Fritz Zorn

 3.5 Sterne bei 16 Bewertungen

Lebenslauf von Fritz Zorn

Bei Fritz Zorn handelt es sich um einen Schweizer Lehrer, welcher gleichzeitig zu einem der großen Literaten der 68er Generation gehörte. Eigentlich handelt es sich bei diesem Namen nur um ein Pseudonym für den Namen Fritz Angst. Er ist am 10. April 1944 in Meilen geboren und verstarb bereits im Alter von 32 Jahren, am 2. November 1976 in Zurich. Zorn war nur für kurze Zeit Lehrer an einem Gymnasium, zuvor studierte er Romanistik und Germanistik. Den Beruf musste er wegen einer Krebserkrankung aufgeben, die er in seiner postum erschienenen Autobiographie "Mars" beschreibt und zur Abrechnung mit der schweizerisch-bürgerlichen Umwelt in Beziehung setzt - so beschreibt Zorn die Krankheit nicht als ihm eigen seiendes Symptom, sondern als eines, welches den ganzen Degenerationsprozess des damaligen gesellschaftlichen Organismus betrifft, womit er ein Kultbuch der damaligen Protestjugend erschaffen hat. Zorn litt zeitlebens an Liebesunfähigkeit und Depressionen, was ebenfalls im Mittelpunkt seiner Autobiographie durchschimmert, in der er von seinem "nicht gelebten" Leben erzählt, einem Leben, in dem alles äußerlich gut lief, aber in ihm drin alles falsch. Es wurde zu einem Schlüsselwerk der 70er Jahre.

Alle Bücher von Fritz Zorn

Fritz ZornMars
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Mars
Mars
 (16)
Erschienen am 01.12.1979
Fritz ZornGeb. 1924... der andere fritz zorn
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Geb. 1924... der andere fritz zorn

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Rezension zu "Mars" von Fritz Zorn

Rezension zu "Mars" von Fritz Zorn
buergincvor 12 Jahren

»Ich bin jung und reich und gebildet; und ich bin unglücklich, neurotisch und allein. Ich stamme aus einer der allerbesten Familien des rechten Zürichseeufers, das man auch die Goldküste nennt. Ich bin bürgerlich erzogen worden und mein ganzes Leben lang brav gewesen. Meine Familie ist ziemlich degeneriert, und ich bin vermutlich auch ziemlich erblich belastet und milieugeschädigt. Natürlich habe ich auch Krebs, was aus dem vorher Gesagten eigentlich selbstverständlich hervorgeht.« Mit diesen Sätzen beginnt der junge Schweizer Autor, der sich selbst den Namen Fritz Zorn gibt, seine Aufzeichnungen, in denen er über sich, seine Herkunft und seine Krebserkrankung berichtet. Schwere Depressionen und tiefe Traurigkeit hatten den dreißigjährigen Millionärssohn und Gymnasiallehrer veranlaßt, psychotherapeutische Hilfe zu suchen. Während seiner Behandlung erfuhr er, daß er an Krebs litt. Die Krankheit wird zum auslösenden Moment der Selbstbefragung, einer rücksichtslosen Betrachtung des eigenen ungelebten Lebens. In seinem Krebs sieht Zorn nur die somatische Form seiner Neurose, die ihren Ursprung im Elternhaus am Zürichsee hat; in dieser gespenstigen Familie, in der man Berührungen vermeidet, jede Herausforderung von Realität unter der Magie des Rituals versteckt, jeden Anflug von Sexualität mit dem Begriff der Anständigkeit vertreibt. »Man kann eine Kindheit haben, ohne Kind zu sein; eine Jugend, ohne jung zu sein; erwachsen werden ohne Gegenwart«, schreibt Adolf Muschg in seinem Vorwort zu diesem Buch. Erst die physischen Qualen der Krebserkrankung durchbrechen den Schutzschild der »Unempfindlichkeit der Seele«, erst der nahende Tod erweckt den Widerstand - gegen die Krankheit, gegen die familiäre und soziale Herkunft, gegen das Nichtlebendürfen. Zorn hat die Veröffentlichung seiner Aufzeichnungen nicht mehr erlebt, er starb 1976 - 32 Jahre alt - an Krebs. Mars - das Zeugnis eines Todkranken - übt erbitterte Kritik am falschen Ideal und Lebensstil einer Klasse und erregte weltweites Aufsehen. Der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg, der das Manuskript entdeckte und dem Verleger anbot, schreibt in seinem Vorwort in sehr persönlicher Weise über die Entstehung des Buches und seinen Autor.

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