Gabriel Chevallier

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Autor von Clochemerle, Clochemerle. und weiteren Büchern.

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Gabriel ChevallierClochemerle
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Clochemerle
Clochemerle
 (6)
Erschienen am 25.05.2018
Gabriel ChevallierClochemerle.
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Clochemerle.
Clochemerle.
 (5)
Erschienen am 01.01.1985
Gabriel ChevallierClochemerle : Roman.
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Clochemerle : Roman.
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 (2)
Erschienen am 01.01.1971
Gabriel ChevallierHeldenangst
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Heldenangst
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 (1)
Erschienen am 08.02.2010
Gabriel ChevallierClochemerle-Babylon
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Clochemerle-Babylon
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Erschienen am 25.05.2018
Gabriel ChevallierPapas Erben
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Papas Erben
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Erschienen am 25.05.2018
Gabriel ChevallierDie Mädchen sind frei
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Die Mädchen sind frei
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Erschienen am 25.05.2018
Gabriel ChevallierClochemerle wird Bad
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Clochemerle wird Bad
Clochemerle wird Bad
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Erschienen am 25.05.2018

Neue Rezensionen zu Gabriel Chevallier

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Faidits avatar

Rezension zu "Clochemerle." von Gabriel Chevallier

Witzlos, mit teilweiser verachtender Satire
Faiditvor einem Jahr

Zu Beginn dieses in den fünfziger Jahren geschriebenen Romans erinnerte es mich an Don Camillo und Peppone mit von französischer Mentalität geprägter Handlung. Der Ort des Geschehens ist eine Kleinstadt unweit der Großstadt Lyon in den wilden Zwanzigern.
Der Autor porträtiert deren Einwohner, die Protagonisten dieses Romans kapitelweise durch eine kurze Zusammenfassung ihrer Lebensgeschichte und ihren daraus resultierenden Charaktereigenschaften, welche in der Mehrzahl eine Schwäche ist, die sich im sexuellen Verhalten der jeweiligen Person zeigt. Meistens sind es frustrierte Männer, die mit Impotenz kämpfen sowie Frauen, die aufgrund der Schwäche der Männer zu Ehebrecherinnen werden. Aus den Einzelgeschichten zeichnet sich schließlich irgendwann ein zusammenhängender Roman ab, in welchem die Protagonisten aufgrund einer öffentlichen Bedürfnisanstalt dann durch Neid, Lüsternheit, Geschwätzigkeit, Frömmlerei und übermäßigen Weingenuss, des in der Region gedeihenden Beaujolais zusammenfinden und gegenseitig in das Ärgernis ihrer Charakterfehler kommen.

Es könnte, trotz der Langatmigkeit aufgrund der sehr poetischen Darstellung der ländlichen Kleinkariertheit durchaus ein unterhaltsamer Roman sein, wenn es nicht immer nur um die körperliche Leidenschaft ginge, die ich in diesem Zusammenhang auch nicht Liebe nennen möchte, weil der Autor es nicht offenkundig selbst nicht wusste, dass Liebe mehr als Sex ist und dass die vernachlässigten Frauen nicht nach körperlicher Befriedigung, sondern nach Gefühl, Beachtung, Respekt und wahrer Lebensgemeinschaft dürsteten.
Dabei ist es aufgrund der schönen Sprache keineswegs ein pornografischer Roman.
Doch da jeglicher Tiefgang und Verständnis für die weibliche Seele fehlt, es beim Lesen auch keinerlei Mitgefühl und Herzensberührung weckt, die Frauen im Roman samt und sonders entweder zu dumm sind, um sich gegen Vergewaltigung zu wehren oder einfach nur geil oder vertrocknete und darum bösartige Jungfern, kann ich diesem literarischen Werk keinerlei Wert, außer dem sprachlichen, mehr abgewinnen. Hinzu kommt, dass der Autor im letzten Sechstel des Buches plötzlich die Erzählperspektive wechselt, indem er einen Einwohner Clochmerles die Ereignisse in dessen Sichtweise erzählen lässt, der sich natürlich noch herablassender ausdrückt. Der Tod des "Dorfdeppen", eines geistig behinderten Mannes, wird derart kühl beschrieben, dass dieser Unfall beinahe belanglos wirkt.

Bei mir hat dieser sogenannte humoristische Klassiker nicht ein einziges Lächeln ausgelöst.

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Mr. Rails avatar

Rezension zu "Heldenangst" von Gabriel Chevallier

Rezension zu "Heldenangst" von Gabriel Chevallier
Mr. Railvor 9 Jahren

"Das Feuer schwelte bereits in den Tiefen Europas,
das sorglose Frankreich aber trug noch helle Kleider, Flanellhosen und Strohhüte, und packte die Koffer für
die Sommerferien."

Am Vorabend des Ersten Weltkriegs wird der 19jährige Student Jean Dartemont im Rahmen der allgemeinen Mobilmachung Frankreichs zur Armee eingezogen. Still und schicksalsergeben beobachtet er eine Nation, die in aller Unwissenheit und doch voller Euphorie auf die dramatischen Ereignisse eines Jahrhundertkrieges zusteuert. Binnen Stunden verändert sich das gesamte gesellschaftliche Leben eines Landes und Pazifisten werden zur Randgruppe der Republik.

"Innerhalb weniger Tage ist die Kultur ausgelöscht. Innerhalb weniger Tage haben die Staatschefs Bankrott gemacht. Denn ihre Aufgabe, die einzig wichtige, bestand darin, genau das zu verhindern. ... Ein Mensch hat das Recht, auf eigene Rechnung dumm zu sein, aber nicht auf die Rechnung der anderen."

Jean geht nicht auf eigene Rechnung in den Krieg, er wird zum Massenteilchen eines Systems und wie willenloses Vieh an die Front - und damit in den Kampf gegen das Deutsche Kaiserreich geschickt. Blumenbekränzt und umjubelt, mit Begriffen wie Vaterland und Sieg übersättigt, betritt er das größte Schlachtfeld Europas. Und dieses Feld hat den Namen Schlacht - von Schlachten - wahrlich verdient. Die Kriegsführung zwingt zum Eingraben, zum Kampf aus dem Schützengraben heraus und bedeutet eine nie nachlassende Bedrohungssituation für jeden einzelnen Soldaten. Ständig in Lebensgefahr zu sein, den Feind nicht zu sehen und jederzeit einer Granate, einem Schuss oder einer Bombe zum Opfer fallen zu können gehört zur Charakteristik dieses Krieges.

Jean will jedoch nur eines: Leben, Überleben, unverletzt nach Hause und dies lässt ihn in den Augen der Anderen zum Feigling, zum von Vorsicht dominierten Drückeberger werden.

"Wenn ich jetzt sterben müsste, dachte ich, würde ich nicht sagen, es ist schrecklich oder furchtbar, ich würde sagen, es ist ungerecht, es ist absurd, denn ich habe noch nichts versucht, ich habe nur auf meine Stunde, auf meine Chance gewartet, ich habe meine Kraft gespart und mich geduldet. Mein Leben... wird erst beginnen."

Jean kämpft einen einsamen inneren Kampf gegen die Angst und gegen den Schrecken des Krieges, er rettet sich in Aufträge, die ihn vom Kampfgebiet entfernen - verzweifelt sucht er nach scheinbarer Sicherheit inmitten des Gemetzels. Er entfernt sich dabei nicht nur vom Idealbild des Soldaten, sondern auch in den Augen seines Vaters von dem eines perfekten Sohnes, da er nicht befördert und nicht ausgezeichnet wurde. Frei nach dem Motto: "Was sollen da nur die Nachbarn denken?"

Aller Vorsicht zum Trotz wird Jean Dartemont verwundet und muss nach kurzer Rekonvaleszenz wieder zurück an die Front. Seine fatalistische Sicht der Dinge und die Tatsache, dass er mit seinem Leben abgeschlossen hat, lassen ihn in den Augen seiner Kameraden für einen Moment als mutig erscheinen.

Mut, der aus Angst geboren wurde - eine ungesteuerte Übersprungsreaktion des Verstandes - ein Zeichen von totaler Verzweiflung - das ist der Mut und die Tapferkeit, von der Gabriel Chevallier erzählt.

Einen Hintergrundbericht zum Autor und zur Neuauflage des Buches finden sie in meinem Artikel im LiteraturBlog dieses Forums unter:

http://blog.lovelybooks.de/category/buecher/neuerscheinungen/

"Alles hier ist auf das Töten ausgerichtet. Die Erde ist bereit, uns aufzunehmen, die Geschosse, uns zu treffen, die Einschlagstellen sind schon in Zeit und Raum festgelegt, genau wie die Bahn unseres Schicksals.... Dennoch wollen wir leben..."

Ein wichtiges Buch... es ist mutiger sich seiner Angst zu stellen, als tapfer vor seiner Feigheit zu fliehen...

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