Gabriel Loidolt Die irische Geliebte

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Inhaltsangabe zu „Die irische Geliebte“ von Gabriel Loidolt

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  • Rezension zu "Die irische Geliebte" von Gabriel Loidolt

    Die irische Geliebte

    shao

    19. February 2011 um 15:23

    Der Österreicher Dany übernimmt einen Job an einer Universität in Irland, wo er der hübschen Laura begegnet. Von ihr fasziniert, heftet er sich an ihre Fersen, um festzustellen, dass sie verheiratet, aber in Trennung lebend ist. Was in seiner Heimat kein Hindernis darstellt, wird im konservativen Irland zum Problem. Lauras Ehe hält auseinander, was Danys Meinung nach zusammen gehört. Eine scheinbar unüberwindbare Mauer stellt sich zwischen die beiden. * Etwas Positives über dieses Buch anzuführen fällt mir wirklich schwer. Bereits auf den ersten Seiten wurde deutlich, dass hier eine Aneinanderreihung von Klischees vorliegt, die der (sehr von sich selbst überzeugte) Protagonist dann durch einige Iren bestätigt sieht, was er zufrieden anmerkt. Insgesamt sieht sich der Österreicher als der Aufgeklärte, der aus der „richtigen Welt“ Stammende. Er (ver)urteilt seine Mitmenschen recht schnell und wirkt insgesamt furchtbar selbstgerecht. Abgesehen davon, dass er mit der Zeit begriffen haben sollte, dass das Leben in Irland damals einfach ein Anderes war und dass dieses Leben ein anderes öffentliches Auftreten verlangt hat, als er es gewohnt war, hätte er selbst in einer anderen Situation einfach den Willen Lauras akzeptieren müssen. Aber das tut er nicht, er zwingt sich und seine Nähe ihr immer wieder auf, zeigt Verwunderung und Ärger, als sie dies abblockt und sich im schließlich sogar entzieht. Wobei ihre Reaktion nur verständlich erscheint, schließlich muss sie in dieser Gesellschaft leben und ihr Kind dort großziehen, für sie steht mit ihrem Ruf wesentlich mehr auf dem Spiel, als für den zugereisten Gastdozenten. * Wäre dies nicht schlimm genug, wirft der Protagonist mit Pauschalverurteilungen um sich, die dem Leser die Zehennägel aufstehen lassen: „Von der Liebe hatten die Iren so viel Ahnung wie von der Küche, in dieser Hinsicht waren sie Barbaren, altmodisch, stur, unbelehrbar. So europäisch wie moslemische Gastarbeiter aus Anatolien bei mir zu Hause. Nein, sie hatten nichts mit Europa zu tun. Nicht mit meinem Europa.“ (S. 77) Grundsätzlich lehne ich es ab, wenn Völkern oder Bevölkerungsgruppen per se irgendwelche Eigenschaften ab- oder zugesprochen werden. Dies mag vor einem humoristischen, ironischen Hintergrund noch vertretbar sein, aber keinesfalls in ernst gemeintem Kontext. Und dann noch eine so negative, so abwertende Aussage wie diese, da fällt mir recht wenig zu ein. Sicher, es soll verdeutlichen, in was für einer Lage der Protagonist sich befindet, was er fühlt und gegen welche Windmühlen er ankämpfen will oder muss. Aber so herabwertende Aussagen verhageln mir als Leserin dann irgendwie die gute Laune. * Ein Buch, das in manchen Augen Literatur, eine lesenswerte Geschichte, vielleicht sogar ein Stück weit ein Zeitzeugnis einengender Gesellschaftsnormen sein mag, das in meinen Augen aber nur von Egoismus, mangelnder Anpassung an die Gesellschaft, in der sich der Protagonist bewegt und unendlich vielen Vorurteilen spricht.

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