Fritjof Capra Das Tao der Physik

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Inhaltsangabe zu „Das Tao der Physik“ von Fritjof Capra

Der berühmte Physiker und Systemtheoretiker Fritjof Capra hat in seinem bahnbrechenden Werk zum ersten Mal systematisch den Versuch unternommen, die Aussagen moderner Physik und östlicher Philosophie zu vergleichen. Dabei macht er auf überzeugende Art klar, dass die Konsequenzen aus Relativitätstheorie und Quantenphysik unser Weltbild viel eher an die Sichtweise des Taoismus oder Yoga heranrücken als an die des gängigen Materialismus.

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  • Rezension zu "Das Tao der Physik" von Fritjof Capra

    Das Tao der Physik
    rumble-bee

    rumble-bee

    13. August 2010 um 13:30

    "Die Naturwissenschaftler kennen die Zweige des Baumes des Wissens, aber nicht seine Wurzel. Die Mystiker kennen die Wurzel des Baumes des Wissens, aber nicht seine Zweige. Die Naturwissenschaft ist nicht auf die Mystik angewiesen und die Mystik nicht auf die Naturwissenschaft - doch die Menschheit kann auf keine der beiden verzichten." Zum ersten Mal bediene ich mich bei einer Rezension eines solch ausführlichen Zitats. Denn in der Tat hat der Autor selbst hier am besten beschrieben, was sein Buch motiviert, und warum man es lesen sollte. Dennoch, wer sich bislang weder mit Naturwissenschaft noch mit Spiritualität näher befasst hat, der möge diese Rezension mit der gebotenen Zurückhaltung lesen - und das Buch selbst erst recht. Denn die Grundfrage bleibt bestehen: für welche Leser ist dieses Buch geeignet? Und welche Leser sind geeignet für dieses Buch? Doch, ich benutze diese Formulierung mit Bedacht. Denn dieses Buch liest sich durchaus nicht einfach. Selbst wenn man, wie ich, von Interesse motiviert ist, wird man an etlichen Absätzen hängen bleiben, man wird ganze Sätze mehrmals lesen, man wird vor und zurück blättern. Man wird von vielen Stellen sehr berührt sein, man wird aber auch die Stirne kraus ziehen, und vor allem: nach der Lektüre dieses Buches wird man wissen, dass es mit diesem einen Buch zu dem Thema bei weitem nicht getan ist. Insofern würde ich das Buch als großartigen, aber auch komplexen Appetithappen bezeichnen! Ich habe hier eine Neuausgabe aus dem Jahr 1984 vorliegen - die Originalausgabe erschien bereits 1974 (!), und es wundert mich schon kolossal, dass dann die behandelten Thesen noch nicht allgemein bekannter sind. Der Autor selbst hat die Neuausgabe gründlich überarbeitet, hat ein neues Vorwort und auch ein Nachwort geschrieben. Und auch in den Sachtexten selber merkt man sehr gut, dass es ihm nicht nur um die Darstellung von Fakten, sondern eher von Problemstellungen geht. Er müht und sorgt sich sehr um seine Leser, und das finde ich sehr ansprechend. Er kann es sich aber nicht ganz verkneifen, in den Sachtexten immer mal wieder "den Physiker raushängen zu lassen", aber auch das finde ich sympathisch. Ich habe mich einfach von seiner eigenen Begeisterung für sein Fach anstecken lassen, ohne alles verstehen zu wollen - was als Nicht-Physiker wohl eh unmöglich sein wird. Den Aufbau des Buches finde ich sehr durchdacht und ansprechend, sehr gut geeinget, um dem noch etwas unsicheren Leser den Einstieg in die Thematik zu erleichtern. Teil 1, "Der Weg der Physik", beschreibt erst einmal die Ausgangslage. Wie kam der Autor dazu, dieses Buch überhaupt zu schreiben? Was hat die Physik bislang geleistet, und was hat sie versäumt? Kann man Physik und Mystik überhaupt vergleichen? Und wenn ja, unter welchen Kriterien? Hier wird schon der ganze Ansatz des Autors deutlich. Er begründet auf sehr "menschliche" und verständliche Weise. Er zitiert sehr ausführlich, sowohl Vertreter der Physik als auch der Mystik und der östlichen Religionen. Dieser Teil ist noch weitgehen frei von Formeln und Diagrammen, was ihn selbst für Neueinsteiger sehr lesenswert macht. Teil 2, "Der Weg der östlichen Mystik", fasst gut verständlich die Ansätze östlicher Mystik zusammen. Hierunter versteht der Autor Hinduismus, Buddhismus, Taoismus, chinesisches Denken, und Zen. Man mag sich über diese Aufteilung streiten - denn Zen ist im Grunde nur eine besondere Form von Buddhismus, und Taoismus ist - neben dem Konfuzianismus - eine Facette des chinesischen Denkens. Auch hätte ich zum Absatz über "Buddhismus" einige Anmerkungen zu machen. Aber gut, der Autor ist hier selber ja Autodidakt. Immerhin bemüht er sich, seinen Lesern auch hier Grundlagen zu verschaffen, und dabei konzentriert er sich auf die Kernaussagen der jeweiligen Glaubenslehren, und nicht etwa auf geschichtliche Feinheiten. In Teil 3, "Die Parallelen", geht es nun sozusagen "ans Eingemachte". Diesen Abschnitt kann man als Nicht-Fachmann wohl auch überspringen, denn hier bemüht sich Capra in der Tat, die wissenschaftlichen Grundlagen deutlicher herauszuarbeiten, mit allerlei Formeln und Diagrammen. Dieser Teil ist der längste und komplexeste. Dennoch würde ich sagen, dass man es, WENN man das Buch schon liest, ruhig mit diesem Teil versuchen sollte. Man muss ja nicht jeden einzelnen Satz verstehen. Was auf jeden Fall beim Leser ankommt, ist die Begeisterung des Autors für sein Fach. Außerdem macht er die Geschichte seines Fachs lebendig, beschreibt durchaus auch Kontroversen und Streitpunkte. Zudem wird jeder Unterabschnitt von einer gut verständlichen Einleitung gekrönt, die allein schon das Lesen wert ist. Nach einem Formel-Teil geht es dann in der zweiten Hälfte der jeweiligen Abschnitte um die Vergleiche mit östlichen Lehren. Sehr schön herausgearbeitet wird dies in den wieder zahlreich vertretenen Zitaten, die sowohl von Physikern als auch von östlichen Lehrern stammen. Die Wirkung war auf mich äußerst appetitanregend, so dass sich weitere Lektüre-Anreize wie von selbst ergeben haben. Die Themen in diesem Teil sind auch wirklich vielfältig - die Einheit allen Seins, die Durchdringung von Gegensätzen, Raum und Zeit, Leere und Form, der kosmische Tanz, Quarks und Symmetrien, und und und. Schon allein der Gedankenanstöße wegen war dies für mich eine wertvolle Lese-Erfahrung! In Epilog und Nachwort werden noch einmal die wesentlichsten Thesen zusammengefasst, sowie die neuesten Entwicklungen in der Physik erläutert - wohlgemerkt, auf dem Stand von 1984. Dennoch, mir persönlich ist nicht bekannt, ob bislang wesentliche Fortschritte gemacht worden sind. Abgerundet wird das Buch von einem ausführlichen Register- und Bibliographie-Teil - der mich persönlich noch auf Jahre hinaus zum guten Kunden der Buchhandlung werden lässt...! Zuerst wollte ich dem Buch aufgrund seiner Komplexität nur 4 Sterne verleihen, habe mich aber dann doch für 5 Sterne entschieden. Für mich zählt letztlich einfach die Tatsache, dass dieses Buch in seinem Zeitalter absolutes Neuland darstellte, dass es, völlig auf sich allein gestellt, dem Leser ein neues Gebiet erschließen wollte, was gerade erst entstand. Es wird durch und durch getragen von einer Begeisterung und einem Gefühl von Dringlichkeit, was den Leser, so er denn aufmerksam und offen ist, auch spürt. Man sollte dieses Buch dementsprechend auch nicht als "Offenbarung", als "Statement" betrachten - eher als Wegweiser in eine veränderte Zukunft, eine Zukunft, in der wir unsere Auffassungen von Wissenschaft und Welt werden verändern müssen.

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