Gabriela Häfner

 4,1 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor*in von Das innere Korsett.

Lebenslauf

Bärbel Kerber ist promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin und arbeitet als freie Journalistin und Buchautorin. Gabriela Häfner ist studierte Kultur- und Politikwissenschaftlerin und arbeitet als freie Journalistin und Übersetzerin. Zusammen haben sie 2006 das Frauenonlinemagazin Miss Tilly.de gegründet, das überholte Geschlechterklischees infrage stellt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gabriela Häfner

Cover des Buches Das innere Korsett (ISBN: 9783406675294)

Das innere Korsett

(21)
Erschienen am 10.02.2015

Neue Rezensionen zu Gabriela Häfner

Cover des Buches Das innere Korsett (ISBN: 9783406675294)
DaniRoes avatar

Rezension zu "Das innere Korsett" von Gabriela Häfner

DaniRoe
"Frauen in Deutschland" - Emanzipation - Rollenbilder - Chancen...

Klappentext:
Geblendet von einigen erfolgreichen Karrierefrauen übersehen wir, dass Frauen heute keineswegs vorpreschen, sie treten auch nicht auf der Stelle, sie rudern vielmehr zurück. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland in Sachen Gleichberechtigung inzwischen sogar schlechter ab als Nicaragua und die Philippinen. Wie kann dies sein?

Bärbel Kerber und Gabriela Häfner zeigen auf, dass der Grund hierfür Rollenklischees sind, die Mädchen und klein auf anerzogen werden. Zwar bildet man Mädchen heute dazu aus, beruflich durchzustarten, zugleich erwartet man von ihnen jedoch, liebevoll und fürsorglich zu sein. Umsicht und Sanftmütigkeit helfen ihnen aber im Arbeitsleben – und auch in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Partner – nicht weiter. Dieses Büch öffnet die Augen dafür, wie Frauen durch Rollenbilder ausgebremst werden, die die gesellschaftliche Vorstellung davon bestimmen, wie eine Frau zu sein hat.

Cover:
Das Cover ist komplett in einem matten rot gestaltet. Zu sehen ist ein angedeutetes Korsett in dem der Buchtitel „Das innere Korsett“ in einem matten rosa steht. Der Untertitel „Wie Frauen dazu erzogen werden, sich ausbremsen zu lassen“ ist in weiß unterhalb des Korsetts zu lesen. Die Haptik ist sehr glatt und angenehm.

Inhalt:

1. Das große Rätseln

2. Starke Frauen, schwache Bilanz

3. Persönliche Wendepunkte

4. Die (un)heimlichen Erzieher

5. Zeit für neue Geschlechterbilder


Meinung:

Ein gut recherchiertes Buch, das alle Facetten der heutigen Frau in Deutschland wiedergibt.

Der Charakter des Buches, ist ähnlich einer Dissertation (was sich auch durch den umfangreichen Anhang zeigt).

Es ist kein Buch für Feministinnen, aber eines dass zum Nachdenken und hoffentlich auch zum Umdenken auffordert.

Ich kann wirklich keine Filme mehr ansehen, oder Werbung oder ähnliches – ohne die Klischees zu entdecken. Gruselig.

Fazit:
Es ist die Zeit des Umdenkens gekommen. Wieder einmal.

Hoffentlich erreicht dieses Buch viele Leserinnen und Leser. Und hoffentlich werden die Medien auch darauf aufmerksam und ändern an der Unterhaltungsgestaltung etwas.

Für diese komplexe Meisterleistung, die thematisch gut aufgebaut, wissenschaftlich fundiert und dennoch gut lesbar ist gibt es 5 von 5 Punkten.

Cover des Buches Das innere Korsett (ISBN: 9783406675294)
abetterways avatar

Rezension zu "Das innere Korsett" von Gabriela Häfner

abetterway
Das innere Korsett

Inhalt:
"Frauen dürfen heute alles – und kommen trotzdem nicht voran. Geblendet von einigen Beispielen erfolgreicher Karrierefrauen, übersehen wir, dass Frauen heute keineswegs vorpreschen, sie treten auch nicht auf der Stelle, sie rudern viel eher zurück. Frauen Feigheit vorzuwerfen, ist allerdings zu kurz gedacht. Vielmehr handelt es sich um Mechanismen, die ihnen von klein auf anerzogen werden und wie ein inneres Korsett wirken. Zwar werden Mädchen dazu ausgebildet, beruflich durchzustarten, zugleich wird von ihnen jedoch erwartet, liebevoll und fürsorglich zu sein. Umsicht und Sanftmütigkeit helfen ihnen aber im Arbeitsleben – und auch in Auseinandersetzungen mit dem eigenen Partner – nicht weiter. Maßnahmen wie beispielsweise die Frauenquote haben nur begrenzten Einfluss, denn sie setzen viel zu spät an. Dieses Buch zeigt, wie Mädchen in der Pubertät ihr Selbstvertrauen verlieren und Frauen immer noch durch uralte Rollenbilder ausgebremst werden"

Meinung:
Das Buch habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen, teilweise fühle ich mich abgeholt und ertappt und manchesmal vollkommen fehl am Platz.
Es regt zum nachdenken an. Aber leider konnte es mich vollends überzeugen und deswegen war es sicher nicht das richtige Buch für mich. Leider.

Cover des Buches Das innere Korsett (ISBN: 9783406675294)
Claddys avatar

Rezension zu "Das innere Korsett" von Gabriela Häfner

Claddy
engagiert, sachlich, gut recherchiert


Schon das Cover warnt: Gefahr! Achtung, für Frauen existiert eine spezifische Einengung, die auf den ersten Blick nicht erkennbar ist. 


Gabriela Häfner und Bärbel Kerber haben den Werdegang der Emanzipation der Frauen bis in die heutige Zeit kritisch und wissenschaftlich unter die Lupe genommen. Die erschreckende Erkenntnis: Insbesondere in Deutschland lässt die Gleichberechtigung zunehmend zu wünschen übrig. 

Eingelullt in die trügerische Gewissheit, die Entwicklung sei schon vor Jahrzehnten in die richtige Bahn gelenkt worden und seitdem sei alles unabwendbar dabei, sich konsequent zu verbessern, werden wir hier wachgerüttelt und eines Besseren belehrt. Bestürzt nehmen wir zur Kenntnis, dass andere Länder an uns vorüberziehen, was Bildung, Einkommen und politische Teilhabe der Frauen angeht. („Nirgendwo in Europa liegt der Verdienst von Frauen und Männern so weit auseinander  wie bei uns.“) Und dass wir immer noch, oder wieder, bereitwillig in die Fallen tappen, mit denen eine ungleiche Rollenverteilung angeblich erklärt wird, beispielsweise durch einen biologistischen Ansatz. 

Es wird versucht zu erklären, wann und wodurch dieses innere Korsett der Frau entsteht, welche Mechanismen zur Wirkung kommen und welche Interessen dahinter stehen. 

Schon während der Lektüre wird klar, dass genaueres Hinschauen vonnöten ist, dass es eine Trägheit und eine Gleichgültigkeit zu überwinden gilt, um uns und unsere Töchter in eine bessere Position zu bringen. 

Schließlich gibt es auch eine Antwort auf die Frage, wie Frauen sich diesen Misständen entgegen stellen können. Nämlich, indem sie sich über die genauen Zusammenhänge informieren und darüber nachdenken. „Das Wissen darüber, wie uns Klischees und Geschlechterstereotype von frühester Kindheit an bremsen, ist der Grundstein für Veränderung.“ (S. 169)

 

Das Buch wirkt trotz allen Engagements sehr sachlich und ist äußerst gut recherchiert, Aus Umfragen und Erhebungen werden Erkenntnisse gezogen. Zu jeder Aussage gibt es entsprechende Grundlagen, deren Quellen im Anhang verzeichnet sind. 


Ein wichtiges Buch, ein Buch, das - leider - unbedingt gelesen gehört.


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