Aus der schönen neuen Welt

von Günter Wallraff 
4,3 Sterne bei55 Bewertungen
Aus der schönen neuen Welt
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Erschütternd, was hier in Deutschland los ist. Man hat ja schon das ein oder andere gehört, aber dass die Zustände so heftig sind und die Ve

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Radio: "Aus der schönen neuen Welt" => Ö1, Zur Person Günter Wallraff, 13.02.2010 | 15:00 Uhr. Ein Porträt des Autors Günter Wallraff.

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Inhaltsangabe zu "Aus der schönen neuen Welt"

Günter Wallraff ist wieder da - Reportagen aus einem reichen, armen Land.

»Ganz unten«, Günter Wallraffs Reportage über den menschenverachtenden Handel mit Leiharbeitern, war mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren einer der größten Erfolge in der deutschen Buchhandelsgeschichte. Jetzt ist Wallraff wieder undercover unterwegs ...

Niemand hat mehr Missstände aufgedeckt als er. Millionen haben seine Bücher gelesen, junge Journalisten nehmen sich an ihm ein Vorbild, wenn sie in Rollen schlüpfen, um die dunklen Seiten der gesellschaftlichen Realität aufzudecken - eine Vorgehensweise, die im Schwedischen wallraffa genannt wird. Doch Günter Wallraff hat sich nicht zur Ruhe gesetzt. Seit einiger Zeit ist er wieder undercover unterwegs. Als »Michael G.« recherchierte er den Alltag in deutschen Callcentern - das Echo auf die in der Zeit veröffentlichte Reportage war gewaltig: Wallraff war Gast in Fernseh- und Hörfunksendungen; zahlreiche Callcenter-Mitarbeiter meldeten sich, die ihm von eigenen Erlebnissen berichteten. Der zweite Coup: Als Niedriglöhner arbeitete Wallraff in einer Fabrik, die für Lidl Brötchen backt, bis zur Erschöpfung, erlitt mehrfach - wie auch seine Kollegen - Brandverletzungen. Dem Lidl-Aufsichtsratschef Klaus Gehrig schlug Wallraff in der Sendung »Kerner« vor, gemeinsam mit ihm zwei Tage lang unter diesen Straflager-Bedingungen zu arbeiten - was dieser ablehnte. Und im Winter 2008/2009 hat Günter Wallraff am eigenen Leibe erfahren, wie Obdachlose in Deutschland leben. Er quartierte sich in Obdachlosenheimen ein und verbrachte die kältesten Tage des Winters auf der Straße, bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad.

Neben einer vierten Rolle, die bis zum Erscheinen geheim bleiben muss, und weiteren Fällen dokumentiert Wallraff in diesem Buch erstmals umfassend die Ergebnisse seiner neuen Recherchen, die auch nach den Presseveröffentlichungen weitergehen. Sein Fazit: In einem reichen Land leben heute immer mehr Menschen ganz unten, und das droht die Gesellschaft zu zerreißen. Gesamtauflage von Ganz unten: über 5 Mio. Exemplare

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462040494
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:01.10.2009
Das aktuelle Hörbuch ist am 19.10.2009 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    supersusis avatar
    supersusivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Erschütternd, was hier in Deutschland los ist. Man hat ja schon das ein oder andere gehört, aber dass die Zustände so heftig sind und die Ve
    Hammer !

    Erschütternd, was hier in Deutschland los ist. Man hat ja schon das ein oder andere gehört, aber dass die Zustände so heftig sind und die Verantwortlichen damit durchkommen, hätte ich nie für möglich gehalten.

    Danke Herr Wallraff, dass sie die Leute nicht allein lassen, sondern auf diese horrenden Mißstände aufmerksam machen !

    Herr Wallraff hat sich in diesem Buch wieder undercover unter´s Volk gemischt und eine Weile als Obdachloser, als Afrikaner, als Psychiatriepatient oder als Arbeiter gelebt. Was er da erleben mußte hat er hier offengelegt. Ob als Brötchenbäcker für Lidl, als Azubi bei einem Sternekoch oder in einem Callcenter, man ist geschockt, dass solche Arbeitsbedingungen hier möglich sind und geduldet werden. Es bleibt ein wenig Hoffnung, dass sich durch dieses Buch und die Reportagen etwas ändert.

    Schockiert war ich auch über die Machenschaften der deutschen Bahn. Unfassbar, was dort hinter den Kulissen los ist. Aber die Paketdienstmitarbeiter haben mir noch mehr leid getan. Die ersten Stunden des Tages, in denen sie bereits Schwerstarbeit (wortwörtlich) leisten, indem sie die Pakete vom Band abladen und dann zum und in den LKW schleppen und somit bereits 2x 1 Tonne Gewicht geschleppt und gewuchtet haben (im Akkord), wird nicht bezahlt !!! Es sind arbeitsvorbereitende Maßnahmen, die nicht entlohnt werden. 3 Std. Knochenarbeit täglich für lau. Das gibt´s doch gar nicht, denkt man. Wir sind doch hier in Deutschland, da ist sowas doch gar nicht erlaubt ! Aber es geht eben doch. Und die Menschen, die auf den Job angewiesen sind werden fröhlich ausgebeutet. Die Behörden spielen mit, denn wer kündigt, bekommt eine Sperre und kein Arbeitslosengeld. Und wer das Pech hat, Ausländer zu sein, dem als Arbeitslosen die Abschiebung droht, der arbeitet weiter und muckt nicht auf.

    Wie sehr unser Sozialstaat den Bach runter geht, da er von skruppellosen, geld- und machtgierigen Firmenchefs kaputtgewirtschaftet wird, sieht man im vorletzten Kapitel. Dort geht es um Anwälte, die Firmen beraten, wie sie systematisch ihre Mitarbeiter psychisch fertig machen können,(und teils in den Selbstmord treiben, was billigend in Kauf genommen wird), um sie loszuwerden. Rufmord, ungerechtfertigte Kündigungen, Verleumdungen, ausspionieren, Psychoterror auch zuhause, Anzeigen, Demütigungen usw. alles strategisch geplant mit Methode, effizient und zielgerichtet. Besagte Anwälte haben es bevorzugt auf Betriebsräte abgesehen, da diese sich für ihre Kollegen stark machen und auf Einhaltung des Arbeitsrechts achten. Ist man die erstmal los, kann die Firma ungehindert eine Schreckensherrschaft aufbauen und wo die Angst regiert, traut sich keiner was wegen unbezahlter Überstunden, fehlende Sicherheitsstandards, Gesundheitsschäden, Bezahlung unter´m Mindestlohn usw. zu sagen. Diese Anwälte geben sogar ganz öffentlich Seminare oder schreiben Bücher, "Wie werde ich unkündbare Mitarbeiter los". Eine grauenvolle Vorstellung, dass der Arbeitsalltag der Zukunft immer mehr so aussehen wird, denn anscheinend wird diesen Machenschaften kein Einhalt geboten.

    Das Buch rüttelt auf, macht betroffen, nachdenklich und vor allem wütend.

    Es werden wirklich schockierende Zustände aufgedeckt. Daher ist es auch ein sehr wichtiges Buch, das unbedingt gelesen und weitergereicht werden sollte. Wenn das die Zustände sind, die hier herrschen, sollte man jeden Tag für seinen Job dankbar sein, wenn man da nicht gemobbt wird und sich der Arbeitgeber an geltendes Recht hält. Ich dachte bislang, sowas sei selbstverständlich, aber für viele ist es das nicht. Dies Buch öffnet einem die Augen und sollte von Vielen gelesen werden.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

    Habe ihn lange vermisst und er hat mit dieser Ausgabe wieder alle Nägel auf den Kopf getroffen. So schreibt und recherchiert nur Wallraff. Leider ist er nicht mehr der Jüngste und mittlerweile zu bekannt. Trotzdem unbedingt lesenswert wie alle seine Bücher, die mich über mehr als 20 Jahre nun begleiten.

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    sarahkolumbuss avatar
    sarahkolumbusvor 8 Jahren
    Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

    "Aus der schönen neuen Welt" ist eine Sammlung verschiedener Reportagen von Günter Wallraff, darunter vier Berichte, in denen er selbst undercover recherchiert hat.
    Wallraff als "Schwarzer" lernt den täglichen ablehnenden Rassismus in Deutschland kennen; als Obdachloser erfährt er die Hürden der Bürokratie, die es den armen Menschen auf der Straße nicht unbedingt erleichtert; als Schichtarbeiter eines Brötchenzulieferers von Lidl erfährt er den Druck, Lohndumping und die geforderte "Flexibilität" auf dem derzeitigen globalisierten Arbeitsmarkt.
    Besonders unfassbar auch das Kapitel über die Betrügereien der Callcenter, wo ehrliche Menschen mit massiven Erfolgsdruck geschult werden, den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Schockierend traurig in diesem Zusammenhang:
    "Einsamkeit ist etwas, das ein geschickter Callagent sofort ausnutzen muss - sie macht verletzlich, gerade dann, wenn der Angerufene in der anonymen Situation des Telefongesprächs den Mut aufbringt sich anzuvertrauen. Einsamkeit ist eine Krankheit unserer Gesellschaft: Callagenten werden von sozial isolierten Menschen wie Helfer eingelassen - und diese bezahlen dafür teuer mit Kaufverträgen für allen möglichen Schrott."
    Auch in den weiteren recherchierten Reportagen aus dem "reichen, armen Land" wie beispielsweise der Ausbeutung bei Starbucks und der Restaurantbranche, massives Mobbing und Bespitzelung bei der Deutschen Bahn oder - besonders schockierend -Psychoterror der Anwälte des Schreckens, zeigt Wallraff die Missstände unserer Gesellschafft auf. Soziale Kälte und vor allem und immer wieder Geldgier, Habgier, Neid und Missgunst sowie Ignoranz und Desinteresse scheinen an der Tagesordnung zu stehen.
    Eine "schöne" Lektüre ist etwas Anderes und trotzdem sollte man dieses Buch lesen,
    denn je mehr Aufmerksamkeit man den Missständen unserer fast schon frühkapitalistischen Gesellschaft schenkt, desto eher können diese vielleicht (hoffentlich) behoben werden.

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    bogis avatar
    bogivor 9 Jahren
    Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

    Endlich wieder ein echter Wallraff. Die erste Reportage passt zwar nicht ganz ins Bild (Wallraff als eingfärbter Dunkelhäutiger).
    Die Szenerien wirken doch eher clownesk, wenngleich tatsächlich Betroffene das nicht
    wirlich komisch finden werden. Bei den anderen Berichten übertrifft sich der Grossmeister des invesitgativen(?) Journalismus aber wieder selbst. Besonders die Einblicke in die Billigbäckerei für Lidl und der Blick hinter die Starbucks Fassade machen doch einigermassen betroffen. Von der DB hat man das doch eher so erwartet. Man muss feststellen, dass sich Günter Wallraff für den echten unverfälschten Blick in unsere Gesellschaft erneut unverzichtbar gemacht hat. Das Land wäre ärmer ohne ihn.

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    Reamonns avatar
    Reamonnvor 9 Jahren
    Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

    Wem Aufbackbrötchen von Lidl und Starbucks-Kaffee noch schmecken, wer beschwerdefrei in der Bahn sitzt oder bei einem nicht beauftragten Call-Center-Anruf den Hörer nicht direkt draufknallt - der hat das Buch nicht gelesen. Wer interessiert ist, zu erfahren, was hinter den Kulissen in unserem schönen Land so abgeht, der sollte es lesen!

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    atoemchens avatar
    atoemchenvor 9 Jahren
    Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

    Sehr interessantes Buch. Ich hätte ja schon gedacht, dass es hinter den Kulissen schlecht zugeht. Aber was Günter Wallraff hier teilweise berichtet... So schlimm hätte ich es mir doch nicht vorgestellt. Der erste Bericht in diesem Buch passt leider nicht so sehr zu den anderen. Lesenswert ist er trotzdem. Für alle die einmal hinter die Kulissen blicken wollen ein empfehlenswertes Buch.

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    varietys avatar
    varietyvor 9 Jahren
    Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

    Ich habe schon viele Bücher von ihm gelesen. Deshalb ist meine Kritik vielleicht verständlich. Wallraff deckt wiederum viele Missstände auf, auch im 21. Jahrhundert. Was ich schade fand war, dass er nicht überall verdeckt aufgetreten ist, sondern oft von Informanten berichten lässt. Das ändert zwar nichts an der Tatsache, dass diese Ausbeutungen oder Mobbingversuche klar zu verurteilen sind. Aber es ist eben nicht mehr der "alte" Günter Wallraff. Gewisse Kapitel sind mir ausserdem zu lang geraten (Callcenter, Starbucks, DB). Weniger ist eben schon manchmal mehr...

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    weilis avatar
    weilivor 9 Jahren
    Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

    Dieses Buch ist ein Muss für jeden der sich für Journalismus interessiert. Wallraff schafft es einen tollen Einblick in das Leben verschiedener (Rand-)Gruppen zu bekommen. Vor allem die Einblicke in das Leben von Obdachlosen und Ausländern haben mich persönlich am meisten betroffen. Es ist wirklich tragisch wie mit diesen "Randgruppen" umgegangen wird....wir sollten uns alle wirklich dafür schämen. Ich war beim Lesen extrem betroffen.
    Dieses Buch lehrt uns, dass unsere Gesellschaft ein Umdenken braucht, damit wir alle gut miteinander auskommen.
    Ein kleiner Kritikpunkt wäre, dass Wallraff die Situationen teilweise herausgefordert hat um so die Situationen überspitzt formulieren zu können. Das hat mich etwas gestört. Aber ansonsten gibt es wirklich nichts daran auszusetzen und ich würde es jedem empfehlen, der sich für investigativen Journalismus interessiert. Aber nicht nur diesen sondern eigentlich allen Personen, welche Vorurteile gegenüber bestimmten Bevölkerungsschichten haben um endlich anders zu denken und toleranter zu sein.

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    Molkss avatar
    Molksvor 9 Jahren
    Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

    Ein Blick in die Gesellschaft: ungeschönt und echt.

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    Duffys avatar
    Duffyvor 9 Jahren
    Rezension zu "Aus der schönen neuen Welt" von Günter Wallraff

    Seit nunmehr vierJahrzehnten arbeitet Wallraff als, ja, als was nun, als Journalist oder als Deutschlands schlechtes Gewissen? Wer dieses Buch zur Hand nimmt, weiß, was ihn erwartet, nur, dass man nicht vermutet, in welcher Intensität die einzelnen Fälle wirklich stattfinden. Brauchen wir das, brauchen wir einen Wallraff?
    Eindeutig ja, denn in einer Zeit, in der moralische und humanistische Werte immer mehr ins Hintertreffen geraten, einer Zeit, in der das Menschsein vom Diktat kapitalgelenkter Minderheiten bestimmt wird, brauchen wir ausgesprochene klare Worte. Wenn uns diese dann noch motivieren können, im Alltag hinzusehen und unsere Erkenntnisse in Handlungen umzumünzen, dann dürfte sich auch der Autor den Lohn für seine Arbeit einstreichen. Schade, dass wir einen Wallraff
    brauchen, sehr gut, dass es ihn gibt.

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