G. Ulrich Großmann Die Welt der Burgen

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Inhaltsangabe zu „Die Welt der Burgen“ von G. Ulrich Großmann

<p>Burgen üben bis heute eine große Faszination aus. Sind sie nicht Heimstatt sagenumwobener Ritter und bezaubernder Burgfräulein, Stein gewordener Herrschaftsanspruch, Sicherheit bietender Zufluchtsort? Doch was ist Phantasie, wie war es wirklich?<br /> Dieses Buch führt auf dem heutigen Kenntnisstand ein in die Welt der Burgen. Was ist eine Burg? Welche Aufgaben hatte sie? Wie war sie angelegt? Wo lagen die Brunnen, der Wohnbau und die Kapelle? Gab es einen Kerker? Was ist ein <em>Palas</em> und was eine <em>Kemenate</em>? Wer hauste dort und wie ließ es sich in einer Burg leben? Der Gründer des Deutschen Burgenmuseums und Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg G. Ulrich Großmann gibt einen Überblick über die Entwicklung der Burganlagen vom frühen Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit und zeigt, wie sich bereits im Hochmittelalter ein Burgenmythos etablierte, der bis in unsere Zeit andauert. Wer heute ein fundiertes Bild von der Burg und ihrer Geschichte gewinnen will, der findet in diesem Buch, was er sucht.</p>

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  • Fachkundiger Führer durch Architektur, Zweck und Wandel der Burgen

    Die Welt der Burgen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    26. October 2013 um 12:01

      Burgen sind die mit am häufigsten besuchten Stätten in Europa. Auch heute noch üben die teils noch imposanten, teils nur noch als Ruinen zu besichtigenden Bau- und Bollwerke eine ungebrochene Faszination aus, die sich mit einer abenteuerlichen, aufregenden, dunklen, aber auch innovativen Epoche der Geschichte verbindet.   In den letzte Jahren ist zudem die Kulturgeschichte der Burgen ein Schwerpunkt wissenschaftlicher Arbeit gewesen. Großmann greift diese kulturgeschichtlichen Erkenntnisse in einem seiner Schwerpunkte mit auf und erläutert gründlich und fachkundig die Entstehung der Burgen, architektonische Besonderheiten, die verschiedenen Zwecke an verschiedenen Orten, führt ein in das alltägliche Leben in und um die Burg („verteidigungsfähige Wohnplätze eines Herrschers) herum und eröffnet ebenfalls Blicke in die soziale Struktur des Mittelalters, in Stand und Wesen der Burgherren (Burgen stellte in der frühen Neuzeit vor allem einen eigenen Rechtsbezirk dar unter (fast) absoluter Herrschaft des jeweiligen Burgherren).   Wie allein schon die Übersichtskarte des Buchdeckels zeigt, ergibt sich ein mannigfaltiges Forschungsfeld. Von Eifel und Taunus an zieht sich ein dichtgedrängtes Feld von Burgen bis ins Erzgebirge und Feddersen Wierde hinauf, nach Norden hin stark ausdünnend. Schon also die Konzentration von Burgen zwischen Taunus und Harz ein beredtes Zeugnis über den Schwerpunkt damaligen Lebens ablegt.   Wobei Großmann zunächst sich der Definition zuwendet, was eigentlich eine Burg genau ist und schon hier sehr differenzierte Befunde vorlegt. Bei weitem nicht alle Burgen waren von „Herren“ bewohnt. Die Quantität an Burgen des frühen Mittelalters, die längst nicht mehr aufzufinden sind, überrascht. Der Übergang von der „Burg“ zum „Schloss“  (und damit das Ende des Burgenbaus) ist fließender, als gemeinhin angenommen. Wobei der „Besitzer“ klare Rückschlüsse auf die Bauart der Burg zulässt (und umgekehrt).   Anregend zu lesen und sehr informativ bieten sich daher schon zu Beginn der Lektüre die vielfachen Unterscheidungen dar. Königsburgen, Kaiserburgen, Pfalzen, Bischofsburgen, Ordensburgen, Klosterburgen, Herzogsburgen, Ministerialenburgen, je nachdem, in welcher Funktion der Burgherr stand und in welcher Funktion dieser die konkrete Burg nutzte, hat sich dies architektonisch niedergeschlagen. So kann von der Architektur natürlich ebenfalls auf den Burgherren und den (im Lauf der Zeit sich auch wandelnden) Zweck der jeweiligen Anlage zurückgeschlossen werden.   Über ein Jahrtausend hinweg spiegelt sich im Burgenbau und im Betrieb von Burgen jeweils auch die soziale Lebensweise der mittelalterlichen Ständegesellschaft wieder, wie Großmann ausführt. Mit dem Adel an der Spitze, der sowohl selbst in (entsprechenden) Burgen lebte, als vor allem seinen Vasallen das Recht zur Sicherung ihres anvertrauten Besitzes zusprach. In der Breite somit vorrangig waren die Vasallen die eigentlichen Bauherren der vielen Burgen.   Selbstverständlich schlagen sich auch die Epochen der Entwicklung auf die Architektur der Burgen nieder. Diese wird im Buch ausführlich beschrieben. Burgen des frühen Mittelalters stellen sich im Grundriss und in der Ausführung völlig anders dar als der Burgenbau der Neuzeit (Renaissance und Barock).   Informativ und mit vielfachen Blickwinkeln führt Großmann somit sachkundig in die Welt der Burgen und der Burgenforschung (der er einen eigenen Hauptteil im Buch widmet) ein.   Konzentriert bietet er damit dem Leser einen umfassenden Einblick in die Welt der Burgen. Mit vielen Illustrationen versehen gelingt es ihm auf diese Weise, dem interessierten Leser vielfache Fakten an die Hand zu geben, mit welchen Burgen in ihren dann konkreten Besonderheiten gut erfasst werden können.   Dies ist keiner der oft üblichen einfachen Bildbände oder der einfachen Beschreibungen für vielleicht eher jugendliche Leser, sondern eine zusammenfassende Darstellung des aktuellen Standes der Burgenforschung der Geschichte, Architektur, des „Sitzes im Leben“, der Bewohner, der sozialen Struktur, der Funktion und der weiteren Entwicklung der Burgen durch die Zeit hindurch. Eine Lektüre, die sich lohnt.

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