Friedrich Grotjahn

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Autor von Ameisen in der Stadt, Von Ameisen und anderen Tieren und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Friedrich Grotjahn

Ameisen in der Stadt

Ameisen in der Stadt

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Erschienen am 31.10.2016
Von Ameisen und anderen Tieren

Von Ameisen und anderen Tieren

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Erschienen am 06.09.2018
Ein Grab in Casablanca

Ein Grab in Casablanca

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Erschienen am 10.06.2013
Helga im Kamin und andere Geschichten.

Helga im Kamin und andere Geschichten.

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Erschienen am 03.11.2011

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Rezension zu "Ameisen in der Stadt" von Friedrich Grotjahn

Wer Böses sät...
Anjaliedtkevor 2 Jahren

Philosophen, Schauspieler und auch Schriftsteller zählen zu jener Spezies, deren beruflicher Erfolg sich im Alter noch steigern lässt. Gut beobachten lässt sich dieses Phänomen bei Friedrich Grotjahns neuem Roman „Ameisen in der Stadt“. Jedes Mal, wenn der Autor einen neuen Roman vorlegt, könnte man meinen, das sei nun der literarische Höhepunkt seiner schriftstellerischen Laufbahn. Dann schreibt er wieder einen, und dieser ist noch besser als der letzte.

Mit dem aktuellen Roman hat Friedrich Grotjahn eine Fabel vorgelegt und somit ein altes Genre durch neuen Stil wiederbelebt. In „Ameisen in der Stadt“ geht es um Ameisen, die, wenn sie sich gut organisieren und strategisch handeln, ein übermächtiges System boykottieren können. Unabdingbar für den Erfolg ihrer Aktion ist die Kommunikation über die eigene Art hinaus. Kleine gelbe und große schwarze Ameisen müssen zusammenarbeiten, denn jede Kultur und jede physische Eigenschaft bringt einen Vorteil im gemeinsamen Handeln mit sich. Was könnten Menschen für sich und ihre Gesellschaft erreichen, wenn sie nicht gegen, sondern miteinander tätig würden!

Im Falle der Romanhandlung ist der Mensch allerdings der gemeinsame Feind der Ameisen. Der wird entweder getötet oder gleichgeschaltet, nämlich in eine Ameise verwandelt. Welchem Zweck das dient? Das formuliert ein Wissenschaftler bei einem Vortrag an der VHS sehr schön, kurz bevor er von Ameisen überrannt, gebissen und in eine Ameise verwandelt wird: „Heute müsse mit dem Begriff „Verameisung“ die Gefahr einer Herrschaft der Ameisen über die Menschen, beziehungsweise einer Verdrängung der Menschen durch die Ameisen umschrieben werden.“

Ameise Samantha, Führerin mehrerer Völker, erklärt das jedoch so: „Heute gehört uns dieses Land und morgen die ganze Welt.“

Das klingt nun alles sehr ernst. Friedrich Grotjahns Erzählstil ist es aber nicht. Er klingt fröhlich und witzig, fast fühlt man sich von einem Märchenonkel eingelullt, wenn da nicht die Ironie wäre: „Seit 1914 befand Karl Stiefel (Vater der Hauptfigur, Anm. A. L.) sich in einem Schützengraben an der Somme. Als international ausgerichteter Sozialdemokrat verteidigte er dort sein deutsches Vaterland gegen ebenfalls international ausgerichtete Sozialisten, die dort ihr französisches Vaterland verteidigten.“

So beginnt die Geschichte des Ameisenzüchters und SS-Offiziers Karl Stiefel junior. Was der zu Lebzeiten tut, zeigt Wirkung in unserer aktuellen Gegenwart.

Diese Gegenwartserzählung, in der die Ameisen in der soundsovielten gezüchteten Generation aktiv auf den Plan treten, kreuzt wie eine Ameisenstraße immer wieder die vergangene Lebensgeschichte des Karl Stiefel. Dieser SS-Mann ist ebenso ambivalent wie seine Ameisen. Denn einerseits ist er ein Befehlsempfänger und -ausführer, der tut, was für ihn persönlich das Beste ist, auch wenn er dafür über Leichen gehen muss. Andererseits ist er fähig zu lieben und zu bereuen. Ebenso zwiespältig sind seine Ameisen: Einerseits schalten sie gleich und verameisen Menschen, andererseits kommt man als Leser nicht umhin, sich an ihrem Querulantentum zu erfreuen, mit dem sie Werk und System der arroganten Menschen durcheinanderbringen. Grotjahn kitzelt also ordentlich unser Empfinden und unseren Intellelekt zugleich.

Der witzig-ironische Stil des Autors findet seine Entsprechung im Buchcover: eine Ameisenstraße wandert über eine Naziflagge hinweg.

Wer auf humorvolle und intelligente Weise unterhalten werden möchte, sollte zu diesem Buch greifen.


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