Günter Kerner Hasenbrot bei Licht

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Inhaltsangabe zu „Hasenbrot bei Licht“ von Günter Kerner

Ein Student belegt in den Semesterferien einen Schreibkurs in der Volkshochschule. Seine erste Aufgabe: Eine Person seiner unmittelbaren Umgebung beschreiben. Zufall oder nicht, die Wahl fällt auf die Nachbarin Anna, eine junge Bergmannswitwe. Doch in dem Versuch, sich ihr schriftstellerisch zu nähern, kommt ihr der junge Mann persönlich näher. Schließlich zieht er, der "möblierte Untermieter", über die Straße in ihre Dachkammer. Der Schreibversuch scheint zu scheitern. "Auf der Tanzfläche angekommen, wartet Maria nicht darauf, bis ich sie in den Arm nehme, sondern zieht mich sofort resolut an sich, wobei ihr anderer Arm den Rest meiner Bewegungsfreiheit energisch unterbindet. Meinen Beinen ergeht es dabei nicht viel besser, wie ich bereits nach den ersten Tanzschritten feststellen muss. Denn meine lockeren Tanzschritte stoßen bei jedem Takt unnachgiebig an die stämmigen Tanzbeine meiner Partnerin, als seien hier Schüler gänzlich verschiedener Tanzschulen aneinander geraten. Aber Maria lässt sich diese Diskordanz unserer Bewegungen nicht anmerken und macht keinerlei Anstalten, sich dem Walzertakt zu unterwerfen. Was wir beide gemeinsam aufs Parkett legen, ist ein Zwischending verschiedener Formationen der Tänze unseres Jahrhunderts. Während im unteren Bereich der Kampf unserer von gänzlich unterschiedlichen Tanzrhythmen bewegten Beine sich austobt, findet oberhalb davon und in völliger Unabhängigkeit dessen, Maria noch wohlgesetzte Worte, die ihr permanentes Tanzdefizit beklagen, das alleine auf die chronische Tanzunlust ihres angeheirateten Mannes Hans zurückzuführen sei. Und genau so, wie sie es mir anklagend vorausgesagt hat, wird Hans es in der Tat auch an diesem Abend bei nur einem einzigen Tänzchen mit seiner Maria belassen. Mit diesem Gefühl stets ungestillter Tanzeslust verlässt Maria zusammen mit mir notgedrungen das Tanzparkett, aber nur deshalb, weil der Schwung von jedem langsamen Walzer einmal zu Ende geht." Günter Kerner lässt in seinem Roman die Atmosphäre der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts aufleben. In einer von der Montanindustrie geprägten Umgebung spinnen sich die Erlebnisse, Vorstellungen und Gespräche des Ich-Erzählers zu einem fein gewebten Netz. Darin verfangen sich die derben Lebensgewohnheiten der Dörfler ebenso wie die politischen Debatten der Zeit als auch die feingeistigen Kunsterörterungen des angehenden Kunstlehrers. In einem Stil, der in der freundlich-ironischen Distanz an Fontane und in seiner akribischen Genauigkeit an Uwe Johnson erinnert, gelingt es Kerner, die Zeit der Hasenbrote wieder ins Licht zu stellen – als wenn es gestern wäre.

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