Günther Emlein

 2.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von FlächenLesen.

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FlächenLesen

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Erschienen am 15.07.2005

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Rezension zu "FlächenLesen" von Günther Emlein

Rezension zu "Flächenlesen" von Günther Emlein
Mario_Veraguthvor 4 Jahren

Im Gegensatz zu anderen Schnelllesefibeln kommt dieses Buch ganz ohne Übungsbeispiele und Möglichkeiten der Zeitnahme zur Fortschrittsmessung daher, was als großes Manko zu rechnen ist. Wie genau es möglich sein soll, in die Titanenriege der Schnellleser aufzusteigen, ohne von der Pike auf mit Augenmuskel- und Blickkoordinationsübungen mit kurzen Wörtern sich weiter bis zu mehreren Wörtern und Zeilen zu steigern, bleibt ominös.

Es klärt sich im weiteren Verlauf des Buches aber auf. Die Autoren scheinen der irrigen Meinung zu sein, dass Eigenmotivation, eine Erzeugung des „weichen Blicks“ ohne Übung aus einer positiven Grundhaltung heraus und anregende Traumreisen ausreichen, um nicht etwa nur etwas oder doppelt so schnell zu lesen.

Nein, es geht gleich an ganze Absätze, Seiten und Bücher, die innerhalb kurzer Zeit optisch mit einem Blick pro Seite abfotografiert und auf sagenumwobenen Wegen ins Unterbewusstsein, Langzeitgedächtnis oder optische Speicherzentrum geleitet werden sollen. Was diese derart unrealistische Zielsetzung bringen soll, bleibt schleierhaft, da auf diese Art weder entspannendes Lesen von Belletristik möglich ist, noch Literatur für Schule, Studium oder Weiterbildung auf eine effiziente Art verarbeitet werden kann. Eher ist es auf eine vage Hoffnung und einen ungewissen Erfolg hin betriebenes Überreizen der Augen.

Es werden ganz kurz die bekanntesten Schnelllesetechniken erklärt, was aber nur einen Bruchteil des Buches ausmacht, während der Löwenanteil den eher kontemplativen Wohlfühlanwendungen gewidmet ist.

Die Motivation und Freude an der in diesem Fall als Lesen definierten Arbeit ist ein Aspekt von vielen, die zur Erreichung einer hohen und je nach Bedarf variablen Lesegeschwindigkeit notwendig sind, aber beileibe nicht der einzige und wichtigste wie in „Flächenlesen“ suggeriert. Viel eher geht es um einen jahrelangen, mühsamen Prozess des sukzessiven Aufbaus einer immer besseren Kompetenz und auch der Befähigung, subjektiv einschätzen zu können, welches Lesetempo für welche Situation und Lesestoff gerade angemessen scheint. Aber wie man einen Marathon ohne gründliche Vorbereitung und langes Training nicht laufen kann, so fällt eine Kompetenz nicht von selbst aus dem blauen Himmel in das entsprechende Hirnareal samt ausführendem Anhang.

Aspekte wie die Traumreisen, das Erstellen von Mindmaps und Automatisierung der Abrufbarkeit einer positiven Grundstimmung sind Bereiche, die eigentlich in den Lern- und Selbsthilfesektor gehören würden und nicht als Ersatz für ein fundiertes Lesekonzept herhalten sollten. Sicher ist die Psyche immer ein wesentlicher Faktor, nur aus nichts wird glücklich grinsend auch nicht mehr. Insofern ein schöner Beitrag für die Besser-Leben-Rubrik, aber eine intensivere und fundierte Verbindung zu Lerntechniken lässt sich nicht erkennen. Dass der Einfachkeit halber anstatt Zeichnungen, Tabellen oder zumindest übersichtlicher Gliederung schlichtweg die Kopien von, vermutlich für Seminare und Vorträge verwendeten, Powerpointpräsentationen in das Buch eingefügt worden sind, ist sehr keck.

Mag sein, dass sich durch  die zukünftigen Erkenntnisse der Hirnforschung die Thesen der Autoren eines Tages als richtig erweisen werden. Nur bis dahin bleibt die Frage, wie man unbewusst gespeicherte Informationen über ein quasi per Zwinkern gespeicherten Wissens ohne eidetisches Gedächtnis abrufen, verarbeiten und anwenden soll.

Aufgrund der Fülle anderer besserer, aktuellerer und vor allem echte Resultate erbringender Bücher zum Thema Schnelllesen sollte dieses Werk eher in den Bereich der gutgemeinten, aber in Summe belanglosen und somit wenig hilfreichen Ratgeberliteratur eingeordnet werden. Und wenn man es trotzdem versuchen möchte, ist man mit dem Original „Photoreading“ von Paul R. Scheele, das zwar leider auch einige Kritikpunkte erfüllt, aber zumindest auf laufende Hinweise zur Wichtigkeit des positiven Denkens verzichtet, noch besser aufgehoben. Der hat die Idee zumindest nicht entliehen und verschlechtbessert, sondern selbst entwickelt.

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Chris66s avatar

Rezension zu "FlächenLesen" von Günther Emlein

Rezension zu "FlächenLesen" von Günther Emlein
Chris66vor 10 Jahren

Habe das Buch im Zusammenhang mit einem Seminar bei einem der Buchautoren erhalten. Seither kann ich zwar mit 3 Bällen jonglieren, beherrsche das Flächenlesen allerdings nicht.
Insgesamt ist mir das Buch zu den das "normale" Lesen beschleunigenden Techniken und Tipps zu knapp, aber das hängt sicher auch damit zusammen, dass ich mich seit über 10 Jahren intensivst mit dem Thema beschäftige, mittlerweile selbst mehr als 1.000 Leute (vor allem in Verwaltungen in Rheinland-Pfalz) im Erlernen rationeller Lestechniken geschult und selbst ein Buch zum Thema geschrieben habe. Daher habe ich auch nur 3 Sterne vergeben.

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