Friedrich Nietzsche Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert

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Inhaltsangabe zu „Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert“ von Friedrich Nietzsche

Es finden sich hier nicht nur die Themen, die Nietzsche seit jeher beschäftigt hatten, sondern auch die literarischen Formen, die er virtuos zu beherrschen verstand: vom klassisch kurzen Aphorismus bis hin zum Essay.

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  • Rezension zu "Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert" von Friedrich Nietzsche

    Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert

    kuermann

    12. October 2008 um 16:21

    Der Nihilist - hinter jeder Fassade und allen Begriffen ein leer nachklingendes Nichts hörend - demontiert hier die Götzen, die man gemeinhim als Wahrheiten zu betrachten pflegt. Besonders den Glauben in religiöser und rationalistischer Hinsicht. Kirche und sokratische Vernunft-Heilslehre werden rissig in anbetracht des erkenntniskritischen Blicks. Die Tugend leitet sich nicht mehr aus der ratio sondern aus dem Instinkt ab. Die Vernunft wird gar zum Symptom der decadence gestempelt. Es sind Provokationen - und so sind die Essays und Aphorismen auch gemeint. Dahinter verbirgt sich ein Zyniker im Sinne Tucholskys. Ein gemeiner Psychologe, der den Selbstbetrug über die Natur des Menschen geißelt und versucht, die scheinheiligen Antworten auf jede Sinnfrage zu unterlaufen. Was ihm auch mit beachtenswerten Scharfsinn gelingt. Das dumpfe Gefühl, welches dann beim Leser zurückbleibt, ist die Angst vor der Freiheit. Denn "richtig" und "falsch", "wahr" und "unwahr", ja gar die Begriffe "Moral" und "Ethik" verschwimmen, da ihre Maßstäbe als willkürliche Konstruktion entlarvt werden. Doch welch großartiger Humor steckt in all dem. Wieviel nahezu perverse Freude, wieviel süffisante Überheblichkeit beim Erkennen der tragischen Unlösbarkeit epistemischer Fragen der Philosophie. Nietzsche feiert seine boshaften Schlüsse und tröstet sich selbst mit dieser Schadenfreude über die ontologische Haltlosigkeit hinweg. Leider fehlen dieser Ausgabe jegliche Anmerkungen. In Anbetracht der vielen Intertextualitäten ein bedauerlicher Lapsus.

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