Friedrich Schiller

 3.5 Sterne bei 3.984 Bewertungen
Autor von Kabale und Liebe, Die Räuber und weiteren Büchern.
Autorenbild von Friedrich Schiller (©Gemeinfrei, Bild: Ludovike Simanowiz)

Lebenslauf von Friedrich Schiller

Der am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geborene Johann Christoph Friedrich von Schiller ist, neben Goethe, der wohl bedeutendste Vertreter der klassischen deutschen Literatur. Nach dem Besuch der Militärschule und Studien in Jura und später Medizin fand er zunächst keine richtige Anstellung und hat als Regimentsmedikus ein geringes Gehalt bekommen. Schon immer interessierte er sich aber für die schönen Künste, doch sich damit zu beschäftigen, war ihm verboten. Um sich endlich entfalten zu können, folgten mehrere Umzüge Schillers - er lebte in Mannheim, Leipzig, Gohlis und letztendlich auch Weimar. In Weimar fühlte er sich letztendlich tatsächlich wohl und konnte dort mit seiner Frau Charlotte und den vier Kindern gut leben. Auch eine Freundschaft zu Goethe verband ihn hier. Leider war Schillers Leben auch von häufiger Krankheit geprägt, woraufhin er am 09. Mai 1805 an einer Lungenentzündung starb, die auf ein komplettes Organversagen hin folgte.

Neue Bücher

Martin Guerre

Neu erschienen am 03.06.2020 als Taschenbuch bei epubli.

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Neu erschienen am 03.06.2020 als Taschenbuch bei epubli.

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Neu erschienen am 03.06.2020 als Taschenbuch bei epubli.

Das traurige Schicksal des Jakob le Brun

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Cover des Buches Kabale und Liebe (ISBN: 9783730690123)

Kabale und Liebe

 (1.182)
Erschienen am 07.07.2013
Cover des Buches Die Räuber (ISBN: 9783744864763)

Die Räuber

 (640)
Erschienen am 25.09.2017
Cover des Buches Maria Stuart (ISBN: 9783518188538)

Maria Stuart

 (542)
Erschienen am 23.02.2011
Cover des Buches Wilhelm Tell (ISBN: 9783843039543)

Wilhelm Tell

 (493)
Erschienen am 24.01.2014
Cover des Buches Don Carlos, Infant von Spanien (ISBN: 9783849565107)

Don Carlos, Infant von Spanien

 (294)
Erschienen am 14.08.2013
Cover des Buches Wallensteins Tod (ISBN: 9783849546380)

Wallensteins Tod

 (53)
Erschienen am 21.05.2013

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Neue Rezensionen zu Friedrich Schiller

Neu

Rezension zu "Der Ring des Polykrates" von Friedrich Schiller

Kann einer immer Glück haben?
Gwhynwhyfarvor 2 Monaten

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/der-ring-des-polykrates-von-friedrich.html


«Er stand auf seines Daches Zinnen,

Er schaute mit vergnügten Sinnen

Auf das beherrschte Samos hin.

‹Dies alles ist mir untertänig,›

Begann er zu Ägyptens König,

‹Gestehe, das ich glücklich bin.»


Schillers Ballade von 1797 lehnt sich an eine Erzählung des griechischen Geschichtsschreibers Herodot an, der das Schicksal des Polykrates beschreibt. Ich erinnere mich noch, diese Ballade nicht im Deutschunterricht durchgenommen zu haben, sondern in Geschichte – zum Thema Napoleon. Unser Lehrer meinte, Schiller habe ironisch hiermit auf den rasanten Aufstieg Napoleons, der sich 1804 selbst zum Kaiser von Frankreich krönte, auf seinen unausweichlichen Abstieg hindeuten wollen. Vorstellbar. Schiller war ein kluger Kopf und in der Regel enden fast alle Tyrannen, wenn man Napoleon dazuzählen möchte, an ihrer Selbstüberschätzung.


Am Anfang der Ballade blicken der Herrscher Polykrates und sein Freund der Pharao Amasis über das Reich Samos, wobei sich Polykrates seines Glückes rühmt. Die antike Vorstellung war, dass auf Glück durch die Götter ein Unglück folgen muss: Die Wankelmut der Tyche (der Fortuna, des Glücks) und der die Vergeltung (die Nemesis), Selbstüberschätzung und Hochmut (die Hybris). Dreimal ist Polykrates um sein Kriegsglück besorgt: Der Feldzug in Kleinasien, die Bedrohung seiner Flotte durch die übermächtige Seemacht der Kreter, überhaupt die Kreter. Doch die Götter sind mit ihm: Ein Siegesbote bringt das Haupt des besiegten gegnerischen Feldherrn aus Kleinasien, seine Kriegsflotte fährt ein: «Die Kreter hat der Sturm zerstreuet» wird verkündet. Pharao Amasis, zunächst nur beruhigt,ist nun fassungslos: 


 «Mir grauet vor der Götter Neide, 

des Lebens ungemischte Freude 

ward keinem Irdischen zuteil.»


Er schlägt Polykrates vor, seinen teuersten Schatz im Meer zu versenken, doch ein wenig Unglück dem Glück hinzuzufügen. Polykrates schmeißt nun seinen Lieblingsring ins Meer, der gleich anderntags von seinem Koch im Bauch eines gefangenen Fisches gefunden wird. Der Ring geht zurück an den Besitzen. Amasis hält es in seiner Angst nicht mehr aus, verlässt den Polykrates unverzüglich:


 «Die Götter wollen dein Verderben, 

fort eil ich, nicht mit dir zu sterben.» 


Was folgt, ist durch Herodot bekannt: Polykrates wurde 522 v. Chr. vom persischen Satrapen Oroites gefangen genommen, auf Mykale getötet, sein Leichnam wurde gekreuzigt am Straßenrand aufgestellt.


Schiller stellt die Frage nach dem Glück. Polykrates wird mit Glück überhäuft, mit Reichtümern förmlich überschüttet. Doch sein Freund ahnt Böses: «Mir grauet vor der Götter Neide». Als Kind liebte ich Schillers Balladen, aber diese hier konnte mich nie locken. Sprachlich ist sie im Gegensatz zu den anderen etwas trocken. Doch hier kommt Almud Kunert ins Spiel. Sie setzt durch farbenprächtige Grafiken das Gedicht in Szene. Polykrates wirkt keinesfalls sympathisch oder demütig, seines Glückes Schmied! Fett und dreist, riesig thront er stets im Zentrum des Bildes. Interessant ist die Tochter, deren entsetztes Gesicht in dunkle Gedanken gesetzt sind. Wie z.B. als der Kopf des gegnerischen Tyrannen präsentiert wird (keine Angst, es ist nicht gruselig) – die Denkblase zeigt, dass sie fühlt: das Blut und Tod wohl höher wiegen mögen als Gold, das der Vater dafür erhielt. Sie sieht Menschen im Meer versinken, Städte brennen. Und als der Vater seinen größten Schatz ins Meer schmeißen soll, sieht sie die Szene, wie er sie ins Meer stößt – doch der größte Schatz ist ein banaler Ring, der hinunterfällt in die Tiefen zu Neptun. Der Meeresboden ist bedeckt mit vom Speeren durchbohrten Soldaten. An den Wänden der Stadt sind Wandschmiererei gemalt, die den Tod des Herrschers von Samos und Frieden fordern. Es gibt eine Menge Kleinigkeiten, die Großes in den Gedanken des Lesers auslösen.

   

Ein sehr schön illustriertes Bilderbuch mit raffinierten Andeutungen in den Zeichnungen, dass vom Kindermann Verlag für das Alter ab 7 Jahren empfohlen wird. Ich bin eher geneigt ab 10 Jahren das Buch vorzuschlagen. Schiller stellt philosophische Grundfragen mit diesem Erzählgedicht, die nicht gleich auf der Hand liegen, wie in seinen anderen Balladen. Kann einer immer Glück haben? Wird man irgendwann für sein Glück bestraft? Und auf wessen Unglück baut sich vielleicht das eigene Glück auf? Wann muss man auf Glück verzichten, wenn es angeboten wird? Muss man Unglück erleiden, trauern, damit man sein Glück mit Demut und Vorsicht genießen kann – es überhaupt wahrnimmt? Ein Thema, dass sich in diesen Tagen gut diskutieren lässt. Die Grafiken von Almud Kunert stellen die Fragen, ergänzen den Text, um ihn verständlich zu machen – und genau darum ist dieses Bilderbuch exzellent! So soll es sein. Grafik und Text verschmelzen zu einem Ganzen. Das Buch stand auf der Longlist der Stiftung Buchkunst: «Die schönsten deutschen Bücher 2017»


Almud Kunert, geboren 1964 in Bayreuth, lebte und lernte zunächst in Paris und studierte anschließend Malerei und Grafik an der Akademie der Bildenden Künste in München. Seither hatte sie als freischaffende Künstlerin diverse Ausstellungen und erhielt ein Stipendium der Sommerakademie Salzburg. Darüber hinaus arbeitet sie seit 1992 als freie Illustratorin für verschiedene Verlage und die Werbebranche. Almud Kunert lebt in München.


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Rezension zu "Die Räuber" von Friedrich Schiller

Familiendrama
Monika_Brigittevor 2 Monaten

"Nicht Fleisch und Blut, das Herz macht uns zu Vätern und Söhnen." (1. Akt 1. Szene)

In Schillers Schauspiel "Die Räuber" geht es um Intrigen, Zorn, Rache und das Aufeinandertreffen von Tugend-, Glaubens- & Moralvorstellungen.

Ein Vater (Maximilian Moor) hat zwei Söhne - Karl und Franz. Als Erstgeborenem möchte der alte Moor seinem Sohn Karl nach seinem Ableben das Gut und den Grafentitel vererben. Doch der jüngere, gewiefte Sohn Franz möchte das um jeden Preis verhindern. Dazu entspinnt er eine Intrige, die Vater und Sohn auseinander bringt.

Kurzentschlossen und vom Vater verstoßen gründet Karl daraufhin mit seinen Kommilitonen eine Räuberbande - sich selbst als Anführer. Doch nicht jeder aus der Bande akzeptiert die Vormachtstellung Karls.

Und dann kommt da noch eine Frau mit ins Spiel - kein ordentliches Schauspiel kommt ohne eine Liebesgeschichte aus. Amalia von Edelreich ist dem Karl versprochen, hält sich allerdings im Schloss des alten Grafen (in Franken) auf, während Karl in Leipzig studiert. Franz versucht Amalia für sich zu gewinnen, doch die empfindsame junge Frau scheint dem Karl ganz verfallen zu sein.

Werden die Intrigen des Franz aufgedeckt? Wie entwickelt sich das Machtverhältnis in der Räuberbande während sie weiter brandschatzen und morden? Wer kann das Herz Amalias erobern?

Friedrich Schiller personifiziert in seinem 1782 uraufgeführten Stück drei literarische Epochen -die Aufklärung, die Empfindsamkeit und den Sturm & Drang. Der rationale, gotteslästerliche Franz verkörpert die Ideale der bürgerlichen Aufklärung. Die junge Amalia besingt ihre Empfindungen zu Karl, welcher voller Tatendrang aber auch Melancholie übersprudelt.

Das Stück zählt zum späten Sturm & Drang, Schiller schrieb es 1779/80 mit 21 Jahren im letzten Schuljahr.

Trigger: Es kommen explizite Gewaltdarstellungen vor (Brandstiftung, Vergewaltigung, Mord)

Fazit

DIE RÄUBER ist mein liebstes Werk von Schiller, ich las es während des Studiums und war ziemlich überrascht von der Brutalität mit der das Schauspiel aufwartet. Es beschreibt die Aufklärung im Kampf mit dem Sturm & Drang und ist durch seine konstruierte Story dramatisch, spannend und kein bisschen eingestaubt!

 

Die Räuber| Friedrich von Schiller| Hamburger Lesehefte Verlag| 48. Heft| 1781| 120 Seiten| 1,90€

Kommentare: 1
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J

Rezension zu "Wilhelm Tell" von Friedrich Schiller

Schullektüre
jana0511vor 3 Monaten

Die Lektüre ist in Ordnung.

Als Schullektüre muss es aber wirklich nicht sein.

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Gespräche aus der Community

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SusanneUlrikeMariaAlbrecht
Das ist der Liebe heil'ger Götterstrahl,
der in die Seele schlägt und trifft und zündet,
wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet,
da ist kein Widerstand und keine Wahl,
es löst der Mensch nicht, was der Himmel bindet.

Friedrich von Schiller
Johann Christoph Friederich Schiller
1 Beiträge
Letzter Beitrag von  Kunst_istvor 5 Jahren
Friedrich Schiller hat es auf den Punkt gebracht!
Zum Thema
SusanneUlrikeMariaAlbrecht


Stürzten, flogen, schmolzen Geist und

Geist zusammen;

Lippen, Wangen brannten, zitterten;

Seele rann in Seele, Erd' und Himmel

schwammen wie zerronnen um

die Liebenden!


Friedrich von Schiller

Johann Christoph Friederich Schiller
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SusanneUlrikeMariaAlbrecht

... AM MÄCHTIGSTEN ALLEIN.


Friedrich von Schiller

Johann Christoph Friederich Schiller
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Friedrich Schiller wurde am 09. November 1759 in Marbach (Deutschland) geboren.

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