Günter Netzer

 3.8 Sterne bei 8 Bewertungen

Alle Bücher von Günter Netzer

Aus der Tiefe des Raumes

Aus der Tiefe des Raumes

 (8)
Erschienen am 01.06.2005
Aus der Tiefe des Raumes. Mein Leben

Aus der Tiefe des Raumes. Mein Leben

 (0)
Erschienen am 11.06.2004

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Rezension zu "Aus der Tiefe des Raumes" von Günter Netzer

Rezension zu "Aus der Tiefe des Raumes" von Günter Netzer
metalmelvor 11 Jahren

Jetzt ist er wieder da! Günter Netzer kommentiert in der ARD die Spiele der Fußball EM. Ich sehe immer zu. Netzer ist Kult. Ich mag Fußball schon seit der WM 1986. Damals war Toni Schumacher im Tor und er hatte es mir angetan. Rudi Völler spielte auch. Aber jetzt sind die Halbzeitpause und die Zeit nach dem Spiel viel spannender. Denn dann kommt der große Auftritt von Günter Netzer. Er sitzt dort, ganz ruhig und spricht. Auch ganz ruhig. Manchmal lacht er auch. Meistens dann, wenn ihm eine witzige Retourkutsche gelungen ist. Und genauso schreibt er auch. Ich lese sein Buch, aber nur, weil er so lässig ist. Ich meine oft, ich höre ihn sprechen. Er hat Humor, er hat Witz und er weiß viel (besonders über Fußball). Ich weiß nicht do arg viel über Fußball, aber jetzt weiß ich viel über Günter Netzer, z. B., dass er mit dreizehn Jahren von seiner Tante Trienes eine Dauerwelle verpasst bekam und dass das furchtbar war. Dass er Süßigkeiten hatte und einen Ball und damit hat er sich praktisch das Mitbolzen erkauft, denn eigentlich wollten ihn die gossen Jungs nicht dabeihaben. Doch er hatte, was sie wollten: Einen Ball! Zuerst durfte er nur im Tor stehen, aber als ein Feldspieler ausfiel durfte er richtig spielen. Und er schoss Tore.
Später dann spielte er in Mönchengladbach beim 1. FC. Da war er 18. Seine Mitspieler redeten in der Kabine über Schule und – über Mädchen. „Ich war aber so etwas von hinter dem Mond, was Mädchen anbetraf, ich habe auch mit achtzehn noch keine Freundin gehabt. Ich kannte kaum Mädchen; ich kannte den Fußball. Und ein paar Autotypen. Das war alles. Ach so, ja, Auto fahren konnte ich auch schon. Und ab sechzehn bereits selbständig telefonieren.“ Ich finde diese leise Ironie klasse!
Natürlich wird er bald erfolgreich und mit Hannelore Girrulat kommt endlich eine Frau in sein Leben. Durch sie wird Günter Netzer – nun ja, sagen wir mal, extravagant. Er fährt Ferrari, er trägt schwarz und er eröffnet in Mönchengladbach eine Disco. Das Lovers’ lane. Er verprasst 90 000 Mark mit windigen Investmentfonds und tritt bei “Klimbim” auf. Nicht ganz freiwillig, aber mit einem tollen Text: „Karambo, Karacho, ein Whiskey, karambo, karacho, ein Gin, verflucht Sakramento, Dolores, und alles ist wieder hin.“ Er war Heino Imitator! Das hätte ich wahrlich gerne gesehen...
Logisch, er schreibt viel über Fußball und Ergebnisse, aber trotzdem ist das Buch nicht langweilig. Es ist sogar sehr unterhaltsam und hat deshalb meiner Meinung nach und mit Günter Netzers Worten „durchaus seine Berechtigung“ auf dem mit Biographien überschwemmten Markt. Und im Gegensatz zu Olli Kahn und Stefan Effenberg finde ich Netzer sympathisch.

“Ich bin ein Glückspilz“ schreibt Netzer am Ende. Ich auch.

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