Gabriel Tallent

 3.9 Sterne bei 12 Bewertungen
Autor von Mein Ein und Alles, Mein Ein und Alles und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gabriel Tallent

Vom Hippiesohn zum Pfadfinder und Autor: Der US-amerikanische Autor Gabriel Tallent wurde in New Mexico geboren. Seine Eltern trennten sich, als er fünf Jahre alt war. Danach begab sich seine Mutter Elisabeth, ebenfalls Schriftstellerin und daneben feministische Aktivistin, in eine Lebenspartnerschaft mit einer Frau. Nach Selbstaussage des Autors war sein Heranwachsen geprägt von den Attributen der Post-Hippie-Ära: Naturverbundenheit, rebellisches Aufbegehren gegen Unrecht und Hoffnung auf eine bessere Welt. Im Jahre 2010, nach seinem Bachelor-Studium an der Willamette University in Salem, Oregon, arbeitete Tallent bereits an Texten, die das Fundament seines 2018 veröffentlichten Debütromans „My Absolute Darling“ legten. In Deutschland erschien das Buch unter dem Titel „Mein Ein und Alles“. Das Werk sorgte dies- und jenseits des Atlantiks für große Euphorie unter den Kritikern. Die mit großer Sprachkunst erzählte „Coming-of-Age“-Geschichte über die 14-jährige Teenagerin „Turtle“, die sexuellen Missbrauch durch ihren alleinerziehenden Vater erleidet, wurde als schonungsloses, intensives Meisterwerk gefeiert und gleichzeitig kontrovers diskutiert. Der Autor selbst bekennt sich offen zu der Tatsache, dass sein Erstlingswerk durchaus autobiografische Spuren enthält. Dazu gehört der Kenntnisreichtum seiner Protagonistin, was die Flora und Fauna ihrer Umgebung betrifft. Gabriel Tallent selbst war bereits als Jugendlicher ebenfalls ein leidenschaftlicher Fährtenleser und Outdoor-Backpacker.

Neue Bücher

Mein Ein und Alles
 (8)
Neu erschienen am 24.09.2018 als Hardcover bei Penguin.
Mein Ein und Alles
 (2)
Neu erschienen am 24.09.2018 als Hörbuch bei Random House Audio.

Alle Bücher von Gabriel Tallent

Gabriel TallentMein Ein und Alles
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Mein Ein und Alles
Mein Ein und Alles
 (8)
Erschienen am 24.09.2018
Gabriel TallentMein Ein und Alles
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Mein Ein und Alles
Mein Ein und Alles
 (2)
Erschienen am 24.09.2018
Gabriel TallentMy Absolute Darling
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My Absolute Darling
My Absolute Darling
 (2)
Erschienen am 29.08.2017

Neue Rezensionen zu Gabriel Tallent

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Rezension zu "Mein Ein und Alles" von Gabriel Tallent

Ein Roman für meine Jahresbestenliste
Haversvor 7 Tagen

Gabriel Tallent ist mit „Mein Ein und Alles“ ein Roman gelungen, der keinen Leser unberührt lassen wird, und ich kann mich der Meinung Stephen Kings anschließen, der dieses Debüt als ein Meisterwerk bezeichnet und es mit den großen Klassikern der amerikanischen Literatur vergleicht. Für mich ist es eine Mischung aus Thoreaus „Walden“ und Woodrells „Winter’s Knochen“. Thoreau wegen der ausufernd detaillierten Beschreibungen einer ungebändigten Natur, Woodrell wegen Turtle, dem Mädchen, das allerdings erst im Laufe der Handlung zu dieser Stärke gelangt, die Ree Dolly von Beginn eigen ist. Außerdem ist ein wichtiges Thema - und zutiefst amerikanisch - die Bedeutung der Waffen, deren Gebrauch und Pflege eine zentrale Rolle in diesem Roman einnimmt.

Tallent beschreibt eine Vater/Tochter-Story, die von Obsession, Dominanz und Missbrauch erzählt, aber gleichzeitig ist es auch die Geschichte der Befreiung aus einer zerstörenden Beziehung. Seit dem Tod der Mutter lebt Turtle mit ihrem Vater in den nordkalifornischen Wäldern. Es ist ein dreckiges, rohes Leben für das Mädchen, geprägt von physischen und psychischen Misshandlungen durch den obsessiven, in Waffen vernarrten Vater, der schöngeistmäßig einerseits die Werke der großen Philosophen liest, andererseits seine Tochter regelmäßig vergewaltigt. Die Gefühle des Mädchens sind widersprüchlich, sie hasst ihn und sie liebt ihn, ist er doch ihre einzige Bezugsperson. Aber dann lernt sie Jacob kennen, einen gleichaltrigen Jungen, der ihr zeigt, dass Beziehungen auch anders funktionieren können. Und das ist der Auftakt für Turtles schmerzhafte Befreiung von ihrem Vater.

Es ist ein eindringliches Leseerlebnis. Der Autor verlangt uns einiges ab. Manchmal muss man das Buch einfach zur Seite legen und das Gelesene sacken lassen, weil man die Brutalität in dieser Vater/Tochter-Beziehung kaum noch aushalten kann. Im Gegensatz dazu steht die Sprache, so poetisch und federleicht, die ein Gegengewicht schafft. Absolut beeindruckend, mit einer Protagonistin, die man so schnell nicht vergessen wird. Keine Frage, ein Roman für meine Jahresbestenliste!
 

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W

Rezension zu "Mein Ein und Alles" von Gabriel Tallent

Ein beeindruckendes Hörbuch, eine beeindruckende Stimme
WinfriedStanzickvor 8 Tagen


 

„Mein Ein und Alles“ ist ein Romandebüt, das in den USA eine gespaltene Rezeption erfahren hat, denn in einem solchen Ton wurde so vorher dort noch nie über Gewalt und Kindesmissbrauch geschrieben.

 

Es ist ein Roman voller wunderbarer und sprachlich in einer solchen Form noch nie gelesenen Beschreibungen der nordkalifornischen Natur, die der Autor jahrelang als Guide durchstreift und kennengelernt hat.

 

Der wirklich unter die Haut gehenden Roman erzählt die Befreiungsgeschichte der 14-jährigen Julia Alveston, genannt Turtle, die  seit dem frühen Tod ihrer Mutter allein mit ihrem waffennarrigen Vater Martin zusammenlebt. Sie wächst in einem heruntergekommenen Männerhaushalt auf und teilt die Vorstellung ihres Vaters, dass man mit der Waffe in der Hand jeden Tag um sein Überleben kämpfen muss. Der Vater übt schon von früh auf mit Turtle den Umgang mit Waffen und sie ist auch eine hervorragende Schützin.

 

Doch so sehr sie ihren Vater liebt, so sehr fürchtet sie seine sexuellen Übergriffe und die fast täglichen Vergewaltigungen. In stundenlangen Märschen durch die Natur, wo sie jede Pflanze und jedes Lebewesen genau mit Namen kennt, sucht sie vor diesen Übergriffen Zuflucht.

 

Die Beschreibungen dieses permanenten physischen und psychischen Missbrauchs und wie sie Turtle in eine Hölle sich widersprechender Gefühle stürzen, sind schwer zu ertragen weil sie ähnlich genau und differenziert formuliert sind wie Tallents außergewöhnliche Naturbeschreibungen. Ich nehme an, es waren diese Szenen und die Kritik an dem Waffenfetischismus des Vaters, die das Buch in den USA so umstritten machten.

 

Turtles Schicksal scheint aussichtslos. Auch der in der Nähe wohnende Großvater, der seinen Sohn genau kennt und offenbar ahnt, was sich in dessen Haus abspielt, kann dem Mädchen nicht helfen.

 

Als Turtle in der Schule einen Jungen namens Jacob kennenlernt und in einer langsamen Annäherung erfährt, wodurch sich wahre Freundschaft auszeichnet, findet sie schrittweise den Mut, sich gegen den Vater aufzulehnen. Ihre zuvor enge Welt öffnet sich und viele neue, aber angsterregende Möglichkeiten liegen offen vor ihr.

 

Martin spürt sehr schnell, das seine Tochter sich von ihm absetzt: Mit brutaler Gewalt versucht er Turtle wieder in die Zucht zu nehmen. Er kann und will seine Tochter nicht loslassen. Als er eines Tages ein jüngeres Mädchen mitbringt, die er genauso missbraucht, da fallen Turtle alle Schuppen von den Augen und es beginnt ein langer Kampf um Leben und Tod.

 

Das Buch schildert, mit Wucht und Zartheit gleichermaßen, den Befreiungskampf eines zuvor in der Hölle der väterlichen Macht und Begierde gefangenen Mädchens. Gabriel Tallent tut das als Romandebütant in einer so vorher noch nie gelesenen Sprache, einer Sprache, die einen nicht loslässt, regelrecht überwältigend und trotz aller furchtbaren Gewalt, die beschrieben wird, mit einer zärtlich-poetischen Schönheit. Sie aus dem Amerikanischen zu übersetzen war sicher nicht leicht ist aber Stephan Kleiner hervorragend gelungen.

 

Wer solch einen Erstling vorlegt, dem traut man viel zu. Doch nach einem solchen „Meisterwerk“ (Stephen King) einen Nachfolger zu präsentieren, wird nicht leicht werden. Ich jedenfalls warte gespannt darauf.

 

Die hier bei Random House Audio vorliegende ungekürzte Hörbuchfassung wurde von der Schauspielerin Anna Thalbach eingelesen. Für Tallents gewaltiges Debüt findet sie mit ihrer unverwechselbaren Stimme genau den richtigen Ton zwischen Zerbrechlichkeit und großer Stärke und Kraft. Sie selbst sagt zu dem Werk:

„Er schafft sehr starke und sehr dreidimensionale Bilder und hat sehr klare Figuren.“

 

Ein beeindruckendes Hörbuch, eine beeindruckende Stimme.

 

 

 

 

 

 

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W

Rezension zu "Mein Ein und Alles" von Gabriel Tallent

Eine Sprache, die einen nicht loslässt, regelrecht überwältigend
WinfriedStanzickvor 8 Tagen


 

„Mein Ein und Alles“ ist ein Romandebüt, das in den USA eine gespaltene Rezeption erfahren hat, denn in einem solchen Ton wurde so vorher dort noch nie über Gewalt und Kindesmissbrauch geschrieben.

 

Es ist ein Roman voller wunderbarer und sprachlich in einer solchen Form noch nie gelesenen Beschreibungen der nordkalifornischen Natur, die der Autor jahrelang als Guide durchstreift und kennengelernt hat.

 

Der wirklich unter die Haut gehenden Roman erzählt die Befreiungsgeschichte der 14-jährigen Julia Alveston, genannt Turtle, die  seit dem frühen Tod ihrer Mutter allein mit ihrem waffennarrigen Vater Martin zusammenlebt. Sie wächst in einem heruntergekommenen Männerhaushalt auf und teilt die Vorstellung ihres Vaters, dass man mit der Waffe in der Hand jeden Tag um sein Überleben kämpfen muss. Der Vater übt schon von früh auf mit Turtle den Umgang mit Waffen und sie ist auch eine hervorragende Schützin.

 

Doch so sehr sie ihren Vater liebt, so sehr fürchtet sie seine sexuellen Übergriffe und die fast täglichen Vergewaltigungen. In stundenlangen Märschen durch die Natur, wo sie jede Pflanze und jedes Lebewesen genau mit Namen kennt, sucht sie vor diesen Übergriffen Zuflucht.

 

Die Beschreibungen dieses permanenten physischen und psychischen Missbrauchs und wie sie Turtle in eine Hölle sich widersprechender Gefühle stürzen, sind schwer zu ertragen weil sie ähnlich genau und differenziert formuliert sind wie Tallents außergewöhnliche Naturbeschreibungen. Ich nehme an, es waren diese Szenen und die Kritik an dem Waffenfetischismus des Vaters, die das Buch in den USA so umstritten machten.

 

Turtles Schicksal scheint aussichtslos. Auch der in der Nähe wohnende Großvater, der seinen Sohn genau kennt und offenbar ahnt, was sich in dessen Haus abspielt, kann dem Mädchen nicht helfen.

 

Als Turtle in der Schule einen Jungen namens Jacob kennenlernt und in einer langsamen Annäherung erfährt, wodurch sich wahre Freundschaft auszeichnet, findet sie schrittweise den Mut, sich gegen den Vater aufzulehnen. Ihre zuvor enge Welt öffnet sich und viele neue, aber angsterregende Möglichkeiten liegen offen vor ihr.

 

Martin spürt sehr schnell, das seine Tochter sich von ihm absetzt: Mit brutaler Gewalt versucht er Turtle wieder in die Zucht zu nehmen. Er kann und will seine Tochter nicht loslassen. Als er eines Tages ein jüngeres Mädchen mitbringt, die er genauso missbraucht, da fallen Turtle alle Schuppen von den Augen und es beginnt ein langer Kampf um Leben und Tod.

 

Das Buch schildert, mit Wucht und Zartheit gleichermaßen, den Befreiungskampf eines zuvor in der Hölle der väterlichen Macht und Begierde gefangenen Mädchens. Gabriel Tallent tut das als Romandebütant in einer so vorher noch nie gelesenen Sprache, einer Sprache, die einen nicht loslässt, regelrecht überwältigend und trotz aller furchtbaren Gewalt, die beschrieben wird, mit einer zärtlich-poetischen Schönheit. Sie aus dem Amerikanischen zu übersetzen war sicher nicht leicht ist aber Stephan Kleiner hervorragend gelungen.

 

Wer solch einen Erstling vorlegt, dem traut man viel zu. Doch nach einem solchen „Meisterwerk“ (Stephen King) einen Nachfolger zu präsentieren, wird nicht leicht werden. Ich jedenfalls warte gespannt darauf.

 

 

 

 

 

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Gespräche aus der Community

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Der Penguin Verlag verlost 15 Exemplare von Gabriel Tallents Roman Mein Ein und alles!

Dieser Roman über ein junges Mädchen hat Amerikas Leserschaft überwältigt und gespalten. Denn Turtle Alveston, so verletzlich wie stark, ist eine der unvergesslichsten Heldinnen der zeitgenössischen Literatur. Sie wächst weltabgeschieden in den nordkalifornischen Wäldern auf, wo sie jede Pflanze und jede Kreatur kennt. Auf tagelangen Streifzügen in der Natur sucht sie Zuflucht vor der besitzergreifenden Liebe ihres charismatischen und schwer gestörten Vaters. Erst als sie ihren Mitschüler Jacob kennenlernt und wahre Freundschaft erfährt, beginnt die Befreiung aus seinen Klauen...

Um an der Verlosung teilzunehmen, beantworte folgende Frage: Nach welchem deutschsprachigen Lyriker ist eine Mitschülerin von Turtle benannt?


Sagt uns auch gerne, wo Ihr Eure Rezensionen veröffentlicht. Viel Erfolg bei der Teilnahme!
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