Günter Ogger Die Diktatur der Moral

(6)

Lovelybooks Bewertung

  • 7 Bibliotheken
  • 5 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(1)
(4)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Diktatur der Moral“ von Günter Ogger

Wer heute lügt, betrügt, sich daneben benimmt und erwischt wird, muss mit gesellschaftlicher Ächtung rechnen, auch wenn er/sie zur Elite gehört. Das war nicht immer so. Das ist die neue Macht der Moral. Ist diese Entwicklung ein Symptom für eine zunehmende Moralisierung der Gesellschaft? Sind wir wirklich moralischer geworden oder kennzeichnen die Skandale um Korruption, Doping und Steuerhinterziehung die sozialen Spannungen in einer von Neid durchzogenen Wettbewerbsgesellschaft? Es lohnt sich darüber nachzudenken, meint Günter Ogger. Denn das Spiel mit der Macht der Moral ist auch ein Geschäft.

Der Finger in der Wunde

— Lienz

Übertriebener Moralismus in Politik, Wirtschaft und im gesellschaftlichen Leben - ein Kaleidoskop interessanter und anregender Gedanken!

— Ginevra

"Wo die Moral ihre Macht zeigt, ist die Heuchelei nicht weit."

— kvel

Stöbern in Sachbuch

Heilkraft von Obst und Gemüse

Essen Sie sich gesund! Ein wunderbares Buch für alle, die sich bewusst ernähren wollen.

BookHook

Leben lernen - ein Leben lang

Lebenslanges Lernen, um das Leben zu leben - eine philosophische Betrachtung

Bellis-Perennis

Das verborgene Leben der Meisen

Ein gelungener, toll gestalteter, Meisen-Führer.

Flamingo

Atlas Obscura

Ein abenteuerlicher Atlas voller Wunder!

Elizzy

Adele Spitzeder

Die Geschichte der Adele Spitzeder

tardy

Hoffen, dass der Schulbus nicht fährt

Zum Schmökern, Schmunzeln und um alte Erinnerungen zu wecken ...

angi_stumpf

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ich bin gut, also bin ich

    Die Diktatur der Moral

    Lienz

    Das Buch gibt keine Antwort auf die Frage, warum wir uns die Diktatur der Moral auferlegen. Aber es liefert dem Leser eine große Menge an wichtigem Gedankenfutter für die Eigenreflexion. Zudem bietet es eine Art gesellschaftlicher Zeitgeschichte, die den Wandel im kollektiven Denken von der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit Schwerpunkt auf dem Heute umreißt: informativ, mit Anekdoten gewürzt und auch durchaus polemisch. Ich fand Fragen, die auch ich mir gestellt habe. Und solche, auf die ich selbst nicht gekommen wäre. Günter Ogger beantwortet diese Fragen nicht, sondern verleiht seiner Meinung dazu Ausdruck. Diese Meinung konnte ich ein einigen Stellen vorbehaltlos zustimmen, an anderen Stellen war meine Meinung dazu ein wenig anders. Es gab auch Stellen, wo ich Günter Oggers Ansicht definitiv ablehnte. Gut gefallen hat mir, dass „Die Diktatur der Moral“ alle meines Wissens in der Presse breitgetretenen Themenbereiche aufgreift. Somit ergibt sich für mich ein rundes, umfassendes Bild. Weniger gefallen hat mir, dass sich Günter Ogger in der Manier des typischen erfolgreichen Journalisten als der Weisheit letzter Schluss präsentiert. Zur Entlastung des Autors den vorstehenden Satz betreffend, möchte ich (mir selbst widersprechend) in Feld führen, dass das Thema Moral ein unweigerlich emotionales ist. Ein Minenfeld wie Religion oder Politik. Daher sind es wohl meine eigenen Emotionen, die Ogger mit seiner Darstellungsweise gekitzelt hat. Schlussfolgerung: Der Journalist Ogger hat seinem Namen und Erfolg getreu großes journalistisches Können bewiesen, wenn er diese Reaktion in mir auslösen konnte. Daher vergebe ich fünf Sterne. Dass meine Meinung an verschiedenen Stellen von Oggers Meinung abweicht, darf m.E. nicht in die Bewertung dieses Sachbuchs einfließen.

    Mehr
    • 2
  • Von Wutbürgern und Gutmenschen

    Die Diktatur der Moral

    Ginevra

    Hinter dem Deckmäntelchen der Moral verbirgt sich oft der eigene Vorteil - so eine der Grundthesen des Wirtschaftsjournalisten und Bestseller- Autors Günter Ogger. Seit den wilden 70' ern nimmt auf einmal ein neues Denken überhand, gefördert durch die Macht des Internet: jeder mischt sich ein, jeder bewertet und fällt sein Urteil, jeder kann jeden öffentlich an den Pranger stellen - und oft werden dabei die eigenen Fehler vertuscht und übertüncht. Egoisten und Ausbeuter wurden zur Zeit des Wirtschaftswunders heimlich bewundert - heute ist es für sie "ungemütlich" geworden. Große Modeketten beteuern auf einmal ihre Unschuld an Kinderarbeit und Elend - dabei wird die Schuld nur umverteilt. Ogger sieht in unserer Gesellschaft ein "pathologisches Bedürfnis nach moralischer Entrüstung". Kleine, aggressive Gruppen verschaffen sich durch die Medien auf einmal Gehör und setzen Lawinen in Gang. "Whistleblower" und andere "Moralapostel" sind die neuen Helden unserer Zeit - egal, was sie letztendlich motiviert. So rollen immer wieder Köpfe von einzelnen, die Schuld auf sich geladen haben, so wie Ex-Ministerpräsident Wulff, der FC Bayern-Ex-Präsident Hoeness oder der Abgeordnete Edathy. Ihr Vergehen stehen außer Zweifel - doch ist die öffentliche Hetzjagd wirklich zielführend? Ogger liefert in seinem Buch über die Moral eine Unzahl an Fakten, Gedanken, Thesen, die von seiner immensen Fachkenntnis sprechen. Für mich war es kaum möglich, den Wahrheitsgehalt zu überprüfen, aber letztendlich handelt es sich um eine Meinungsäußerung, die ruhig auch mal etwas polemisch sein darf, wie ich finde! Sonst wäre es sicher über knapp 400 Seiten langatmig und trocken geworden. Auch wenn ich viele Ansichten überzogen fand und definitiv nicht teile, hat mich dieses Buch sehr stark beschäftigt und zum Nachdenken angeregt! Viele von Oggers Meinungen fand ich auch sehr gut, z.B. seine Forderung nach mehr Bildung für alle, und nach einer nach oben durchlässigeren Gesellschaft, die auch Migranten und mittellosen jungen Menschen eine echte Chance bietet. Mein Lieblingskapitel war das über das "Gute Gefühl", das ein moralisches Urteil in unserem Gehirn auslöst, und dass man z.B. morgens moralischer urteilt als abends - parallel zur über den Tag abnehmenden Selbstdisziplin. Ein "kreativer Umgang mit der Wirklichkeit" kann helfen, Probleme zu lösen - und allzuviele moralische Bedenken behindern diese Kreativität. Alles in allem ein sehr interessantes Buch voller anregender Gedanken, das unsere Werte auf den Kopf stellt! 4 von 5 Sternen.

    Mehr
    • 2

    Lienz

    02. August 2015 um 09:13
  • Moral und Moralität.

    Die Diktatur der Moral

    Iudas

    14. June 2015 um 10:02

    Seit jeher sind Menschen als auf ihren eigenen Vorteil bedachte Wesen bekannt, die mit Lügen, Betrügereien, Gewalt, Tricksereien kein Problem zu haben scheinen. So lange es nicht die anderen machen. Ein paar glorreiche Ausnahmen ggibt es immer; Menschen, die als moralisch perfekte Galli­onsfiguren über all dem Übel stehen, doch ist deren Zahl über­schaubar. Doch seit einigen Jahrzehnten macht sich eine neue, fast kultische Bewegung breit, die die Ge­sellschaft durchdringt und sie neue Wege einschlagen läßt: der Siegeszug der Moral. Moral – das ist wie der Sammelbegriff für alle Konventionen, Regeln, Werte und Normen eines Kollektivs, einer Gesellschaft oder Gruppe, die in ihrer Ausübung als gut bewertet werden. Menschen, die nach diesem Maximenkatalog leben, werden gelobt und als beson­ders edel empfunden. Dabei ist der Moralbegriff durchaus flexibel und kann innerhalb kür­zester Zeit und punktuell in der Gesellschaft verschoben, erweitert oder minimiert werden. Was gestern noch als moralisch galt, kann heute wildeste Empörungsstürme hervorrufen. Wie es sein kann, daß so etwas eigentlich positives in eine gesellschaftliche Blockade trans­formiert wird, erläutert der Journalist Günter Ogger in seinem kürzlich im dtv erschie­nenen, zum Teil hochaktuelle Sachbuch »Die Diktatur der Moral. Wie ›das Gute‹ unsere Gesellschaft blockiert«. Geboren 1941 absolvierte er erst eine Buchhändlerlehre, um da­nach den Weg eines Jour­nalisten zu gehen. Nach einer Karriere als Redakteur verschiede­ner Zeitschriften widmete er sich als Schriftsteller vorwiegend wirtschaftlichen Themen. Es erschienen unter ande­rem »Nieten in Nadelstreifen. Deutschlands Manager im Zwielicht« und »Die Ego-AG. Überleben in der Betrügerwirtschaft«. Ähnlich polemisch und reißerisch auch der Titel seines jüngsten Werkes: Eine Diktatur in unserer immer wieder bejubelten Demokratie, die geduldet und gefördert wird. In zwölf Kapiteln wirft Ogger einen umfassenden Blick auf unsere Gesellschaft, deren liebstes, neuestes Kleidungsstück die Moral ist. Moralisches Gebaren, wohin man sieht: die einen wollen gesund leben, lehnen Fleisch aus tierrechtlichen Gründen ab, wollen dem Massen- und Wegwerfkonsum entfliehen; die nächsten müssen ihr Geschäftsmodell an grünen Leit­linien ausrichten, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, man würde nicht nachhaltig und verantwortungsbewußt wirtschaften; Banker und Manager drücken sich, nachdem sie das Geld der Steuerzahler an den Börsencasinos verzockten, geschickt um ihre Verantwor­tung und die Kirche wird ihrer zugesprochenen Moralität auch immer seltener gerecht. Wo früher des Fortschritts und der funktionierenden Wirtschaft willen immer Ungleich­heit herrschte, hier und da ein Schein über die Tresen wanderte oder auch Menschen »mit Vorgeschichte« in hohe Ämter kommen konnten, sofern sie die fachliche Qualifikation, zählen heute moralisch weiße Westen, Gleichheit und Uniformität und Unfehlbarkeit. Of­fener Egoismus oder Bestrebungen, besser als sein Nachbar sein zu wollen, werden schnell von der Gesellschaft geächtet und mit einem Bann belegt. Ogger will hinter tiefer in das Geschäft mit der Moral schauen und Doppelmoral aufde­cken, wenn der davon spricht, wie der menschenrechtelnde Bürger, der gegen unfaire Ar­beitsbedingungen in Bangladesh, aber seine günstige Kleidung immer gern bei H&M oder C&A einkaufen geht. Oder auch wenn man im Business mit der Öko-Grünen-Welle sieht, woher die NGOs eigentlich so alle ihre Gelder beziehen und daß so mancher Spender so gar nicht mit der Kollektividee konform gehen dürfte. Aber Moral ist bei ihm nicht nur Deckmäntelchen für krumme Geschäfte, sondern auch Hemmnis für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt, für die Eröffnung neuer Horizonte. Weil immer ein Wächter bereitsteht, der moralische Verfehlungen und Über­tritte ahndet, sinkt die Bereitschaft, neue Wege zu erkunden, wenn man damit Gefahr läuft, einer Randgruppe auf den Schlips zu treten, die Natur nicht zu schützen, Menschen auszubeuten oder seinen nicht ganz astreinen Lebenlauf durchleuchten lassen zu müssen. Und diese hemmende Besorgnis wiederum schadet allen. Daß bedingungslose Gleichheit, soweit sie überhaupt möglich ist, nicht gut tut und auch keine Gerechtigkeit schaffen kann, kann Ogger nur bestätigen. Und daß bedingungslose Moralität ebenso wenig erfolgbringend sein kann, weiß er an zahlreichen Fällen wie dem von Uli Hoeneß oder des Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz van Elst zu illus­trieren. Ogger liegt weniger eine lösungsorientierte Aufarbeitung der Probleme am Herzen, denn mehr eine kommentierende und vergleichende Bestandsaufnahme. Dieser widmet er sich umfangreich und auch mit einer bestechenden Klarheit. Daß hier ein Journalist schreibt, merkt man dem sprachlichen Duktus rasch an – wirkt es stellenweise wie ein großes Feuilleton gefüllt mit netter Plauderei. Hin und wieder spürt der Leser aufkeimen­den Sar­kasmus oder wird mit flapsigen Ausdrücken erheitert. Das alles macht es einfach verständ­lich und somit auch interessant für ein breites Lesepublikum, von dem einfach nur voraus­gesetzt wird, daß es seine Umwelt wenigstens ein bißchen mit offenen Augen betrachtet. Anders bei der wissenschaftlich aufgearbeiteten Sachbüchern dieser Art (z. B. Thilo Sar­razins »Der neue Tugendterror. Über die Grenzen der Meinungsfreiheit«, auf das sich Ogger kurz beruft, aber schnell durchblicken läßt, daß er vom Autor nicht allzu viel hält) findet man hier zwar ein Literaturverzeichnis der erwähnten Werke, aber keiner­lei Verwei­se oder Fußnoten. Er kritisiert vieles, auch an seinem eigenen Gewerbe läßt er sich ausgiebig aus und schlüs­selt auf, was viele Leser der deutschen Zeitungen und Zeitschriften schon lange wußten – oder wenigstens dunkel ahnten. Uniformität und konformes politisches Denken beherrscht die Themenwahl und -dichte, Oberflächlichkeit und Zeitdruck läßt sorgfältige Recherche zu einem kümmerlichen Etwas verkommen und die Haupteinnahmequelle sind wirtschaft­liche Sponsoren, die ihre Interessen gekonnt in bezahlten Artikeln platzieren lassen. Enga­gierte und neutrale Journalisten haben’s schwer in den deutschen Massenblättchen. Günter Ogger ist sicherlich einer der von ihm so gewünschten unabhängigen Journalisten, die bereit sind, sich gegen konforme Meinungen zu stellen und auch zu hinterfragen, aber er bleibt moderat und trotz allem auf Linie. Gern zieht er das aus seiner Sicht ultima­tive Böse des Dritten Reiches und sein Erbe heran und ihm gelingt nicht immer eine klare Positionierung. Sei es, weil er es sich mit niemandem verscherzen will, sei es, weil er eine Festlegung seiner Person auf eine Weltsicht vermeiden will. Aber ein deutlicherer Stand­punkt wäre an der einen oder anderen Stelle doch genauso angebracht, wie weniger simple Bestandsaufnahme und mehr Lösungsansätze. Und so hinterläßt er mehr Fragen als Antworten. Daß er schlußendlich nicht über wirkli­che Moral, sondern über instrumentalisierte Moralität redet, die als Schutz über dubiose Geschäfte gelegt werden soll, ist schon im Titel ersichtlich, denn nicht umsonst ist das Gute in Anführungszeichen gesetzt. Ogger brilliert vor allem mit einer recherchierten Zu­sammenstellung von Fällen aus der Wirtschaft, Politik, Juristik und Religion, die er zu­meist zielbringend am Buchtitel ausrichtet, in dem an diesen aufzeigt, wie hier aufgezwun­gene Moral hinderlich oder kontraproduktiv wirkt. Über diesen Punkt kommt er aber sel­ten hinaus und man klappt das Buch zwar mit dem Wissen um ein paar Details in schon bekannten Fällen reicher zu, aber wirklich Spuren hinterlassen hat es nicht. Es ist zu mo­derat, zu ergeben und auch zu linientreu, obwohl es gern mal zwischen den Standpunkten hin- und herschlingert. Und so schließt Ogger seine Betrachtung der moralischen Tyrannei mit folgenden Worten: »Die Diktatur der Moral wird das 21. Jahrhundert prägen. Sie wird die Art, wie wir den­ken, handeln, Geld verdienen, radikal verändern. Ob zum Guten oder zum weniger Gu­ten, das wird sich zeigen. Man muss das nicht bedauern, sondern, wie schon in der jünge­ren Geschichte, versuchen, das Beste daraus zu machen.« (S. 389) Ich danke dem dtv für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

    Mehr
  • Diskussionswoche und Fragefreitag mit Günter Ogger zu seinem Buch "Die Diktatur der Moral"

    Die Diktatur der Moral

    aba

    Die Moral ist die Supermacht des 21. Jahrhunderts Habt ihr manchmal den Eindruck, dass die eigenen Verhaltens- und Lebensweisen von allen Seiten kritisiert, beurteilt und überwacht werden? Habt ihr häufiger das Gefühl, im Supermarkt nicht mehr alles nur nach Lust und Laune kaufen zu dürfen, weil ihr nicht ganz sicher sein könnt, ob die Produktion der Lebensmittel mit rechten Dingen zugeht? Meldet sich euer schlechtes Gewissen im Alltag immer öfter? Dann könnte es möglich sein, dass ihr Opfer der Diktatur der Moral seid. Aber ist Moral nicht doch etwas Gutes?  Der Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor Günter Ogger analysiert in seinem Buch "Die Diktatur der Moral" die Macht der neuen Moral und überrascht mit interessanten und brisanten Thesen über die zunehmende Moralisierung unserer Gesellschaft. Zum Inhalt Erfolge wurden früher gefeiert und bewundert. Heute werden sie hinterfragt. Niemand soll sich mehr einen ungerechtfertigten Vorteil verschaffen dürfen. Moral geht vor Geld und Macht. Das ist neu in unserer Gesellschaft. Doch was ist das für eine Moral, die im 21. Jahrhundert alles andere dominiert? Die Konzerne wie Daimler, Deutsche Bank oder Siemens zwingt, Milliarden für die Einhaltung ethischer Prinzipien auszugeben? Die unser aller Leben verändert: unsere Sprache, unser Verhalten, unsere Wertvorstellungen? Wir erregen uns über Steuerbetrug, falsche Doktortitel, Korruption, Diskriminierung und nehmen gleichgültig hin, dass die Moralisierung unserepersönliche Freiheit einschränkt. Unterm Vorwand, Moral und Sicherheit zu garantieren, setzen die Staaten modernste Überwachungstechnik ein. Dient die Moral am Ende nur der Kontrolle der Bürger? Anhand einer Fülle von Beispielen zeigt Günter Ogger auf, wo sich die neue Moral überall entfaltet und welche Folgen das hat. Wer steht auf der Gewinner-, wer auf der Verliererseite? Welche neuen Spannungslinien entstehen dadurch in der Gesellschaft? Wie verändern sich die Machtverhältnisse? Blogger aufgepasst! Bis zum 31.05. habt ihr die Möglichkeit, bei der Bloggerparade zu diesem interessanten Buch mitzumachen. Alles zu dieser Aktion könnt ihr hier nachlesen. Noch mehr erfahren? Hier geht's zur Leseprobe! Zum Autor Günter Ogger, geboren 1941, Wirtschaftsjournalist und Bestseller-Autor, war lange Redakteur bei "Capital". Diverse Veröffentlichungen, u. a.: "Kauf dir einen Kaiser. Die Geschichte der Fugger", "Nieten in Nadelstreifen. Deutschlands Manager im Zwielicht", "Der Börsenschwindel: wie Aktionäre und Anleger für dumm verkauft werden", "Die Ego-AG: Überleben in der Betrügerwirtschaft", "Die Abgestellten. Ein Nachruf auf den festen Arbeitsplatz". "Die Diktatur der Moral" ist ein Thema, dass für viel Gesprächsstoff sorgt, weshalb wir mit euch eine ganze Woche über dieses Thema sprechen und mit euch in unserer Diskussionswoche Meinungen, Erfahrungen und Gedanken austauchen möchten! Von Montag bis Donnerstag werden wir euch dazu jeweils eine Frage stellen, über die ihr euch im entsprechenden Unterthema austauschen könnt. Und zur Krönung des Ganzen steht uns Günter Ogger am 22.05. während eines Fragefreitages zur Verfügung! Unter allen, die sich an unserer Diskussionsrunde und am Fragefreitag beteiligen, verlosen wir zusammen mit dtv 15 Exemplare von "Die Diktatur der Moral". Für die Beantwortung der Diskussionsfragen habt ihr bis zum 25. Mai 2015 Zeit. Und wer mehr über Günter Ogger und die Hintergründe zu "Die Diktatur der Moral" erfahren möchte, darf das Special zum Buch nicht verpassen. Ich freue mich sehr auf einen interessanten Austausch mit euch und wünsche auch viel Glück bei der Verlosung!

    Mehr
    • 180
  • Über die neue – alte Enge des Lebens

    Die Diktatur der Moral

    michael_lehmann-pape

    Über die neue – alte Enge des Lebens Vielleicht ist es ja eine Art innerer Gegenbewegung angesichts einer amoralischen Welt. Die vielleicht immer so war, deren teils impertinente Unverfrorenheit aber im Informationszeitalter umgehend aufgedeckt, geleakt, bekannt gemacht wird und daher vor aller Augen steht. Von den Bereicherungen auf dem Finanzsektor über die Doppelbödigkeit nicht weniger Politikerpersönlichkeiten, von „vergessenen“ Mikrofonen die beim ein oder anderen dessen Menschenverachtung über den Äther deutlich macht bis hin zu den „integren“ Fußballfunktionären, die aktuell gerade im Dutzend strafrechtlich verfolgt werden. Auf der einen Seite also ist es mit der „Moral“ nicht weit her, betrachtet man viele von jenen, die an den „Fleischtöpfen“ sitzen oder dringend dahin wollen, auf der anderen Seite aber, und das beobachtet Günter Ogger ganz ausgezeichnet mit vielen, vielen Beispielen, gibt es eine intensive, „neue“ Form der öffentlichen Moral. Eine Moral, die durchaus Kraft und Macht besitzt, auch das zeigt Ogger auf, die so manchen ganz schnell ins Abseits stellt, so bekannt wird, dass dieser oder jene die Moral zu stark zur Seite geschoben haben. „Sie sollten sich schämen“, so schallt es Ogger schon bei der falschen Parkplatzwahl entrüstet entgegen und selbst ein Weltkonzern wie Siemens (der es mit der Moral zumindest in Bezug auf Schmiergelder jahrzehntelang nicht besonders ernst genommen hat), betont seine nun strikte Ausrichtung nach „wirtschaftlich, ökologisch und sozial“. Spielte die Moral ab den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts in Ablehnung der Werte der Kriegsgeneration zunächst offenkundig gar keine Rolle, lässt sich doch im Nachhinein und bis heute mehr und mehr herausarbeiten, wie letztendlich nur die „eine Moral“ gegen die „andere Moral“ ersetzt wurde und auch in den wildesten Hippie Kommunen letztendlich klare Wertvorstellungen galten (eher verdeckt natürlich), die damals wie heute genau das bewirkten, was Moral immer bewirkt: Das die einen „dazu gehören und drinnen sind“ und die anderen eben „draußen bleiben“ oder nach draußen bewegt werden. Getragen von Persönlichkeiten und Haltungen, die aus der damaligen Zeit stammen, sich in der Friedensbewegung mit organisiert haben und nun die „Macht der moralischen Deutung“ zu einem nicht unerheblichen Teil innehalten. Und im Zuge der Ereignisse der letzten Jahre, der Finanzkrisen, der Offenlegung sich selbstbereichernder Systeme, des Wissens um die himmelschreienden Ungerechtigkeiten in Bezug auf Armut und Teilhabe und der, nicht zuletzt, ökologischen Missachtung des Planeten ist, wie Ogger überzeugend darlegt, ein regelrechter „Siegeszug der Moral“ entstanden. „Überall auf dem Globus begannen die Leute, sich nach mehr Anstand, mehr Moral zu sehnen“. Was vielleicht an sich nichts Schlechtes ist, andererseits aber, wie Ogger ebenso akribisch wie auch mit teils humorvoll aufzeigt, überschlägt in eine „Diktatur der Moral“, die vor allem eines macht, nämlich in weiten Teilen (wieder) unfrei. Ganz davon abgesehen ist zudem gar nicht wirklich klar, ob diese „äußere Moral“ nun auch „innere Veränderungen“ tatsächlich hervorrufen an den „Schaltstellen von Macht und Geld“, oder eben nur dem nun gerade mal moralisch orientierten Volk neue Etiketten vor Augen hält, um munter weiter die Schraube des Konsums und der Bereicherung mit unschuldigen Augen zu drehen. Und eine ganze Reihe „überforderter Tugendwächter“ eher hilflos zurück zu lassen. So interessant Ogger das alles auch aufbereitet (mit einer ganzen Menge von „Aha-Effekten“ bei den Lesern, es fehlt ein stückweit die Synthese nach der Analyse. „Die Diktatur der Moral wird das 21. Jahrhundert prägen“. Ein Buch, das keine fertigen Programme bietet, ein wenig zu sehr im rein Darstellenden verbleibt, aber den Finger pointiert auf eine offenkundig aus dem Ruder laufende Entwicklung legt und mit seinen vielen Beispielen und teils polemischen Zuspitzungen sicher das erreicht, was Ogger vor allem befördern möchte: Die Auseinandersetzung und den Dialog über seine Beobachtungen und Schlüsse.

    Mehr
    • 2
  • "Wo die Moral ihre Macht zeigt, ist die Heuchelei nicht weit."

    Die Diktatur der Moral

    kvel

    01. May 2015 um 22:02

    "Wo die Moral ihre Macht zeigt, ist die Heuchelei nicht weit." (Zitat vom Buchrücken) Inhalt: Das Sachbuch zeigt anhand vieler Beispiele, wo die "neue Moral" überall an zu treffen ist; in der Politik, im Wertesystem der Gesellschaft, usw. Dabei hat diese Moral natürlich auch Auswirkungen und Folgen. Denn diese Moral kann auch als ein Korsett für unser Verhalten und unsere Wertvorstellungen und somit gegen unsere persönliche Freiheit verwendet werden. "Unter dem Vorwand, Moral und Sicherheit zu garantieren, setzen die Staaten modernste Überwachungstechnik ein. Dient die Moral am Ende nur der Kontrolle der Bürger?" (gemäß Umschlaginnenseite). Meine Meinung: Der Autor hat, meiner Meinung nach, sehr gute Ansätze: Moral ist auf jeden Fall ein Machtinstrument! Mit seinen Ausführungen öffnet er einem als Leser die Augen. Allerdings sind mir des Öfteren die Argumentationpunkte des Autors nicht stringent genug. Fazit: Haben wir oftmals keine anderen Probleme als das ewige Moralisieren und uns über andere und alles mögliche zu echauffieren?! Und ob man durch das ewige "Klein-Klein" des moralischen Tunnelblicks nicht Gefahr läuft das "Große Ganze" aus den Augen zu verlieren. Wichtige Erkenntnis: Nichts und niemand kommt dagegen an, wenn es gesellschaftlich als "unmoralisch" eingestuft ist - egal, ob richtig oder nicht.

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks