Fuminori Nakamura

 4 Sterne bei 86 Bewertungen
Autor von Der Dieb, Die Maske und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Fuminori Nakamura

Ausgezeichnete Literatur aus dem Land der aufgehenden Sonne: Fuminori Nakamura wird 1977 in Tōkai geboren und studiert an der Universität Fukushima Öffentliche Verwaltung und Staatsverwaltung. Er schließt sein Studium im Jahr 2000 ab und lebt heute in Tokio. 2003 veröffentlicht er seinen Debütroman „Ju“ (dt.: „Pistole“). In seinem Heimatland Japan sind bereits über ein Dutzend Bücher Nakamuras veröffentlicht worden, viele davon wurden auch in andere Sprachen übersetzt, darunter Englisch und Spanisch. Für seine Werke wird Nakamura mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, beispielsweise 2010 mit dem Ōe-Kenzaburō-Preis für seinen Roman „Suri“. Dieser ist gleichzeitig das erste Buch des Autors, das auch ins Deutsche übersetzt wird. „Suri“ erscheint 2015 unter dem Titel „Der Dieb“ und erzählt, wie der Titel vermuten lässt, die Geschichte eines Diebes in den belebten Tokioter U-Bahnen, den seine Vergangenheit einholt und ihm gefährlich wird. Neben „Der Dieb“ zählt auch „Die Maske“ zu Nakamuras bekanntesten und beliebtesten Werken. Sein Stil ist beeinflusst von Franz Kafka und Fjodor Dostojewski.

Alle Bücher von Fuminori Nakamura

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Der Dieb

Der Dieb

 (59)
Erschienen am 18.01.2017
Die Maske

Die Maske

 (26)
Erschienen am 28.02.2018
Die Maske

Die Maske

 (0)
Erschienen am 20.03.2019
The Thief

The Thief

 (1)
Erschienen am 01.08.2012
Last Winter We Parted

Last Winter We Parted

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Erschienen am 21.10.2014
Evil and the Mask

Evil and the Mask

 (0)
Erschienen am 10.06.2014
En una noche de melancolía

En una noche de melancolía

 (0)
Erschienen am 01.09.2014
The Thief

The Thief

 (0)
Erschienen am 01.03.2012

Neue Rezensionen zu Fuminori Nakamura

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Schurkenblogs avatar

Rezension zu "Die Maske" von Fuminori Nakamura

Bösartig, düster, hoffnungslos! Lesetipp!
Schurkenblogvor 3 Monaten

Tradition wird in Japan groß geschrieben. Ganz besonders dann, wenn man zum Kuki-Clan gehört. Fumihiro ist gefangen, denn sein Vater hat etwas ganz Besonderes mit dem Jungen vor. Er will der Welt ein Geschwür des Bösen geben. Dieses Geschwür hat einen Namen: Fumihiro.
Der Clanpatriach verspricht den Jungen, dass er zum vierzehnten Geburtstag die Hölle kennen lernen wird. Dass bei diesem Plan seine Adoptivschwester Kaori eine große Rolle spielen ahnt er noch nicht. Grausam setzt der Patriach seine Familientradtion fort. Dann rückt der Geburtstag näher und so nach und nach tut sich das Grauen des Bösen auf.

Fuminori Nakamura ist wohl auch so ein Japaner mit zwei Gesichtern. Sein erstes übersetztes Buch „Der Dieb“ liest sich nämlich ganz anders, das ist so eine Geschichte, die den Schalk im Nacken hat. In „Die Maske“ geht es auch um die Unterwelt Tokios, aber viel bösartiger, dunkler, hoffnungsloser.
Beim Lesen war ich von der ersten Seite an gefesselt und tastete mich mit Beklemmungsgefühlen voran. Denn dieser alte böse Mann, Fumihiros Vater, lässt dem Jungen keine Chance. Und man ahnt: Das kann nur böse enden und überhaupt, diesen Traditionen entkommt man nicht. So ergeht es auch Fumihiro, der eigentlich ein guter Junge ist, dem aber keine Chance bleibt, sein Leben im Guten zu führen. In so einer Familie ist einfach kein Platz für Gutes, und genau das beweist Nakamura auf jeder Seite. Gut ist es nur für den Leser: Denn der verfolgt das fortschreitende Grauen und weiß: Das wird böse enden.
Wieder einmal hat mich Fuminori Nakamura fesseln können. Und zwar von Anfang an. Denn auch sein zweites, sein richtig böses, Gesicht steht dem japanischen Autor richtig gut. Wer sich auf eine hoffnungslose Familientradition einlassen möchte, kommt um dieses Buch nicht rum. Bei all dem Bösen ist es nämlich verdammt gut zu lesen. Lesetipp!

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Cornelia_Ruoffs avatar

Rezension zu "Die Maske" von Fuminori Nakamura

Faszinierend und zugleich abstoßend!
Cornelia_Ruoffvor 4 Monaten

„DIE MASKE“ VON FUMINORI NAKAMURA

2. ZUM INHALT

Der japanische Schriftsteller Fuminori Nakamura erzählt uns eine Geschichte, die ihresgleichen sucht.

Es ist die Geschichte eines alten desillusionierten und überdrüssigen Mannes, der als Vermächtnis Schrecken und Terror in der Welt zurücklassen möchte, um seine Macht zu demonstrieren.

Es ist die Geschichte eines Kindes, das mit elf Jahren seiner Kindheit beraubt wird und der letztendlich in einem Drama die Hauptrolle spielt. Der Vater inszeniert dieses Drama, indem er ein junges Mädchen adoptiert und der Natur ihren Lauf lässt..

Fumihiro liebt Kaori, die von seinem Vater missbraucht wird. Schnell erkennt Fumihiro, dass die Hölle, die ihm sein Vater zeigen will, mit Kaori zu tun hat. Er will seine erste Liebe schützen und entwirft Pläne, seinen Vater zu töten.

Fumihiro lebt mit dem Wissen, für das Böse bestimmt zu sein. Kann er aus dieser Rolle ausbrechen? Und zu welchem Preis?

Als ein schreckliches Highlight des Romans, empfand ich die Szene im Keller, als sich Fumihiro seinem Vater entgegenstellt und er erkennt, dass auch dieser Schritt zum Plan seines Vaters gehört. Er kommt nicht aus diesem Fahrplan raus.

„Verfluche das Glück! Menschen, die einen Menschen getötet haben, können unmöglich wieder vollkommen werden. Aber ganz böse, das geht. Das ist dein Lebensweg!

Das Höllenfeuer ist eine lodernde teuflische Kraft, die alles Glück in der Welt zerstört. Sich ihr hinzugeben bedeutet ein unvergleichliches und berauschendes Vergnügen – wenigstens für einen kurzen Moment.“

Der Vater wird von seinen nihilistischen und zerstörerrischen Gedanken zerfressen und geht unter mit der Hoffnung, die Familientradition mit Fumihiro weiter getragen zu haben.

Fumihiro, der seinem Vater äußerlich immer ähnlicher wird, hat Angst, es auch innerlich zu werden. Er lässt sich operieren, hat nun das Gesicht eines Toten und nimmt dessen Identität an. Fumihiro, die Spielfigur seines Vaters, ist zerstört. Er hat sich seinem Schicksal entzogen.

Sicherlich ist es auch als Gesellschaftskritik zu lesen. Firmen, die durch Krieg und Waffen ein hohes Einkommen erzielen,

Diese Thematik, das „in der Rolle bleiben“, finden wir auch bei Haruki Murakami, sei es in 1Q84 oder Naokos Lächeln.

Ich glaube, besonders in Asien hat das eine große Bedeutung,

5/5 Punkten

3. SPRACHLICHE GESTALTUNG

Schon im Prolog erfahren wir, zu welchem Zweck Fumihiro gezeugt wurde. Das war für mich, wie ein Granateneinschlag. Kann ein Mensch den Willen haben, das Böse in die Welt zu setzen und sein eigenes Kind damit zu instrumentalisieren? Ich musste wissen, wie die Geschichte weitergeht. Ich war gefesselt.

Dem Autor gelingt es, eine Atmosphäre zu schaffen, die dem Leser den Atem raubt. Es ist nicht alleine diese Unausweichlichkeit, sondern auch die Hilflosigkeit von Fumihiro und Kaori, die ich selbst beim Lesen empfand. Trotzdem hofft der Leser, dass es noch ein einigermaßen gutes Ende nimmt. Am meisten hat mich dabei beeindruckt, wie der Autor dem Leser diese unglaubliche Macht des Vaters vorführt. Das ist „Show ist, don’t Tell it“ vom Allerfeinsten.

Der Roman spielt in einem Milieu des Kriminellen: Zuhälter, Mafia, korrupte Polizisten und Kriegstreiber. Der Krieg als Wirtschaftsmotor.

Das Buch ist aus der Sicht Fumihiros und in der Ichform geschrieben. STOP! Eigentlich erzählt Schintani, die Identität seines neuen Gesichts. Er erzählt aus der Gegenwart (aus der Figur Schintani) von der Vergangenheit Fumihiros.  Mit seinem neuen Gesicht hat er Fumihiro abgelegt (Nihilismus?) Trotz der Ichform kommt das Geschehen nüchtern beim Leser an – geradezu emotionslos distanziert. Zumindest erging es mir so. Der Roman wird dem japanische Genre Noir zugeordnet.

5/5 Punkten

4. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUN

„Die Maske“ von Fuminori Nakamura, aus dem Japanischen von Thomas Eggenberg, hat 352 Seiten, einen Festen Einband und ist am 28.02.2018 unter der ISBN 9783257070217 bei Diogenes im Genre: Romane erschienen.
Das Covermotiv ist ein Foto von Dan Winters. Ja! Ein schönes Motiv!

Aber warum ein Weißkopfseeadler?

Ich recherchierte über Dan Winters und über den Weißkopfseeadler. Dieser Adler hat eine lange Lebensdauer. Er hat außer dem Menschen keine natürlichen Feinde. Und er ist das Symbol der USA. Einem freiheitsliebenden Land. In Europa ist der Adler das Symboltier für Herrschaft, in Japan ist es der Drache.

Ich glaube, der Weißkopfadler steht hier für Fumihiro, der aus seinem Schicksal „aussteigt“, die Identität eines Anderen annimmt und dessen Leben kopiert. Er allein hat es in der Hand, in welche Richtung die Zukunft geht. Wobei es bestimmt unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten gibt.

5/5 Punkten

5. WAS SAGT FUMINORI NAKAMURA SELBST ZU SEINEM BUCH „DIE MASKE“?


6. PAPEGO

Diogenes nimmt mit diesem Buch am Papego Verfahren teil. Der Leser hat die Möglichkeit durch eine kostenlose App, das gedruckte und das digitale Buch zu lesen. Der Leser wählt zwischen Print und eBook.

Das funktioniert so: Der Leser scannt die aktuelle Seite ein und die App öffnet die nächsten 100 Seiten. Die Darstellung ist minimalistisch – aber ausreichend. Ich lese tagsüber gerne Print – aber abends im Bett lieber digital. Man braucht kein Licht und stört den Partner nicht. Dafür gebe ich 6 von 5 Punkten. Einfach genial!

Voraussetzung ist, dass die Verlage ihre Bücher für Papego freigeben. Als Kennzeichen liegt eine weiße Postkarte mit dem Schriftzug „Diogenes“ und „Lesen Sie jetzt, wie Sie wollen“ bei

Es ist trotzdem kein eBook, sondern nur ein max. 25%iger Auszug daraus..

7. FAZIT

Friedrich Nietzsche sagt in „Jenseits von Gut und Böse“:

„Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein“.

Das Buch „Die Maske“ füllt dieses Zitat mit Leben. Ein Buch, das fasziniert und gleichzeitig Ekel hervorruft. Es ist ein Buch über menschliche Abgründe und auch als Warnung zu verstehen, sich nicht in eine Rolle pressen zu lassen, sondern sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Ich werde den ersten Roman von Fuminori Nakamura „Der Dieb“ auf meine Leseliste setzen. Nakamura ist ein Autor, der bestimmt noch einiges zu sagen hat. Sicherlich erinnert er an Haruki Murakami, weil beide Kritik an der japanischen Gesellschaft üben. Beide weisen darauf hin, dass Japan eine sehr hohe Selbstmordrate hat. Menschen verzweifeln an den Ansprüchen der Gesellschaft.

Wie schon gesagt, werde ich von Fuminori Nakamura weitere Werke lesen. Ich kann ihn nur empfehlen! „Die Maske“ ist ein einzigartiges Buch..

@diogenes
Vielen Dank für das schöne Rezensionsexemplar!

Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

Connies Schreibblogg

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MosquitoDiaos avatar

Rezension zu "Die Maske" von Fuminori Nakamura

Skurril und fantastisch!
MosquitoDiaovor 4 Monaten

Allein die ersten Seiten haben schon einen Einblick ermöglicht, was uns hier erwarten wird.
Eine skurrile Geschichte, die einen abstößt und doch zugleich eine unglaublich faszinierende Wirkung auf einen hat.
Ein Gedankengut, von dem man sich nicht vorstellen kann, dass es wirklich weiter getragen wird, weil es einfach zu abschreckend ist.

Fumihiro ist der jüngste Sprössling der Kuki-Familie und trägt dadurch eine gewaltige Last auf seinen Schultern.
Seine Geschwister sind weit älter und ihm völlig unbekannt, fast genauso wie seine Mutter. Scheinbar einzig sein Vater ist ihm geblieben, der jedoch weit mehr als nur exzentrisch zu bezeichnen ist.
Selbst in seinen jungen Jahren durchschaut er schon wesentlich mehr, als ihm zu getraut wird und hat Zeichen davon auf seiner Seele getragen. Doch dann kommt das Waisenmädchen Kaori ins Spiel und scheint seinem Leben einen neuen Sinn zu geben.
Bei jeder Handlung, Wendung und Erklärung habe ich an den Seiten gehangen und war gefangen zwischen Unbehagen und ungefesselter Neugier. Diese beiden jungen Menschen, denen die Welt eigentlich noch offen liegen sollte, scheinen ein Schicksal vorherbestimmt zu haben, das man niemandem wünschen würde.

Der Autor schafft hier eine einzigartige Atmosphäre, die Spannung und Literatur zu einem Höhepunkt zusammenbringt, die ich kaum in Worte fassen kann. Es werden nicht nur alltägliche Aspekte in die Geschichte eingebunden, sondern vor allem Kuriositäten, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte, hier aber blind geglaubt habe. Ich habe die Geschichte mit durchlebt und mich gefangen gefühlt in einem Netz, das scheinbar nicht zu durchbrechen ist.
Der Schreibstil lässt es quasi gar nicht zu, dieses Buch aus der Hand zu legen, weil man keinesfalls ein Detail verpassen möchte, das dem ganzen zu einem glimpflichen Ende verhelfen könnte.

Obwohl man der Geschichte aus der Sicht von Fumihiro folgt, scheint er dennoch unnahbar und seine Absichten stellen sich als wesentlich verzwickter heraus, als ich sie anfänglich eingeschätzt hätte.
Allgemein hat diese Geschichte so viel bereitgehalten, auf das ich einfach nicht vorbereitet war. Der Klappentext lässt zwar schon auf eine einzigartige Geschichte vermuten, und dennoch trifft es einen einfach unvorbereitet.
Der Abgrund der Menschheit muss nicht nur einen bösen Willen als Motiv haben, es reicht auch einen Menschen bis zum letzten Rest zu zerstören und damit leben zu lassen.

„Was ich dir zu sagen habe, wird für dein Leben von großer Bedeutung sein…“

FAZIT

Mit Die Maske hat Fuminori Nakamura wahrlich ein Meisterwerk geschaffen, das einen die menschlichen Abgründe zeigt, ein Hauch von dem, was uns alle erwarten könnte und zeitgleich den Weg, um dies niemals zuzulassen.
Eine Geschichte, die mich einfach nicht mehr losgelassen hat und mir noch sehr lange Zeit in Erinnerung bleiben wird.
Man liest dieses Buch nicht einfach nur, man lebt es. Und wenn es endet, versucht man den Schock zu überwinden und wieder an die Oberfläche zu gelangen.

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Zusätzliche Informationen

Fuminori Nakamura wurde am 02. September 1977 in Tōkai (Japan) geboren.

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