Gabriel García Márquez Erinnerung an meine traurigen Huren

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Inhaltsangabe zu „Erinnerung an meine traurigen Huren“ von Gabriel García Márquez

Zu seinem 90. Geburtstag schenkt sich ein alter Mann, der sein Leben lang nur käufliche Liebe gekannt hat, in einem Bordell eine Nacht mit einem jungen, noch unberührten Mädchen. In dieser Nacht, der noch viele folgen sollten, betrachtet er verzaubert die schlafende Schöne und empfindet zum ersten Mal in seinem Leben Liebe. Ein Roman voller Melancholie und Humor, voller Klugheit und Zärtlichkeit. Der alte Mann und das Mädchen, ein Thema der Weltliteratur wird von García Márquez auf meisterhafte Weise karibisch variiert.

faszinierend

— Das_Leseleben
Das_Leseleben

Ein wenig verstöhrend aber sehr interessant. Thematische Ähnlichkeit mit seiner Liebe in Zeiten der Cholera zu erkennen

— MarnyMeyer
MarnyMeyer

Fazit: Ein schwieriges Buch, welches man möglicherweise aus Sicht der Kultur des Landes und der damaligen Zeit sehen sollte, ich hatte jedoch mit der Thematik des Romans meine Probleme.

— Bellexr
Bellexr

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  • Erinnerung an meine traurigen Huren

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Quoc1981

    Quoc1981

    23. June 2015 um 19:06

    Bei diesem Buch ist der Titel in erster Linie das, was gleich anzieht. Man erwartet irgendwas Pikantes, Schockierendes. Bekommt aber was ganz anderes. Man findet einen einsamen müden alten Mann an seinem neunzigsten Geburtstag. Man findet sein trauriges Leben, die Leere, die Tragödie, die er zu verbergen versucht. Verbergen hinter der Maske eines Don Juans, hinter der Maske eines erfahrenen Journalisten und eines überzeugten Junggesellen. Was ist der beste Geschenk zum neunzigsten Geburtstag? Natürlich eine Jungfrau aus dem altbekannten Bordell. Und da kommt die Geschichte – die Tragödie des Mannes und die Tragödie all diesen Frauen. Es geht um Leiden, Liebe und es gibt ganz viel guten Humor. Eigentlich kann man das ganze Buch in viele sehr gute Zitate zerlegen. Fast auf jeder Seite - irgendwas Urkomisches oder Tiefgreifendes. Man will lachen und weinen gleichzeitig, den alten Mann, seinen alten Kater, sein altes Haus und alle seine Huren bemitleiden, man will lieben und leben.

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  • Der Sprung aus dem Alter

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Duffy

    Duffy

    09. March 2015 um 13:32

    Er hatte sein Leben lang die Liebe nur gekauft und will sich zu seinem 90.Geburtstag mit einer Jungfrau beschenken. Eine alte Bordellbesitzerin kann ihm seinen Wunsch erfüllen. Doch in der Nacht und in den Nächten danach genügt es ihm, das Mädchen nur zu betrachten. Irritiert muss er feststellen, dass er das erste Mal in seinem Leben die Liebe erlebt. Márquez, dessen Stil über jeden Zweifel erhaben ist, schafft auch hier wieder ein Szenario voll wacher und bunter Prosa, spielt mit einem lachenden und einem weinenden Auge mit dem Prozess des Älterwerdens und lässt sich ein auf die ewige Diskussion, wie alt man sein muss, um die Liebe wie ein Junger zu erfahren. Das ist eine schöne Idee und gut umgesetzt, doch die große Emotion bleibt aus, zum Schluss ist es einfach nur eine gute Geschichte, die sich nicht nachhaltig in den Leser einschleicht.

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  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Bellexr

    Bellexr

    30. November 2012 um 05:25

    Liebe im Herbst des Alters . Bisher kannte der alte Mann nur die käufliche Liebe, doch zu seinem 90. Geburtstag schenkt er sich selbst eine Nacht in einem Bordell mit einer Jungfrau. Dieser Nacht sollen noch viele weitere folgen, die nach und nach sein Leben verändern werden. Denn durch das schlafende junge Mädchen lernt der Greis die wahre Liebe kennen, ein Gefühl, welches er bisher nie erfahren durfte. . Für mich ist „Erinnerung an meine traurigen Huren“ der erste Roman des Autors und er lässt mich sehr zwiespältig zurück. Zum einen hat mich der blumige, poetische, so melancholische Schreibstil des Autors sofort in seinen Bann gezogen. Seinen Beschreibungen über das vergangene Leben seines Protagonisten haftet so viel Traurigkeit und Einsamkeit an. Er hat in seinem Leben keine Reichtümer angesammelt, führte ein Leben als Einzelgänger und ging Beziehungen konsequent aus dem Weg. Bei klassischer Musik findet er Ruhe und Entspannung sowie beim Lesen seiner Klassiker. . Dies hört sich durchaus langatmig an, ist es jedoch keineswegs. Gabriel Garcia Márquez gelingt es perfekt, eine atmosphärische Dichte aufzubauen, einem die heiße, schwüle Luft der Stadt spüren zu lassen und das Leben seines Greises voller Gefühl, durchsetzt mit ein wenig Humor und viel Altersweisheit näher zu bringen. Wahrlich ein Meisterwerk. . Wenn da nicht das Thema des Buches wäre und hiermit habe ich große Probleme. Ein 90-jähriger Greis wünscht sich eine Liebesnacht mit einer 14-jährigen Jungfrau. Für mich eindeutig pädophil. Zwar schläft das junge Mädchen in jeder Nacht in welcher der alte Mann sie im Bordell besucht, doch anfangs bestehen hier eindeutig noch sexuelle Wünsche und Sehnsüchte vonseiten des Protagonisten. Die Unschuld des Mädchens berührt ihn jedoch, bringt den alten Mann dazu, über sein Leben zu sinnieren und bald findet er Erfüllung daran, einfach nur neben ihr einzuschlafen. Die Liebe zur blutjungen Delgadina verändert sein Leben, lässt ihn aufblühen. . Und genau hier habe ich den nächsten Kritikpunkt. Auf keinen der rund 160 Seiten hatte ich das Gefühl, die Geschichte eines 90-jährigen Mannes zu lesen. Zwar denkt der Protagonist über sein vergangenes Leben nach, geht auch auf kleine Zipperlein ein, aber das alles wirkt wie aus der Sicht eines vielleicht 60. oder 70.jährigen Mannes. Allein, wenn ich gelesen habe, wie der Greis seine Wohnung nach einem Regenguss trocken legt, mit seiner Hängematte regelmäßig die Plätze in seiner Wohnung wechselt oder vergnügt mit dem Fahrrad, welches er Delgadina kauft, eine Probefahrt unternimmt. Das wirkt nicht überzeugend. . Fazit: Ein schwieriges Buch, welches man möglicherweise aus Sicht der Kultur des Landes und der damaligen Zeit sehen sollte, ich hatte jedoch mit der Thematik des Romans meine Probleme.

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  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. June 2012 um 21:14

    Mein erstes Buch des Autors von "100 Jahre Einsamkeit" und "die Liebe in den Zeiten der Cholera". Stilistisch hochwertig, die Story wird sehr langsam und aus der Sicht eines alten Mannes erzählt. Es passiert nicht viel, trotzdem hat es mir gut gefallen da es emotionale Tiefe hat.

  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Lax

    Lax

    02. June 2011 um 12:31

    Die Erzählung von Gabriel Garcia Márquez ist nett, bietet aber kaum neues und bleibt somit auch nicht lange im Gedächtnis. Der neunzigjährige Protagonist betrachtet Nachts an seinem Geburtstag eine vierzehnjährige Jungfrau. Eigentlich hatte er, der bisher Frauen immer bezahlt hat, vor, das junge Mädchen in der zu entjungfern. Doch es kommt nicht dazu. Und doch entdeckt er trotz oder wegen der körperlichen Distan, was Liebe in einem Mann ausrichten kann. „...gemartert von dem lodernden Feuer, das in meinen Eingeweiden brannte.“ Es ist eine kurze Erzählung, die Gabriel Garcia Márquez in seinem Buch „Erinnerung an meine traurigen Huren“ schildert. Alter Mann überdrüssig vom Leben erinnert sich zurück an seine früheren Jahre und möchte nun kurz vom Ende noch einmal die Haut einer blutjungen Frau spüren. Dabei entdeckt er, die Vorzüge des Alters, „...das Leben sei nicht der unruhige Fluss...sondern eine einzigartige Gelegenheit, sich auf dem Rost umzudrehen und neunzig weitere Jahre auf der anderen Seite zu braten“, und die erste wahre Liebe seines Lebens. Die Geschichte bietet kaum neues, auch vermag sie nicht zu bezaubern und letztlich bleibt kaum etwas zurück. Gabriel Márquez wurde am 6.3.1928 in Kolumbien geboren. Er studierte Jura, war tätig als Journalist und im Jahr 1967 gelang ihm der literarische Durchbruch mit dem Roman „Hundert Jahre Einsamkeit.“ Er hat bis heute mehrere Roman und Kurzgeschichten veröffentlicht. 1982 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur geehrt, „für seine Romane und Kurzgeschichten in denen das Fantastische mit der Realität verknüpft ist...“ Davon ist in diesem Roman leider nicht viel enthalten.

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  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Wolfgang Brunner

    Wolfgang Brunner

    29. November 2010 um 21:19

    Zu seinem neunzigsten (!) Geburtstag macht sich der Ich-Erzähler selbst ein ganz besonderes Geschenk: eine Nacht mit einer jungen, wunderschönen Prostituierten, die noch Jungfrau ist. Sein ganzes Leben lang hat der alte Mann Liebe gegen Bezahlung erhalten und will nun kurz vor seinem Tod noch einmal etwas Neues erleben. Wie sich herausstellt, geht es ihm aber nicht um Sex, sondern um die wahre Liebe, die er sein ganzes Leben lang vergeblich gesucht und lediglich durch käufliche erhalten hat. Er verbringt viel Zeit mit der Schönheit in einem Bordell, dessen Inhaberin er gut kennt und die ihm die Minderjährige besorgt hat. Am Ende erkennt er, dass nicht die körperliche sondern die „geistige“ Liebe ein wahres Geschenk und etwas Wunderbares ist. „Dünnes Buch, großer Inhalt“, so wird Márquez’ Roman über die Liebe im Alter oft beschrieben und ich muss sagen: diese vier Wörter treffen das Werk schon ziemlich gut. Der Autor versteht es, in wenigen Sätzen eine melancholische, traurige aber auch lebensbejahende Atmosphäre zu schaffen, wie man es von ihm gewohnt ist. „Hundert Jahre Einsamkeit“, „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ und „Von Liebe und anderen Dämonen“ waren Glanzleistungen, die sich mit „Erinnerung an meine traurigen Huren“ leider nicht in dem Maße fortsetzen wie von mir gedacht (oder gewünscht). Márquez, zum Zeitpunkt des Erscheinens selbst fast achtzig Jahre alt, vermittelt großartig das Gefühl des Älterwerdens, das von einer Art Gleichgültigkeit begleitet wird, die Tabuthemen als „normal“ behandelt. Der Protagonist will diese Nächte mit der Jungfrau haben, also sieht er zu, dass er sie auch bekommt. So einfach ist das im Alter, will uns Márquez Glauben machen, schafft es aber bisweilen nicht ganz..... die gesamte Rezension kann man hier nachlesen: http://buchwelten.wordpress.com/2010/11/29/erinnerung-an-meine-traurige-huren-von-gabriel-garcia-marquez-45/

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  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    verena scott

    verena scott

    09. November 2009 um 17:25

    ein sehr poetisches, kurzes buch, das sich mit der liebe eines alten mannes beschäftigt.

  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    beowulf

    beowulf

    12. July 2009 um 15:04

    Der Autor ist einfach nicht mein Ding..

  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. December 2008 um 22:04

    Als ich mir vor der Lektüre dieses Büchleins mal einige Meinungen und Rezensionen durchlas, war ungefähr die Hälfte davon vernichtend. Es ginge in diesem Buch nur um die perversen Fantasien eines alten Mannes, wie konnte der Autor nur so etwas zu Papier bringen?!... Das habe ich keinesfalls so empfunden. Es geht um die Liebe, die erlebte und die nie erreichte. Es geht um das Alter und das Leben an sich. Um Erwartungen und Enttäuschungen, um Glück und Unglück. Ein Buch, in dem man viele Sätze anstreichen kann, weil sie so treffend und schön sind. Der Inhalt wurde im Klappentext schon gut zusammengefasst, doch hinter diesen Sätzen steckt viel mehr. Poetisch und ausdrucksvoll, bisweilen auch sehr direkt und dadurch etwas unangenehm, erzählt der Autor hier die Geschichte eines alten Mannes, der erst mit 90 Jahren merkt, was er verpasst hat, was er eigentlich immer gesucht hat. Ich finde dieses Werk sehr gelungen und kann keine "Perversitäten" entdecken, die uns nicht sowieso täglich begegnen... So ist das Leben.

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  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    libro

    libro

    07. November 2008 um 07:09

    Hier scheiden sich die Geister und doch möchte ich Ihnen dieses Buch empfehlen. Ein alter Greis, dem alles, bis auf die wahre Liebe, auf dieser Welt schon widerfahren ist, „gönnt“ sich zu seinem 90. Geburtstag eine blutjunge Hure. Was sich daraus erwächst, wie das anfangs hervorgerufene eigene Befremden über dieses Thema, würde einen eigentlich das Buch weglegen lassen. Eigentlich, wäre es nicht von García Márquez - verbunden mit seiner so grandios schönen und poetischen Sprache... Das wiederum hat es, mir zumindest, zu einem kurzweiligen und sehr eindrucksvollen Leseereignis gemacht. Bildet Euch Euer eigenes Urteil!

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  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    02. September 2008 um 09:02

    Nach vielen Jahren ohne neuen Roman von Gabriel Garcia Marquez gibt es nun "Erinnerung an meine traurigen Huren"... Es ist ein wunderbar poetisches Werk eines großen Schriftstellers. Man sollte jedoch, bevor man dieses Buch nimmt, Yasunari Kawabatas "Haus der schlafenden Schönen" gelesen haben. Gabriel Garcia Marquez nimmt in vielen Momenten seines Romans Bezug auf Kawabatas Meisterwerk, natürlich auf seine eigene, ganz subtile Weise und ohne vorher Kawabatas Buch gelesen zu haben, gehen die Anspielungen natürlich verloren. Ein Buch, das ich in einem Atemzug gelesen habe (weil ich es nicht weglegen konnte), absolut zu Empfehlen. Über die Handlung schweige ich bewusst ! Lassen sie sich einfach verführen...

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  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Beagle

    Beagle

    17. June 2008 um 08:50

    Ein Buch mit sehr ungewöhnlichem Inhalt - ein Mann will sich zum 90. Gebnurtstag eine 14-jährige kaufen und verfällt in Träumereien für sie. Wen diese Kurriosität nicht stört findet eine sprachlich hochwertige Erzählung

  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Tweetywoman76

    Tweetywoman76

    31. May 2007 um 15:47

    Ein kleines Buch, welches aufgrund des Erzählstils schnell gelesen ist. Ein Mann schenkt sich zum 90. Geburtstag eine Nacht mit einem noch unberührten Mädchen. Poetisch beschreibt Márquez die Liebe, die dem Erzähler zum Ende seines Lebens das erste Mal begegnet.

  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    HeikeG

    HeikeG

    16. May 2007 um 08:10

    Die Kraft "verhinderter" Liebe Ein typischer Márquez? Ich muss gestehen, ich weiß es nicht, da es mein erstes Buch von ihm ist (ich weiß... Bildungslücke ;-), habe aber bereits ein zweites in meinen nächsten zeitnahen Leseplänen verankert). Aber eines weiß ich jetzt, dieses Büchlein mit seinen 160 groß bedruckten Seiten ist es wert, sich ihm einen Nachmittag lang hinzugeben. Mit genau 514 Frauen hat der Protagonist dieses Romans in seinem Leben bislang geschlafen. Er hat Buch darüber geführt, seit er mit dreizehn von "jenem unentrinnbaren Zwang geknechtet" wurde. Und bezahlt hat er sie alle, ob sie es wollten oder nicht. Der Erzähler schildert emotionslos den Status quo seines Daseins kurz vor seinem neunzigsten Geburtstag. Er ist Journalist und alleinstehend, ein Einzelgänger, der es gewohnt ist, sein Geld im örtlichen Bordell auszugeben. Für die Nacht seines neunzigsten Geburtstags will er sich einen besonderen Wunsch erfüllen: eine liebestolle Nacht mit einer Jungfrau. Rosa Cabarcas, die Besitzerin des Bordells, besorgt ihm eine Vierzehnjährige, die sie ihm zu Gefallen drapiert. Der alte Mann verbringt eine Nacht mit dem Mädchen ohne es zu berühren. Er tut nichts, als die Schlafende zu beobachten. Was ihm geschieht, ist ein Wunder: Zum ersten Mal in seinem langen Leben empfindet er Liebe. Dieses Mädchen löst in dem alten Mann nie zuvor erlebte Gefühle aus. Eigentlich weiß er kaum etwas von ihr und so stellt er sie sich so vor, wie er es gerne haben würde; sogar den Namen Delgadina denkt er sich für sie aus. Zunächst ist sie eine Projektionsfläche für seine Gedanken, doch die Schlafende kehrt das scheinbar um und wird zum Spiegel, der ihn dazu bringt, sich selbst zu verstehen. Alles in seinem Leben ändert sich in bemerkenswerter Weise, die selbst der Öffentlichkeit nicht verborgen bleibt. Seine, seit Jahrzehnten, in der lokalen Sonntagszeitung erscheinenden Kolumnen - die eher langweilig daher kamen und nur aus Respekt vor seiner langen Betriebszugehörigkeit noch erscheinen - werden leidenschaftlich und sind bald nicht mehr aus der öffentlichen Wahrnehmung wegzudenken. Das Ende dieser bezaubernden Geschichte (eigentlich eine Novelle und kein Roman) hält Garcia Márquez bewusst in der Schwebe: Von einer Bekannten erhält der Protagonist am Ende lediglich den Rat, um das junge Mädchen zu kämpfen. Das "wahre Leben", so erfahren wir auf der letzten Seite, hat er nach seinem 90. Geburtstag entdeckt und daraus so viel Energie geschöpft, dass er sich schon auf seinen Hundertsten freut. Ich bin sehr angetan von diesem Buch. Gabriel García Márquez erzeugt eine geheimnisvolle Stimmung, der ich mich nie entziehen konnte und wollte. Es geht hier nicht um die Geschichte eines alten Mannes, der sein spätes Glück bei einer jungen Frau bzw. bei einer mädchenhaften Liebesdienerin findet. Es ist eine Geschichte, die trotz aller Euphorie und Lebensfreude, die der Alte plötzlich erfährt, alles andere ist, als ein Lobgesang auf das Alter oder jenen berüchtigten späten zweiten Frühling. Vielmehr handelt es sich um eine zutiefst melancholische Geschichte, eine Geschichte um Sehnsucht und Einsamkeit, eine Geschichte vom verzweifelten und zum Scheitern verurteilten Versuch, die verpassten Gelegenheiten eines langen Lebens aufzuholen. Sie handelt von der Liebe des Lebens überhaupt, den Tod eingeschlossen - im Grunde genommen eine Geschichte um das große Ganze. Man begibt sich in eine Sphäre von prallem, wirklichem Leben voller Hitze, weißer Leinenanzüge, einprägsamer Namen und Familienreliquien, offener Türen in kühlen Räumen alter Häuser, Bücher und Zeitungen, Geräusche, Baumwollkleider, Musik, Straßen, Innenhöfe, Stille und Rosen. Es liegt eine geheimnisvolle Poesie über der grellen Handlung ausgebreitet. Im Licht der untergehenden Sonne werfen selbst kleine Dinge große Schatten. Wie offen und dennoch poetisch García Márquez über teils tabuisierte Themen (z.B. Liebe im Alter) schreibt und sich dabei ironisch und melancholisch, herzlich und bitter, kraftvoll und zerbrechlich zum Ausdruck bringt, ist für mich hohe Kunst. Die Verbindung von Novelle und Bericht, das Poetische und das Realistische nebeneinander, sein persönliches Bekenntnis zu einem erfüllten Leben und zum Glück (auch wenn es spät kommt), wirkt anrührend und tröstlich zugleich. Fazit: "Erinnerung an meine traurigen Huren" ist für mich eine (sehr gelungene) Metapher auf ein Leben, was sich seinem Ende zuneigt und die dafür plädiert, auch noch die letzten Gelegenheiten zu nutzen, um es zu erfüllen. Ein literarisches Kleinod, ein perfektes, kleines Kunststück, eine hinreißende Erzählung ist es, die Márquez hier vorlegt. Viel kann man finden in diesem leisen Buch - und eines vor allem: den Hochgenuss bereichernder Lektüre - "Erinnerungen an meine traurigen Huren" ist "ein vertrauter philosophisch-philanthropischer Gaumenschmaus fürs Gehirn". Aufs knappste beschränkt offenbart es trotzdem eine sinnliche Sprachgewalt. Er zeichnet das Wesentliche mit einigen unscheinbaren Linien - fast so wie in Skizzen alter Meister. Ich schließe mich dieser gelesenen Meinung uneingeschränkt an: "Seine gezähmte Fabulierlust verdichtet die Sprache bis zur lakonischen Einfachheit. Márquez genügen wenige Worte, um einen Kosmos anzudeuten."

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  • Rezension zu "Erinnerung an meine traurigen Huren" von Gabriel García Márquez

    Erinnerung an meine traurigen Huren
    Henni

    Henni

    29. March 2007 um 22:46

    Márquez baut zwar wieder eine wundervolle Stimmung auf, aber an "Hundert Jahre Einsamkeit" und "Die Liebe in Zeiten der Cholera" reicht es nicht heran.

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