Fritz Mertens

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Fritz MertensIch wollte Liebe und lernte hassen!
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Ich wollte Liebe und lernte hassen!
Ich wollte Liebe und lernte hassen!
 (45)
Erschienen am 25.04.2018
Fritz MertensAuch du stirbst, einsamer Wolf
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Auch du stirbst, einsamer Wolf
Auch du stirbst, einsamer Wolf
 (7)
Erschienen am 01.09.1999

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Nadine_Riedes avatar

Rezension zu "Ich wollte Liebe und lernte hassen!" von Fritz Mertens

Empfehlung
Nadine_Riedevor einem Monat

Wem empfiehlt man ein Buch, dessen Inhalt fast ausschließlich aus Hass und Gewalt besteht, das eine schonungslose Geschichte eines schonungslosen Lebens erzählt? "Ich wollte lieben und lernte hassen" ist für mich die tragische Erkenntnis, dass man sich nicht immer aussuchen kann, zu welchem Menschen man wird. Wo keine Liebe ist, kann keine Liebe wachsen. Ein Lebensbericht, den ich trotz allem Schmerz ans Herz legen möchte.

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Sannis avatar

Rezension zu "Ich wollte Liebe und lernte hassen!" von Fritz Mertens

Geht unter die Haut
Sannivor 3 Monaten

Eine Biographie die Triggern kann. Was ein Mensch / Kind alles ertragen muss... Es ist Traurig das solche Geschehnisse heute so abgetan werden als währe es nichts. Dabei sind so viele betroffen die ein selbiges oder ähnliches Schicksal haben. Ich kann Fritz nachempfinden. 

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killmonotonys avatar

Rezension zu "Ich wollte Liebe und lernte hassen!" von Fritz Mertens

Rezension: Ich wollte Liebe und lernte hassen!
killmonotonyvor 4 Monaten

Bei diesem Buch habe ich mich dazu entschieden, euch den langen Klappentext voranzuschicken, damit ihr direkt alle Hintergrund-Informationen zur Verfügung habt. Dieses Buch, zuerst 1984 erschienen, kurz nachdem die Tat verübt wurde, hat mich mit diesem Klappentext direkt gefesselt. Ich wollte unbedingt lesen, wie es zu einer solch ungeheuerlichen Tat kommen kann, welche Motive dahinterstecken und wie das oben erwähnte „grausame Elternhaus“ wohl ausgesehen haben mochte. Makaber, aber irgendwie war ich fasziniert. Fritz Mertens‘ „Ich wollte Liebe und lernte hassen!“ beginnt bei seinen jüngsten Erinnerungen und erzählt, wie er aufwuchs, wie sein Verhältnis zu seinen Eltern war — kurz, dieses Buch ist eine Autobiographie. Da das Lektorat möglichst wenig an diesem Rohtext verändern wollte, wurde tatsächlich nichts bis auf die Orthographie geändert, Fehler ausgebessert — das gesamte, grausame Material ist also fast komplett so geblieben, wie Fritz Mertens es damals verfasst hat. Es verschlägt einem oft die Sprache, man will gar nicht glauben, dass Dinge wie dort beschrieben überhaupt irgendwo geschehen können, wie Kinder dermaßen misshandelt werden können, doch die Neugier, ob Fritz oder seine Geschwister sich jemals zu Wehr setzen würden, trieb mich an, weiterzulesen.

Ich glaube, ich habe nie etwas richtig gemacht in meinem Leben, immer war etwas dabei, was falsch war.

„Ich wollte Liebe und lernte hassen!“ ist definitiv kein Buch für zarte Gemüter. Nüchtern und gerade heraus erzählt Fritz Mertens über seine Kindheit und Jugend, über seinen Alkoholiker-Vater und seine allem Anschein nach sehr überforderte Mutter. Und das ist wirklich noch vorsichtig ausgedrückt. Seine Geschwister erfahren leider dieselben „Erziehungsmaßnahmen“ wie er und mehr als einmal spielt er sogar in Kindheitstagen(!) mit dem Gedanken, sich umzubringen. Während die Mutter ihn also wegen unfassbaren Kleinigkeiten blau und grün prügelt, schwärzt sie ihn auch bei seinem Vater an, der mal bei der Familie, mal getrennt wohnt. Hinterrücks arbeitet Fritz Mutter also gegen ihn, den „Liebling“ seines Vaters, der nichtsdestotrotz auch von ihm verprügelt wird. Fritz‘ Kindheit ist geprägt von Krankheit und Krankenhausaufenthalten, denn als er in jungen Jahren über Hüftschmerzen klagt und nicht mal mehr richtig gehen kann, wird er von seinen Eltern nur verlacht, er solle nicht so „gehen wie eine Schwuchtel“ und sich „nicht so anstellen“. Doch die Schmerzen werden schlimmer und als Fritz endlich zu einem Arzt kommt, stellt man einen schweren Bruch der Hüfte fest und er verbringt das nächste Jahr fast komplett abwechselnd in Gips, im Rollstuhl, mit Krücken oder im Krankenhaus — wo er am Ende seines Aufenthalts auch gar nicht mehr weg will, da sich dort alle so liebevoll um ihn kümmern. Kaum ist Fritz genesen, ist die „Schonzeit“ der elterlichen Gewalt vorbei und teilweise schwärzen ihn sogar seine Geschwister bei der Mutter an, wobei die geschwisterlichen Bande auch ins Wanken geraten. Fritz muss sich seit seinen jungen Jahren auch um den Haushalt kümmern, hat keine Zeit mehr für seine Hausaufgaben, zur Schule zu gehen fällt ihm nach und nach schwerer, da er nie vorbereitet ist. Zum Geburtstag bekommen die Kinder keine wirklichen Geschenke; Fritz erzählt in seinem Bericht vom Geburtstag seines Bruders, der ein Papier geschenkt bekommt, auf dem in der Mitte ein Pfennig aufgeklebt war, mit den Worten: »Für mehr hat es nicht gelangt, du warst ja auch dieses Jahr nicht brav.«

Fritz Mertens erzählt schonungslos von allen Grausamkeiten, die ihm und seinen Geschwistern in Kindheit und Jugend bis hin ins junge Erwachsenenalter widerfahren sind, und ich habe mir stellenweise wirklich an den Kopf gefasst, wieso denn niemand das Jugendamt verständigt hat, der diese Zustände mitbekommen hat. So führt Fritz‘ Mutter später eine Gaststätte, und als es zu einem Missverständnis kommt, prügelt sein Vater ihm im Hinterzimmer die Seele aus dem Leib, sodass seine Augen geschwollen sind und seine Lippe bluten. In diesem Zustand soll er sich dann bei einem Gast entschuldigen. Spätestens da hätte ich mir für die Kinder gewünscht, dass irgendjemand endlich zur Polizei geht und die Kinder den Eltern weggenommen werden. Oder dass die Geschwister sich verbünden und gemeinsam weglaufen oder selbst zur Polizei gehen. Selbst Fritz‘ kleine Schwester wird, als sie noch keine zwei Jahre alt ist, von der Mutter halbtot geschlagen. Was die Kinder von einer Flucht aus dem Elternhaus abgehalten hat, weiß ich beim besten Willen nicht.

Die vollständige Rezension findet ihr auf dem Blog: https://killmonotony.de/rezension/fritz-mertens-ich-wollte-liebe-und-lernte-hassen

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