Günter Wallraff

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Autor von Ganz unten, Aus der schönen neuen Welt und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Günter Wallraff

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Aus der schönen neuen Welt

Aus der schönen neuen Welt

 (55)
Erschienen am 01.10.2009
Der Aufmacher

Der Aufmacher

 (44)
Erschienen am 01.04.2009
Zeugen der Anklage

Zeugen der Anklage

 (8)
Erschienen am 01.01.1979
Industriereportagen

Industriereportagen

 (7)
Erschienen am 13.03.2009
13 unerwünschte Reportagen

13 unerwünschte Reportagen

 (6)
Erschienen am 01.01.2002

Neue Rezensionen zu Günter Wallraff

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Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

Hammer !
supersusivor einem Jahr

Erschütternd, was hier in Deutschland los ist. Man hat ja schon das ein oder andere gehört, aber dass die Zustände so heftig sind und die Verantwortlichen damit durchkommen, hätte ich nie für möglich gehalten.

Danke Herr Wallraff, dass sie die Leute nicht allein lassen, sondern auf diese horrenden Mißstände aufmerksam machen !

Herr Wallraff hat sich in diesem Buch wieder undercover unter´s Volk gemischt und eine Weile als Obdachloser, als Afrikaner, als Psychiatriepatient oder als Arbeiter gelebt. Was er da erleben mußte hat er hier offengelegt. Ob als Brötchenbäcker für Lidl, als Azubi bei einem Sternekoch oder in einem Callcenter, man ist geschockt, dass solche Arbeitsbedingungen hier möglich sind und geduldet werden. Es bleibt ein wenig Hoffnung, dass sich durch dieses Buch und die Reportagen etwas ändert.

Schockiert war ich auch über die Machenschaften der deutschen Bahn. Unfassbar, was dort hinter den Kulissen los ist. Aber die Paketdienstmitarbeiter haben mir noch mehr leid getan. Die ersten Stunden des Tages, in denen sie bereits Schwerstarbeit (wortwörtlich) leisten, indem sie die Pakete vom Band abladen und dann zum und in den LKW schleppen und somit bereits 2x 1 Tonne Gewicht geschleppt und gewuchtet haben (im Akkord), wird nicht bezahlt !!! Es sind arbeitsvorbereitende Maßnahmen, die nicht entlohnt werden. 3 Std. Knochenarbeit täglich für lau. Das gibt´s doch gar nicht, denkt man. Wir sind doch hier in Deutschland, da ist sowas doch gar nicht erlaubt ! Aber es geht eben doch. Und die Menschen, die auf den Job angewiesen sind werden fröhlich ausgebeutet. Die Behörden spielen mit, denn wer kündigt, bekommt eine Sperre und kein Arbeitslosengeld. Und wer das Pech hat, Ausländer zu sein, dem als Arbeitslosen die Abschiebung droht, der arbeitet weiter und muckt nicht auf.

Wie sehr unser Sozialstaat den Bach runter geht, da er von skruppellosen, geld- und machtgierigen Firmenchefs kaputtgewirtschaftet wird, sieht man im vorletzten Kapitel. Dort geht es um Anwälte, die Firmen beraten, wie sie systematisch ihre Mitarbeiter psychisch fertig machen können,(und teils in den Selbstmord treiben, was billigend in Kauf genommen wird), um sie loszuwerden. Rufmord, ungerechtfertigte Kündigungen, Verleumdungen, ausspionieren, Psychoterror auch zuhause, Anzeigen, Demütigungen usw. alles strategisch geplant mit Methode, effizient und zielgerichtet. Besagte Anwälte haben es bevorzugt auf Betriebsräte abgesehen, da diese sich für ihre Kollegen stark machen und auf Einhaltung des Arbeitsrechts achten. Ist man die erstmal los, kann die Firma ungehindert eine Schreckensherrschaft aufbauen und wo die Angst regiert, traut sich keiner was wegen unbezahlter Überstunden, fehlende Sicherheitsstandards, Gesundheitsschäden, Bezahlung unter´m Mindestlohn usw. zu sagen. Diese Anwälte geben sogar ganz öffentlich Seminare oder schreiben Bücher, "Wie werde ich unkündbare Mitarbeiter los". Eine grauenvolle Vorstellung, dass der Arbeitsalltag der Zukunft immer mehr so aussehen wird, denn anscheinend wird diesen Machenschaften kein Einhalt geboten.

Das Buch rüttelt auf, macht betroffen, nachdenklich und vor allem wütend.

Es werden wirklich schockierende Zustände aufgedeckt. Daher ist es auch ein sehr wichtiges Buch, das unbedingt gelesen und weitergereicht werden sollte. Wenn das die Zustände sind, die hier herrschen, sollte man jeden Tag für seinen Job dankbar sein, wenn man da nicht gemobbt wird und sich der Arbeitgeber an geltendes Recht hält. Ich dachte bislang, sowas sei selbstverständlich, aber für viele ist es das nicht. Dies Buch öffnet einem die Augen und sollte von Vielen gelesen werden.

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S

Rezension zu "Der Aufmacher" von Günter Wallraff

Hans Esser
spagettivor 3 Jahren

Günter Walraff schleust sich unter dem Namen Hans Esser in das Unternehmen der Bildzeitung ein.

1977 erschien dieser legendärer Bericht von Günter Walraff schon und er schlug wie eine Bombe ein. Er beschreibt darin, was er alles als Bild-Reporter "Hans Esser" erlebte.

Günter Walraff berichtet, wie es überhaupt zu diesen skandalösen Nachrichten in dieser Zeitung kommt. Seine Reportagen  musste er immer wieder abändern, und überdrehen, damit sie in dieser Tagespresse veröffentlicht werden konnten, denn die Leser sollten und mussten lesen, was die Redaktion von Bild ihm diktierte.

EIn Dutzend Verfahren wurden gegen ihn eingeleitet, er hat sie alle gewonnen.
 
Bravo, Herr Esser.

Fazit: Dieses Buch sollte gelesen werden, es ist eine Meisterleistung. So entsteht die Bildzeitung, liebe Leser.

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S

Rezension zu "13 unerwünschte Reportagen" von Günter Wallraff

13 kritische Sozialreportagen
spagettivor 3 Jahren

Günter Wallraff recherchiert eingehend, ehe er seine Reportagen schreibt.  Er teilt seine Erfahrungen dem breiten Publikum mit.

Schwer verdaulich sind seine Berichte. Niemand möchte in irgendeiner Situation sein, die Wallraff beschreibt und umschreibt. Trotzdem sind ganz viele Menschen irgendwann in ihrem Leben einer von ihm beschriebenen Situation ausgesetzt.

Er schreibt alle seine Erfahrungen, die er in Deutschland gemacht hat. Diese ERlebnisse könnten in irgendeinem anderen Land absolut die gleichen sein. Er schildert über die Sachlagen, die er in den Betrieben vorfindet. Er begibt sich in diese entsprechenden Betriebe unter Pseudonym und schildert vom Standpunkt des Unterworfenen aus.

Die Reportage "Als Alkoholiker im Irrenhaus" hat mich insbesondere schockiert. Er lässt sich als Alkoholiker in die Psychiatrie einliefern, das heisst er begibt sich freiwillig in die Psychiatrie. Wird dann in die geschlossene Abteilung gebracht. Man geht eben davon aus, dass er "nicht alle Tassen im Schrank hat", wie man so sagt, er hat sich freiwillig einliefern lassen.
Viele Prozesse wurden gegen Wallraff geführt, er hat sie alle gewonnen.

Alle diese Reportagen berichten exakt über echte Vorkommnisse in den unterschiedlichsten Situationen.

Fazit: hoffentlich gibt Wallraff nicht auf bei seinen Aufklärungen. Andernfalls müssen wir auf andere Wallraffs hoffen und warten.

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Zusätzliche Informationen

Günter Wallraff wurde am 01. Oktober 1942 in Burscheid bei Köln (Deutschland) geboren.

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