Gabriel Ferry Der Waldläufer.

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Inhaltsangabe zu „Der Waldläufer.“ von Gabriel Ferry

Nicht so schön wie Karl May, aber spannend!

— Buchgespenst
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  • mein erstes Buch von G. Ferry

    Der Waldläufer.

    Minje

    07. October 2017 um 15:09

    "Der Waldläufer" von Gabriel Ferry erschien 1949 im Verlag Carl Ueberreuter, Wien.InhaltDas Buch spielt Anfang des 19. Jhd´s in Mexiko. Don Antonio raubt in Spanien Fabian, seinen Neffen. 23 Jahre später treffen die beiden sich unter anderen Vorraussetzungen  wieder in Mexiko.MeinungFrüher, als Kind, habe ich gerne Indianerbücher gelesen. Jetzt, als Erwachsener, fiel mir dieses Buch in die Hand. Ob ich es als Kind gelesen habe, weiß ich nicht mehr. Das Buch machte einen positiven Eindruck auf mich, vorne und hinten waren Karten (was ich ja sehr liebe, damit ich mich wenigstens ein bisschen orientieren kann...). So begann ich mit dem Nachwort (super geschrieben) und war voller Vorfreude auf das Buch. Ich erhoffte mir, etwas mehr über die Apachen zu lernen.Doch der Stil war meines Erachtens langatmig. Nun habe ich einen zweiten Blick in das Buch geworfen. Und gerade der erste Satz ist unglaublich schön, wie ich feststellen musste."Auf dem seligen Gestade des biskayischen Meerbusens steht ein altes Schloß, dessen graue Schieferdächer man weithin über das Meer schimmern sieht, wenn der leuchtende Sonnenstrahl darauf fällt."Man sieht alles deutlich vor Augen, wie schön es ist. Echt schade, das im weiteren Verlauf des Buches das Buch einen nicht packt.Außerdem es waren viele Charaktere, die ich kaum auseinanderhalten konnte. Was es schwer machte, der eigentlichen Handlung überhaupt zu folgen.Das Buch ist untergliedert in 35 Kapitel. Das Original enthält79 Kapitel auf 1000 Seiten.FazitEin Buch, das mich unglaublich enttäuscht hat.

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  • Gabriel Ferry - Der bessere Karl May

    Der Waldläufer.

    Nikolaus_Klammer

    23. May 2017 um 14:48

    "Der Schwar­ze Falke bück­te sich lang­sam nie­der; ein Mes­ser blitz­te in sei­ner lin­ken Hand dicht beim Kopf Fa­bi­ans. Jetzt, in die­sem äu­ßers­ten Mo­ment, hörte die Hand Bo­is-Rosés zu zit­tern auf, als ein plötz­li­cher Knall ihn er­be­ben ließ. Der Schwar­ze Falke stürz­te mit zer­schmet­ter­tem Schä­del schwer auf Fa­bi­an nie­der, den er mit sei­nem Leib und des­sen blu­ti­gen Über­res­ten be­deck­te, und eine Stim­me rief zu­gleich: »Das ist mein letz­tes Wort, du rot­häu­ti­ger Hund!«" Bei den Recherchen zu meinen autobiographischen Großelterngeschichten, in denen ich durch „Wahr-Lügen“ den Jugendlichen, der ich mal war, wiederauferstehen lassen will, hatte ich mich auch mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Bücher es genau waren, die ich im Sommer '77 las. Ganz sicher war oben auf meiner Leseliste damals die Arena-Jugendbuch-Ausgabe dieses Werks. Ferry de Bellamare, wie Gabriel Ferry tatsächlich hieß, wurde 1809 geboren und starb bei einem Schiffsunglück im Januar 1852. Er war ursprünglich Kaufmann und begann erst in seinen letzten beiden Lebensjahren nach einem Bankrott mit dem Schreiben mehrerer umfangreicher Romane, von denen „Le Coureur de Bois“ der mit Abstand erfolgreichste und am häufigsten aufgelegte ist. Dieses Buch machte Ferry, der selbst viele Jahre in Mexiko Handel trieb, zu einer Art französischem Fenimore Cooper. Sein „Waldläufer“ teilt mit den „Lederstrumpf“-Romanen des großen Amerikaners das Schicksal, dass es praktisch keine vollständige Übersetzungen ins Deutsche gibt und beider Werke vollkommen zu Unrecht als Jugendliteratur abgetan werden, die man beliebig kürzen, glätten, umschreiben und vereinfachen kann.  Die Jugendbuchausgabe des Arena-Verlages, die ich als Jugendlicher las, stützte sich auf die erste und noch weitgehend vollständige Übersetzung dieses Romans von Dr. G. Füllner, die aber stark fürs jugendliche Publikum der 70er Jahre überarbeitet wurde. Es ist sozusagen eine Ausgabe der „spannenden Teile“. Trotzdem ist diese Fassung noch relativ umfangreich; mit etwa 350 Seiten bietet sie ungefähr 2/3 des Originaltextes von Ferry, der wie Cooper seine Romane selbstredend nie als Jugendbuch konzipiert hatte. Die Bekannteste für die Jugend eingerichtete Fassung des „Waldläufers“ ist die gleichnamige, besser als Umdichtung zu bezeichnende Version des jungen Karl May, der Ferrys Roman als Steinbruch für seine späteren Wildwestromane nutzte und der Vorlage Figuren wie den edlen Winnetou (bei Ferry allerdings ein Häuptling der Komantschen) oder Old Firehand entnahm, die dort bereits als Prototypen vorhanden sind. Auch ein exzentrischer Engländer fehlt nicht. Ferrys Buch ist aber keine Kolportage und seine Figuren sind lebendige Menschen aus Fleisch und Blut, die leiden und Fehler begehen und nicht jene unangreifbaren, immer überlegenen Halbgötter, zu denen Karl May sie machte. Bei Mobileread kann man neuerdings eine vollständige E-Book-Version der gelungenen, längst gemeinfreien Füllner-Übertragung von 1851 kostenlos herunterladen, die nur wenige OCR-Fehler und einmal eine längere Textwiederholung aufweist. Auf diese Weise bekam ich die Gelegenheit, den Roman in seiner Gänze kennenzulernen. Diese Erstübersetzung ist sprachlich hochwertig und auch heute noch gut und flüssig lesbar, wenn man sich auf den etwas umständlichen und streckenweise zu überschwänglichen Stil der romantischen Autoren der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einlassen will, die für ein gutbürgerliches Publikum schrieben, das dicke Wälzer mit höchst romantischen Verwicklungen, düsteren Intrigen und dramatischen Abenteuern schätzte und sich diese zur Abendunterhaltung gegenseitig laut vorlas. Wenn man einmal die ersten 100 Seiten des nur gemächlich in Gang kommenden Abenteuers um einen gigantischen Goldschatz überstanden hat, wird man von der immer atemloseren Handlung, die in eine große Schlacht am Red River mündet, mitgerissen. Es war eine interessante Erfahrung, Ferry wiederzulesen; jenen Autor, der mich als Vierzehnjährigen so stark beeindruckt und auch beeinflusst hat, dass mir einige Szenen noch immer stark und greifbar in der Erinnerung verblieben sind. Meine Hochachtung gilt jedem Autor, dem solches gelingt. Wie viele Bücher habe ich schon gelesen, die keinerlei Spuren in mir hinterließen und ich bereits nach ein paar Jahren nichts mehr über ihren Inhalt berichten kann? Selbstverständlich hat auch der „Waldläufer“ längst seine Einzelstellung verloren und das atemlose, begeisterte Lesen, das vollkommene Eintauchen in eine andere Welt, die einem die eigene Realität fade und uninteressant macht – das Bücherfressen -, gelingt mir nicht mehr; es ist leider irgendwann während des Erwachsenwerdens verloren gegangen. Zu viele Bücher und Jahre stehen zwischen mir und dem Jugendlichen vom Sommer 1977. Gabriel Ferry erneut zu lesen, war durchaus ein spannendes – auch entspannendes - nostalgisches Vergnügen, aber sein Roman, den ich früher leidenschaftlich liebte, ordnet sich nun in eine Reihe von Büchern ein, die mir einmal wichtig waren und mich eine Zeitlang begleiteten, mir heute aber nicht mehr viel bedeuten. Um es kurz zu machen: Der Jugendliche, der ich mal war, ist auf diese Weise nicht mehr unter all den alten Ich-Schichten hervorkrambar. Ein anderer Mensch hat den „Waldläufer“ gelesen.

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