Günter Ohnemus

 3.6 Sterne bei 41 Bewertungen
Autor von Der Tiger auf deiner Schulter, Siebzehn Tage im August und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Günter Ohnemus

Günter Ohnemus wurde am 29. Januar 1946 in Passau geboren. Er lebt als freier Schriftsteller, Literaturkritiker und Übersetzer aus dem Englischen in der Nähe von München. Für seine Arbeit wurde er unter anderem 1994 mit dem »Marburger Literaturpreis« und 1998 mit dem »Alfred-Kerr-Preis« sowei dem »Tukan-Preis« ausgezeichnet. Er hat vor allem Keith Abbott, Richard Brautigan und Myron Levoy übersetzt. Von ihm selbst erschien zuletzt 2008 der Roman »Alles was du versäumt hast«.

Alle Bücher von Günter Ohnemus

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Siebzehn Tage im August

Siebzehn Tage im August

 (9)
Erschienen am 12.04.2011
Alles was du versäumt hast

Alles was du versäumt hast

 (9)
Erschienen am 01.01.2011
Der Tiger auf deiner Schulter

Der Tiger auf deiner Schulter

 (10)
Erschienen am 01.09.2005
Ava: oder Die Liebe ist gar nichts

Ava: oder Die Liebe ist gar nichts

 (2)
Erschienen am 20.08.2014
Siebenundsechzig Ansichten einer Frau

Siebenundsechzig Ansichten einer Frau

 (2)
Erschienen am 20.03.2017
Die letzten Grossen Ferien

Die letzten Grossen Ferien

 (2)
Erschienen am 01.01.1993
Love, Life, Tennis and All That Jazz

Love, Life, Tennis and All That Jazz

 (1)
Erschienen am 01.04.2014

Neue Rezensionen zu Günter Ohnemus

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gsts avatar

Rezension zu "Siebenundsechzig Ansichten einer Frau" von Günter Ohnemus

Wie ein Besuch in einer Gemäldegalerie
gstvor 2 Jahren

„Ich hatte das Gefühl,
wir wären beide nur geboren,
um diesen Abend hier zusammen zu verbringen.
Ich habe dieses Gefühl schon öfter
in meinem Leben gehabt.
Vielleicht ist es so, dass wir manchmal,
wenn wir sehr glücklich sind, allen Leuten gehören,
und die Leute spüren das auch.
Sie können es vielleicht nur nicht ausdrücken,
aber sie spüren es.“


Diese Worte auf der Rückseite des Buches haben mich vor 20 Jahren so angesprochen, dass ich das Buch unbedingt haben musste. Leider gefielen mir die Geschichten, die ich dann las, nicht so gut. So stand das Buch, dessen grünes Cover nur von einem fleischfarbenen Frauenfuß verziert wird, seit Jahren ungelesen in meinem Regal.

Dank der Lovelybooks-Themenchallenge gab ich ihm endlich die Ehre. Und was ich dabei entdeckte, hat mich ehrlich erstaunt: Je weiter ich in der Lektüre vorankam, desto mehr fingen mich die kurzen Geschichten ein. Sie entlockten mir Erinnerung, so manches wissende Lächeln – aber auch Unverständnis.

Der Autor spielt mit Worten und Bildern. Das Buch zu lesen, ist wie ein Besuch in einer Gemäldegalerie. Vor manchen Bildern bleibt man stehen, sucht nach dem Punkt, der einen nicht mehr loslässt; an anderen geht man achtlos vorüber, weil man sie nicht versteht. Es gibt prachtvoll ausgearbeitete Bilder, aber auch spartanisch hingeworfene.

„Ich spiele wirklich sehr gerne“, schreibt der Autor, der 1994 mit dem Marburger Literaturpreis und 1998 mit dem Alfred-Kerr-Preis sowie dem Tukan-Preis ausgezeichnet wurde, in seinem Vorwort. „Alle möglichen Spiele. Und ich packe immer gerne Geschenke aus. Aber ich bin kein Freund einer Literatur, in der es darum geht, dass die Autoren einen Haufen Anspielungen in ihre Bücher einwickeln, nur damit die Leser und ein Expertengruppen sie hinterher wieder auswickeln können. Ich bin eher der Freund einer Literatur, die Anspielungen auf die Welt enthält. Auf die Welt, ohne die die Literatur leer wäre. Und natürlich gehört zur Welt – wenigstens noch eine Zeitlang – auch die Literatur, und deshalb gibt es überall, in fast allen Büchern, literarische Anspielungen. Das ist ja selbstverständlich. Ich rede hier nur von diesem Ein- & Auswickelgeschäft.“

Mir als Leserin kam es so vor, als steigerte sich der Inhalt der in diesem Buch festgehaltenen Momentaufnahmen unaufhörlich. War ich anfangs noch unsicher, ob ich bis zum Ende der 67 Geschichten durchhalte, konnte ich das Buch zum Ende hin kaum noch aus der Hand legen. Vielleicht hatte ich mich nach und nach an den Stil des 1946 geborenen Autoren gewöhnt?

Besonders positiv fiel mir übrigens die Aufmachung des Buches aus dem Maroverlag auf. Auch ohne Schutzumschlag und Lesebändchen lag das Buch angenehm in der Hand und ich empfand das chamoisfarbene Papier ausgesprochen lesefreundlich und augenschonend. Eigentlich traurig, dass dieses Kleinod so lange zwischen anderen Schätzen verborgen geblieben ist. Immerhin schaffte ich es noch zu lesen, ehe es zur Antiquitität wird ... 

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Bardolas avatar

Rezension zu "Ava oder Die Liebe ist gar nichts" von Günter Ohnemus

Günter Ohnemus: großer neuer Roman
Bardolavor 4 Jahren


Ein Mann steht „am Ende oder Anfang der Schützenstraße vor dem Café Anna“ und wartet auf die Konstante in seinem Liebesleben, auf Gloria, die Frau mit dem hexenhaften Lächeln. Wartend erinnert er sich an seine Erlebnisse mit dieser Spionin, dieser amerikanischen Nato-Mitarbeiterin aus Paris und an die Geschichte des hohen Hauses, das da zwischen zwei Straßen zu einem Dreieck zusammenläuft. München mit seinen Gebäuden, Plätzen und Menschen, ja sogar mit seinen Drogeriemärkten bildet sehr viel mehr als nur die Kulisse des neuen Romans von Alfred-Kerr- und Tukan-Preisträger Günter Ohnemus. Der Leser lernt die Pini-Haus-Geschichte ebenso kennen wie die Motive für einen Sockenklau bei Karstadt, die verbotenen Handlungen verliebter Bücherdiebe im Hugendubel am Marienplatz vor dem Regal „Große Gefühle“ oder die besondere Stimmung in der Münchner U-Bahn an einem 24. Dezember. Gerald Romberg, Übersetzer und Autor des Slapstick Romans Blue Boy ist ein hocherotischer Kniefetischist und bibelfester Atheist, der irgendwo im Internet unter der Kategorie „Lebt noch“ und „Beobachtungskandidat“ geführt wird. Gerald, Alter Ego des Autors Günter Ohnemus (geboren 1946), den Die Zeit treffend als „der amerikanische Romantiker der deutschen Literatur“ bezeichnete, soll Christopher Isherwoods Roman Praterveilchen von 1945 neu ins Deutsche übersetzen. Women always recognize a man who wants this thing from them. They come to him, like horses. In der alten Übersetzung steht: Sie spüren es sofort und kommen zu ihm gelaufen wie die Stuten. „Dieser letzte Satz macht alles kaputt. Da wird etwas, das mit Sex fast gar nichts mehr zu tun hat, wieder auf Sex zurückgebracht. Da wird eine Beobachtung, die vielleicht noch niemand so genau gefasst hat, einfach banalisiert“, ärgert sich Gerald. Fortan wird diese Textpassage zu einem Leitmotiv, denn Gerald ist umgeben von sich nähernden und unvergesslichen Frauen: Da ist Geralds Cousine Julia, die sich mit zwanzig Jahren das Leben nahm. Als Julia und Gerald 17 waren, flüchteten sie von zu Hause, blieben neun Monate verschwunden und wurden danach für immer getrennt. Diese Erfahrung prägt Gerald bis zuletzt. Nicht einmal Gloria kann ihm Julia ganz austreiben. Da ist die deutlich ältere Elaine, die dem verzweifelten Studenten in München Literatur und Tennis beibrachte. Da ist Ava, die titelgebende Legende Ava Gardner und zugleich die Tochter von Gloria und Gerald, die sie nie bekommen haben. Aber irgendwann fangen Gerald und Gloria an, Ava in München zu suchen. Sie erfinden sich ihre Tochter und sie finden eine Statue, eine Nofretete und suchen für die sterbende Heldin, für die verstorbene Cousine und die ungeborene Tochter einen sakralen Ort. Und da sind Nora und Nina, zwei Namen, aber eine junge Frau, die sich bei einer Party Gerald nähert. Sie könnte seine Tochter sein. Sie verlieben sich und der alternde Gerald erlebt München in neuem Glanz. Eine grandiose Lovestory voller Querverweise zur US-Kultur und voller Zukunftslust samt Schlittschuhlaufen im Prinzregenten entfaltet sich vor den Augen der besorgten Gloria. Das Ende ist ein Cliffhanger, denn ohne ein Weihnachtswunder droht dem amerikanischen Stenz eine Ménage à trois. Aber der Leser weiß: Mit einem Friseurbesuch, mit windiger Eleganz durch die Isarmetropole stolzierend wird Gerald, dieser charmante Weiberheld seine Frauen weiter verführen. Drei neue Short Stories und einige bereits veröffentlichte Geschichten enthält der Band „Love, Life, Tennis and All That Jazz“, der auch kurzatmigen Lesern die kluge und lässig-elegante Erzählweise des Wahlmünchners näherbringt.
Günter Ohnemus: Ava oder die Liebe ist gar nichts. C.H. Beck. 240 S., Euro 18,95. Love, Life, Tennis and All That Jazz. Maro. 126 S., Euro 16.

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ButterflyBooks avatar

Rezension zu "Siebzehn Tage im August" von Günter Ohnemus

Ein herrliches Buch
ButterflyBookvor 5 Jahren

Das Buch "Siebzehn Tage im August" war wirklich herrlich zum lesen!

Es handelt von Nick, der seinen besten Freund Finn, welcher eine schwere Kindheit hatte, deckt und mit ihm abhaut, als er auf Grund von Mordverdacht gesucht wird. Die beiden lernen eine Studentin kennen, der sie, wie so vielen anderen auch, lauter Lügengeschichten auftischen. Die drei verbringen einen schönen Sommer, aber irgendwann geraten andere in Gefahr, weil Nick und Finn untergetaucht sind. Aus diesem Grund wagt Nick eine gefährliche Jagd nach zwei Männern, die auf der Suche nach ihm und Finn sind. Am Ende wird der Mord aufgeklärt und es gibt (fast) ein Happy End. Nick verliert seine Freunde, weil er einen Mordverdächtigen versteckt hat.

Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen, weil es so fesselnd war! Es ist eine schöne Geschichte über besondere Freundschaften und obwohl ich vieles anders gemacht hätte als Nick, las ich das Buch sehr gerne und kann es nur weiterempfehlen! :)

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Zusätzliche Informationen

Günter Ohnemus wurde am 29. Januar 1946 in Passau (Deutschland) geboren.

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