Gabriel Chevallier Clochemerle.

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Inhaltsangabe zu „Clochemerle.“ von Gabriel Chevallier

Roman. 311 S. Neuausg. (Quelle:'Sonstige Formate/01.02.1997')

Sehr schöne Sprache, aber null Spannung, flach und mit einem Hang zu Frauenfeindlichkeit

— Faidit
Faidit
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  • Witzlos, mit teilweiser verachtender Satire

    Clochemerle.
    Faidit

    Faidit

    19. September 2017 um 19:15

    Zu Beginn dieses in den fünfziger Jahren geschriebenen Romans erinnerte es mich an Don Camillo und Peppone mit von französischer Mentalität geprägter Handlung. Der Ort des Geschehens ist eine Kleinstadt unweit der Großstadt Lyon in den wilden Zwanzigern. Der Autor porträtiert deren Einwohner, die Protagonisten dieses Romans kapitelweise durch eine kurze Zusammenfassung ihrer Lebensgeschichte und ihren daraus resultierenden Charaktereigenschaften, welche in der Mehrzahl eine Schwäche ist, die sich im sexuellen Verhalten der jeweiligen Person zeigt. Meistens sind es frustrierte Männer, die mit Impotenz kämpfen sowie Frauen, die aufgrund der Schwäche der Männer zu Ehebrecherinnen werden. Aus den Einzelgeschichten zeichnet sich schließlich irgendwann ein zusammenhängender Roman ab, in welchem die Protagonisten aufgrund einer öffentlichen Bedürfnisanstalt dann durch Neid, Lüsternheit, Geschwätzigkeit, Frömmlerei und übermäßigen Weingenuss, des in der Region gedeihenden Beaujolais zusammenfinden und gegenseitig in das Ärgernis ihrer Charakterfehler kommen.Es könnte, trotz der Langatmigkeit aufgrund der sehr poetischen Darstellung der ländlichen Kleinkariertheit durchaus ein unterhaltsamer Roman sein, wenn es nicht immer nur um die körperliche Leidenschaft ginge, die ich in diesem Zusammenhang auch nicht Liebe nennen möchte, weil der Autor es nicht offenkundig selbst nicht wusste, dass Liebe mehr als Sex ist und dass die vernachlässigten Frauen nicht nach körperlicher Befriedigung, sondern nach Gefühl, Beachtung, Respekt und wahrer Lebensgemeinschaft dürsteten. Dabei ist es aufgrund der schönen Sprache keineswegs ein pornografischer Roman. Doch da jeglicher Tiefgang und Verständnis für die weibliche Seele fehlt, es beim Lesen auch keinerlei Mitgefühl und Herzensberührung weckt, die Frauen im Roman samt und sonders entweder zu dumm sind, um sich gegen Vergewaltigung zu wehren oder einfach nur geil oder vertrocknete und darum bösartige Jungfern, kann ich diesem literarischen Werk keinerlei Wert, außer dem sprachlichen, mehr abgewinnen. Hinzu kommt, dass der Autor im letzten Sechstel des Buches plötzlich die Erzählperspektive wechselt, indem er einen Einwohner Clochmerles die Ereignisse in dessen Sichtweise erzählen lässt, der sich natürlich noch herablassender ausdrückt. Der Tod des "Dorfdeppen", eines geistig behinderten Mannes, wird derart kühl beschrieben, dass dieser Unfall beinahe belanglos wirkt.Bei mir hat dieser sogenannte humoristische Klassiker nicht ein einziges Lächeln ausgelöst.

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