Friedrich Schiller Friedrich Schiller: Balladen

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Inhaltsangabe zu „Friedrich Schiller: Balladen“ von Friedrich Schiller

Die sieben hier von Maria Becker und Ernst Ginsberg gesprochenen Balladen entstanden sämtlich im letzten Lebensjahrzehnt des Dichters zwischen 1795 und 1802. Nur vier von ihnen - »Die Kraniche des Ibykus«, »Der Taucher«, »Ritter Toggenburg« und »Die Bürgschaft« - sind ausdrücklich als Balladen bezeichnet. Es sind diejenigen, in denen das erzählende Element absolut dominiert.§Schiller, dem poetische und philosophische Gaben gleichermaßen zuteil geworden waren, hat, gewissermaßen im Auftrag dieser Doppelbegabung, eine sehr eigentümliche Abwandlung jener Gattung geschaffen: Die Ideenballade. Zu ihr gehören »Das verschleierte Bild zu Sais« (1795) und das große Gedicht »Cassandra« aus dem Jahr 1802, das späteste in der hier aufgenommenen Reihe. Das erzählende Element tritt zurück, die Reflexion nimmt überhand. Hier ist die Ballade nicht mehr Verserzählung voll drängender, spannungsreicher Handlung wie in der mit raffinierter Dramatik aufgebauten, vier Jahre älteren »Bürgschaft«, sondern sie nähert sich stark dem Lehrgedicht. Und auch im »Verschleierten Bild« dient das wenige, was berichtet wird, nur zur szenischen Einkleidung der Lehre, die den eigentlichen Inhalt des Gedichts ausmacht.§Auch »Pegasus im Joche« ist eine Ideenballade, und zwar eine komische, gemischt mit Elementen der Fabel. Ein akademischer Bildungsscherz, durchtränkt von einem etwas professoralen Humor, aber wieder voll bildhafter Prägnanz und Anschaulichkeit.§Die Ballade war ursprünglich ein Tanzlied. Daran scheint, wenn man Schillers Balladen liest, nichts mehr zu erinnern. Hört man sie aber gesprochen, so ahnt man in ihrem rhythmischen Schwung noch etwas von der nicht nur geistig, sondern auch körperlich bewegenden Wirkung, die von den Balladen im alten Wortsinn ausging. Der Impuls, der einst die tänzerische Bewegung auslöste, zielt bei Schiller auf den belebten »schauspielerischen« Vortrag. Keine andere poetische Gattung ist der Szene, dem Theater näher als die Ballade. Darum sind auch die Werke dieser Gattung in Schillers gesamtem Schaffen neben seinen Dramen am volkstümlichsten geworden.

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