Ich hatte ja keine Ahnung, worauf ich mich mit dieser Geschichte einlasse! Nach Beenden des Buches konnte ich knapp eine Woche lang kein anderes beginnen, der Roman wollte erstmal verarbeitet werden!
Es geht um die 14jährige Julia Alveston, genannt Turtle, die nach dem Tod der Mutter bei ihrem Vater aufwächst. Die beiden leben in einem total heruntergekommenen Haus, in asozialen Verhältnissen, abgeschieden in den nordkalifornischen Wäldern und nur ihr Großvater väterlicherseits lebt auf dem Grundstück in der Nähe. Turtle geht zwar zur Schule, ist dort aber eine Außenseiterin, hat keinerlei Freunde und verhält sich auch sehr abweisend zu allen. Lediglich die Natur (sie kennt jede Pflanze und jede Kreatur) gibt ihr eine Art Heimat. Denn Turtles Welt ist grauenhaft, einfach schrecklich trost- und hoffnungslos. Das Mädchen wird von ihrem schwer gestörten Vater missbraucht und das auf jede denkbare Art und Weise. Glücklicherweise werden die Darstellung nicht allzu bildhaft beschrieben, sie sind schon in der Vorstellung quasi unerträglich.
Dem Autor gelingt es wahnsinnig gut, die kranke Liebe zwischen Vater und Tochter zu vermitteln, warum sich die Tochter nicht mal versucht, aus der Gewalt des Vaters zu befreien und sie als selbstverständlich betrachtet. Erst als eine dritte Person ins Spiel kommt, beginnt Turtle zu handeln, was eine unglaublich interessante Wendung der Geschichte ist.
Den Höhepunkt der Handlung fand ich etwas überzogen aber dennoch passend. Dafür ist die Ausarbeitung von Turtles Charakter großartig, sie ist mir ihrer rauen, harten Art dermaßen ans Herz gewachsen, das ich sie schwer loslassen konnte. Ich habe von Anfang bis Ende mit ihr mitgefiebert und -gelitten und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.









