Günter Grass Der Schriftsteller als Zeitgenosse

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Inhaltsangabe zu „Der Schriftsteller als Zeitgenosse“ von Günter Grass

Reden, Interviews, Gedichte»Die Spiegelung von Zeitgeschichte durch jeweils gegenwärtige Literatur setzt Autoren voraus, die sich als Zeitgenossen begreifen, denen selbst die trivialsten politischen Vorgänge kein außerästhetischer Störfaktor, vielmehr realer Widerstand sind, die nicht mit jedem geschriebenen Wort der Zeitlosigkeit einverleibt sein möchten und mangelnde Distanz zum augenblicklichen Geschehen durch erzählerische Einfälle auszugleichen vermögen; als bewußten Gegnern akademisch entschlackter Dichtkunst ist ihnen deshalb, solange es Literatur gibt, der Prozeß gemacht worden: von Staats wegen oder von Inquisitoren, denen bis heute die Aura literaturpäpstlicher Großkritik kleidsam ist. Dennoch will ich mich nicht in vorgefaßten Begriffen dort Elfenbeinturm, hier engagierte Literatur verlieren. Vielmehr von meinem Schreib- und Leseerfahrungen berichten, die nie frei waren von zeitgeschichtlichen Belastungen und politischer Dreinrede; bis in meine Ausflüchte und Versteckspiele hinein war ich als Schriftsteller immer auch Zeitgenosse...« Im Juni 1986 hat Günter Grass diese Rede auf dem Internationalen PEN-Kongreß in Hamburg gehalten. Sie ist eine von vielen Äußerungen des Autors aus den letzten drei Jahrzehnten, die hier versammelt wurden: Reden auf den verschiedensten Schriftstellerkongressen, Dankesreden bei Preisverleihungen, aber auch Interviews und Gedichte.Inhalt: - Rede über das Selbstverständliche- Vom mangelnden Selbstvertrauen der schreibenden Hofnarren unter Berücksichtigung nicht vorhandener Höfe- Zorn Ärger Wut- Päpste und Pröpste, Technokraten und Atheisten – ratlos in der Himmelskuppel- Was lesen die Soldaten?- Literatur und Revolution oder des Idyllikers schnaubendes Steckenpferd- Schriftsteller und Gewerkschaft- Ein Gegner der Hegelschen Geschichtsphilosophie- Rede gegen die Gewöhnung- Die Meinungsfreiheit des Künstlers in unserer Gesellschaft- Der lesende Arbeiter- Ein Schwangerenheim für Schriftsteller- Die Erwartungen es Kritikers- Das Recht auf Mitbestimmung- Die Notwendigkeiten eines säkularisierten Berufsstandes- Im Ausland geschätzt – im Inland gehaßt- Die deutschen Literaturen- Von morgens bis abends mit dem deutschen pädagogischen Wahn konfrontiert- Literatur und Mythos- Sich ein Bild machen- Die Vernichtung der Menschheit hat begonnen- Die Zauberlehrlinge- West-östliches Höllengelächter- Als Schriftsteller immer auch Zeitgenosse- Verlegerrede- Das geschändete Bild- Es gibt sie längst, die neue Mauer- Mein Traum von Europa- Über das Sekundäre aus primärer Sicht- Wir sind als Richter nicht tauglich- Eine deutsche Biographie- Von der Überlebensfähigkeit der Ketzer- Die Fremde als andauernde Erfahrung

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