Günter Netzer Aus der Tiefe des Raumes

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Inhaltsangabe zu „Aus der Tiefe des Raumes“ von Günter Netzer

"Der wichtigste Mann im deutschen Fußballgeschäft." (DIE ZEIT) Günter Netzer steht wie sonst kaum einer für die unbeschreibliche Leichtigkeit im Fußball. Er wurde schon als Aktiver zum Mythos, eine strahlende Symbolfigur für den besten Fußball, der je in Deutschland gespielt wurde. Als einer der ersten Sportler managte er einen Proficlub, und als einer der ersten wurde er auch zum erfolgreichen Unternehmer, heuter ist er einer der wichtigsten Männer im Weltfußball. Jeder kennt ihn, doch nur wenige wissen, wie er wirklich ist: was ihn prägte, wer ihm wichtig ist, wie er über den Fußball und das Business tatsächlich denkt. Hier erzählt er sein Leben - von Kindheit und Jugend über die goldene Ära der Gladbacher "Fohlenelf" bis heute. Der Grimmepreisträger Günter Netzer mit seinen Erinnerungen aus der Tiefe des Raumes und des Herzens.

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  • Rezension zu "Aus der Tiefe des Raumes" von Günter Netzer

    Aus der Tiefe des Raumes

    metalmel

    16. November 2007 um 00:12

    Jetzt ist er wieder da! Günter Netzer kommentiert in der ARD die Spiele der Fußball EM. Ich sehe immer zu. Netzer ist Kult. Ich mag Fußball schon seit der WM 1986. Damals war Toni Schumacher im Tor und er hatte es mir angetan. Rudi Völler spielte auch. Aber jetzt sind die Halbzeitpause und die Zeit nach dem Spiel viel spannender. Denn dann kommt der große Auftritt von Günter Netzer. Er sitzt dort, ganz ruhig und spricht. Auch ganz ruhig. Manchmal lacht er auch. Meistens dann, wenn ihm eine witzige Retourkutsche gelungen ist. Und genauso schreibt er auch. Ich lese sein Buch, aber nur, weil er so lässig ist. Ich meine oft, ich höre ihn sprechen. Er hat Humor, er hat Witz und er weiß viel (besonders über Fußball). Ich weiß nicht do arg viel über Fußball, aber jetzt weiß ich viel über Günter Netzer, z. B., dass er mit dreizehn Jahren von seiner Tante Trienes eine Dauerwelle verpasst bekam und dass das furchtbar war. Dass er Süßigkeiten hatte und einen Ball und damit hat er sich praktisch das Mitbolzen erkauft, denn eigentlich wollten ihn die gossen Jungs nicht dabeihaben. Doch er hatte, was sie wollten: Einen Ball! Zuerst durfte er nur im Tor stehen, aber als ein Feldspieler ausfiel durfte er richtig spielen. Und er schoss Tore. Später dann spielte er in Mönchengladbach beim 1. FC. Da war er 18. Seine Mitspieler redeten in der Kabine über Schule und – über Mädchen. „Ich war aber so etwas von hinter dem Mond, was Mädchen anbetraf, ich habe auch mit achtzehn noch keine Freundin gehabt. Ich kannte kaum Mädchen; ich kannte den Fußball. Und ein paar Autotypen. Das war alles. Ach so, ja, Auto fahren konnte ich auch schon. Und ab sechzehn bereits selbständig telefonieren.“ Ich finde diese leise Ironie klasse! Natürlich wird er bald erfolgreich und mit Hannelore Girrulat kommt endlich eine Frau in sein Leben. Durch sie wird Günter Netzer – nun ja, sagen wir mal, extravagant. Er fährt Ferrari, er trägt schwarz und er eröffnet in Mönchengladbach eine Disco. Das Lovers’ lane. Er verprasst 90 000 Mark mit windigen Investmentfonds und tritt bei “Klimbim” auf. Nicht ganz freiwillig, aber mit einem tollen Text: „Karambo, Karacho, ein Whiskey, karambo, karacho, ein Gin, verflucht Sakramento, Dolores, und alles ist wieder hin.“ Er war Heino Imitator! Das hätte ich wahrlich gerne gesehen... Logisch, er schreibt viel über Fußball und Ergebnisse, aber trotzdem ist das Buch nicht langweilig. Es ist sogar sehr unterhaltsam und hat deshalb meiner Meinung nach und mit Günter Netzers Worten „durchaus seine Berechtigung“ auf dem mit Biographien überschwemmten Markt. Und im Gegensatz zu Olli Kahn und Stefan Effenberg finde ich Netzer sympathisch. “Ich bin ein Glückspilz“ schreibt Netzer am Ende. Ich auch.

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