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_Vanessa_

vor 1 Jahr

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Als der 15-jährige Gidion bei einem seiner heimlichen Auslüge eines Nachts beobachtet, wie zwei fremde Jäger an Thalams Küste auftauchen, ändert sich sein Leben schlagartig. Nie hätte er gedacht, dass er einmal ein richtiger Held werden würde, doch kurz nach dieser Beobachtung erfährt er, dass er zu den Avantgarde gehört, einer Gruppe von vier Auserwählten, die sich dunklen Mächten stellen müssen um die von den beiden Fremden gestohlene Lebensachse zurück zu holen und dadurch die Welt zu retten. Gemeinsam mit seinen drei Mitstreitern muss er sich in die unbekannte Unten-Welt begeben, wo einige Gefahren warten..


Meine Meinung:
"Thalam: Die Hüter der Erde" hat mich schon angesprochen, als ich es zum ersten Mal gesehen habe. Cover und Titel zogen sofort meine Aufmerksamkeit auf sich und die Geschichte klang sehr interessant und spannend. Ich war sehr neugierig, was mich hier erwarten wird.

Bei meinem ersten Versuch dieses Buch zu lesen bin ich dann leider nicht sonderlich weit gekommen. Ich wurde erst absolut nicht warm mit damit und habe es daraufhin wieder zur Seite gelegt, da ich es nicht besonders sinnvoll finde, mich trotzdem zum lesen zu zwingen.
Eine Weile später habe ich es dann noch einmal probiert, es kommt ja schon mal vor, dass für ein bestimmtes Buch noch nicht der richtige Zeitpunkt gekommen ist, und siehe da: es ging schon gleich viel besser!

Der Einstieg in die Geschichte viel mir aber trotzdem nicht unbedingt leichter. Man bekam direkt eine geballte Ladung an Erklärungen zur Welt ins Gesicht geschmissen, wo ich mich erst einmal reindenken musste und wo ich auch immer im Kopf hatte, dass man das auch schöner hätte lösen können. Dadurch brauchte ich eine Weile, um im Buch anzukommen.
Der Schreibstil der Autorin las sich am Anfang für mich auch recht holprig, ich vermute aber, dass es nicht am Schreibstil selbst lag, sondern an den vielen Informationen die man bekam, denn später las er sich eigentlich sogar ziemlich gut, nicht besonders, aber flüssig.

Die Idee hinter der Geschichte fand ich ziemlich interessant und es hätte auch ein richtig gutes und spannendes Buch daraus werden können, aber leider ging die Umsetzung dann ein klein wenig schief.
Insgesamt gesehen ist es zwar ganz in Ordnung, ich habe mich gut unterhalten gefühlt, mich nicht gelangweilt, die Handlung war interessant und auch spannend, aber man hätte einfach noch viel mehr daraus machen können.

Was mir am Anfang an Erklärungen ein wenig zu viel war, war mir später dann zu wenig. Es gab einige Sachen, wo ich mir noch ein paar mehr Informationen zu gewünscht hätte und wo noch immer ein paar Fragezeichen in meinem Kopf herumschwirren, die wohl ungelöst bleiben werden. Viele Geschehnisse wurden meiner Meinung nach von den Charakteren viel zu einfach hingenommen, vieles ging mir zu problemlos vonstatten, und der Handlungsverlauf wirkte teilweise auf mich als wäre eine Liste mit Stichpunkten einfach so ohne Wenn und Aber abgearbeitet worden. Dadurch wirkte der Handlungsverlauf recht vorhersehbar auf mich, einiges an Spannung ging flöten und das zwischendurch immer mal wieder Kapitel aus der Sicht der Bösen eingeschoben worden sind, machte das Ganze auch nicht sonderlich besser.

Protagonist Gidion, aus dessen Sicht ebenfalls geschrieben ist, konnte mich auch nicht wirklich umhauen. Ich fand ihn sehr farblos und ich konnte überhaupt keinen Zugang zu ihm finden. Wie gerade eben schon erwähnt, nahm er alles einfach so hin, ohne mal etwas zu hinterfragen, was auf mich nicht sonderlich nachvollziehbar wirkte. An diesen Stellen wurde die Glaubwürdigkeit der Handlung auch ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, aber wenn man davon mal absieht, blieb die Handlung glücklicherweise trotzdem im Großen und Ganzen nachvollziehbar.
Bei den anderen Figuren ging es mir ähnlich und ich muss zugeben, dass mir diese auch nicht wirklich lang im Gedächtnis blieben und ich tatsächlich sogar schon ihre Namen nachschlagen müsste, da ich mir bei diesen nicht immer ganz sicher bin.. Aber auch hier wurde die Handlung glücklicherweise durch die Farblosigkeit für mich nicht viel weniger glaubwürdig/nachvollziehbar.

Das Ende des Buches passte auch in dieses Bild hinein. Es ließ mich mehr oder weniger zufrieden zurück, die Handlung ist abgeschlossen, aber richtig überzeugt hat es mich nicht. Wie schon gesagt war es sehr vorhersehbar, der Weg dorthin war zu einfach und es bleiben ein paar Fragen in meinem Kopf zurück, die zwar nichts mit der Handlung an sich, der Rettung der Welt, zu tun haben und durch die auch im Bezug darauf nichts offen blieb, auf die ich mir aber trotzdem eine Antwort gewünscht hätte. Es ist okay, eben so, wie ich schon das ganze Buch empfand: Idee toll, Umsetzung verbesserungswürdig.

Fazit:
"Thalam: Die Hüter der Erde" hätte ein richtig guter und spannender Fantasyroman werden können. Die Grundidee hat Potenzial, man merkt auch, dass die Autorin Fantasie und ein gewisses Talent zum Schreiben hat, aber die Umsetzung ist leider verbesserungswürdig. Aber auch wenn ich einiges zu meckern hatte und vermutlich negativer klinge, als ich es meine, wurde ich gut unterhalten und das Buch bekommt wirklich sehr, sehr knappe 4 Sterne von mir.

Autor: Gabriele Ennemann
Buch: Thalam
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