Gabriela Sperl

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Cover des Buches Die Flucht (ISBN: 9783833305535)

Die Flucht

 (6)
Erschienen am 16.09.2008

Neue Rezensionen zu Gabriela Sperl

Cover des Buches Die Flucht (ISBN: 9783833305535)

Rezension zu "Die Flucht" von Tatjana Gräfin Dönhoff

Die Geschichte der Gräfin von Mahlenberg
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Lies die vollständige Rezension auf meinem Blog Papiermosaik.  

Gleich zu Anfang muss ich sagen, dass ich den Film, auf dem das Buch basiert, nicht gesehen habe. Und auch über die Zustände in Ostpreußen während des 2. Weltkriegs weiß ich rein gar nichts. Doch auch ohne diesen Hintergrund hat mich das Buch sehr gefesselt. Lenas Schicksal und das Schicksal ihrer Gutsleute hat mich mitgerissen und berührt. Ihre Flucht über tausende von Kilometern von Ostpreußen bis nach Thüringen war eine Reise der Angst und des Grauens, wie man sie sich gar nicht vorstellen kann.

Gerade die Einzelschicksale der einfachen Leute, die im Buch nur als Nebenfiguren auftreten, fand ich sehr gut beschrieben, denn im Gegensatz zu Lena besaßen sie nicht die Privilegien des Adels und haben Dinge erlitten, die in der Realität damals wohl an der Tagesordnung waren. Wer nicht schnell genug geflüchtet ist und den Russen in die Hände fiel, wurde ermordet, vergewaltigt oder gequält. Und die Seite der Deutschen war nicht besser, denn sie zwangen die Menschen in ihren Dörfern zu bleiben, andernfalls würden sie als Verräter hingerichtet werden. Das Buch hat diese schreckliche Lage und die fast unmöglichen Entscheidungen, vor denen die Leute standen, meiner Meinung nach sehr gut beschrieben.

Auch Lenas persönliche Geschichte hat mir gefallen. Sie war eine starke Frau und diese Stärke und Entschlossenheit wurden unter eine harte Probe gestellt. Mit einem Mal musste sie wieder eine Gräfin sein und einen Haufen verängstigter Menschen und Kriegsgefangener anführen. Dabei war sie auch noch hin- und hergerissen zwischen ihrer verbotenen Zuneigung zu Francois und ihrem Pflichtbewusstsein gegenüber Heinrich.

Allerdings hatte ich oft das Gefühl, dass ihr die Dinge zu leicht gelangen und sie im Gegensatz zu ihren Freunden nichts Schlimmeres durchleiden musste als zu lange auf einem Pferd zu sitzen. Sie genoss nicht nur den Schutz ihres Adelstitels, sondern auch den zweier Männer, die sie verehrten. Ein Schutz, den beispielsweise ihrer besten Freundin Babette nicht zuteilwurde und die grausam von den Russen vergewaltigt wurde. Stellenweise fand ich das Buch auch etwas gefühllos geschrieben. Der Einblick in Lenas Empfindungen bleibt manchmal sehr oberflächlich, gerade ihre Gefühle für Francois und Heinrich wurden nicht überzeugend dargestellt.

Insgesamt fand ich die Erzählung und die Geschehnisse dennoch sehr beeindruckend. Ich kann das Buch echt weiterempfehlen, auch wenn man sich nicht übermäßig für Geschichte interessiert, denn es beschreibt einen Teil der Vergangenheit, der nicht in Vergessenheit geraten sollte.

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Cover des Buches Die Flucht (ISBN: 9783828990685)

Rezension zu "Die Flucht" von Tatjana Gräfin Dönhoff

Rezension zu "Die Flucht" von Tatjana Gräfin Dönhoff
Ein LovelyBooks-Nutzervor 12 Jahren

Lena Gräfin von Mahlenberg lebt seit Ende der dreißiger Jahre mit ihrer unehelichen Tochter in Berlin. Als ihr Vater erkrankt, kehrt sie auf das ostpreußische Gut ihrer Eltern zurück und übernimmt die Verwaltung des Hofes. Im Winter 1945 wagt sie mit den Gutsleuten die Flucht vor der Roten Armee. Doch nur der Weg über das gefrorene Haff führt gen Westen.

FAZIT: Anfangs ein etwas ungewöhnlicher Schreibstil, der mit der Zeit aber schnell zu dem Buch und seinem Inhalt passt. Das Thema, Flucht und Vertreibung nach dem zweiten Weltkrieg, finde ich nicht nur hochinteressant, sondern es betrifft mich (im weitesten Sinne) auch selbst. Mein Opa stammt aus Ostpreußen und musste mit 12 die Flucht vor der Roten Armee antreten. Allein und mit nichts als einem Fahrrad. Er hat mir das Buch auch geschenkt und ich muss sagen es kommt den Schrecken und der Angst, die die Leute damals spüren mussten sehr nahe. Mit ihrem nüchternen Erzählstil hat die Autorin eine präzise Schilderung der Fluchumstände geschaffen und zugleich eine wunderbare, aber in jenen Zeiten verbotene Liebesgeschichte präsentiert. Man ist froh, soetwas nicht miterlebt zu haben und hat Erfurcht vor den Leuten, die diese schlimme Zeit gemeistert haben. Mit vielen gut recherchierten historischen Fakten hinterlegt, ist es für geschichtlich Interessierte ein absolutes Muss.
Das Buch wurde übrigends auch verfilmt, ein Zweiteiler in der ARD. Ein sehr emotionaler Film.

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