Fritz Leiber

 4 Sterne bei 54 Bewertungen
Autor von Hexenvolk, Herrin der Dunkelheit und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Fritz Leiber

Geboren als Fritz Reuter Leiber jr. † 5. September 1992 in San Francisco Er schrieb auch unter dem Pseudonym Francis Lathrop.

Alle Bücher von Fritz Leiber

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Cover des Buches Hexenvolk (ISBN: 9783937897318)

Hexenvolk

 (7)
Erschienen am 20.11.2008
Cover des Buches Schwerter im Nebel (ISBN: 9783453313286)

Schwerter im Nebel

 (5)
Erschienen am 01.02.1989
Cover des Buches Die Herren von Quarmall (ISBN: 9783937897103)

Die Herren von Quarmall

 (4)
Erschienen am 01.08.2005
Cover des Buches Der unheilige Gral (ISBN: 9783937897004)

Der unheilige Gral

 (3)
Erschienen am 01.07.2004
Cover des Buches Der traurige Henker (ISBN: 9783937897189)

Der traurige Henker

 (3)
Erschienen am 01.08.2006
Cover des Buches Fafhrd und der Graue Mausling (Classic) (ISBN: 9783936480610)

Fafhrd und der Graue Mausling (Classic)

 (3)
Erschienen am 18.09.2007
Cover des Buches Die Schwerter von Lankhmar (ISBN: B002AEZPZ4)

Die Schwerter von Lankhmar

 (2)
Erschienen am 01.01.1973
Cover des Buches Schwerter Gegen Zauberei, (ISBN: B0027TZXWC)

Schwerter Gegen Zauberei,

 (2)
Erschienen am 01.01.1973

Neue Rezensionen zu Fritz Leiber

Neu

Rezension zu "Fafhrd und der Graue Mausling (Classic)" von Fritz Leiber

Fritz Leibers Fantasy Noir
Christopher_Bvor einem Jahr

Seit den 1930er Jahren bis zu seinem Tod schrieb Fritz Leiber Geschichten über das Diebes-Duo Fafhrd und der Graue Mausling, inzwischen ein Klassiker der Fantasy-Literatur, der oft zusammen mit Howards Conan der Barbar genannt wird. Auf der Grundlage dieser Erzählungen schufen dann Mike Mignola und Howard Chaykin 1990 einen Comic, der inzwischen ebenfalls zum Klassiker geworden ist. Seit September 2007 sind die Abenteuer der beiden geselligen Diebe wieder auf deutsch erhältlich.

Ich bin in einem langweiligen Vorort groß geworden. Zu den interessantesten Orten gehörte damals für mich eine kleine Leihbibliothek in der Nähe meiner Schule. An den freien Nachmittagen verbrachte ich dort oft meine Zeit, stöberte, blätterte und las. Im Laufe der Jahre schleppte ich in meinem Rucksack Unmengen von Büchern nach Hause und wieder zurück. Die freundlichen Bibliothekarinnen kannten bald mein Gesicht und sagten »Hallo«, wenn ich mal wieder vorbeikam.

In der Leihbibliothek gab es zwei Abteilungen, eine für Kinder und eine für Erwachsene, säuberlich voneinander getrennt in unterschiedlichen Teilen des Gebäudes. Ich weiß nicht mehr, warum ich mich zu den Büchern der Erwachsenen verirrte, vielleicht war es nur ein Zufall. Vielleicht war ich aber auch neugierig oder die Bücher in der Kinderabteilung waren mir zu langweilig geworden. Ich ging umher und sah mich um. Die Regale in dem Erwachsenenbereich hatten auf den ersten Blick wenig Interessantes zu bieten: Lexika, Sachbücher … Da gab es nicht viel, was die Begeisterung eines Grundschülers hätte wecken können. Bis ich die Comics entdeckte.

Ich war überrascht, dass auch Erwachsene Comics lasen. Neugierig setzte ich mich hin und sah die kleine, ziemlich unsortierte Sammlung durch. Die meisten Comics kamen mir fremd vor. Aus der Kinderabteilung kannte ich Asterix, Isnogud und Garfield, aber das hier war etwas ganz anderes. Fasziniert begann ich zu stöbern. An ein Heft, das mir damals in die Hände fiel, erinnere ich mich noch genau. Es war ein großformatiger, zerfledderter Fantasy-Comic, in dem es um zwei Freunde und jede Menge Zauberei ging. Mir gefielen die Zeichnungen, klar, kontrastreich und voller Details, deshalb nahm ich das Heft mit nach Hause.

Ich erinnere mich, dass dieser Comic damals enormen Eindruck auf mich gemacht hat. Die Story war irgendwie merkwürdig, aber nicht undurchschaubar, sondern eher verwinkelt und phantastisch. Außerdem war sie düster und witzig zugleich, eine seltsame Mischung, die ich bis dato noch nie kennen gelernt hatte. Trotz meiner Begeisterung vergaß ich den Comic bald wieder, wahrscheinlich weil es in der Bibliothek nur ein Heft aus dieser Reihe gab und ich nicht weiterlesen konnte. Vielleicht war ich aber auch noch nicht alt genug, um mit dem Stoff etwas anfangen zu können.

Meine frühe Expedition in die Welt der Erwachsenencomics fiel mir wieder ein, als ich sah, dass Cross Cult eben genau jenen Comic wieder herausgegeben hat, der mich damals so beeindruckt hatte. Ich hatte ihn über die Jahre vergessen. Dieses Mal sollte ich jedoch kein zerfleddertes Heft in die Hände bekommen, sondern einen edlen Hardcover-Band, der nicht so schnell aus dem Leim ging und gut in der Hand lag. Und das Tollste: Es sollte eine Gesamtausgabe werden! Endlich würde ich die anderen Episoden kennen lernen.

Die Geschichte, die ich schon kannte, trug den Titel Der heulende Turm. Darin geht es um eine unheimliche Ruine und einen Zauberer, der den Tod fürchtet. Und der Titel des Comics? Fafhrd und der Graue Mausling, erfunden von Fritz Leiber, gezeichnet von Mike Mignola. Ich verschlang die fünf Kapitel des zweihundertseitigen Buches binnen einer kurzen Nacht. Zu meiner Freude musste ich feststellen, dass sich der Comic noch immer genauso anfühlte wie früher: Verwinkelt, düster, witzig und absolut phantastisch.

Es dämmerte der Morgen. Ich legte das Buch beiseite und blinzelte ins anbrechende Tageslicht. Für einen kurzen Moment hatte ich mich wieder so gefühlt, als wäre ich ein Grundschüler und stünde zum ersten Mal in der Erwachsenenabteilung der kleinen Leihbibliothek. Dieses Mal nahm ich mir fest vor, Fafhrd und den Grauen Mausling nicht wieder zu vergessen. Sie verdienen Besseres. Dieser Comic ist ein Portal in eine andere Welt, und ich kann sie jetzt betreten, wann immer ich will.

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Rezension zu "Hexenvolk" von Fritz Leiber

Die Überlagerung der wissenschaftlichen Methode mit der grassierenden Zauberei
Nymphenbadvor 2 Jahren

Wenige Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts führten ein bewegteres Leben als Fritz Leiber.

Er war ein brillanter Schachspieler, Prediger, Lehrer, ein Meister im Fechten, Theaterschauspieler (vornehmlich für Shakespeare-Rollen), und hatte sogar einen Film mit Greta Garbo zusammen gedreht. Der große Wurf allerdings gelang ihm im Zusammenhang mit einem Spiel: Dungeons & Dragons, dem Klassiker des Rollenspiels, für das die bahnbrechende epische Heldengeschichte von Fafhrd und dem Grauen Mausling Pate stand. Bis heute sind deren Abenteuer die bekanntesten Geschichten des großen amerikanischen Autors.

Dabei legte Leiber den Fokus gar nicht so sehr auf das Schreiben, begann damit erst in seinem dreißigsten Lebensjahr, freilich unter dem Einfluss von Autoren wie Lovecraft (der sein Mentor wurde), Carl Jung, Robert Graves oder Joseph Campbell.

Sein Debüt, Conjure Wife (Die zaubernde Ehefrau; übersetzt mit "Hexenvolk", ungekürzt erschienen in der Edition Phantasia - siehe Artikelende) erblickte 1943 das Licht der Welt, und gilt heute als eines der einflussreichsten Werke moderner Horror-Literatur. Alle paar Jahrzehnte kommt es zu einer filmischen Adaption (1944, 1961 u. 1980). United Artist hat sich die Rechte an einer vierten Variante gesichert.

Der Roman beginnt mit John Saylor, einem Professor an einem kleinen College in New England, der sich, eher spontan und zufällig, etwas im Ankleidezimmer seiner Frau umsieht. Zwischen allerlei kosmetischen Artikeln findet er Friedhofserde, Paketchen voller Haar oder abgeschnittenen Fingernägeln, Beschwörungsformeln, die in ein Buch gekritzelt wurden, Hufnägel, ungewöhnliche Pflanzenextrakte ... und noch einiges mehr. Kurz gesagt: Tansy Sailor ist eine Hexe.

Sailors Frau überrascht ihn mitten in seiner Entdeckungsreise durch ihre magischen Utensilien. Während der nachfolgenden Konfrontation gibt sie ihre Besessenheit von Zauber und Magie zu. Die Ironie an der Sache ist, dass ihr Mann, Professor für Soziologie, ein engagierter Rationalist ist, der seine Karriere dem Entlarven primitiven Aberglaubens gewidmet hat, und der jetzt erfahren muss, dass seine Frau seine Forschungen und Exkursionen dazu in Anspruch genommen hat, ihr Arsenal an magischen Praktiken zu entwickeln. Die Gegenüberstellung verschiedener Versionen einer Wirklichkeitsauffassung ist eine der Freuden konzeptioneller Literatur (jene Non-realistische Tradition der Literatur), und Leiber macht in diesem Roman wirklich eine Menge aus den widersprüchlichen Welten. Die Überlagerung der wissenschaftlichen Methode mit der grassierenden Zauberei in der gleichen Erzählung, lässt die Darwin-versus-Kreationismus-Debatte wie einen Kaffeehaus-Streit wirken. Und obwohl sich Meister der Pulp Fiction wie Leiber in der Regel mehr mit Handlung als mit philosophischen Resonanzen beschäftigen, gelingt ihm die Überraschung, beides in einem kompakten Roman unterzubringen.

Unter dem Druck ihres Ehemanns, akzeptiert Tansy ihr Verhalten als pathologisch und stimmt der Vernichtung ihrer Utensilien zu. Eine schlechte Entscheidung! Gleich nach der flammenden Reinigung geschehen Professor Sailor die merkwürdigsten Dinge. Falsche Anschuldigungen werden vorgebracht, neue Gegnerschaften entstehen, alte Geheimnisse werden aus der Versenkung geholt. Noch schlimmer aber: das tödlichste Spiel von allen - Fakultätspolitik - richtet sich nun gegen ihn. Hat er einen Fehler bei der Beseitigung des ganzen Schutzzaubers begangen? Oder hat sein tadellos rationelles Denken Schaden durch die verrückten Überzeugungen seiner Frau genommen? Mittlerweile scheint sie glücklich ohne ein Leben mit Magie zu sein, und würde er mit ihr über seine zunehmenden Probleme sprechen, könnte sie das wieder zu ihrem ungesunden Verhalten zwingen. Aber trotzdem ...

Leiber entwickelt die Geschichte mit viel Geschick, hält in diesem Drama die Waage zwischen Humor und Ironie. Vierzig Jahre vor Updikes "Hexen von Eastwick" - das wie Leibers "Hexenvolk" in schöner Regelmäßigkeit für andere Genres bearbeitet wurde - fängt Leiber die pikanten Details einer Geschichte über Zauberei ein, die in einem modernen New England spielt. Fern also von jedem "Gothic-Touch" und 19. Jahrhundert-Geisterei.
Der Erfolg solcher Geschichten ist kaum verwunderlich, denn der Aberglaube hat unsere Welt nie wirklich verlassen. Fast zur gleichen Zeit mit dem Erscheinen von Updikes Buch, erklärte ein US-Gericht "Wicca" zu einer Religion, was "Hexerei" zu einer interessanteren Geschichte machte als andere New-Age-Bewegungen.

Erschienen ist dieses Buch in Joachim Körbers Edition Phantasia. Und dort natürlich auch die wirklich überragenden Abenteuer von Fafhrd und dem Grauen Mausling.

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Rezension zu "Hexenvolk" von Fritz Leiber

ein Roman über Hexen
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Der Hauptcharakter (ein Uni-Prof) und sein engeres Umfeld (andere Uni-Pros und deren Frauen) werden liebevoll und detailliert beschrieben - immer wieder erfährt man im Laufe der Geschichte Neues. Leiber hat mit einem wichtigen Moment der ganzen Geschichte praktisch ohne große Vorrede begonnen: er entdeckt, dass seine Frau okkultistische Figuren und Sprüche in ihrem Haus versteckt. Natürlich glaube er nicht daran, verbrennt die Puppen und es scheint sich erstmal nichts zu ändern. Aber er merkt, dass seine bisher gut verlaufende Karriere ins Stocken gerät...


Es dauert etwas, bis "Hexenvolk" wirklich spannend ist; aus heutiger Sicht dauert es mir deutlich zu lange. Aber wer durchhält, wird belohnt. "Hexenvolk" ist sowas wie die Essenz einer nicht-mittelalterlichen Hexengeschichte in klarer Form. Das ist Fritz Leieber schlichtweg beeindruckend gelungen.

Gerade gegen Ende winden sich sich Wendungen, vieles unerwartete passiert und auch auf den letzten Seiten wird noch mal alles rumgerissen. Wenn man im Hinterkopf hat, dass dieses Buch 70 Jahre alt ist, dann hat Leiber für damaligen Verhältnisse ein fast visionäres Buch geschrieben.




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Zusätzliche Informationen

Fritz Leiber wurde am 24. Dezember 1910 in Chicago (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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