Zwei befreundete Paare machen mit ihren Kindern Urlaub an der Südküste Englands. Die Erwachsenen beschäftigt, ob noch mehr im Leben auf sie wartet, die Kinder dagegen, ob ja nichts Grünes im Essen steckt. Die Kleinen haben alles noch vor sich, dementsprechend minimal sind ihre Probleme, die Großen haben schon viel erlebt und befürchten, dass ihnen nur noch eine Wiederholung der Wiederholung bevorsteht.
Das Urlaubsziel hat Ich-Erzähler Max ausgewählt – seinen Aufenthalt bestreitet der Übersetzer und Knausgård-Fan mit Überlegungen und Betrachtungen über das Fortschreiten der Zeit, zwischenmenschliche Routinen sowie die erotische Grundstimmung zwischen Menschen (und deren mal stärkere und mal schwächere Ausprägung). Aber auch Erinnerungen an Studienzeiten in Brighton kommen auf, weshalb Max wohl überhaupt wieder in „sein England“ zurückkehren wollte, vielleicht um einen aufregenden Startpunkt aus seiner Vergangenheit für seine zweite Lebenshälfte zu finden. Doch leider stellen sich Gefühle von damals als nicht wiederherstellbar heraus – und alternative Beziehungsmodelle (angeregt durch einen Besuch im Monk’s House, dem Heim von Virginia und Leonard Woolf) als praktisch schwer umsetzbar.
„Was noch kommt“ ist ein Roman über die Mitte des Lebens, dargestellt in geschliffenen, selbstentlarvenden Sätzen eines Akademikers, der fein austariert ist für seine Gefühle und Begierden: Was einmal gegangen ist, was nun nicht mehr geht und was er sich wünscht, was doch bitte noch gehen könnte. Das Buch besitzt großen Wiedererkennungswert für all jene, die selbst an diesem Punkt im Leben angelangt sind oder ihn schon hinter sich gelassen haben, aber auch nachvollziehbaren Anschauungswert für alle, die noch darauf zugehen. In beiden Fällen liegen die Anknüpfungspunkte in feingeistigen und humorvollen Betrachtungen über das Leben im Dunstkreis gebildeter Menschen mit Kindern.
Der Versuch von Max, seiner Frau Sarah und dem befreundeten Paar Mona und Stefan im Urlaub aus dem Festgefahrenem auszubrechen, wirkt aufs Erste wie der kausale Anstoß, wodurch die Aufstellung dieser Familien vom Anfang des Romans am Ende eine ganz andere sein wird. Aber im Grunde entblößt der Roman Beziehungen und Lebensentwürfe, die längst aus ihren Bahnen geraten sind und der Einfachheit halber fortgeführt werden.
Um nicht zu viel zu verraten: Nein, das Leben ist mit 40 noch nicht vorbei. Ja, es kommt noch was – aber nicht das, womit irgendjemand gerechnet hätte.










