Gabriele Borgmann

 4,3 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor*in von VENUS AD.
Autorenbild von Gabriele Borgmann (©)

Lebenslauf

Gabriele Borgmann lebt in Berlin.

Sie studierte Kunstgeschichte, arbeitete in Zeitungsverlagen und war 16 Jahre in einer politischen

Institution im Medienbereich sowie im Referat internationale Beziehungen tätig.

Seit mehr als zehn Jahren konzipiert und schreibt sie Unternehmens- und Sachbücher, begleitet

Autoren und Autorinnen vom Exposé bis zur Veröffentlichung.

„Venus AD“ ist ihr literarisches Debüt.

Alle Bücher von Gabriele Borgmann

Cover des Buches VENUS AD (ISBN: 9783962580247)

VENUS AD

 (9)
Erschienen am 01.03.2019

Neue Rezensionen zu Gabriele Borgmann

Cover des Buches VENUS AD (ISBN: 9783962580247)
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Rezension zu "VENUS AD" von Gabriele Borgmann

Ein netter Zeitvertreib
Schneeflammevor 5 Jahren

Venus AD ist für mich interessant geworden, weil die Handlung in meiner Heimat spielt und die Idee eines Albrecht Dürers welchen es in 21 Jahrhundert verschlägt ganz witzig klang.

Das Buchcover finde ich ein wenig bieder. Immer wenn ich flüchtig drauf schaue, denke ich dort steht ein überdimensionaler Pilz. Für ein Buch, welches von der Kunst handelt für mich zu wenig.

Die Buchidee ist witzig, aber konnte mich in der Umsetzung leider nicht überzeugen. Es geht um Kunst, um Politik und darum, dass sich die Zeiten kaum ändern. Die Zeitreise wird bewusst ausgeklammert. Der Fokus liegt mehr auf dem Geschehen im 21 Jahrhundert. Das Buch ist leider weniger witzig als erwartet.

Es ist ein netter Zeitvertreib, der leider nicht im Gedächtnis bleibt.  

Cover des Buches VENUS AD (ISBN: 9783962580247)
mabuereles avatar

Rezension zu "VENUS AD" von Gabriele Borgmann

Ist das Cranachbild ein Plagiat?
mabuerelevor 5 Jahren

„...Kurz zögerte Albrecht – und griff nach einem Fetzen Papier und dem Kohlestift. Er tanzte mit den Fingern in der Luft, atmete tief und setzte an, auf dem Fetzen zu stricheln. Feine Poren fügte er zur Haut, zur Silhouette, zu einer schön gerundeten Frau. Die Brust klein und stehend, apfelgleich...“


Wir schreiben das Jahr 1507. In der Stunde der Dämmerung skizziert Albrecht Dürer seine Venus. Seine Reise nach Italien hat ihn zu neuen Ideen inspiriert. Dann aber erscheint Lucas Cranach, sein ehemaliger Schüler bei ihm. Kurz bleibt er im Atelier allein.

Dann wechselt die Handlung ins Jahr 2019. Die Doktorandin Nele Rosenbach hat sich intensiv mit den Werken von Albrecht Dürer beschäftigt. In wenigen Tagen ist allerdings die Ehrung eines anderen Malers geplant. Die Venus von Lucas Cranach soll der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nele aber ist sich sicher, dass die Vorlage für das Bild von Dürer stammt.

Die Autorin hat ein beeindruckendes Buch geschrieben, das sich schwer in eine Schema pressen lässt. Einerseits ist ein Zeitreiseroman, denn Albrecht Dürer erscheint im Jahre 2019, um das Cranachbild zu signieren, andererseits ist es ein Kunstroman. Warum, werde ich später ausführen. Und nicht zuletzt geht es um Kulturpolitik und persönliche Nicklichkeiten.

Der Schriftstil ist über weite Strecken sehr poetisch, kennt aber auch sachliche Darstellungen.

Ein Moment voller Anspannung wird von der Autorin so beschrieben:


„...Ihre Lippen ein O. Die Knie wie Pudding. Kurz sah sie diese Nacht sich auflösen in ein Nichts und ihre Zukunft lief vor ihren Augen ab wie ein von fremder Hand beschriebenes Drehbuch...“


Die Geschichte wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. In der Vergangenheit darf ich Albrecht Dürer in seinem Atelier über die Schulter schauen. Ich lerne nicht nur, wie seine Bilder entstehen, sondern erfahre eine Menge darüber, wie damals Farben hergestellt und eingesetzt wurden. Dürer sieht seine Kunst so:


„...Es ist Technik, alles Technik. Es kommt immer auf die Mischung der Farben an und den Leim, auf die Bindung, die beides zu einem einzigartigen Fluid verschmilzt. Der Rest ist Mut und Hingabe, vor allem Fleiß. Gedanken nicht stoppen, fließen lassen vom Kopf in die Hand in den Pinsel aufs Holz...“


Auch die unterschiedlichen Techniken von Dürer und Cranach werden thematisiert. Genau deshalb ist die Geschichte für mich auch ein Kunstbuch.

Eine besondere Rolle spielt Albrechts Frau. Sie ist diejenige, die seine Kunst unter die Leute bringt und so dafür sorgt, dass immer genug Geld im Haus ist. Albrecht weiß, was er an seiner Frau hat, kann es ihr aber schlecht zeigen.

Im Vorfeld von der Präsentation des Cranachbildes sieht Professor Seltig seine Chance. Er möchte einen Club der Reichen gründen, die für neue Kunstwerke spenden. Sein überschäumender Ehrgeiz duldet niemand neben sich. Er glaubt, die Politiker der Stadt in der Tasche zu haben.

Die Autorin versteht es, die verschiedenen Interessen ihrer Protagonisten in Gegenwart und Vergangenheit gut herauszuarbeiten. Dadurch entsteht eine innere Spannung.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

Cover des Buches VENUS AD (ISBN: 9783962580247)
EmiliAnas avatar

Rezension zu "VENUS AD" von Gabriele Borgmann

Originelle Geschichte um ein Plagiat
EmiliAnavor 5 Jahren


Anno Domini 1509 zu Wittenberg: Albrecht Dürer kommt nicht zur Ruhe! Da hat er sich eine Skizze abgerungen, die die gesamte Malerei in Deutschland seiner Zeit revolutionieren würde; die Venus hat er gemalt, mit perfekten Proportionen, ihr einen vorwitzigen Amor beigesellt - und was muss er erleben, als er mit seinem Eheweib, "sein Agnes" nach Wittenberg geladen wird, um den anderen großen Maler, Lucas Cranach, geehrt zu sehen? Dieser Kerl, der Schuft, hat sich doch tatsächlich seines Werkes, seiner perfekten Venus, bemächtigt und lässt sich dafür feiern! Albrecht schäumt, denn das darf doch nicht sein, dem muss er Einhalt gebieten...


Anno Domini 2019 zu Berlin: Die ehrgeizige junge Nele, begabte Studentin der Kunstgeschichte, steht wieder einmal versunken vor dem Bildnis eben dieser Venus, Lucas Cranachs Venus, wie alle Welt glaubt. Sie ist aufgewühlt, ist sie doch der Überzeugung, dass nicht Cranach der Schöpfer dieser Venus ist. Nein, ihr Liebling, Albrecht Dürer, ist der wirkliche Vater des Werkes! So macht sie sich an dem Bild zu schaffen, um den Beweis für ihre Theorie zu erbringen...


Inzwischen ist Neles Professor Seltig von einem ehrgeizigen Projekt besessen: der Gründung eines exklusiven Kunstclubs, für die Superreichen und vielleicht nicht so Schönen der Hauptstadt, wofür er den Regierenden Bürgermeister einspannen möchte, der allerdings große Bedenken angesichts eines solchen Luxusprojektes hat. Manipulativ und gerissen verfolgt Seltig auf der Cranach-Vernissage, bei der Nele die "Venus mit Amor" erklären soll, sein mehr als zweifelhaftes Ziel, sich selbstherrlich über den Regierenden Bürgermeister hinwegsetzend - und dabei in seinem Größenwahn sich selbst überschätzend...


Nachdem die erregte und nervöse Nele ihren Einsatz verpasst und ihr Heil in der Flucht sucht, fällt der ebenso erregte und nervöse Albrecht durch ein Zeitloch - und der beglückten Nele direkt vor die Füße! Mit nur einem Ziel vor Augen: der Venus, den der Halunke Cranach für sich beansprucht hat, endlich und unwiderruflich seine Initialen AD aufzudrücken!


Doch dann ereignet sich Unerwartetes und recht Seltsames, und die Geschichte läuft in eine Richtung, die keiner vorhersehen konnte - und die der überraschte Leser auch sicher nicht erwartet hatte...






Man muss kein Kunstgeschichtsexperte oder Kunstbeflissener sein, um in die amüsante Geschichte hineinzutauchen, die sich die Autorin Gabriele Borgmann in diesem kleinen Meisterwerk ausgedacht hat.


Sie hat, wie ihre Protagonistin Nele, ihre eigenen Vorstellungen von den beiden großen Renaissance-Malern Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren - und diese sind spannend und aufschlussreich zugleich. Vielleicht liegt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit in ihrer Sichtweise, vielleicht waren beide ganz ähnlich - vielleicht aber auch ganz anders! Doch so, wie die Autorin sie schildert, sind sie ungemein lebendig und fallen gewissermaßen - und um im Bilde zu bleiben - aus der Zeit und direkt vor die Füße des Lesers, der nicht umhin kann, seine Freude an der vergnüglichen Fabulierkunst der Autorin zu haben.


Verwoben mit den Akteuren der zweiten Handlungsebene durch eben jenes Zeitloch wird eine runde Sache aus der Geschichte!


Da trifft auch der seriöse Enthusiast und Kenner zugleich, in Gestalt der Studentin Nele, auf den Blender und Banausen, Seltig nämlich, der, obwohl Kunstgeschichtsprofessor, vielleicht über ein umfangreiches theoretisches Wissen verfügt, nicht aber über das Gefühl, den Sinn für das, was Kunst ausmacht.


Zwar fällt auch ihm Dürer direkt vor die Füße - doch sehen kann er ihn dennoch nicht. Weil er keine Phantasie hat, weil seine Absichten mit der Kunst keine hehren sind.


Das hat die Autorin mit viel Gefühl wunderbar herausgearbeitet - wie so einiges andere auch. Nicht nur scheint sie, wie Nele, eine Enthusiastin zu sein, sondern eben auch eine Kennerin des Stoffes, dessen sie sich in ihrer Novelle angenommen hat.


So erfährt man eine Menge über Farben, die die Maler der längst vergangenen Epochen verwendet und natürlich selbst hergestellt haben, und deren Zusammensetzung, und auch in Technik und auf die Sichtweisen, mit denen ein Maler sich an sein Werk macht, bekommt man einen aufschlussreichen Einblick.


Und wenn das alles noch dazu in eine elegante und verführerisch schöne Sprache gepackt wird, dann wird tatsächlich ein kleines Meisterwerk daraus, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt!


Gespräche aus der Community

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GabrieleBorgmann
Liebe Leserunde, ich freue mich auf den Start! hoffe, "Venus AD" ist in Ihrem Briefkasten gelandet.

Der besondere Moment im ersten Teil meiner Novelle ist der Sprung durch die Zeit. So schlage ich gerne vor, dass Sie auf diesen Moment hinlesen, dass Sie eintauchen in den Mittelalteralltag und damit in die Sorgen und Nöte und Hoffnungen der Künstler, allen voran Albrecht Dürer und Lucas Cranach. 
Ich werde unsere Runde regelmäßig besuchen. Sie sind meine ersten Leser, bevor das Buch am Freitag erscheint... 
Herzlich, Gabriele Borgmann




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