Günter Neuwirth Moorhammers Fest

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 3 Rezensionen
(2)
(1)
(1)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „Moorhammers Fest“ von Günter Neuwirth

Am Tag nach Gottfried Moorhammers Geburtstagsfest wird Adna, die junge Muse des Bildhauers, tot in einem Wasserfall entdeckt. Vorerst deutet nichts auf ein Verbrechen hin. Als wenige Tage später der deutsche Musiker Jens Tillmann erschossen aufgefunden wird, führt Christina Kayserling mit Hochdruck die Ermittlungen. Sie entdeckt, dass Jens und Adna ein Verhältnis hatten … Gewohnt differenziert gestaltet Günter Neuwirth auch in diesem Kriminalfall seine Figuren. Er überzeugt seine Leserschaft durch Aktualität und Sprachgefühl und hebt bis zum Schluss die Spannungskurve.

Eine sympathische, geerdete Inspektorin ermittelt in abgehobenen Künstlerkreisen

— Bibliomarie
Bibliomarie

Frau Inspektorin ermittelt herrlich unaufgeregt und sympathisch - bitte mehr davon!

— nicolecarina
nicolecarina

ein krimi mit wechselndem tempo und schreibstil, dass am ende einige wichtige figuren aus den augen lässt. schade eigentlich.

— Buecherspiegel
Buecherspiegel

Stöbern in Krimi & Thriller

Finster ist die Nacht

Sympathische Ermittlerin und ein gemütlicher Krimi

mareikealbracht

Die Bestimmung des Bösen

Ein spannender Einblick in die biologischen Analysen eines Kriminalfalles

Caro_Lesemaus

Nachts am Brenner

Spannend und mit vielen Verzweigungen - auch der 3. Fall für Commissario Grauner ist wieder gut gelungen.

Dataha

Kalte Seele, dunkles Herz

Eine Geschichte, die ich mit keinem bis jetzt gelesenen Buch vergleichen könnte.

SweetSmile

Alte Sünden

Gutes Buch!

Jinscha

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

Ich bin etwas hin und hergerissen, hatte mir mehr von versprochen, daher von mir 3,5 Sterne

lenisvea

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Die tote Muse

    Moorhammers Fest
    Bibliomarie

    Bibliomarie

    04. June 2016 um 12:00

    Gottfried Moorhammer ist ein weltberühmter, arrivierter Bildhauer. Ins heimische Hinterstoder kommt er nur selten, obwohl er den elterlichen Bauernhof vorbildlich restaurieren und als Feriendomizil ausbauen ließ.Aber anlässlich seines Geburtstags lädt er eine große Schar seiner Bewunderer, Käufer und Freunde ein. Auch seine Ex-Frau, mit der er längst zu einem freundlichen Arbeitsverhältnis gefunden hat, hat sich mit der Tochter angesagt. Gottfried erlebt an der Seite seiner jungen Geliebten, „seiner punischen Prinzessin“, wie er die Tunesierin nennt, einen weiteren zweiten Frühling. Frauen gab es immer genug in seinem Leben, Gottfried ist ein viriler Mann, allen Genüssen zugeneigt, sei es Alkohol, gutes Essen oder guter Sex. Seine Berühmtheit und sein Erfolg machen es ihm auch einfach.Der Geburtstag wird ein Wendepunkt seines Lebens, nach einem überschäumenden Fest wird seine Geliebte tot am Fuß des Wasserfalls gefunden, es gibt keine Angriffsspuren, es scheint ein furchtbarer Unfall gewesen zu sein, vielleicht Leichtsinn gepaart mit zu viel Wein.Aber die Inspektorin Christina Kayserling folgt unaufgeregt auch kleinen Spuren und bald bleibt es nicht bei einem Opfer dieses Festes.Ich habe diesen Roman in der Bücherboxx der Gemeinde gefunden. Sonst wäre dieser Österreich-Krimi aus dem Styria Verlag wohl nie in mein Blickfeld geraten. Aber umso besser! Mir hat das Buch ausgezeichnet gefallen. Der Geschichte ist fein gesponnen, Hinterstoder, der Bergort fast schon an der Grenze zur Steiermark wirkt beschaulich, aber auch die Idylle hat so manchen Sprung. Die Figur des  Gottfried Mooshammer ist toll gezeichnet, man sieht diesen Bär von einem Mann direkt vor sich, wie er mit Meißel und Schlegel den Marmor bearbeitet; wie zwischen ihm und seiner Muse die Funken sprühen und mit welch Selbstverständlichkeit sich Gottfried als Künstler außerhalb jeder gesellschaftlichen Norm sieht. Aber fast noch besser gefiel mir die Polizistin Christina Kayserling, die ruhig und besonnen agiert. Sie kommt ohne aufgesetzte Attribute aus und wirkt vielleicht auch deshalb so überzeugend. Die „privaten“ Details sind sehr gut ausgewogen, sie passen und ergänzen ohne die Spannung zu stören.  Der Krimi ist sehr gradlinig erzählt und seine Spannung bezieht er aus den stimmig geschilderten Persönlichkeiten.Eine echte Entdeckung und für mich ein Anlass öfters mal „kriminologisch“ die Produktion unserer Nachbarn zu verfolgen.

    Mehr
    • 2
  • Fast ein literarischer Krimi

    Moorhammers Fest
    nicolecarina

    nicolecarina

    19. September 2014 um 18:59

    Gottfried Moorhammer ist Künstler. Einer von der Sorte, die sich nicht mit Kleinigkeiten aufhalten, sondern die große Geste und rauschhafte Gefühle l(i)eben. Gottfried Moorhammer ist außerdem Hauptfigur in Günter Neuwirths neuem Roman "Moorhammers Fest" sowie auf der Party, zu der anlässlich seines 55. zahlreiche illustre Gäste nach Hinterstoder gekommen sind. In derselben Nacht, in der sich der Jubilar mit dem besten Schnaps der Gegend erinnerungslos säuft, stirbt seine Geliebte und Muse Adna. Die "punische Prinzessin" wie sie von allen genannt wird, liegt leblos auf einem Steinbrocken am nahen Wasserfall und so haltlos wie sie die Felswand hinab stürzte, taumelt auch Moorhammer nach ihrem dramatischen Tod durch sein Leben. Inspektorin Christina - der Nachname tut, wie alle anderen Nachnamen auch, nichts zur Sache - ermittelt im Umfeld des Künstlers. Herrlich unaufgeregt, ohne falsches Sendungsbewusstsein, erfrischend sympathisch. Sie lernt Moorhammers Freunde kennen, darunter der schwerreiche Mäzen Heiner, Moorhammers Exfrau Elvira, die gemeinsame Tochter Jasmina, deren Partner und die Inspektorin findet in Katharina Moser - von den einen geliebt, von den anderen als Hexe verschrien - eine neue Freundin. Und dann ist da noch Jens, ein junger Avantgarde-Komponist mit leicht psychopathischen Zügen. Anfänglich kommen alle als Täter in Frage, doch im Laufe der Ermittlungen gibt es weitere Todesfälle und die Hinweise auf den Täter verdichten sich... Wie in einem rauschenden Gebirgsbach verschwimmen die Konturen von gut und böse, weichen dem Psychogramm eines Täters, der so monströs wie sympathisch daher kommt und sich durch echte Reue jedem moralischen  Urteil entzieht. Zudem ist Christina - wie alle anderen Beteiligten - nicht der Typ für "bürgerliche Verurteilungsmonologe", was den Krimi so angenehm von vielen anderen unterscheidet.   Und so betten sich die Tötungsdelikte wie missratene Apfelbäume in eine idylische Landschaft, die seelischen Abgründe des Täters sind von regelrecht poetischen Gefühlswelten weich gezeichnet und stehen klar in Kontrast zu gewollt sadistischen, Gewalt verherrlichenden Taten, was den bildreichen und vielschichtigen Fall vor der heimeligen Kulisse des Stodertals fast zu einem literarischen Krimi macht. Eine Neuerscheinung, die zu Recht den Weg ins anspruchvolle styria-Verlagsprogramm gefunden hat.

    Mehr
  • Geburtstagsfeier mit tödlichem Ausgang

    Moorhammers Fest
    Buecherspiegel

    Buecherspiegel

    23. August 2014 um 09:39

    Die Muse des österreichischen Bildhauers, Gottfried Moorhammer, wird tot aufgefunden. Ausgerechnet nach dessen Geburtstagsfeier, den er mit zahlreichen Freunden, Familienmitgliedern, Gönnern und Feinden verbracht hat. Doch war es wirklich ein Mord? Oder doch nur ein Unglück, oder gar ein Suizid? Die mit den Ermittlungen beauftragte Christina Kayserling muss so manchem auf die Zehen treten, um Schritt für Schritt dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Dabei ist der Autor, Günter Neuwirth, mal sehr nah an den Personen und ihren Erlebnissen, und dann wieder weit entfernt. Dieser Perspektivenwechsel geschieht meist rasch, von einem Satz zum nächsten, innerhalb eines Kapitels. Dabei werden bewusst bestimmte Persönlichkeiten und deren Verhalten zeitweise außen vor gelassen, um die Spannung zu erhöhen, denn wir sollen nicht gleich wissen, welche Bedeutung sie für die Story überhaupt haben. Auch hier, wie bereits in vielen Krimiformaten, hat die persönliche Geschichte der Kriminalen einen Platz gefunden. Hier wirkt sie aber nie überspannt, sondern wohltuend echt. Welche Rolle spielt die dunkelhäutige Muse aus Tunesien für die Männer, die sich im Dunstkreis des Bildhauers aufhalten? Welches Spiel treibt seine Haushälterin? Und da sind auch noch seine Exfrau mit Tochter und deren Freund, ein angehender Großstadtpoet, der so gerne Rauschmittel zu sich nimmt und ein Langfinger zu sein scheint. Auf einer Alm in der Nähe des ehemaligen Bauernhofes von Moorhammer wohnt dessen erste große Liebe, eine Bienenkönigin, die den selbstgebrannten Schnaps für seine Geburtstagsfeier beisteuert. Und dieser Musiker aus Deutschland, mit seinen Kompositionen, die nur wenige in die Konzertsäle locken? Leider werden gegen Ende der Geschichte einige, am Anfang doch wichtige, Protagonisten einfach vergessen, werden stehen gelassen, als ob ihr weiteres Dasein nicht mehr von Belang wäre. Für mich als Leser, wie so oft, allerdings nicht. Hier hätten ein paar wenige Sätze nicht geschadet, wie es mit ihnen weitergangen ist.

    Mehr