Götz Bergander

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Dresden im Luftkrieg

Dresden im Luftkrieg

 (3)
Erschienen am 01.01.1998

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Rezension zu "Dresden im Luftkrieg" von Götz Bergander

Das authentische Werk über den Untergang Dresdens ..
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Dieses Buch von Götz Bergander (1927-2013) ist 1977 erstmals erschienen und wurde vom Autor in den 1990er nochmals überarbeitet.

Dieses Sachbuch zählt zu den am besten recherchierten und am sachlichsten verfassten zu den Ereignissen vom 13./14. Februar 1945 in Dresden.

Götz Bergander, im Februar 1945 knapp 16 Jahre alt, ist wie alle Jugendlichen seines Alters als „Luftwaffenhelfer“ im Einsatz. Nur, dass es in Dresden kaum Flak-Geschütze gibt. Auch die deutsche Luftwaffe ist de facto kaum mehr vorhanden. Die wenigen Maschinen, die es noch gibt, können aufgrund von Treibstoffmangel nicht aufsteigen. Eine tragische wie peinliche Pointe stellt auch der Abschuss von 200 deutschen Flugzeugen durch die eigene Flak dar (im Gegensatz dazu traf man nur 93 feindliche Maschinen, siehe Kapitel 5)

Im Vertrauen, dass die historisch wertvolle Bausubstanz und die Kunstschätze nicht angegriffen werden, hat man die Fliegerabwehr schon 1943 wieder verlegt. Eine krasse Fehleinschätzung des Regimes, die auch für andere Städte wie z.B. Wien gelten wird.

Der Autor ist also Augenzeuge des Bombardements durch die RAF und USAAF und seiner Folgen.

In einer längeren Vorgeschichte wird der aktuelle Status der Stadt, des Umlandes und des Reiches erklärt. Der Einblick in viele Dokumente wirft einen Blick auf die Einsatzbefehle und Intentionen der Alliierten. Doch auch die Durchhalteparolen und Propaganda des Dritten Reichs finden Platz in diesem Standardwerk der Geschichte.
Minutiös listet er die Angriffe, die Anzahl der Flugzeuge, die Tonnage der Bomben und die Einschläge auf.

Nach Durchsicht vieler, vieler Dokumente, Berichte und Auswertung von Luftbildern der Zerstörung kommt der Autor zum Schluss, dass die Opferzahlen, die in vielen anderen Bücher genannt werden so nicht stimmen können.

Frei jeglicher Ideologie wird auf streng wissenschaftlicher Basis mit so mancher Legende aufgeräumt, die diesen bis heute nachwirkenden Schicksalsschlag für Sachsens Landeshauptstadt umgibt.
Erstens – die Opferzahlen: Bergander gibt sie, ähnlich wie die offizielle DDR, mit ca. 35.000 Toten an. Im Kapitel 12 wird diese „Berechnung“ glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt.

Zweitens – die Tieffliegerangriffe: Der Autor weist aufgrund vorliegender alliierter Einsatzbefehle nach, dass es im Raum Dresden keine Tieffliegerangriffe gegeben haben kann. Diese Ansicht wird bis heute von älteren Dresdnern auf das Heftigste und äußerst emotional bekämpft. Auch dieses begründet Bergander ausführlich.

Meine Meinung:

Eine historisch-nüchterne Beschreibung der Ereignisse im Februar 1945. Als einziger der zahlreichen Autoren zu diesem Thema stellt er jeder These eine Antithese gegenüber, prüft akribisch anhand von dokumentierten Befehlen, ob sich die Vorfälle so zugetragen haben können, wie sie oft dargestellt werden.
Er widerlegt falsche Berichte, die Zeitungen, oftmals aus dritter Hand berichten. Er stützt sich nicht nur auf Augenzeugenberichten, die naturgemäß sehr subjektiv wiedergegeben werden. Der Autor macht den Augenzeugen allerdings keine Vorwürfe, sondern erklärt sachlich und unaufgeregt wie es zu diesen Aussagen kommen konnte.

Jede Menge Angriffspläne und Luftbilder sowie Fotos aus der zerstörten Stadt ergänzen dieses außergewöhnlich sachliche Werk. Dutzende Seiten von Anmerkungen belegen die akribische Recherche.

Fazit:

Wer sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigt, kommt an diesem Standardwerk nicht vorbei.

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