Gabriele Clima

 3.8 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Der Sonne nach, Der Sonne nach und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Gabriele Clima

Literatur für Alle: Gabriele Clima, geboren 1967 in Mailand, ist ein italienischer Schriftsteller. Er hat schon über 50 Bilderbücher, Beschäftigungsbücher, Kinder- und Jugendbücher geschrieben und entwickelt. Sein Werk der Sonne nach wurde 2017 mit dem Andersen Prize für das beste Jugendbuch ausgezeichnet und kam auf die Shortlist des IBBY – als bestes Buch über einen behinderten Jungen.                    

Neue Bücher

Wie kleine Tiere groß werden: Der kleine Hase

Erscheint am 01.03.2020 als Pappbuch bei Ravensburger Verlag GmbH.

Wie kleine Tiere groß werden: Der kleine Frosch

Erscheint am 01.03.2020 als Pappbuch bei Ravensburger Verlag GmbH.

Alle Bücher von Gabriele Clima

Cover des Buches Der Sonne nach (ISBN:9783446262607)

Der Sonne nach

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Erschienen am 11.03.2019
Cover des Buches Der Sonne nach (ISBN:9783423627283)

Der Sonne nach

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Erscheint am 22.05.2020
Cover des Buches Ring der 7 Welten / Der Ring der 7 Welten (ISBN:9783945270240)

Ring der 7 Welten / Der Ring der 7 Welten

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Erschienen am 01.10.2016
Cover des Buches Ring der 7 Welten / Ring der 7 Welten (ISBN:9783945270233)

Ring der 7 Welten / Ring der 7 Welten

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Erschienen am 01.01.2016

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Neue Rezensionen zu Gabriele Clima

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Rezension zu "Der Sonne nach" von Gabriele Clima

Eine absolut gelungene Coverversion von „Ziemlich beste Freunde.“
WinfriedStanzickvor 5 Monaten


 

Wer das Buch „Ziemlich beste Freunde“ vor Jahren gelesen oder den Film gesehen hat, wird auch an dem hier vorliegenden, 2017 mit dem Andersen Preis für das beste Jugendbuch ausgezeichnete Roman von Gabriele Clima mögen.

 

Schon 2016 in Italien erschienen erzählt das Jugendbuch von dem 16-jährigen Dario. Nachdem der Vater die Familie verlassen hat, ist aus Dario ein auffälliger Junge geworden, der voller Wut in der Schule randaliert. Nachdem er zum wiederholten Mal ausgeflippt ist, soll sich Dario als Strafe auf eine unbestimmte Zeit um einen „Menschen mit besonderen Fähigkeiten“ kümmern. Er wird mit der ehrenamtlichen Pflegebegleitung eines geistig und körperlich behinderten Jungen namens Andy beauftragt. Er soll ihn in seinem Rollstuhl spazieren fahren und auf ihn aufpassen. Da Dario noch nicht mal auf sich selbst aufpassen kann, scheint er mit dieser Aufgabe doch überfordert.

 

Doch Dario hat von seiner Aufgabe seine eigenen Vorstellungen und beschließt  Andy auf die Suche nach seinem Vater mitzunehmen, den er in einem Ort am Meer vermutet. Es wir deine abenteuerliche Reise, auf der Dario immer mehr lernt, die feinen Signale zu lesen, die der schwer behinderte Andy ihm sendet. Er lernt diesen „Halbidioten im Rolli“, wie er ihn zunächst genannt hat, mit anderen Augen zu sehen.

 

Was Gabriele Clima aber vor allem wunderbar beschreibt, ist die Veränderung die in Darios Innerem vor sich geht. Unterwegs mit Andy lernt er, dass es nicht die anderen sind, die für seine Wut und sein Schicksal verantwortlich sind und er spürt zunehmend, dass er trotz seiner verfahrenen Lebenssituation durchaus  die eigene Wahl hat, welchen Weg er in seinem Leben gehen will.

 

Gabriele Clima ist es auf eine sehr poetische und glaubwürdige Weise gelungen, die jeweilige emotionale Innenwelt der beiden Protagonisten darzustellen und zu beschreiben.

Es ist ein witziges und ehrliches Buch, voller Abenteuer und kurioser Szenen, das man nicht aus der Hand legen möchte bis man zu seinem verblüffenden Schluss gekommen ist.

 

Eine absolut gelungene Coverversion von „Ziemlich beste Freunde.“

 

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Rezension zu "Der Sonne nach" von Gabriele Clima

Der Weg ist das Ziel
Paperboatvor 7 Monaten

Dario ist ein wütendes Ärgernis; für seine Lehrerin, für den Direktor, und manchmal auch für seine Mutter. Eigentlich will er nur seine Ruhe haben und raucht gerne mal einen Joint, um sich aus der Welt auszuklinken. Vor allem aber will er nicht ständig Niete genannt oder als abfälliger Grund benannt werden, warum Darios Vater die Familie vor neun Jahren verlassen hat. Dieser Umstand ist für den Jungen ein wunder Punkt. Es ist eine Sache ohne einen Vater aufzuwachsen, aber eine andere sich für den Grund zu halten, warum dieser gegangen ist. Unterschwellig nagte diese Vermutung immer an Dario.
Als die furchtbare Lehrerin Dario mal wieder zur Weißglut bringt, als sie sagt, wegen ihm sei der Vater doch überhaupt erst abgehauen, hilft auch kein Gras mehr. In seiner Wut wirft er die Klassenzimmertür hinter sich so feste zu, dass der Griff abbricht und durch die Gegend fliegt. Ins Büro des Direktors zitiert, wird ihm zur Strafe aufgebrummt, sich zusammen mit einem Mädchen namens Elisa um den behinderten Andy zu kümmern, der an seinen Rollstuhl gefesselt ist. Schnell stellt Dario fest, dass Elisa eine blöde Kuh ist, die Andy nicht wie einen Menschen behandelt, sondern eben wie einen Behindi. Dario und Andy sind sofort freundschaftlich miteinander verbunden, allerdings interveniert Elisa ständig, weil sie Andy unterschätzt und ihn immer bemuttert und bevormundet, während Dario ihm auch mal was zutrauen möchte.
In einer Kurzschlussreaktion haut Dario ab und nimmt Andy einfach mit. Er will seinen Vater finden und lässt sich nicht von den wiederholten Anrufen des Direktors ablenken, der ihm mit Jugendknast droht. Während die Tage auf der Reise durch Italien mit Andy vergehen, ist Dario vor einige Herausforderungen mit dem eingeschränkten Jungen gestellt, aber irgendwie meistert er sie immer. Dabei behandelt und spricht er mit Andy eigentlich immer so als wäre dieser ein ganz normaler Kerl ohne Einschränkungen, weil er die nonverbalen Zeichen des Jungen so zu deuten weiß wie offenbar keiner vor ihm. Unter ihm blüht Andy nicht nur auf, sondern entwickelt sich weiter. 
Am Ende ihres abenteuerlichen Roadtrips finden sie tatsächlich Darios Vater. Aber anders als er diesen in Erinnerung hatte, erwartet den Sohn eine traurige Version seines früheren Idols. Die Frage, warum er die Familie verlassen hat, kann der Vater nicht beantworten. Dario muss erkennen, dass nicht beim Vater Antworten liegen und dieser nicht der Schlüssel zu Darios Glück ist. Desillusioniert nimmt Dario Abschied von seinem Vater und stellt sich der Konsequenz seines Handelns. Zu Hause angekommen rechnet er mit der angedrohten Jugendstrafanstalt, aber trotz Strafe erhält er auch Wertschätzung, denn unter Darios Fürsorge ist Andy auch etwas selbstständiger in seiner Behinderung geworden.

Das Buch beschreibt sich selbst mit „Ziemlich beste Freunde“ als Jugendbuch, und am ehesten lässt es sich mit dem französischen Film wohl auch vergleichen. Der Inhalt ist offensichtlich bewusst teilweise etwas stereotyp geschrieben. Schon auf den ersten paar Seiten erkennt man ganz klar, wer für und wer gegen den Jugendlichen ist. Die „Bösen“, die den nach Freiheit drängenden Dario einfach nicht so sein lassen wollen wie er möchte, werden klar gekennzeichnet. Was mir aber wirklich gut gefiel, war die Zwiesprache zwischen Andy und Dario, die eine schöne Ergänzung zu Andys unfertiger geäußerter Sprache ist.
Manche Szenarien wirken allerdings etwas konstruiert, wie z.B. dass einem den Obrigkeiten derart verantwortungslos und gewalttätig erscheinender Jugendlicher ein behinderter Rollstuhlfahrer einfach so anvertraut wird. Diese konstruierten Szenen haben mich als erwachsene Leserin etwas gestört, auf die Zielgruppe wirkt es vielleicht anders. Die Kapitel sind allesamt überschaubar kurz gehalten, und der Einstieg in die Lektüre fällt leicht. Gerade für eher leseschwächere Jungs, die vielleicht ähnliche Probleme wie Dario haben, könnte ich mir das Buch passend vorstellen. Vielleser könnten sich unabhängig vom Inhalt aufgrund der Kürze des Buches aber womöglich langweilen.

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Rezension zu "Der Sonne nach" von Gabriele Clima

Wichtiges Buch, das sein Potenzial nicht ganz ausschöpft!
DerMedienbloggervor einem Jahr

Der „Roadmovie“ definiert ein Filmgenre, in dem oftmals eine Reise als Metapher für die Suche nach Freiheit und der eigenen Identität des Protagonisten dargestellt wird. Spätestens mit Herrndorfs „Tschick“ hat sich auch in Deutschland der Roadmovie-Roman durchgesetzt und erfreut sich großer Beliebtheit. Mich persönlich, der sich in einer Selbstfindungsphase kurz vor dem Einschreiten ins Berufsleben befindet, spricht dieses Buchgenre stark an, da oftmals die Stärke dieser Romane darin liegt, dem Leser ein locker-lebendiges Lebensgefühl, gleichzeitig aber auch Stoff zum Nachdenken mitzugeben, mit dem ich mich identifizieren kann. Vor nur wenigen Tagen ist im Hanser Literaturverlag ein ganz spezieller Genrevertreter erschienen: „Der Sonne nach“ behauptet von sich selbst, das „Ziemlich beste Freunde“ für Jugendliche zu sein und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Inklusionsdebatte zu bieten – welche Versprechen das Buch halten kann, das erfährst du in der folgenden Rezension.

Das Cover von „Der Sonne nach“ kann mich von der ersten Sekunde, in der ich dieses Buch in Händen halte, an begeistern. Eine zwar dezente, dennoch auffällige Farbwahl unterstreicht eine herzerwärmende Fotographie der beiden Protagonisten, die Huckepack tragend durch das Meer waten. Eine perfekte Wahl, die den Inhalt des Buchs gelungen darstellt, und zudem auch als alleiniges Motiv gut funktioniert. Das Äußere eines Buchs sollte zwar nie in die Bewertung mit einfließen, aber das bloße Lob daran erschien mir hier einer Erwähnung wert.

Kommen wir zum Inhalt: Für nur hundertfünfzig Seiten Buchlänge erscheint ein angesetzter Preis von vollen vierzehn Euro recht happig. Da muss die Geschichte schon einiges hergeben, um das zu investierende Geld zu rechtfertigen. Autor Gabriele Clima hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der der Leserschaft es ermöglicht, rasch in den Lesegenuss zu starten und ihn innerhalb weniger Stunden zu beenden. Er thematisiert in seinem Werk so viele wichtige zielgruppenrelevante Streitfragen, dass das Lesen der Lektüre für eine Schulklasse der Stufen 8 bis 10 sicherlich denkbar ist und eine erzieherische Funktion erfüllen kann.

Dennoch bin ich, und das muss ich an dieser Stelle ehrlich zugeben, nach dem Beenden des Romans ein wenig enttäuscht zurückgeblieben. Das liegt weder daran, dass der Autor nicht schreiben könnte noch daran, dass ich die wichtigen Werte, die er seinem Lesepublikum mit auf den Weg gibt, nicht zu schätzen wüsste. Es ist tatsächlich die kurze Lauflänge des Buchs, die einige Probleme mit sich zieht:

Es gelingt hier nur bedingt, die beiden Hauptfiguren, um deren Beziehung zueinander das Buch handelt, zu etablieren. Ihre charakterlichen Unterschiede werden deutlich dargestellt und genau die machen ihre gemeinsame Reise ja so interessant. Dennoch erfahren weder Andy noch Dario die emotionale Tiefe, die sie hätten bekommen können. Man nimmt sich zum Beispiel viel zu selten die Zeit, die enorme innere Entwicklung, die Dario, aus deren Ich-Perspektive der Roman nun einmal größtenteils verfasst ist, durchschreitet, näher darzustellen und gedankliche Vorgänge zu vertiefen. Dadurch wirkt der Fortschritt der Handlung viel zu oft konstruiert und hinter einer künstlichen Fassade verborgen. Der Roadmovie-Roman lebt davon, dass man als Leser die Möglichkeit bekommt, facettenreiche Identifikationsfiguren auf einer persönlichen und intimen Reise zu begleiten – und da gehört meiner Meinung nach die innere Handlung zweifelsohne dazu!

Auch fehlt mir an vielen Stellen das gewisse Etwas, das die Lektüre von anderen Genrevertretern unterscheidet. Natürlich berührt die Tatsache, dass die Grundhandlung an einen ähnlichen, realen Vorfall angelehnt ist, auch einen ewigen Kritiker wie mich (weshalb ich an dieser Stelle sehr zum Lesen des Nachworts raten möchte). Dennoch folgt die Handlung vielen Stereotypen und schon oft gehörten Wegen, mit denen sie sich größtenteils selbst von eigener Individualität abhält.

Die Schiene, die Clima am Ende einschlägt, möchte mich ebenfalls nicht so ganz überzeugen. Dass beide Schüler zusammenfinden, ist doch schon zu Beginn klar. Wie sie sich Schritt für Schritt aufeinander zu bewegen, wie eine echte und innige Freundschaft durch die gemeinsamen Erlebnisse entsteht, welche Fortschritte sie zusammen erreichen – das wird alles nicht in dem Maße behandelt, wie ich es für nötig befinde. Der Autor lässt den Leser für meinen Geschmack viel zu abrupt wie eine heiße Kartoffel wieder fallen und etwas unbefriedigt zurück.

Dass „Der Sonne nach“ nichtsdestotrotz einen wichtigen Beitrag zur Inklusionsdebatte bietet, das möchte ich an dieser Stelle nicht bestreiten, sondern sogar unterstreichen. Er öffnet der jugendlichen Zielgruppe, der sich der Roman zuwendet, die Augen und ruft sie zu einem rücksichtsvollen, toleranten und reflexiven Lebensstil auf. Mich treffen solche direkten Aufrufe immer direkt ins Herz – und wenn sie durch eine trotz der etlichen Schwächen authentischen Freundschaftsgeschichte geäußert werden, erreichen sie die Menge noch wirkungsvoller.

Wenn man mich fragen würde, ob ich „Der Sonne nach“ weiterempfehlen kann, dann kann ich leider keine eindeutige Antwort darauf geben. Wer Lust auf ein im wahrsten Sinne des Wortes kurzweiliges Lesevergnügen hat und auch nicht davor zurückschreckt, einen stattlichen Preis dafür zu bezahlen, der hat hiermit definitiv meine Empfehlung: Es ist eine Lektüre, die trotz alledem Spaß macht und ihr Herz definitiv am rechten Fleck hat.

„Der Sonne nach“ ist ein rasantes Lesevergnügen, das wichtige Streitfragen authentisch thematisiert, durch seine zu knappe Länge aber einiges an seinem Potenzial einbüßt.

Ich vergebe (noch) gute drei von fünf mögliche Sterne. 

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