Gabriele Gfrerer

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Interview mit Gabriele Gfrerer

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Das ist schwer zu beantworten. Geschichten aller Art schreibe ich bereits, seit ich mit 4 1/2 Jahren die Fähigkeit des Schreibens erworben habe. Erstlingswerke wie „Hoppels Osterfest“ oder „Piepsis erster Flug“ bezeugen bereits intuitiven Spannungsaufbau und originelle Namensfindung. Im Laufe des Alterns gab es je nach Gemütsverfassung immer wieder Phasen, in denen mich andere Anforderungen (wie Kinder bekommen und Geld verdienen) vom literarischen Schaffen abgehalten haben. Trotzdem habe ich auch in dieser Zeit meine Umwelt mit selbstverfassten Werken unterschiedlicher Länge und Qualität beglückt. Die Idee, mit meinem Schreiben mehr Menschen erreichen zu wollen als meine unmittelbare familiäre und freundschaftliche Umgebung und meine Passion zur Profession zu erheben, kam relativ spät. 2005 schrieb ich innerhalb weniger Wochen den 500 Seiten umfassenden ersten Teil einer geplanten Fantasy-Trilogie und stolperte im Zuge meiner Veröffentlichungs-Pläne über ein Autoren-Forum, das mein Leben verändern sollte. Der Austausch mit teilweise schon in der Literaturszene etablierten Autoren im „Montsegur Autorenforum“ riss mir erst einmal die Rosa Brille von der Nase. Nachdem sich meine Schnappatmung wieder normalisiert und der Realitätssinn die Oberhand gewonnen hatte, wusste ich, was ich noch alles zu lernen hatte. Und schrieb. Und schloss wichtige Freundschaften. Und hatte wahnsinnig viel Glück. Im November 2007 empfahl eine Autorenkollegin einer befreundeten Lektorin beim Thienemann-Verlag meinen jüngst fertig gestellten Krimi. Im September 2009 erschien mein erstes Buch „Schachzüge“ in eben diesem Verlag. Seitdem hat der Thienemann Verlag noch zwei weitere Romane von mir veröffentlicht (Februar 2010 den Krimi „Störfaktor“ und August 2010 „Grenzenlos nah“ – eine Liebes- Dreiecksgeschichte vor dem Hintergrund des Krieges auf dem Balkan). Der bislang letzte Roman – ein Thriller mit dem Titel „Infinity“ erscheint im Jänner 2011.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Mein ganz großes Vorbild ist meine Schweizer Autorenkollegin Alice Gabathuler. Ihre präzise Sprache, der zielgerichtete, spannende Aufbau ihrer Romane und ihre eindrucksvolle Art, mit ihrem Publikum in Kontakt zu kommen, faszinieren mich und spornen mich immer wieder an.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch meine Heimatstadt. Beobachte Menschen bei ganz Alltäglichem, in ihrem Gruppenverhalten, bei Gesprächen in der U-Bahn, beim Einkaufen oder auch beim Tratschen im Büro. Außerdem lese ich alle Nachrichten, die mir unter die Finger kommen – da vor allem Meldungen, die etwas Spannendes, Außergewöhnliches versprechen. Inspiration finde ich überall. Ein hingeworfener Satz, ein Plakat in der U-Bahn oder das Bruchstück eines mitgehörten Telefongesprächs können Bilder im Kopf auslösen oder mich dazu bringen, eine Geschichte „weiterzuspinnen“. ES kann aber auch vorkommen, dass ich eine Anfrage von einem Verlag bekomme und dann ganz gezielt auf Themensuche gehe. Das ist allerdings die sperrigste Art, zu Ideen zu kommen, die auch nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich führe ein Blog, bin Mitglied bei Facebook, Buchgesichtern und LovelyBooks und veranstalte regelmäßig „Buchparties“, zu denen ich meine potenziellen Leser einlade. Am liebsten aber halte ich Lesungen vor Schulklassen. Allerdings bin ich da erst am Anfang und hoffe noch auf Schneeball-Wirkung und Empfehlungen durch Mundpropaganda.

Wann und was liest Du selbst?

Leider habe ich für meinen Geschmack viel zu wenig Zeit zum Lesen. Entweder muss ich in meinem Brotjob als Grafikerin oder für den Verlag mit Abgabeterminen jonglieren. In der heißen Phase des Schreibens lese ich zwar viel zu Recherchezwecken oder auch um vom Stil anderer Autoren zu lernen, aber das nicht-zielgerichtete Genusslesen kommt dabei viel zu kurz. Das gönne ich mir meistens (mit unterschiedlich beherrschbarem schlechten Gewissen) zwischen den Schreib- und Arbeitszeiten (also zwischen 4 und 9 Uhr Früh), oder an Wochenenden, wenn ich merke, dass ich für sonst nichts zu gebrauchen bin. Wenn es so weit ist, dann lese ich viel von befreundeten Kollegen, genremäßig bunt durchmischt aber oftmals geblockt - also wenn ich grad auf dem Trip bin, kann ich einen Historienschinken nach dem anderen verschlingen, bis ich genug habe und mich z.B. Thrillern zuwende. Dabei liebe ich besonders das Unterkühlte der skandinavischen Autoren sehr, aber auch den genialen Thriller „Erebos“ meiner Autorenkollegin Ursula Poznanski. Manchmal rutschen (meist beim ziellosen Surfen auf der Amazon-Homepage) auch lustige Frauenbücher oder fantastische Literatur dazwischen. Und als ich selbst an einem Liebesroman gearbeitet habe, habe ich auch viel Vergleichendes auf diesem Sektor gelesen. Am liebsten lese ich auf die Couch gelümmelt und vergesse dabei (im Idealfall), dass ich am nächsten Tag arbeiten gehen muss.