Günther Marchner

 4 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Das Innere des Landes, Vordergründig Hinterberg und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Günther Marchner

Historiker und Politikwissenschaftler, geboren 1962, lebt in Grödig bei Salzburg und im steirischen Bad Mitterndorf. Nicht zuletzt verführt ihn seine Leidenschaft für Geschichte und für aktuelle Zustände von Städten und Regionen zum Schreiben

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Günther Marchner

Cover des Buches Vordergründig Hinterberg (ISBN: 9783702509781)

Vordergründig Hinterberg

 (1)
Erschienen am 04.03.2020
Cover des Buches Das Innere des Landes (ISBN: 9783702510459)

Das Innere des Landes

 (1)
Erschienen am 26.01.2022
Cover des Buches Wie eine zufällige Begegnung (ISBN: 9783702509507)

Wie eine zufällige Begegnung

 (1)
Erschienen am 06.11.2019

Neue Rezensionen zu Günther Marchner

Cover des Buches Das Innere des Landes (ISBN: 9783702510459)B

Rezension zu "Das Innere des Landes" von Günther Marchner

Das Ausseer Land - historisch, literarisch, mystisch, von Klischees durchtränkt
Bellis-Perennisvor 4 Monaten

Als John erfährt, dass er das Haus seiner Großmutter in Österreich geerbt hat, reist aus den USA in das Ausseer Land, um die Immobilie in Augenschein zu nehmen. Doch nicht nur das Erbe veranlasst ihn, die gewohnte Umgebung zu verlassen. Vielmehr flieht er vor seiner zerbrechenden Ehe und den aufkommenden Streitigkeiten. 

Das Haus der Großmutter, die seinerzeit kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihrer kleinen Tochter in die USA ausgewandert ist, stellt sich als renovierungsbedürftig heraus. Binnen kürzester Zeit wissen alle, dass er das Haus verkaufen will. Allerdings will man den Preis drücken. Als dann noch angeblich erbberechtigte Verwandte und menschliche Knochen unter dem Fußboden auftauchen, beginnt John, mit der Hilfe von Sarah, einer arbeitslosen Journalistin, dem Geheimnis seiner Großmutter auf den Grund zu gehen. 

Dabei muss er sich mit dem Bürgermeister, einem aufdringlichen Immobilienentwickler, einer freundlichen Nachbarin und einigen ewig Gestrigen auseinandersetzen. Ein bisschen viel für jemandem, der sich in einer schwierigen Lebensphase befindet, und eigentlich nur seine Ruhe haben will.  

Als er entdeckt, dass der Ehemann seiner Großmutter, der in den letzten Kriegstagen gefallen ist, ein Widerstandskämpfer gegen die Nazis war, beschließt er, diesen schönen Flecken Natur zu behalten.  

Meine Meinung: 

Ich kenne schon einige Bücher von Günther Marchner. Einige davon sind Sachbücher, dieses hier ist ein Roman. Ein Roman, der, wie der Autor im Nachwort bemerkt, eine vielschichtige bis unübersichtlich Angelegenheit ist. Die Region ist real, doch „historisch, literarisch, mystisch von Klischees durchtränkt und vom Tourismusmarketing durchkomponiert“ (S. 194).  

Die Geschichte ist nicht ganz einfach zu lesen, was aber nicht am Inhalt, sondern an der technischen Umsetzung liegt: Der Autor verzichtet auf jegliches Redezeichen. Ein Umstand, den ich so gar nicht leiden kann. Was soll das bringen? Die fehlenden Lesezeichen erleichtern das Lesen nicht wirklich. Im Gegenteil, es erfordert erhöhte Konzentration beim Lesen.  

Der Schreibstil selbst gefällt mir sehr gut. Die Gedanken des Protagonisten, der als unbedarfter Amerikaner sich noch wenig mit der Geschichte seiner Vorfahren beschäftigt hat, entwickeln sich langsam aber stetig. Zuerst will er die Immobilie so schnell wie möglich abstoßen, mit Gewinn, versteht sich. Erst nach und nach begreift er die Tragweite seines Entschlusses und muss erkennen, dass er endlich angekommen ist, bei sich selbst nämlich.  

Dazu passt das Cover recht gut, das die Narzissenwiese um 180° verdreht zeigt. Ähnlich ist es John ergangen, dessen bisheriges Leben durch die Erbschaft auf den Kopf stellt.  

Der Autor greift ein aktuelles Thema auf: Immobilienspekulation. Der Wunsch nach einer schönen Ecke Österreichs lässt Zweitwohnsitze wie die sprichwörtlichen Schwammerl aus dem Boden schießen. Es wird gerodet, nachträglich umgewidmet und Baugenehmigungen unter fragwürdigen Umständen erteilt ohne Rücksicht auf die Infrastruktur oder die einheimische Bevölkerung. 

Der Roman könnte diesbezüglich überall in Österreich spielen, durch die historischen Ereignisse, passt er aber perfekt ins Ausseer Land. 

Fazit: 

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die fehlenden Redezeichen kosten aber den 5. Stern, daher nur 4 Sterne. 

 

 

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Cover des Buches Vordergründig Hinterberg (ISBN: 9783702509781)B

Rezension zu "Vordergründig Hinterberg" von Günther Marchner

Über das Werden und den Wandel eines Tales
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Angeregt durch die Krimi-Reihe „Gasperlmaier“ von Herbert Dutzler habe ich dieses Buch über das Hinterbergtal, einem Tal im steirischen Salzkammergut, gerne zur Hand genommen. 

Der Autor Günther Marchner ist in Bad Aussee geboren, er kennt also die Gegend, die er hier beschreibt. 

Wo liegt es nun das Hinterbergtal? Zwischen dem Ödensee und dem Bergmassiv des Grimming in der Steiermark.  

Seinen Namen verdankt es der ehemaligen Herrschaft „Hinterberg“, die ein Teil der Ausseer Salinenregion war.  

In insgesamt neun Kapiteln dürfen wir einige interessante Einblick in diese Region machen. Diese neun Kapitel gliedern sich wie folgt: 

  • Alte Spuren
  • Besiedelung, Herrschaft und Religion
  • Bauern, Salz und Holz
  • Zeit der Umbrüche
  • Zwischen k.u.k. und Anschluss - Gemeinden und WIrtschaft in der Ersten Republik
  • Nationalsozialismus in Mitterndorf und in der Region
  • Von der Nachkriegszeit zum goldenen Zeitalter
  • Schnee, Berge, Wasser - Entwicklung einer Tourismuslandschaft
  • Ausblick ins 21. Jahrhundert - vom ständigen Wandel in einer traditionsreichen Gegend 

Zahlreiche, zum Teil sehr persönliche Fotos ergänzen den informativen Text, der in einer angenehmen Sprache die Leser durch die Zeiten begleitet. War in der Vergangenheit das Tal nach (Bad) Aussee ausgerichtet, so spielt heute (Bad) Mitterndorf eine zentrale Rolle.  

Nicht ausgespart werden die strukturellen Probleme mit denen das Tal immer wieder zu kämpfen hatte. Doch gemeinsam scheint es eglungen zu sein, sich dem jeweiligen Fortschritt anzupassen. Dass das Hinterbergtal manchmal einen anderen oder gemächlicheren Weg als andere Tourismusgemeinden in der näheren und weiteren Umgebung, hat sich auf lange Sicht bewährt. Die Mitterndorfer zählen zu den Pionieren des Wintersports, sei es als Schispringer (Hubert Neuper senior und junior oder alpine Schifahrerin Lea Sölkner, die in der Überschrift als „Leo“ bezeichnet wird oder der Bergsteiger Leo Schlömmer. 

Fazit: 

Nicht nur ein tolles Buch zum Schmökern und Schauen, sondern auch ein Tipp für einen Urlaub abseits von dem mondänen Aprés Ski und überlaufenen Schicki Micki- Destinationen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

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Cover des Buches Wie eine zufällige Begegnung (ISBN: 9783702509507)S

Rezension zu "Wie eine zufällige Begegnung" von Günther Marchner

Leider teilweise langatmig
Sikalvor 2 Jahren

Zwei Frauen wollen die letzten schönen Herbsttage im Süden verbringen und landen in einem Gasthof, in dem sie zufällig auf eine Aktenmappe stoßen. Eine der beiden, Marija, wird dadurch mit ihrer Vergangenheit konfrontiert – sie taucht in die Erinnerung ein an einen Mann, den sie aus ihrem Gedächtnis streichen wollte. Zu groß war die Enttäuschung, die sie zu ertragen hatte. Doch es geht nicht nur um eine enttäuschte Liebe, es geht vielmehr um ein Eintauchen in einen Topf der Erinnerungen. Marija hatte als Tochter einer jugoslawischen Gastarbeiterfamilie Anfang der 1990er Jahre in ihrer Familie zu kämpfen. Plötzlich standen Dinge wie Herkunft, ob Serbe oder Kroate, ob Kampf, Krieg oder Heimat in einem krassen Gegensatz zu ihrem bisherigen Denken. Ihr damaliger Freund, ein österreichischer Student, ist mit der Entwicklung in der Politik und der Beziehung überfordert was dazu führt, dass die beiden sich aus den Augen verlieren.


Der Autor Günther Marchner, Historiker und Politikwissenschaftler, hat in seinen ersten Roman sein umfangreiches historisches Wissen gepackt und gibt einen bewegten Einblick in die Jugoslawienkrise, die Partisanenkämpfe, in das Küstenland rund um Triest, den Isonzo und vieles mehr. Diese Themen fand ich äußerst interessant zu lesen, doch ansonsten waren die langen Monologe etwas langatmig und anstrengend.


Kein Buch, das man schnell nebenbei liest, sondern das die volle Aufmerksamkeit braucht. Grundsätzlich ein interessantes Thema, trotzdem konnte ich nicht vollumfänglich eintauchen in diese Geschichte, musste mich immer wieder aufraffen, um weiterzulesen. 3 Sterne

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