Günter de Bruyn

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Lebenslauf von Günter de Bruyn

Kritische Auseinandersetzungen und satirische Texte: Der deutsche Schriftsteller Günter de Bruyn wurde 1926 in Berlin geboren. Seine Kindheit verbrachte er ebenfalls in Berlin, in den Stadtteilen Britz und Neukölln. In den Jahren 1943 bis 1945 war er als Soldat aktiv am zweiten Weltkrieg beteiligt und wurde nach Kriegsende aus amerikanischer Haft entlassen. Nachdem er wegen einer Kopfverletzung in ein Lazarett musste, fand er eine Arbeitsstelle als Landarbeiter und wurde 1946 bei seiner Rückkehr nach Berlin als sogenannter "Neulehrer" ausgebildet. Später arbeitete er dann nach einer Fortbildung zum Bibliothekar acht Jahre am Zentralinstitut für Bibliothekswesen in Ost-Berlin und war währenddessen auch als Dozent tätig. Erst seit 1961 lebt er als freier Schriftsteller. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Preisverleihung", "Neue Herrlichkeit", "Zwischenbilanz. Eine Jugend in Berlin“, „Vierzig Jahre" und "Ein Lebensbericht“.1965 bis 1976 ist er Mitglied des Zentralvorstandes des Schriftstellerverbandes der DRR gewesen. Von 1974 bis 1982 war er ebenfalls im Präsidium des PEN-Zentrums der DDR. Seit 1991 ist er Mitglied des Pen-Zentrums der BRD. Den damaligen Nationalpreis der DDR lehnte er wegen des Verhaltens der Regierung strikt ab. Derzeit lebt er in Berlin und Görsdorf.

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Der neunzigste Geburtstag
Neu erschienen am 26.09.2018 als Hardcover bei S. FISCHER.

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Günter de BruynTristan und Isolde
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Tristan und Isolde
Tristan und Isolde
 (25)
Erschienen am 01.05.1988
Günter de BruynDas Leben des Jean Paul Friedrich Richter
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Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter
Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter
 (8)
Erschienen am 09.12.2011
Günter de BruynAls Poesie gut
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Als Poesie gut
Als Poesie gut
 (5)
Erschienen am 12.10.2006
Günter de BruynBuridans Esel
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Buridans Esel
Buridans Esel
 (5)
Erschienen am 01.05.1977
Günter de BruynDie Zeit der schweren Not
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Die Zeit der schweren Not
Die Zeit der schweren Not
 (4)
Erschienen am 08.09.2010
Günter de BruynZwischenbilanz
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Zwischenbilanz
Zwischenbilanz
 (4)
Erschienen am 01.08.1994
Günter de BruynVierzig Jahre
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Vierzig Jahre
Vierzig Jahre
 (4)
Erschienen am 01.12.1998
Günter de BruynPreisverleihung
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Preisverleihung
Preisverleihung
 (3)
Erschienen am 01.05.1993

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Neue Rezensionen zu Günter de Bruyn

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Eleonoras avatar

Rezension zu "Tristan und Isolde" von Günter de Bruyn

Sehr schöne Nacherzählung!
Eleonoravor 6 Monaten

Nachdem ich den Film von 2006 schon mehrfach gesehen habe wollte ich nun endlich einmal die wahre Geschichte von Tristan und Isolde kennenlernen. 
Da mir die Originalversion von Gottfried von Straßburg auf mittelhochdeutsch doch sehr schwer vorkam (verstand so gut wie nichts), griff ich zu dieser vereinfachten aber dennoch vollständigen Nacherzählung.
Es ist wirklich eine wunderschöne und auch abenteurliche Geschichte. Tristan der einen Drachen bekämpft und in den Krieg zieht um seinen Liebeskummer zu vergessen. Isolde, die so wunderschön gewesen sein soll, dass man dachte die Sonne geht ein zweites mal auf wenn man sie sah. König Marke der fast wahnsinnig wurde vor Eifersucht. Mir persönlich hat die Geschichte besser gefallen als Romeo und Julia. Der Film von 2006 ist wirklich sehr schön, wird aber dem Ganzen nicht gerecht, was denke ich mit einem einzigen Film auch nicht möglich ist. Es steckt so viel mehr darin. Meiner Meinung nach könnte man aber eine tolle TV Serie daraus machen irgendwann ;)

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franzzis avatar

Rezension zu "Preisverleihung" von Günter de Bruyn

Die Angst des Laudators vor der Rede
franzzivor 4 Jahren

"Irene Overbeck gehörte nicht zu den von Tragik umwitterten Gestalten, die an der Inkongruenz von Ideal und Wirklichkeit zu zerbrechen drohen. Sie hat die Fähigkeit, sich ihren Vorstellungen von der Wirklichkeit auch zu erfreuen, wenn diese ihnen nicht entsprach." (S. 63)


Günter de Bruyn schildert in seinem Roman von 1972 einen einzigen Tag im Leben der Familie Overbeck. Ein Tag, an dem Vater, Mutter und Tochter um ihre Zukunft bangen und in der Gegenwart, just an diesem einen Tag, das Scheitern erleben, jeder für sich und doch alle zusammen. 

Mir wurde der Roman empfohlen von einem Kameruner, der nach Leipzig kam, um hier zur DDR-Literatur zu promovieren. Ihm sei kaum je ein Roman in die Hand gefallen, der so genau beobachte und so geschliffen und gekonnt die deutsche Sprache einsetze, sagte er. Jetzt, vier Jahre später, und ohne zu wissen, wo er inzwischen ist, kann ich ihm nur Recht geben. 

Der Romantitel "Preisverleihung" gibt schon den großen Rahmen dieses einen Tages vor. Dr. Teo Overbeck soll eine Rede halten, eine Preisrede, eine Laudatio auf den Schriftsteller Paul Schuster. Doch Overbeck windet sich. Nicht, weil er Paul Schuster von früher kennt und ihm einst die Frau ausspannte, auch wenn seine Frau eher sagen würde, er habe sie vom egozentrischen, alles vereinnahmenden Paul gerettet. Nicht, weil es just die nun gedruckte Fassung des Romans ist, an dem Paul in ihrer gemeinsamen Zeit in einer Wohnung in Berlin feilte und dessen Druck er damals selbst verweigerte. Nein, es liegt vielmehr an den Veränderungen am Roman, die Paul seitdem eingebaut hat, um ihn gesellschaftsfähig - und aus Sicht der Staatsspitze preiswürdig zu machen. Ein Plan der aufging, und der Teo Overbeck zutiefst zuwider ist. Trotzdem muss er die Laudatio halten - und weiß nicht wie.

Seine Tochter indes ringt mit sich, weil sie nicht weiß, ob und wie sie ihren Schwarm ansprechen soll - und was passiert, wenn die Nachricht kommt, ob sie, wie sehnlichst gewünscht, Psychologie studieren darf oder nicht. Und Irene Overbeck schließlich, die Frau mit dem scheinbar unzerrüttbaren sonnigen Gemüt, hat Angst vor dem Wiedersehen mit dem einstigen Liebhaber, denn sie fürchtet um ein Geheimnis, das sie all die Jahre so gut behütet glaubte. 

Und so flechtet de Bruyn die drei Einzelgeschichten dahin, mit einer großen Portion Ironie, gerade wenn er seinen Doktor mit den Universitätskollegen der Literaturwissenschaft über Literatur und Politik diskutieren lässt, über das Problem der Pflicht versus der eigenen Überzeugung. Der Hohn über die hohen Reden der Politiker und den Karrieristen in ihrer Umgebung ist kaum versteckt und wunderbar pointiert. 

Da wundert es wenig, dass de Bruyn in den 1980er Jahren zu denjenigen Schriftstellern gehörte, die offen und unverhohlen ihre Kritik an der Politik der DDR-Spitze aussprachen. Und es wundert ebenso wenig, dass der S.Fischer-Verlag ausgerechnet de Bruyns Bücher nach der deutschen Wiedervereinigung wieder aufgelegt hat. 

Bereits in seinem vorher entstandenen Roman "Preisverleihung" sind die Beobachtungen geschliffen, alle Personen, analysieren knallhart sich selbst, ihre eigene Situation und ihre Umgebung. - Zumindest an diesem einen Tag, an dem Tag, an dem so viel schief zu gehen droht. 

"Er war damals von einer Literatur beeindruckt, die den Zugang zur Wirklichkeit mehr verbaute als eröffnete, umgab sich mit Leuten, die wie er Wunschvorstellungen für Realität, Realität für Schönheitsfehler hielten und mit uneingestandenem Hochmut auf Leute herabsahen, die ihnen unterentwickelt schienen. Sie verdammten alle Elitetheorien und waren in ihnen befangen. Weil der Turm, in dem sie hausten, nicht aus Elfenbein war, schien er ihnen kein Turm zu sein. Sie konnten von ihm aus nur weit sehen, bis in die Zukunft, über die sie alles wussten, besonders aber, daß sie ihnen gehörte." (S. 35)

Kommentare: 2
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M

Rezension zu "Das Leben des Jean Paul Friedrich Richter" von Günter de Bruyn

Hervorragende und wegweisende Biographie
michael_lehmann-papevor 6 Jahren


 

Am 21. März 2013 jährte sich der Todestag des Schriftstellers Jean Paul zum 250. Mal. Grund genug, die wegweisende und fundierte Biographie Günter des Bruyns nach knapp vier Jahrzehnten zu überarbeiten und neu aufzulegen. Eine sachte Bearbeitung im Übrigen, die vor allem dem Anliegen De Bruyns Rechnung trug, den Leser nicht nur über das Leben und Werk Jean Pauls umfassend zu informieren, sondern ihn zudem für dieses Werk immer wieder auch neu zu motivieren.

 

Ein Vorhaben, welches in dieser Biographie überaus gelungen im Raum steht, denn De Bruyn führt mit Empathie, eigener Leidenschaft und sachkundig zu Person und Werk des Schriftsteller hin und nutzt hierfür auch im eigenen Stil eine lebendige und flüssige Sprache. Eine Flüssigkeit, die in der vorliegenden Neubearbeitung noch gezielter spürbar gestärkt wurde.

 

Ein heranführen an eine literarische Persönlichkeit, die sich allen eindeutigen Klassifizierungen entzieht, die in ihrem Werk ganz eigene Wege ging und damit ein beachtenswertes literarisches Vermächtnis hinterlassen hat. Was sich schon zu seinen Lebzeiten niederschlug , nicht nur, aber auch und gerade in Berlin, das Jean Paul 1800 das erste Mal besuchte. Dort „wurde er so viel gefiert wie nie zuvor oder danach“. Erwähnenswert vor allem, weil die Atmosphäre Berlins um diese Zeit durchaus inneren Widerhall in Jean Pauls Wesen fand, wie De Bruyn erläutert. Ein engerer Austausch zwischen Adel und Bürgertum, der „Atem der Freiheit“, der ihm entgegen wehte und dem er sich schon seit jungen Jahren im Sinne der Aufklärung verbunden fühlte. Und nicht zuletzt, auch hier setzt De Bruyn ein klares Licht auf Jean Paul, die „vielen, vielen Frauen“, die Jean Paul verehrend umlagerten. Den Genüssen des Lebens, an erster Stelle übrigens dem reichlichen Biergenuss, war Jean Paul keineswegs abgeneigt.

 

Weibliche Offerten im Übrigen, denen Jean Paul durchaus Reiz abgewann, denen er aber kaum wirklich real dann Taten folgen ließ. „--- aber die Wirklichkeit wirkte auf beide Gemüter erkältend“. Jean Pauls Welt waren Briefe, Andeutungen, schriftliche Schwärmerei. Mehr als einmal kühlten nach realen Begegnungen dann auch die Briefwechsel deutlich ab.

 

Schreiben war seine Welt, für das Schreiben ließ er alles andre zweitrangig sein, beim Studium schon angefangen. Breit ist die Hinterlassenschaft Jean Pauls und gar nicht einfach ist es, einen passenden Einstieg zu finden. An der Hand De Bruyns aber klärt sich hier die Lage durchaus. Das Werk wird, hier und da eher komprimiert, hier und da auch breiter, vor Augen geführt und in seinen Schwerpunkten dargestellt, so dass ein klarer Überblick für den Leser entsteht. Und ebenso deutlich wird, wie „modern“ Jean Paul in seiner intellektuellen Schärfe, seiner kritischen Beobachtungsgabe und seinem Blick für die Eigenarten und Ausdrucksformen vielfacher Persönlichkeiten sind.

 

Als „Kind der Aufklärung“ ist Jean Paul Entwicklung, Freiheit, Fortschritt und die kritische Hinterfragung bestehender Verhältnisse (vom Alltag bis zum politischen) ein wesentliches Thema, das durchaus auch in der „modernen Zeit“ seinen Widerhall findet.

 

Eine sehr zu empfehlende, lebendig geschriebene Biographie, die fundiert „Lust auf Jean Paul“ erweckt.

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Günter de Bruyn wurde am 01. November 1926 in Berlin (Deutschland) geboren.

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