Ganz unten

von Günter Wallraff 
4,1 Sterne bei82 Bewertungen
Ganz unten
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Dieses Buch löst bei mir nur Kopfschütteln aus über die Reaktionen, die da kamen. Mich würde interessieren, ob die Reaktionen heute noch di...

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Inhaltsangabe zu "Ganz unten"

Zahlr. Abb. 254 S.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783462017168
Sprache:
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:254 Seiten
Verlag:Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum:01.03.1990

Rezensionen und Bewertungen

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    illuniss avatar
    illunisvor 4 Jahren
    Krass!!

    Ich mag Günter Wallraff Bücher ja ohnehin sehr gerne und auf einem Trödelmarkt kam ich an dieses Buch.
    Ich fand es sehr krass zu lesen wie Ausländer auf dem Arbeitsmarkt behandelt und missachtet werden. Vor allem fand ich es erschreckend zu lesen wie diese Männer im AKW "verheizt" werden und für dumm verkauft werden. Das was bei Thyssen abläuft/lief ist natürlich auch nicht weniger schrecklich. Ich finde es immer wieder erstaunlich wie die Welt tickt und Günter Wallraff die wahren Begebenheiten ans Licht bringt. Klar, das Buch ist schon was älter und ich wüsste gerne ob es noch genauso läuft... aber allein die Tatsache das es damals so gelaufen ist, ist einfach erschreckend, ich kann mir nicht vorstellen das sich viel geändert hat, in Zeiten von Leiharbeit etc...
    Günter Wallraff hat sich wiedermal in Gefahr begeben um uns die Augen zu öffnen.

    Kommentare: 1
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    rumble-bees avatar
    rumble-beevor 8 Jahren
    Rezension zu "Ganz unten" von Günter Wallraff

    Dieses Buch habe ich als Teil meines diesjährigen, mir selbst auferlegten Lesepensums gelesen - ich wollte einmal 30 Klassiker von meiner Liste streichen, die schon zu lange in meinem Regal verstauben. Nun, der erste Schritt ist getan. Ich kann nun verstehen, warum dieses Werk berühmt wurde, warum es Aufsehen erregte, und warum es sogar im "Buch der 1000 Bücher" landete. Und dennoch, zu mehr als drei Sternen mag ich mich nicht hinreißen lassen. Denn so bin ich nun mal als Leser - ich lasse mich zwar vom "Ruf" eines Buches durchaus leiten, kann aber die rein literarische Beurteilung, also die "Lesbarkeit" an sich, nicht völlig außer acht lassen.

    Sicher, die Inhalte sind leider nach wie vor brisant und erschütternd, und auch ich habe an manchen Stellen fassungslos den Kopf geschüttelt. Günter Wallraffs Mut ist sehr zu bewundern, zumal man weiß, dass er in diesem Stil weitergemacht hat - trotz zahlreicher Angriffe.

    Doch Kritikpunkte habe ich eben auch - und die beziehen sich rein auf das Buch, "als Buch". Nicht auf die Inhalte! Erstens: Wallraff hat sich, als Türke "Ali" getarnt, in verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen umgesehen. Er war bei McDonald's, auf einer politischen Kundgebung, im Fußballstadion, bei der katholischen Kirche, bei der Pharmazie - und als Leiharbeiter im Stahlwerk. Doch leider werden diese verschiedenen Bereiche im Buch nicht gleich gewichtet. Ich persönlich hätte beispielsweise die Arbeit bei McDonald's am interessantesten gefunden, doch die wird auf kaum 20 Seiten abgehandelt. Auch die Kundgebung und das Fußballstadion bekommen nicht sehr viel mehr Raum. Den weitaus größten Teil des Buches über beschreibt Wallraff seine Erlebnisse als Leiharbeiter, der unter unmenschlichsten Bedingungen Staub und Schlacke an Hochöfen und Förderbändern entfernen muss. Doch warum? Hat er hier die meiste Zeit verbracht? Hat er hier am meisten Freunde gefunden? Der Leser erfährt es nicht. Und das finde ich ausgesprochen schade. So kann ich nur vermuten, dass er nach persönlichen Vorlieben gegangen ist, was er am ausführlichsten schildern soll. Doch das kann für mich nicht der Sinn einer wirklichen journalistischen Reportage sein.

    Überhaupt finde ich, dass die zeitlichen Angaben völlig vage bleiben. Sicher verstehe ich, dass er seine ehemaligen Kollegen hat schützen wollen. Doch es wird nicht einmal ansatzweise der Versuch gemacht, einmal konsequent seine eigenen Lebensumstände während dieser Zeit, einen Tagesablauf, oder seine tägliche Maskerade zu schildern. Viele Details bleiben mir einfach unklar. Wenn er beispielsweise als Stahlarbeiter Doppelschichten hat fahren müssen, aber ständig Perücke und Schnurrbart trug, dann verstehe ich nicht, wie er nicht viel früher aufgeflogen ist. Das muss doch, bei all der Hitze und dem Dreck, verrutscht sein...?? Und die gefärbten Kontaktlinsen, bei all dem Staub in der Luft, wie ging das überhaupt?? Und nur ein einziges Mal soll ein Kollege etwas gemerkt haben, als er sich Notizen machte. (Man bedenke, es war in den 80er Jahren, da gab es noch nicht so viele elektronische Medien!) Das finde ich einfach unglaubwürdig. Es gibt noch weitere Fragen, die nicht im Buch geklärt werden. Wie war das Verhältnis zu den Nachbarn? Was war mit dem Kontakt zur eigenen Familie? zum Verlag? Wann und wie hat er sich seinen Kollegen zu erkennen gegeben? und so weiter.

    Ja, ich finde, dass er sich um einen der wichtigsten Teile im Buch tatsächlich "drückt". Er hatte es geschafft, aus dem Dreck des Stahlwerkes aufzusteigen, zum Chauffeur des Chefs der Leiharbeiter-Agentur, Adler. Doch er schildert eben nicht, wie er aus dieser Nummer wieder rauskam! Und ob Adler ihn enttarnte, oder nicht. Ob er hinterher verklagt wurde, oder nicht. Wie die Kollegen reagierten. Das hat mich doch gewurmt! Das Buch endet einfach, und zwar mit einer gestellten Episode, eine Falle, in die sie diesen Adler tappen lassen. Zusammen mit zwei Schauspiel-Kollegen fingiert Wallraff einen hochgefährlichen und natürlich illegalen Auftrag in einem Atomkraftwerk. So gerade eben schaffen sie es, dass Adler zwar annimmt, er also überführt ist, sie den Auftrag aber dennoch nicht ausführen müssen. Hm, doch wie kam überhaupt der Kontakt zu diesen Schauspielern zustande? wie konnte Wallraff überhaupt Zeit dafür haben, sie zu kontaktieren? Hatte er ein eigenes Telefon in dieser Bruchbude in der Dieselstraße?? Fragen über Fragen, die wieder im Raum stehen bleiben.

    Als letzten Kritikpunkt möchte ich noch die Sprache erwähnen. So leid es mir tut, aber auch wenn man erschütternde Inhalte schildert, dann sollte man als Journalist so professionell sein, die Geschehnisse für sich sprechen zu lassen, und nicht den vorgeführten Personen die eigene Meinung (in Klammern) in den Mund zu legen. Das gehört sich erstens nicht, und zweitens hätte es sich auch erübrigt. Besonders bei der Schilderung der Episode mit der Katholischen Kirche, als sich "Ali" angeblich taufen lassen will, fiel mir das auf. Wallraff konnte es einfach nicht lassen, jedem Pfarrer in Klammern seine eigene Interpretation der Antworten beizugeben. Das finde ich schlicht störend, und unprofessionell. Und außerdem - dieser angeblich türkische Akzent, den er sich da zugelegt hat, der war absolut grausam, und in keinster Weise glaubwürdig! Na, vielleicht sind wir Heutigen da auch besser drauf eingestellt; wir haben eben doch schon mehr Umgang mit ausländischen Mitbürgern und ihrer Sprache, so etwas fällt uns auf. Aber es will mir einfach nicht in den Kopf, dass damals sogar gebildete Leute auf diese angebliche Ausländersprache hereingefallen sind.

    Insgesamt gesehen, würde ich das Buch durchaus als Klassiker weiterempfehlen - aber ich würde auch dazu sagen, aus welcher Zeit es stammt, und dass die Geschichte der Reportage in Buchform seit damals deutliche Fortschritte gemacht hat.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Ganz unten" von Günter Wallraff

    "Ganz unten" von Günter Wallraff - ein Fund im Bücherregal meiner Eltern, gestern mitgenommen, heute ausgelesen.

    Wallraff deckt in seinem Bericht Umstände auf, unter denen Ausländer in der BRD der 80er Jahre leben, arbeiten und täglich diskriminiert werden. Dazu schlüpfte er in die Rolle des Türken Ali und meint sogar über sich selbst, in dieser Rolle nicht wirklich "unenttarnbar" zu sein. Dennoch gelangt "Ali" an Jobs, die keiner freiwillig machen würde - außer jemand, der überleben will, der sonst ausgewiesen wird oder für den es eine Frage der Ehre ist, sein eigenes Geld zu verdienen.

    Aber Wallraff zeigt nicht nur die Abgründe und kriminellen Machenschaften deutscher Großunternehmen auf, sondern weist auch auf die alltägliche Diskriminierung hin - sei es bei einem Fußballspiel oder in der katholischen (!) Kirche.

    Insgesamt ein schockierendes Zeugnis aus unserem Land, damals wie heute. Ich glaube nicht, dass die Geschichten, die darin erzählt werden, alle der Vergangenheit angehören. Wallraffs Methoden und sein Auftreten (sich in die Opferrolle begeben) mögen umstritten sein, sie belegen aber etwas, was eigentlich jeder weiß: Dass die Diskriminierung und Ausbeutung von Menschen nach wie vor stattfindet.

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    wildfires avatar
    wildfirevor 9 Jahren
    Rezension zu "Ganz unten" von Günter Wallraff

    ich habe das buch mit 15,16 jahren gelesen.kann mich aber den anderen rezis anschließen.

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    MRKariOSs avatar
    MRKariOSvor 9 Jahren
    Rezension zu "Ganz unten" von Günter Wallraff

    Sehr erschütternt was in Deutschland so passiert.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Rezension zu "Ganz unten" von Günter Wallraff

    Soeben habe ich das Buch schüttelnd zur Seite gelegt. 120 Seiten haben mir gereicht um einen unheimlichen Einblick in die Arbeit und Arbeitsumstände von Leiharbeitern zu bekommen. Der Ali entgegengebrachte Fremdenhass kreiert ein Gefühl der Beklemmung, weshalb ich das Buch schwer beeindruckt zur Seite lege. Gott sei Dank liegen zwischen Wallraffs Aufdeckungen 25 Jahre und hoffentlich hat sich seit dem einiges geändert.

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    Jens65s avatar
    Jens65vor 10 Jahren
    Rezension zu "Ganz unten" von Günter Wallraff

    Man kann sich oft nicht vorstellen, wie so etwas in heutiger Zeit noch möglich ist. Günter Wallraff hat eine düstere Dokumentation über das Leben als Ausländer in Deutschland zum Besten gebracht, unter Risiko seiner Gesundheit. Auch wenn das Buch schon in den 80er Jahren erschienen ist, behandelt es eine Problematik, die bis heute brand-aktuell geblieben ist. Interessant auch die Dokumentation der kläglichen Versuche diverser Großunternehmen (u.a. auch McDonalds), die Veröffentlichung dieses Buches zu verhindern.

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    Kunis avatar
    Kunivor 11 Jahren
    Rezension zu "Ganz unten" von Günter Wallraff

    Nach 20Jahren, es hat sich fast nichts geändert

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Kurzmeinung: Dieses Buch löst bei mir nur Kopfschütteln aus über die Reaktionen, die da kamen. Mich würde interessieren, ob die Reaktionen heute noch di...
    F
    FerDiad

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