Götz Schartner Vorsicht, Freund liest mit!

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Inhaltsangabe zu „Vorsicht, Freund liest mit!“ von Götz Schartner

„Wir alle werden seit Jahren ausspioniert: Ob beim Surfen im Internet, beim E-Mail-Schreiben oder bei der Webcam-Nutzung – überall und jederzeit.“ Das sagt Götz Schartner, professioneller Hacker und Experte für Spionage und Gegenspionage im Internet. „Ob Weltkonzern oder Privatmann – es soll sich keiner einbilden, dass er die Ausnahme ist.“ In seinem neuen Buch zeichnet der Bestsellerautor die Geschichte der Online-Spionage nach und demonstriert, wie unverschämt der Staat seine Bürger belügt. Schartner zeigt, wie sich jeder von uns mit einfachen Methoden gegen die allgegenwärtige Bespitzelung im Netz wehren kann.

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    Vorsicht, Freund liest mit!

    R_Manthey

    21. August 2015 um 20:45

    Wenn man so etwas in einer E-Mail schreibt, dann kann das möglicherweise unangenehme Folgen haben, denn "Vorsicht, Freund liest mit!". Was der Titel dieses Buches suggerieren will, stimmt so natürlich bei der elektronischen Kommunikation des Normalbürgers nicht, denn das ist personell gar nicht möglich und stünde, selbst wenn es gehen würde, in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen, wie immer man den auch definiert. Spätestens seit Edward Snowdens Enthüllungen wissen wir, dass die amerikanischen und wahrscheinlich alle Geheimdienste mit hohem Aufwand systematisch gegen die verfassungsmäßig verbrieften Grundrechte der Bürger verstoßen und zumindest die elektronischen Kommunikationsdienste zur unerlaubten Datensammlung nutzen. Die lasche Reaktion der deutschen Regierung darauf und auf das Ausspionieren der Bundeskanzlerin lässt Raum für zahlreiche Spekulationen, die auch Platz in diesem Buch finden. Nach dem ersten Kapitel, in der man an Beispielen erfährt, was einem blühen kann, wenn man naive verbale Kraftmeierei in seine Mails verpackt, beschäftigt sich der Autor im zweiten Abschnitt mit dem sogenannten Whistleblowing, also dem Geheimnisverrat aus übergeordneten moralischen Gründen. An den prominenten Beispielen kann man sehr deutlich erkennen, dass so etwas in der Regel keine besonders sympathischen Folgen für die Betroffenen hat. Das dritte Kapitel erklärt die Geschichte und die Rolle der NSA. Es folgen Kommentare zur Beteiligung der deutschen Regierung an diesem Bruch verfassungsmäßig garantierter Bürgerrechte. Danach gibt es einen thematischen Schwenk, denn nun erfährt der Leser, was amerikanische Konzerne wie Facebook, Google und auch das Unternehmen, das diese Rezension ermöglicht, an Daten über ihre Kunden sammeln und an die US-Geheimdienste bewusst oder unbewusst weitergeben. Daneben existieren noch zahlreiche weitere Datensammler, darunter auch die neue Generation intelligenter Fernsehgeräte, moderne Autos und sonstige vernetzbare Geräte. Und damit sind wir bei der entscheidenden Frage: Welche Chance haben wir denn überhaupt dieser möglichen Überwachung zu entgehen? Darauf geht der Autor zwar im letzten Kapitel auch ein wenig ein, aber im Grunde empfiehlt er nur gewisse Abwehr- und Schutzmechanismen, die mit verschiedenen unbequemen Einschränkungen verbunden sind. Völlig albern sind dagegen seine Aufforderungen zum Protest, zu denen auch ein beigefügter Musterbrief gehört. Das kann man zwar tun, hätte aber nur in massenhafter und organisierter Form möglicherweise einen gewissen Erfolg, den man dann wiederum nicht kontrollieren kann. Denn klar ist doch wohl: Was technisch geht, wird auch gemacht. Und wie sollte eigentlich ein massenhafter Protest aussehen, wenn ein großer Teil der Nutzer völlig freiwillig private Daten öffentlich macht? Alles in allem ist dies ein Buch, was die Lage ganz gut schildert und gewisse Vorsichtsmaßnahmen empfiehlt. Damit hat es einen Nutzen für alle, die wenigstens wissen wollen, was möglich ist und wie man sich gegen ein Eindringen des Staates in die Privatsphäre einigermaßen bereits dadurch schützen kann, dass man die Tatsachen kennt und sich dementsprechend verhält.

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