Götz Gercke

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Rezension zu "Aaron Grünblatt und der blinde Passagier aus Madras" von Götz Gercke

Totaler Mist..
Blubbermundvor 4 Jahren

Das Buch ist mir in der Buchhandlung direkt ins Auge gesprungen, anhand des Titels hätte ich es in die gleiche Kategorie wie "Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand", "Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem IKEA-Schrank feststeckte" oder "Ein Mann namens Ove" eingedacht. Absoluter FAIL. Ich habe in meinem ganzen Leben noch kein so schlechtes Buch gelesen, ich ärgere mich total dass ich dafür mehr als 1,50 Euro ausgegeben habe...Die Story an sich ist vielleicht ganz ok, aber leider mehr als miserabel umgesetzt. Die Geschichte ist kein bisschen mitreisend, von Humor fehlt jede Spur..aber am allermeisten nerven mich diese ständigen direkten Ansprachen des Protagonisten gegenüber des Lesers..."Sie, ja Sie mit der kleinen Nickelbrille..." -Bitte was soll das denn??
Auch ist mir die Geschichte zu sehr realitätsfern...es nervt einfach total. Während des Lesens kommt es einem vor als ob man verblödet.
Einfach schrecklich! Der Autor weiß, warum er seinen Mist unter Pseudonym veröffentlicht, für so ein buch würde ich mich in Grund und Boden schämen.
Absolut NICHT weiterzuempfehlen...

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Rezension zu "Aaron Grünblatt und der blinde Passagier aus Madras" von Götz Gercke

Münchhausen trifft Kishon
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Münchhausen trifft Kishon

Es fehlt nur noch, dass Aaron seine (wunderbare, natürlich) Ehefrau die „beste Ehefrau von allen nennt“, dann wäre die Nähe zu Kishon und seinen „Geschichten aus dem israelischen Alltag“ noch deutlicher und klarer zu sehen. Vor allem natürlich auch, weil gerade der erste Teil des Buche in gleicher Geographie wie Kishons Bücher angesiedelt ist. Israel, der Suez Kanal, der nahe Osten, das ist die Heimat Aarons und hier sind später seine ersten Etappen auf seiner „großen Fahrt“ zu finden (bevor es weit hinaus geht, geographisch).

Im Tonfall, in der legeren, ironischen Ausdrucksweise, in der teils tumben Herangehensweise seines Helden (auch an die Reaktionen seiner Frau) ähnelt Gercke Kishon doch sehr. Zumindest versteht Aaron das ein oder andere Winken seiner Frau bei seiner Ausfahrt aus dem Hafen nicht ganz so richtig, wie es gemeint war, muss aber das brüllende Gelächter der besseren Hälfte doch zähneknirschend verschmerzen, als er sein (selbstgebautes) U-Boot erstmals versucht, im Wasser zu besteigen.

Aber ein Aaron Grünblatt lässt sich von so etwas nicht abhalten. War es nicht er, der mit einer Holzrakete (selbstgebaut, natürlich, mit Aluminiumfolie gegen Strahlung geschützt) den Mond schon besucht hat und bei einem kleinen Ausstieg auf einen Meteoriten schon gezeigt hat, dass er mit allen Fährnissen zu Recht kommt?

Genau, Münchhausen lässt grüßen, was die Holzrakete, dann auch das aus halbierten Kunststoffregentonnen gefertigte U-Boot angeht.

Wobei Grünblatt alles geplant hat. Von der Geschwindigkeit bis zum Fernsehempfang samt ausgeklügelter Route (die bereits am ersten Tag einige Schwächen aufzeigt, wenn Grünblatt sich hier und da ein Sightseeing von Orten vorgenommen hat, die dummerweise gar nicht vom Meer aus zu erreichen sind).

Ständige ironische Relativierung, ein todernster Grünblatt inmitten all des Chaos (das er selbst ausblendet) und haarsträubende Abenteuer, die Münchhausens Ritt auf einer Kanonenkugel fast als alltägliche Realität wirken lassen in Verbindung mit dem ständig ernsthaften Handeln und Selbstverständnis der Hauptperson, das sind die Elemente, aus denen Gercke seine Groteske formt.

Allein die Frage, wie auf diesem sehr überschaubaren U-Boot überhaupt ein blinder Passagier sich zudem noch einschleichen können wird, bereitet dem Leser so manches humorvolle Kopfzerbrechen.

Den tieferen Sinn hinter all dem zu suchen, das kann man eigentlich auch von vorneherein anheimstellen, aufdrängen wird sich in dieser Hinsicht eher wenig im Buch. Wer aber einen modernen Münchhausen zu schätzen weiß und die gerade durch ihren „Ernst“ satirische Sprache mag, wie ein Kishon sie in Perfektion nutzte, der wird in diesem Buch sicherlich unterhaltsam auf seine Kosten kommen.

„Was mich hingegen interessierte, war die Möglichkeit, die absolute menschliche und technische Grenze auszuloten und, wenn irgendwie machbar, sogar darüber hinaus zu gehen“.

So muss ein Mann eben tun, was ein Mann tun muss und sei es in einem Meer mit Himbeergeschmack (wenn ein Containerschiff mit Himbeersirup kentert, dann schmeckt das eben so) und das mit mindestens 200 Stundenkilometern (nach Grünblatts Berechnung) oder auch im Dschungel oder auf Geisterschiffen.

Verdreht, übertrieben, voll überbordernder Fantasie (die im Verlauf der Lektüre hier und da doch einfach auch zu viel wird und zu gleichförmig daherkommt) bietet das Buch eine moderne Weiterführung der Münchhausengeschichten, welche Gercke durchaus dem Vorbild entsprechend gestaltet.

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