“,

    verdeutlicht die Problematik ebenso. Möbius Selbstopfer ist zwar gut gemeint, aber nicht nur sinnlos, sondern führt gerade erst zur schlimmstmöglichen Wendung. Dürrenmatt fordert Partizipation. Wenn Schwierigkeiten auftreten, die sich auf die Gesamtheit der Menschheit erstrecken, dann muss auch ebendiese Gesamtheit aktiv werden, das Problem angehen und eine Lösung finden – wobei man sich vor allzugroßer Kompromissbereitschaft hüten sollte. In dem globalen Dorf, zu dem unsere Welt leider (?) geworden ist, ist sonst nichts zu holen.

    Sonnige Tage und erholsame Nächte!

    PS: Wem der Stil meiner Rezension bzw. die Auswahl der vorgestellten Bücher gefällt, findet auf meinem Blog (https://cynthor.wordpress.com) weitere „Bücherschätze“ und auch Infos zu meinem eigenen Fantasy-Roman Ethopia – Erwachen.

    Kommentare: 10
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    Farbwirbels avatar
    Farbwirbelvor einem Jahr
    Verantwortung - Verrückt

    Vor einigen Jahren las ich „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt und dieses Dramenstück konnte mich sehr begeistern. Nun bin ich endlich dazu gekommen, „Die Physiker“ des selben Autors zu lesen. Das erste Mal hatte ich Kontakt damit, als eine Parallelklasse in der Schulzeit dieses Buch im Unterricht behandelte. Im Nachhinein ist mir nun aufgegangen, dass eine Korrelation zwischen diesem Werk und dem Werk bestand, welches wir im Unterricht lasen - „Das Leben des Galileo Galilei“ von Berthold Brecht. Wer beide Werke bereits beendet hat, sieht wohl ebenso eine Parallele: Die Verantwortung der Wissenschaft.

    „Die Physiker“ beginnt mit einem Mord. Der vermeintliche Physiker Einstein brachte seine Pflegerin in der Psychiatrie um. Bereits einige Monate vorher wurde vom vermeintlichen Physiker Newton eine andere Pflegerin umgebracht. Dem Inspektor, der mit den Fällen betraut wurde, sind die Hände gebunden, denn die Leiterin der Einrichtung sieht Schutz vor Verurteilung darin, dass die Patienten verrückt seien. Resigniert stellt er fest: „Es handelt sich nicht um Mörder, sondern um Verrückte, und die können eben jederzeit morden.“ - S. 26.

    Ein abstruses Setting baut sich also auf, vor allem weil drei berühmte Physiker Patienten der Einrichtung sind, von denen zumindest Newton bereits seit Jahrhunderten verstorben ist. Möbius, der dritte Physiker im Bunde behauptet, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse von König Salomo berichtet bekommen zu haben – der Grund seiner Einweisung.

    Nun ist es so, dass auch Möbius innerlich dazu gedrängt wird, seine Pflegerin, die er eigentlich liebt, zu töten, da sie erkennt, dass er bei klarem Verstand ist, bzw. seine Erkenntnisse von großer Bedeutung sind.

    Hier beginnt das Stück auf die Verantwortung von Erkenntnissen einzugehen. Möbius will nämlich nicht, dass sein Wissen weiter gegeben wird, da er große Gefahr darin sieht, welches die Menschheit ins Unglück stürzen könnte. Er verweigert also sein Wissen. Hier wird es interessant, wieso die beiden anderen Physiker Einstein und Newton sind. Newton stellte durch seine Erkenntnis das Bild der Welt völlig auf den Kopf, den er entdeckte die Erdanziehungskraft, was ein gänzlich neues Weltbild mit sich zog. Einsteins Relativitätstheorie ist jedem bekannt. Obwohl er selbst Pazifist war, brachte seine berühmte Formel einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung der Atombombe. Seine eigene Erkenntnis entwickelte sich also gegen seine Weltvorstellung.

    Möbius will nun also verhindern, dass sein Wissen in die Welt getragen wird. Doch ist das der richtige Umgang mit Erkenntnis? Welche Verantwortung hat man als Wissenschaftler und welche nicht? Wann ist man dazu aufgefordert, sie weiterzugeben? Kann man Wissenszuwachs aufhalten oder würde nicht irgendwann irgendjemand das selbe denken und es weitergeben, ohne über mögliche Folgen nachzudenken?

    Die beiden Physiker Newton und Einstein entlarven sich als Agenten, die es auf Möbius Schriften abgesehen haben und sich deshalb einliefern ließen. Nun bleibt aber in der ganzen Komödie nicht einsichtig, wer eigentlich verrückt ist und wer nicht. Die Doktorin, die beiden Agenten, Möbius... alle könnten oder könnten nicht.

    Zum Thema der Verantwortung sind von Dürrenmatt noch „21 Punkte zu den 'Physikern'“ in meiner Ausgabe dazu gesetzt worden. Drei dieser Punkte würde ich gern zitieren:

    „16. Der Inhalt der Physik geht die Physiker an, die Auswirkung alle Menschen.

    17. Was alle angeht, können nur alle lösen.

    […]

    21. Die Dramatik kann den Zuschauer überlisten, sich der Wirklichkeit auszusetzen, aber nicht zwingen, ihr standzuhalten oder sie gar zu bewältigen.“ - S. 92f

    Das Drama belustigt und gleichzeitig regt es zum kritischen Denken an. Ich bin sehr angetan von Dürrenmatts Erzählweise, denn sie öffnet den Rezipienten zuerst durch Komik und wird dann ernster, was eine bessere Wirkungsmacht seiner Werke möglich macht. Auch die Rätselhaftigkeit seines Dramas lädt zum Weiterdenken und Diskutieren ein, denn man ist nicht fähig, eindeutig zu belegen, wer welche Position inne hatte, was gewiss ist und wo man hinters Licht geführt wird. So klug!


    Kommentare: 4
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    SarahJaninas avatar
    SarahJaninavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Tolle Idee mit einer unerwarteten Wendung und Auflösung, dazu eine sehr schöne und angenehme Komik inmitten eines Sanatoriums. Super!
    Super!


    Ein unglaublich tolles Werk, das mich sehr überrascht hat. Nicht unbedingt dachte ich, es würde mir gefallen, aber schnell war klar: Dieses Drama ist etwas Besonderes. 'Die Physiker' ist eine Komödie mit einigen Konflikten, einigen Wendungen, die sehr überraschten und die ich ganz, ganz toll fand. Ich habe zusätzlich das Hörbuch auf Youtube gehört, das von jemandem privat eingesprochen wurde, indem er jedem Charakter eine eigene Stimme verlieh, was unglaublich professionell und ansprechend gemacht war. Das Hörbuch machte somit unglaublich viel Spaß und ich kam mir zeitweise beinahe vor wie im Theater. Eine schöne Erfahrung mit einem Werk der Dramatik. Es hat zwar nicht dafür gesorgt, dass ich sofort mehr Dramen lesen möchte, doch in diesem Fall bin ich froh, es getan zu haben und empfehle dieses Buch gerne weiter.
    Im Kurzen geht es darum, dass Newton, Einstein und Möbius in einem Sanatorium sitzen und zum Ersten ein Mord geschieht, womit die Geschichte einsteigt. 
    Die Auflösung am Ende ist spannend und ganz anders, als man erwartet hätte. Super Geschichte, toll umgesetzt, mit viel Charakter und Können!

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    Leseratte2007s avatar
    Leseratte2007vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine faszinierende Thematik, die ein bisschen verwirrend und unglaubwürdig verpackt wurde, aber interessante Schullektüre...
    Drei Männer, als Wahnsinnige getarnt, wollen ihre Ziele erreichen...

    Darum geht es (Klappentext):

    Kernphysiker Möbius, Entdecker einer furchtbaren und gefährlichen Formel, flüchtet, seine Familie preisgebend, ins Irrenhaus. Er spielt Irrsinn, er fingiert die Heimsuchung durch den Geist Salomos, um das, was er entdeckte, als Produkt des Irrsinns zu diffamieren. Doch zwei Geheimagenten, ebenfalls als Wahnsinnige getarnt, sind ihm auf der Spur.

    Meine Meinung:

    Eine interessante Schullektüre, aber teils ziemlich verwirrend und wirr. Ständig ändern sich die Informationen, die man als Leser zu verstehen versucht und teils verfängt man sich ebenfalls in dem Lügengewirr der drei Physiker.
    Es ist ebenfalls sehr interessant wie sich der Inspektor entwickelt und das Ende ist einfach nur, what???
    Ich dachte ich werde nicht mehr richtig, als ich das Ende gelesen habe und wusste nicht, ob das ein Scherz sein sollte.
    Das Ende ist unerwartet, aber auch ziemlich unglaubwürdig und die Antithetik und das Paradoxe daran, sind sehr gut sichtbar.
    Die Charaktere waren verwirrend, aber irgendwie war die Komödie auf ihre Art und Weise sehr amüsant.

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    Sillivs avatar
    Sillivvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Schullektüre damals, die mir richtig gut gefallen hat
    Schullektüre

    Es ist lange her, weiß nur noch, dass das Ende mich sehr überrascht hat und es mir sehr gut gefallen hat. Das war aber das erste und letzte Buch in der Schullaufbahn, das Freude gemacht hatte.

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    Mrs-Jasmines avatar
    Mrs-Jasminevor 2 Jahren
    Ein amüsanter Klassiker

    Bin begeistert! Kurzweilig, amüsant und interessant!

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    FairyOfBookss avatar
    FairyOfBooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Schullektüre meinerseits und von vielerlei anderen. Aber eine wirklich gute, die ebenso spannend und auch sehr charmant erzählt ist.
    Die Physiker von Friedrich Dürrenmatt

    Die Komödie »Die Physiker« des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt entstand 1961, also vor dem Hintergrund des Kalten Krieges und des Mauerbaus. Ein Jahr später, im Jahr der Kubakrise, wurde das Stück in Zürich erstmals aufgeführt. Ort der Handlung ist eine psychiatrische Klinik in der damaligen Gegenwart. Die dort stattfindenden Handlungen und Dialoge der drei Physiker (Möbius, Beutler, Ernesti) und ihrer Ärztin (Mathilde von Zahnd) stehen als Symbold für die zu Beginn der 60er Jahre angespannte internationale Weltlage sowie für den Einfluss der Wissenschaft auf globale Konflikte. Zentrale Frage ist der Anteil und die Verantwortung aller Wissenschaftler für den Fortbestand der menschlichen Zivilisation.

    Quelle: Die Physiker - Friedrich Dürrenmatt - Inhaltsangabe
    https://www.inhaltsangabe.de/duerrenmatt/die-physiker/

    Da ich das Vergnügen hatte, dieses Buch im Unterricht zu behandeln (bzw. noch sind wir damit gar nicht durch), "musste" ich es teoretisch lesen. Allerdings sehe ich das gar nicht so eng, weil ich schon wahnsinnig viel Gutes darüber gehört habe, daher habe ich mich eben auch sehr gefreut, dass wir es durchnehmen.

    Dürrenmatts Drama spielt wie gesagt in einem Irrenhaus, in das sich der Physiker Möbius zurückgezogen hat, um die Welt vor den Konsequenzen seiner Entdeckungen zu schützen, indem er diese als Werk eines Irren ausgibt und sie geheim hält. Zwei seiner Mitinsassen entpuppen sich als Geheimagenten verfeindeter Mächte und als ebenso wenig irre wie Möbius. Möbius gelingt es, die beiden Agenten davon zu überzeugen, mit ihm im Irrenhaus zu bleiben, um die Welt zu retten. Sein Plan geht nicht auf, weil die Leiterin des Sanatoriums sich als wahnsinnig herausstellt und bereits damit begonnen hat, seine Aufzeichnungen und Entdeckungen auszuwerten, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die »schlimmstmögliche Wendung« (Dürrenmatt) ist damit eingetreten.

    Ja, ich denke, das trifft es ganz gut. Viel mehr will und möchte ich auch gar nicht dazu sagen. Was jetzt hinter diesem ganzen Szenario steckt, sollt ihr natürlich selbst herausfinden. Vorausgesetzt, ich hab´ nicht zu viel verraten, wenn das der Fall sein sollte, tut es mir aufrichtig leid.

    Doch wie dem auch sei, dieses Buch (oder Schullektüre XD) hat mir wirklich sehr, sehr gut gefallen. 5 von 5 Sternen.
    Es ist außerordentlich charmant und teilweise sogar witzig geschrieben, verliert dabei jedoch nicht den Hang zur Dramatik oder Spannung. Nebenbei bemerkt, eigentlich hat es auch nur 96 Seiten, daher ist es wohl auch extrem schnell gelesen. Zumindest sollte es sich recht schnell lesen lassen, finde ich, denn der Schreibstil ist zügig und schreitet rasch voran.
    Allerdings, für diejenigen, die ein Buch erwarten, das ist es zweifellos nicht. Immerhin ist es ein Theaterstück, demnach in Scriptform geschrieben.

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