Gaël Faye Petit pays : roman (Littérature Française)

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Inhaltsangabe zu „Petit pays : roman (Littérature Française)“ von Gaël Faye

En 1992, Gabriel, dix ans, vit au Burundi avec son père français, entrepreneur, sa mère rwandaise et sa petite sœur, Ana, dans un confortable quartier d’expatriés. Gabriel passe le plus clair de son temps avec ses copains, une joyeuse bande occupée à faire les quatre cents coups. Un quotidien paisible, une enfance douce qui vont se disloquer en même temps que ce « petit pays » d’Afrique brutalement malmené par l’Histoire. Gabriel  voit avec inquiétude ses parents se séparer, puis la guerre civile se profiler, suivie du drame rwandais. Le quartier est bouleversé. Par vagues successives, la violence l’envahit, l’imprègne, et tout bascule. Gabriel se croyait un enfant, il va se découvrir métis, Tutsi, Français… « J’ai écrit ce roman pour faire surgir un monde oublié, pour dire nos instants joyeux, discrets comme des filles de bonnes familles: le parfum de citronnelle dans les rues, les promenades le soir le long des bougainvilliers, les siestes l’après-midi derrière les moustiquaires trouées, les conversations futiles, assis sur un casier de bières, les termites les jours d’orages... J’ai écrit ce roman pour crier à l’univers que nous avons existé, avec nos vies simples, notre train-train, notre ennui, que nous avions des bonheurs qui ne cherchaient qu’à le rester avant d'être expédiés aux quatre coins du monde et de devenir une bande d’exilés, de réfugiés, d’immigrés, de migrants. » Avec un rare sens du romanesque, Gaël Faye évoque les tourments et les interrogations d’un enfant pris dans une Histoire qui le fait grandir plus vite que prévu. Nourri d’un drame que l’auteur connaît bien, un premier roman d’une ampleur exceptionnelle, parcouru d’ombres et de lumière, de tragique et d’humour, de personnages qui tentent de survivre à la tragédie.

Ein Blick auf einen der schlimmsten Bürgerkriege der letzten Jahrzehnte - ein Buch, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.

— miss_mesmerized
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  • Gaël Faye - Petit Pays

    Petit pays : roman (Littérature Française)

    miss_mesmerized

    28. July 2017 um 16:19

    Anfang der 1990er Jahre, Burundi. Gabriel lebt mit seiner kleinen Schwester Ana und den Eltern in einer großen Villa. Sein Vater ist Exilfranzose aus dem Jura, seine Mutter kommt ursprünglich aus Ruanda. Das fröhliche Kinderleben wird durch die Trennung der Eltern jäh unterbrochen. Warum genau die Ehe in die Brüche ging, hat er damals nicht verstanden. Vielleicht haben sie einfach über ihre Verliebtheit übersehen, welches Erbe sie mit sich bringen und die Unterschiede ignoriert. An einem Tag plötzlich ändert sich das Leben schlagartig: die Präsidenten von Burundi und Ruanda werden ermordet, im Nachbarland Ruanda bricht der Bürgerkrieg aus und die Frage, zu welcher Ethnie man gehört wird ein entscheidender Faktor in einem multiethnischen Land. Gaël Faye erzählt die Geschichte seines Landes, nicht seine Geschichte, wie der französische Musiker und Autor stets betont, aber eine, die von seinen eigenen Erfahrungen beeinflusst wurde. Als Sohn eines französischen Vaters und einer ruandischen Mutter musste er 1995 vor dem Krieg nach Frankreich fliehen. Es sind diese Themen, die einem in den Nachrichten oftmals drohen überdrüssig zu werden, ein Bürgerkrieg weit entfernt in Afrika. Über Tage, Wochen, gar Monate scheint immer wieder dieselbe Meldung durchzukommen. Die Schicksale der Menschen dahinter bleiben oftmals verborgen oder gar vergessen. Gaël Faye gibt einen Einblick in das Leben in Burundi, das uns doch sehr fremd ist. Durch die Augen eines Kindes erleben wir den Konflikt. Diese Perspektive ermöglicht es, die großen politischen Fragen auszuklammern, dafür ist Gabriel zu klein, sie sind auch nicht interessant, das alltägliche Leben ist viel (be)greifbarer. Nichtsdestotrotz werden die wichtigen Fragen angerissen, schon im Prolog entfaltet sich ein Dialog, der – wenn die Geschichte nicht so traurig wäre – geradezu herrlich ist: der Vater erklärt den Kinder das Prinzip der Ethnien und sie stellen fest, dass Tutsi und Hutu im selben Land leben, dieselbe Sprache sprechen, denselben Gott anbeten und sich doch bekriegen. Warum? Na weil sie unterschiedliche Nasen haben, sieht man doch. Auch der Briefwechsel mit der französischen Brieffreundin lässt die Kinder in ihrer unverblümten Naivität schreiben, aus Erwachsenensicht kann man darüber sehr schmunzeln.So wie die ganze Region durch den Ausbruch der Kämpfe erschüttert wird, ist es auch die Familie, die am Zerbrechen ist. Die Unterschiede zwischen dem französischen Vater, der sich in Afrika wohl fühlt und immer wieder betont, dass auch Frankreich nicht das Paradies ist, unterdessen aber völlig verkennt, dass er kein wirklich afrikanisches Leben lebt und der Mutter, die unter dem Exil leidet, den Wohlstand nicht genießen kann, weil sie – genau wie ihre Mutter – die Verbundenheit zu den Ahnen spürt und in der Fremde nie eine Heimat finden wird. Für die Kinder sind diese widersprüchlichen Gefühle und Aussagen oft unbegreifbar, erst später selbst in der Fremde, wird auch Gabriel bewusst, wie stark ihn und seine Gedanken das Leben in Afrika geprägt hat.Sowohl der Erzählton wie auch die Umsetzung des Themas sind außergewöhnlich gelungen. Nicht umsonst war der Roman in der Endrunde des Prix Goncourt 2016 und wurde mit dem Goncourt des Lycéens, dem Prix du premier roman und des Prix des étudiants France Culture geehrt. Ein Stück afrikanische Geschichte, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Die deutsche Übersetzung wird im Oktober bei Piper erscheinen. 

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