Gabor Fonyad

 4,4 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Zuerst der Tee, Als Jesus in die Puszta kam und weiteren Büchern.
Autorenbild von Gabor Fonyad (©Christoph Slamenik)

Lebenslauf

Gábor Fónyad, 1983 in Wien geboren, wuchs zweisprachig in einer aus Ungarn stammenden Musiker- und Theologenfamilie auf. Seine Begeisterung für alles, was mit Sprache zu tun hat, schlug sich in seinen Studien der Germanistik und Finno-Ugristik nieder und zeigt sich bei seiner Unterrichtstätigkeit an einem Gymnasium in Niederösterreich sowie an der Universität Wien. 2017 Teilnahme beim Internationalen Buchfestival in Budapest als Österreichischer First Novellist vertreten war.

Romane:

"Zuerst der Tee" (Verlag Wortreich, 2015)

"Als Jesus in die Puszta kam" (Elster & Salis Wien, 2021)

Alle Bücher von Gabor Fonyad

Cover des Buches Zuerst der Tee (ISBN: 9783950399172)

Zuerst der Tee

(10)
Erschienen am 07.09.2015
Cover des Buches Als Jesus in die Puszta kam (ISBN: 9783039300242)

Als Jesus in die Puszta kam

(8)
Erschienen am 06.09.2021
Cover des Buches Was noch kommt (ISBN: 9783950543551)

Was noch kommt

(4)
Erschienen am 09.09.2024
Cover des Buches Was noch kommt (ISBN: 9783950543568)

Was noch kommt

(0)
Erschienen am 09.09.2024

Neue Rezensionen zu Gabor Fonyad

Cover des Buches Was noch kommt (ISBN: 9783950543551)
Markus_Grundtners avatar

Rezension zu "Was noch kommt" von Gabor Fonyad

Markus_Grundtner
Die Angst vor der Wiederholung der Wiederholung

Zwei befreundete Paare machen mit ihren Kindern Urlaub an der Südküste Englands. Die Erwachsenen beschäftigt, ob noch mehr im Leben auf sie wartet, die Kinder dagegen, ob ja nichts Grünes im Essen steckt. Die Kleinen haben alles noch vor sich, dementsprechend minimal sind ihre Probleme, die Großen haben schon viel erlebt und befürchten, dass ihnen nur noch eine Wiederholung der Wiederholung bevorsteht.

Das Urlaubsziel hat Ich-Erzähler Max ausgewählt – seinen Aufenthalt bestreitet der Übersetzer und Knausgård-Fan mit Überlegungen und Betrachtungen über das Fortschreiten der Zeit, zwischenmenschliche Routinen sowie die erotische Grundstimmung zwischen Menschen (und deren mal stärkere und mal schwächere Ausprägung). Aber auch Erinnerungen an Studienzeiten in Brighton kommen auf, weshalb Max wohl überhaupt wieder in „sein England“ zurückkehren wollte, vielleicht um einen aufregenden Startpunkt aus seiner Vergangenheit für seine zweite Lebenshälfte zu finden. Doch leider stellen sich Gefühle von damals als nicht wiederherstellbar heraus – und alternative Beziehungsmodelle (angeregt durch einen Besuch im Monk’s House, dem Heim von Virginia und Leonard Woolf) als praktisch schwer umsetzbar.

„Was noch kommt“ ist ein Roman über die Mitte des Lebens, dargestellt in geschliffenen, selbstentlarvenden Sätzen eines Akademikers, der fein austariert ist für seine Gefühle und Begierden: Was einmal gegangen ist, was nun nicht mehr geht und was er sich wünscht, was doch bitte noch gehen könnte. Das Buch besitzt großen Wiedererkennungswert für all jene, die selbst an diesem Punkt im Leben angelangt sind oder ihn schon hinter sich gelassen haben, aber auch nachvollziehbaren Anschauungswert für alle, die noch darauf zugehen. In beiden Fällen liegen die Anknüpfungspunkte in feingeistigen und humorvollen Betrachtungen über das Leben im Dunstkreis gebildeter Menschen mit Kindern.

Der Versuch von Max, seiner Frau Sarah und dem befreundeten Paar Mona und Stefan im Urlaub aus dem Festgefahrenem auszubrechen, wirkt aufs Erste wie der kausale Anstoß, wodurch die Aufstellung dieser Familien vom Anfang des Romans am Ende eine ganz andere sein wird. Aber im Grunde entblößt der Roman Beziehungen und Lebensentwürfe, die längst aus ihren Bahnen geraten sind und der Einfachheit halber fortgeführt werden. 

Um nicht zu viel zu verraten: Nein, das Leben ist mit 40 noch nicht vorbei. Ja, es kommt noch was – aber nicht das, womit irgendjemand gerechnet hätte.

Cover des Buches Was noch kommt (ISBN: 9783950543551)
Nils avatar

Rezension zu "Was noch kommt" von Gabor Fonyad

Nil
2 Paare, ein Urlaub, eine Midlife-Crisis

Bei dem Satz hatte der Autor Gábor Fónyad mich:.  "Eine gute Midlife-Crisis muss man sich leisten können" und ich wollte das Buch lesen! Und ich bereue es nicht, eine famos gute Lektüre.

Wieder mal ein guter Roman aus dem kleinen, aber sehr feinen Elster & Salis Verlag aus Wien. Da fällt mir auf, mal wieder ein österreichischer Roman, irgendwie hab ich es mit den Sprachjongleuren südlich von Bayern.

Zum Roman „Was noch kommt“. Vielleicht spricht mich der Roman auch besonders an, weil ich genau in diesem Alters Sandwich bin, in dem die Hauptfigur Max sich hier windet. Anfang 40 mit der Frage: War es das?

Hier wird wieder einmal eines meiner liebsten Szenarien verwendet: Urlaub! Max und seine Frau Sarah fahren mit einem befreundeten Paar, Mona und Stefan nach Südengland. Max hat verklärte Erinnerungen an die Gegend aus jungen Jahren. Alle im ähnlichen Alter und mit Flausen im Kopf, aber dann doch grundverschieden. Sie wollen mehr als abends auf der Couch sitzen, also gehen sie Paarweise aus, zwei weg, zwei bleiben bei den Kindern. Mal die Männer gemeinsam, mal als Paare, dann die Frauen und dann noch überkreuz….

Gut geschrieben, toller Roman. Er hat mich gut unterhalten, bringt einen feinen Humor mit und beleuchtet die vier Personen in ihrer Interaktion herrlich genau. Alltag und Urlaub, alles auf dem Tisch, auch Bedürfnisse.

Absolut lesenswert!

Cover des Buches Was noch kommt (ISBN: 9783950543551)
MarcoLs avatar

Rezension zu "Was noch kommt" von Gabor Fonyad

MarcoL
Ein amüsanter Streifzug durch einen Familienurlaub, gewürzt mit essentiellen Fragen zum Leben.

War das schon alles im Leben? Kommt da noch was? Vierzig, Mitte vierzig. Wohnung, gefestigte Partnerschaft,  Kinder. Job auch nicht so schlecht. Ein geregeltes Leben. Was will man(N) denn mehr? Geben sich Alltagsfrust und die Eintönigkeit des Lebens die Hand und klopfen dir auf die Schulter und sagen: Prima gemacht.

Auf amüsante Art und Weise erzählt uns der Autor von zwei Familien, die mit ihren Kindern Urlaub in Südengland machen, nähe Brighton. Warum? Der Ich-Erzähler Max hat dort vor vielen Jahren eine geile Zeit verbracht. An seine Erinnerungen möchte er anknüpfen, nochmals den Flair erleben, das Feeling aufsaugen. Seine Frau Sarah willigte in den Urlaub ein, genauso ihr befreundetes Paar Mona und Stefan samt Söhnchen Theo.
Neben Regen und Strand gibt es auch den ein oder anderen Ausflug. In der Ferienwohnung versucht man, sich mehr oder weniger aus dem Weg zu gehen. Die Abende sind vorgeplant, jeweils zwei Erwachsene gehen in den Pub, was sechs verschiedene Konstellationen abgibt. Die anderen beiden hüten die Kinder.
Neben Windelwechseln und quengelndem Nachwuchs herrscht sogar manchmal so etwas wie Harmonie, und der ein oder andere Ausflug wird dann gar nicht mal so schlecht.
Max erzählt viel von sich, seine Art sich um die Familie zu kümmern ist fast schon übertrieben mustergültig mit Arbeitsteilung, Karenzjahr, usw. Ein Ding, das für Stefan unmöglich wäre. Er sieht sich als „der Macher“, ist handwerklich geschickt (also das komplette Gegenteil von Max) und demnächst würden sie ein Haus renovieren und dort einziehen.
 Auch Sarah und Mona sind unterschiedlich. Während sich Sarah kaum ein Blatt vor den Mund nimmt und ihren Max auch vor versammelter Mannschaft spüren lässt, was ihr nicht passt, ist Mona die eher ruhige Frau, die abwägt, diplomatisch agiert. Und Mona und Max scheinen gut miteinander auszukommen.

Und so kristallisiert sich nach und nach heraus, wo die Sehnsüchte der jeweiligen Personen liegen, was sie noch machen möchten, was in ihrem Leben noch kommen könnte (oder auch nicht). Es wird zum einem zukunftsweisenden Urlaub für alle Beteiligte. Was passiert: bitte selber lesen.

Detailverliebt, mit Esprit und dezentem Humor geht Gábor Fónyad an diesen Roman heran. Feinfühlig portraitiert er die ProtagonistInnen, man erkennt sich in der einen oder anderen Situation wieder. Die große Frage, ob ab einem bestimmten Alter schon der große Haken unter das Schauspiel namens „Leben“ gesetzt werden kann, versucht er mit dieser Urlaubsgeschichte zu erörtern. Wie sind die Menschen: langweilig sesshaft oder aufgeweckt genug für Neues? Und wer bleibt dann auf der Strecke? Oder ist es wirklich nur die viel zitierte Midlife-Crises?  Gekonnt und amüsant umgesetzt, bleibt es dennoch an uns selber, diese Frage zu beantworten.
Gerne gebe ich eine Leseempfehlung für diesen Roman, der mich nicht nur gut unterhalten, sondern auch zum Nachdenken angeregt hat.
 Das Coverbild skizziert das „Upside Down“ Haus, eines der Ausflugsziele im Roman, und auch ein wenig Sinnbild für den Inhalt, wenn das Nachdenken über das bisherige Leben so manches auf den Kopf stellen mag.

Gespräche aus der Community

Cover des Buches Als Jesus in die Puszta kam
Elster_Saliss avatar
Elster_Salis

Der antriebslose Spielwarenverkäufer Ludwig wird aus seinem eintönigen Leben gerissen, als er von einer kleinen Gruppe Ungarn als der wiedergekehrte Messias auserwählt wird. Schon bald muß er einsehen, dass es sich bei dieser Rolle nicht bloss um harmlose Schauspielerei handelt.

Elster & Salis verlost in der Leserunde 20 E-Book-Ausgaben von Gábor Fónyads Roman "Als Jesus in die Puszta kam".

98 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Zuerst der Tee
Fonyads avatar
Fonyad
Hallo, liebe Freunde der Literatur,

ich möchte eine Leserunde zu meinem Debüt-Roman "Zuerst der Tee" (Verlag Wortreich, Wien, 2015) veranstalten und lade euch ein mitzumachen! Es werden 7 Exemplare (Hardcover) verlost.

Worum geht es in "Zuerst der Tee"?
Eduard ist ein junger, etwas verschrobener Wissenschaftler aus Wien und zieht sich aufgrund interner Streitigkeiten in seinem Institut in das englische Städtchen Rye zurück, um dort in Ruhe eine Studie zu verfassen, von der er überzeugt ist, dass sie die Welt (zumindest die wissenschaftliche) aus den Angeln heben wird. Er möchte keineswegs mit anderen Menschen in Kontakt treten - doch es kommt natürlich anders, als er die chaotische französische Pianistin Pauline kennenlernt, deren entgegengesetzter Denk- und Lebensweise er sich dann doch nicht ganz entziehen kann. Und schließlich taucht noch Oscar auf, der auch seine Ruhe haben will - aber die drei kommen einander näher, als ihnen recht ist...

Um eines der sieben Exemplare zu gewinnen, sollte folgende kleine Einstiegsfrage beantwortet werden: Womit beschäftigt sich Eduard genau? (Zusatzfrage: Gibt es das wirklich?)

Ich freue mich auf eure Antworten und bin schon sehr gespannt, wie so eine Leserunde abläuft, da ich das erste Mal dabei bin!

Bis bald und besten Gruß,
Gábor Fónyad
146 BeiträgeVerlosung beendet

Zusätzliche Informationen

Gabor Fonyad wurde am 28. Juli 1983 in Wien (Österreich) geboren.

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