Gaël Faye

 4.3 Sterne bei 19 Bewertungen
Autor von Kleines Land, Kleines Land und weiteren Büchern.
Gaël Faye

Lebenslauf von Gaël Faye

Gaël Faye wird in Burundi als Sohn eines Franzosen und einer ruandischen Mutter geboren. Dort wächst er auf bis er 1995, nach Anbruch des Bürgerkrieges und des Genozids an den Tutsi in Ruanda, nach Frankreich flüchten muss. Er studiert an einer Hochschule für Wirtschaft und schließt diese mit einem Master in Finanzwirtschaft ab. Danach arbeitet er zwei Jahre als Investmentbanker in London, bevor er nach Frankreich zurückkehrt. Dort widmet er sich der Musik und arbeitet als Sänger und Autor. "Kleines Land", sein erster Roman, wird 2016 unter anderem für den Prix Goncourt nominiert und erhält 2017 den Prix Goncourt des Lycéens.

Alle Bücher von Gaël Faye

Gaël FayeKleines Land
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Kleines Land
Kleines Land
 (14)
Erschienen am 01.03.2019
Gaël FayeKleines Land
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Kleines Land
Kleines Land
 (3)
Erschienen am 02.10.2017
Gaël FayeKleines Land
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Kleines Land
Kleines Land
 (0)
Erschienen am 02.10.2017
Gaël FayePetit pays : roman (Littérature Française)
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Petit pays : roman (Littérature Française)

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Neue Rezensionen zu Gaël Faye

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buch_katis avatar

Rezension zu "Kleines Land" von Gaël Faye

Trauriges Buch über ein interessantes Thema.
buch_kativor 6 Monaten

Gäel Faye erzählt in seinem Roman über seine Kindheit Anfang der 90er Jahre in Burundi,genauer in der Hauptstadt Bujumbura. (Burundi grenzt an den Kongo, Tansania und Ruanda). Seine Mutter stammt aus Ruanda, der Vater ist Franzose. Gäel hat eine glückliche Kindheit, seine Familie scheint wohlhabend zu sein, da diese Angestellte haben. Sein Leben spielt sich zwischen Schule, Freundschaft und der so genannten Sackgasse (der Straße in der seine Familie wohnt) ab. Als 1994 der Bürgerkrieg in Ruanda ausbricht, schwappt dieser schnell auf Burundi über und nichts ist wie zuvor. 1995 verlässt Gäel das Land und kehrt später nach Ruanda zurück. 
Gäel erzählt die Geschichte aus der Sicht eines Kindes was oft sehr bedrückend ist. Insgesamt ein sehr interessantes Buch über ein trauriges Thema. 

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buecher-beas avatar

Rezension zu "Kleines Land" von Gaël Faye

Junger Mensch in kleinem Land
buecher-beavor 9 Monaten

Burundi 1993: Gabriel (Gaby, 11 Jahre) lebt mit seiner drei Jahre jüngeren Schwester Ana in Bujumbura, der Hauptstadt. Sein Vater ist ein französischer Baustellenleiter, seine Mutter geflüchtete Tutsi aus Ruanda. Er genießt die Kindheit mit den Nachbarskindern in der Sackgasse, die ebenfalls privilegiert leben.  Er und seine Familie besuchen seine Familie in Ruanda und den französischen, alten Freund des Vaters in Zaire (Dem. Rep. Kongo), dessen rassistische Ansichten unüberhörbar sind.
Es ist das Jahr, in dem in Burundi das erste mal Wahlen stattfinden und der Hutu-Kandidat gewinnt. Und es ist das Jahr, in dem der Friedensvertrag in Ruanda wackelt und eine Katastrophe losbricht, als 1994 der ruandische Präsident im Flugzeug abgeschossen wird.

Erschütternd und berührend zugleich erzählt ein junger Mann Anfang 30 von den Jahren in seinem Heimatland, als er eine schöne unbeschwerte Kindheit verlor, als Hass und Gewalt über das Land hereinbrechen und auch er zum Mörder wird.
Der Autor hat diesen Erfahrungsbericht wunderbar geschrieben, er nutzt viele Bilder in der Sprache und manche Sätze muss man erneut lesen, um sie sich "auf den Augen zergehen zu lassen". Dieses Buch verdeutlicht erneut die Unfassbarkeit und die Grausamkeit des Krieges gepaart mit Unverständnis, warum Menschen sich gegenseitig so etwas antun. Das Ende hat mich überrascht und mir sehr gefallen.

Es ist der erste Roman von Gael Faye, er erhielt den Prix Goncourt de Lycéens und andere Auszeichnungen. 

Kommentare: 2
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sabatayn76s avatar

Rezension zu "Kleines Land" von Gaël Faye

‚Wir wussten es noch nicht, aber die Zeit des Infernos war gekommen.‘
sabatayn76vor 10 Monaten

Zwischen April und Juli 1994 kam es in Ruanda zu extremen Gewalttaten, die zwischen 800.000 und 1.000.000 Menschen das Leben kosteten. In diesen knapp 100 Tagen massakrierten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75% der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie Hutu, die sich nicht an diesem Völkermord beteiligten. Die Stimmung von Hass und Gewalt schwappte zudem auf das kleine Nachbarland Burundi über, in dem es bereits in den Jahrzehnten zuvor mehrere Kämpfe zwischen Hutu und Tutsi gab, wo die Geschehnisse in den 1990er Jahren jedoch nicht das Ausmaß des Genozids in Ruanda erreichten.

Ein Teil der Handlung in ‚Kleines Land‘ ist in dieser hochexplosiven Zeit angesiedelt, so dass der Leser den Autor in das kleine ostafrikanische Land begleiten und so an den Geschehnissen der 1990er Jahre teilhaben kann.

Erzählt wird die Geschichte von Gabriel, der einige Eigenschaften mit dem Autor Gaël Faye teilt: Er ist als Sohn einer Ruanderin und eines Franzosen in Burundi aufgewachsen und 1995 nach Frankreich geflohen.

Gabriel lebt zu Beginn der Geschichte in einem Pariser Vorort, sehnt sich nach seiner burundischen Heimat und hat - ganz im Gegensatz zu seiner Schwester Ana - den großen Wunsch, nach Burundi zurückzukehren und sich vor Ort mit den Erlebnissen in seiner Kindheit auseinanderzusetzen.

In ‚Kleines Land‘ berichtet Faye vom Leben in Burundi vor dem Völkermord in Ruanda, von der Überlegenheit der Weißen und der Degradierung der Einheimischen, von einer Kolonialherrschaft nach Ende der Kolonialzeit, von Vorurteilen und Rassismus - bis zum Auftakt des Genozids, dem unsäglichen Hass, der Gewalt, der Blut- und der Rachelust.

Ich habe mich vor mehreren Jahren recht intensiv mit dem Genozid in Ruanda auseinandergesetzt, der mit einer solchen Wucht über die Menschen hereinbrach und bei dem die westliche Welt fast ausnahmslos weggesehen hat. ‚Kleines Land‘ ist neben ‚Hundert Tage‘ von Lukas Bärfuss meiner Meinung nach der beste Roman zum Thema.

‚Kleines Land‘ beginnt eher gemächlich, doch nach dem Militärputsch in Burundi, der das Land und die Stimmung im Nachbarland Ruanda nachhaltig aufgewühlt hat, verändert sich auch der Ton des Romans, der mit großer Eindringlichkeit und Unerbittlichkeit vom tagtäglichen Hass und den tiefsitzenden Vorurteilen erzählt.

Ich empfand die Einblicke in dieses kleine Land, über das man als Europäer so wenig weiß, extrem spannend und wertvoll, und auch die Beleuchtung des Konflikts zwischen Hutu und Tutsi in Burundi hat mich sehr fasziniert. Dabei hat der Autor die Pulverfassstimmung im Land und die gespenstische Atmosphäre nach dem Militärputsch perfekt eingefangen, so dass man beim Lesen zu spüren bekommt, was dort wirklich passiert ist, was die Menschen gefühlt und wovor sie sich gefürchtet haben.

Der Roman wird von Patrick Güldenberg auf poetische, sanfte, unaufgeregte Weise gelesen, was gut zum eindringlichen Inhalt und der eher einfachen, aber dennoch anspruchsvollen Sprache passt.

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Gaël Faye wurde am 01. Januar 1982 in Bujumbura, Burundi geboren.

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