Günter Neuwirth Erdenkinder

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Inhaltsangabe zu „Erdenkinder“ von Günter Neuwirth

Staub zu Staub, Erde zu Erde? Aber muss man das gleich so wörtlich nehmen? Das geht auch für Öko-Freaks zu weit. Der verwitwete Großbauer Josef Lehner gestattet der Öko-Kommune „Erdenkinder“ auf seinem Grundstück ein Jurtendorf zu errichten. Die Erdenkinder protestieren vor dem benachbarten Kohlekraftwerk Dürnfeld gegen den Klimawandel und praktizieren durch ein Leben ohne Strom und Erdöl einen alternativen Lebensweg fernab der Ressourcenverschwendung. Nach Josef Lehners Plänen entsteht eine auf den Prinzipien der Permakultur beruhende blühende Landwirtschaft. Doch dann wird Josef Lehner mit Fingerhut vergiftet. Christina Kayserling vom Kriminalreferat Steyr und der patente Landpolizist Raimund Brandstätter werden beauftragt, das mysteriöse Ableben des Bauern zu untersuchen. Sie tauchen in die Lebenswelt von schrulligen Ökojüngern, streitbaren Dorfbewohnern und urbanen Aussteigern auf der Flucht vor dem Burnout, sowie in das konfliktbeladene Familienleben Josef Lehners. Die Ermittlungen führen Christina an die sozialen Bruchlinien zwischen bedenkenlosem Hochverbrauch und radikaler Nachhaltigkeit.

Leseempfehlung! Plastisch, intelligent und tiefsinnig erzählter Krimi, der sich vom Mainstream erfrischend abhebt

— Lienz

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  • „Staub zu Staub, Erde zu Erde“

    Erdenkinder

    Lienz

    Plastisch, intelligent und tiefsinnig erzählter Krimi, der sich vom Mainstream erfrischend abhebt Inhalt (Klappentext): Der verwitwete Großbauer Josef Lehner gestattet der Öko-Kommune Erdenkinder, auf seinem Grundstück ein Jurtendorf zu errichten. Die Erdenkinder protestieren vor dem benachbarten Kohlekraftwerk Dürnfeld gegen den Klimawandel und praktizieren durch ein Leben ohne Strom und Erdöl einen alternativen Lebensweg fernab der Ressourcenverschwendung. Nach Josef Lehner Plänen entsteht eine auf den Prinzipien der Permakultur beruhende blühende Landwirtschaft. Doch dann wird Lehner mit Fingerhut vergiftet. Christina Kayserling vom Kriminalreferat Steyr und der patente Landpolizist Raimund Brandstetter werden beauftragt, das mysteriöse Ableben des Bauern zu untersuchen. Sie tauchen ein in eine Lebenswelt von schrulligen Ökojüngern, streitbaren Dorfbewohnern und urbanen Aussteigern auf der Flucht vor dem Burnout, sowie in das konfliktbeladene Familienleben Josef Lehners. Die Ermittlungen führen Christina an die sozialen Bruchlinien zwischen bedenkenlosem Hochverbrauch und radikaler Nachhaltigkeit. An dieser Stelle ist mir wichtig anzumerken: Der Klappentext bietet wirklich einen präzisen Abriss des Inhalts. Autor: Günter Neuwirth ist Mitglied der Jury des Friedrich-Glauser-Preises. Außerdem, so habe ich es verstanden, kennt er sich wirklich mit Permakultur und dem Anbau von Gemüse aus. Verlag: Erschienen im Molden Verlag, Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG, Wien, Graz, Klagenfurt Meinung: „Erdenkinder“ hat so ziemlich alles, weshalb ich so gerne Geschichten, und dabei ganz besonders Krimis, lese. Es ist jemand um sein Leben gebracht worden, der mir im kurzen einleitenden Kapitel auf Anhieb sympathisch war, sodass ich gleich instinktiv bei der Mördersuche mitmachen will. Der Schauplatz ist großartig gewählt: ein Jurtendorf im Schatten eines rauchenden Kohlekraftwerks. Der Krimi lässt mich im Rahmen der Ermittlungen eintauchen in die mir völlig fremde Welt einer alles Moderne ablehnenden Okö-Kommune. Deren Mitglieder leben wie vor der Industrialisierung, also wie vor etwa 200 Jahren. Das versetzt mich in Staunen, weckt den einen oder anderen Wunsch nach mehr Naturverbundenheit und lässt mich gleichzeitig gruseln beim Gedanken an die darin fehlenden nicht nur hygienischen Annehmlichkeiten des modernen Lebens. Nie aber verliere ich dabei mein Ziel aus den Augen, das ich mit den Ermittlern teile: Wer hat Josef Lehner umgebracht? Die handelnden Personen entsteigen dem Krimi als dreidimensionale Personen. Christine Kayserling ist eine sympathische Frau, die durch das Fehlen krimitypisch oft überzeichneter Ermittlermacken besticht. Das macht ihre Ermittlerfigur so authentisch. Günter Neuwirth lässt Christine in klassischer Manier das Motiv des Täters suchen und ihn unter einer Reihe von Verdächtigen finden. Jeder Schritt, jeder Gedanke, jeder Beweggrund ist für den Leser anhand der Logik nachzeichenbar. Und damit in Genuss für ihn. Weil die Fiktion bitteschön kein Abziehbild der unlogischen Wirklichkeit echter Kriminalfälle darstellen soll. Die Polizei ist aber nicht die einzige „Ermittlerin“ in dem Fall. Neben ihr ermitteln zwei weitere Personen, einer gewollt, der andere, um einer Frau zu imponieren. Ersterer ist Meinrad, ein siebzehnjähriger Bursche und Kind von Kommunenmitgliedern, der sich wegen seines abgängigen besten Freundes zu sorgen beginnt. Der andere ist der dem Burn-out entronnene Aussteiger Robert. Beide Männer, so unterschiedlich sie sind, hat Günter Neuwirth ebenfalls realistisch und liebevoll gezeichnet. Man muss sie einfach gern haben. Unabhängig von der Polizei stoßen Meinrad und Robert ebenfalls auf den Mörder. Doch nur mit ihr gibt es den Ermittlungserfolg. Ein Highlight ist für mich in diesem Krimi, wie Günter Neuwirth die Welt der „Hochverbraucher“, also auch meine, der Welt radikaler Öko-Jünger gegenüber stellt. Er wählt dazu den jungen Meinrad, der, wie dies nur junge Menschen so erfrischend können, seine Welt der Kommune akzeptiert, während er sich gleichzeitig weit über deren Horizont hinaus bewegt. An Meinrads Seite stellt der Autor den ausgebrannten Projektmanager Robert, ein Hochverbraucher par excellence. Diese beiden ungleichen Männer bewegen sich wunderbar charmant aufeinander zu und schließlich mit demselben Ziel, jeder aus einer sehr persönlichen Motivation heraus. Die Mischung aus logischer Handlung, besonderem Setting, gekonnt inszenierter Dramatik und der schönen österreichischen Schriftsprache ergibt einen sehr spannenden, intelligenten Krimi. 100%ige Leseempfehlung, auch für Deutsche (;

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    • 5
  • von solchen Krimis sollte es mehr geben !

    Erdenkinder

    abuelita

    07. March 2014 um 20:07

    Ich interessiere mich schon seit langem für ein alternatives Leben und finde diese Kombination aus Krimifall und Öko-Bewusstsein wirklich faszinierend. Dazu die wirklich schöne Sprache des Autors, die stimmigen Charaktere, die er entwickelt hat, sein fundiertes Wissen – ein rundum gelungenes Buch in meinen Augen. Um was geht es? Großbauer Josef Lehner hat der Öko-Kommune „Erdenkinder“ gestattet, auf seinem Grundstück ein Jurtendorf zu errichten. Die Erdenkinder protestieren vor dem benachbarten Kohlekraftwerk Dürnfeld gegen den Klimawandel und praktizieren durch ein Leben ohne Strom und Erdöl einen alternativen Lebensweg fernab der Ressourcenverschwendung. Nach Josef Lehners Plänen entsteht eine auf den Prinzipien der Permakultur beruhende blühende Landwirtschaft. Doch dann wird Josef Lehner mit Fingerhut vergiftet. …….. Christina Kayserling vom Kriminalreferat Steyr und der patente Landpolizist Raimund Brandstätter werden beauftragt, das mysteriöse Ableben des Bauern zu untersuchen. Sie tauchen in die Lebenswelt von schrulligen Ökojüngern, streitbaren Dorfbewohnern und urbanen Aussteigern auf der Flucht vor dem Burnout, sowie in das konfliktbeladene Familienleben Josef Lehners. Die Ermittlungen führen Christina an die sozialen Bruchlinien zwischen bedenkenlosem Hochverbrauch und radikaler Nachhaltigkeit. Klischees fand ich keine in diesem Buch, auch keinen erhobenen Zeigefinger. Sehr behutsam und lebendig aber zeigt der Autor eine alternative Landwirtschaft auf. Man bekommt richtig Lust, sich selber näher damit zu befassen. Auch das Dorfmilieu kann man sich gut vorstellen, genau wie die Spannungen zwischen den Erdenkindern und den Dörflern. Und die wirklich spannende Handlung, die einen bis zum Schluss miträtseln lässt….was will man mehr! 

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  • Rezension in der Wiener Zeitung, Jänner 2013

    Erdenkinder

    GuenterNeuwirth

    NACHHALTIGKEIT ZÄHLT. Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird die Erde bald zu klein sein, um uns Hochverbraucher zu sättigen. Diese Botschaft ist nicht neu, aber in einen Krimi verpackt klingt sie doch noch einmal anders, so als hätte Günter Neuwirth ein Sachbuch geschrieben. Und so ist die Rahmenhandlung von "Erdenkinder" - in einer Kommune, die gegen ein Kohlekraftwerk demonstriert, wird der öko-alternative Grundbesitzer, der sie beherbergt, ermordet, und es wimmelt vor Motiven tatsächlich nur die Fassung für einen spannenden Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit. Es wird nicht nur ein Mord nach allen Regeln der Kriminalistik aufgeklärt, sondern der Leser erfährt auch einiges über Permakultur und ökologische Landwirtschaft. Ein Krimi mit Mehrwert. Mathias Ziegler, Wiener Zeitung, Jänner 2013

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