Das Ritterkreuz stellte die höchste Tapferkeitsauszeichnung im zweiten Weltkrieg dar. Die Träger waren rar gesäht und unbestreitbar in militärischer und menschlicher Hinsicht etwas Besonderes. Diese Tatsachen stellt Fraschka an jeder Stelle heraus - leider nicht mehr. Er hinterfragt in keinem Fall die Gesinnung der Träger und gibt sich reichlich Mühe hervorzuheben, dass alle Träger reine unpolitische Militärs und keine überzeugten Nationalsozialisten waren. Hier hätte man sich mehr Mut gewünscht, die Heldenbilder kritisch zu betrachten. Immer wieder stößt sich der kritische Leser zudem an glorifizierenden Formulierungen, mit denen Fraschka die Kriegshandlungen beschreibt. Dabei bleiben es Tötungen von Menschen (, die im Krieg zwingend vorkommen müssen), für die die Träger zumeist die Auszeichnungen erhielten. Um diesen Eindruck zu widerlegen, hätte es einer neutraleren Sprache bedurft und einer wissenschaftlicheren Arbeitsweise. Es ist nicht erkennbar, wie der Autor zu seinen teilweise polarisierenden Ansichten kommt.
Alles in Allem dennoch ein umfassendes Werk, das alle Träger der höchsten Auszeichnung (kurz) beschreibt und einen Überblick verschafft über das Ritterkreuz, welches trotz aller Kritik eine Faszination ausstrahlt wie kaum eine andere militärische Auszeichnung.
Rezension zu "Mit Schwertern und Brillanten" von Günter Fraschka



