Gabriele Kaiser

Lebenslauf von Gabriele Kaiser

Dr. Gabriele Kaiser hat Bibliothekswissenschaft und Geschichte studiert und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Sie promovierte und arbeitet zu historischen Handschriften Deutschlands, der Schweiz und Australiens, u.a. über den Arzt, Alchimisten und Buchdrucker Leonhard Thurneysser zum Thurn. Zuletzt veröffentlichte sie mit Diethelm Eikermann mit Die Pest in Berlin 1576 eine wiederentdeckte Pestschrift. Zudem kuratiert sie historisch-naturwissenschaftliche Ausstellungen, darunter über den Zoologen und Berliner Tierpark-Direktor Heinrich Dathe. Derzeit arbeitet sie über naturkundliche Expeditionen im frühen 20. Jahrhundert.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Gabriele Kaiser

Cover des Buches Die Vogel-WG (ISBN: 9783957283955)

Die Vogel-WG

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Erschienen am 12.03.2020

Neue Rezensionen zu Gabriele Kaiser

Cover des Buches Die Vogel-WG (ISBN: 9783957283955)Sommerregens avatar

Rezension zu "Die Vogel-WG" von Karl Schulze-Hagen

Anders als erwartet
Sommerregenvor 3 Jahren

Mit ihren Studien an ihren 1000 Vögeln, legten die Heinroths nicht nur Grundsteine für die Verhaltensforschung sondern trieben auch die Ornithologie maßgeblich voran.
In diesem Werk sollen die Heinroths und ihre Arbeiten vorgestellt und begreifbar gemacht werden. Dies geschieht auf sehr verständliche Art und Weise, sodass man auch als Nichtvogelkenner gut die Inhalte versteht.
Dabei lassen die Autoren des Werkes Oskar und Magdalena Heinroth selbst zu Wort kommen, indem sie aus deren Werk „Die Vögel Mitteleuropas“ die ihnen liebsten Einträge zitieren… Und das bereits ab Seite 95. Bei einem Buch von 272 Seiten ist schnell klar, wo der Fokus liegt. Mich hat dies offen gestanden etwas enttäuscht, denn – auch wenn ich die einzelnen Vogelportraits interessant fand – waren für mich die Passagen über den Einfluss und die geschichtlichen Umstände wesentlich ansprechender.
So haben mich einige Abschnitte aus den Schriften der Heinroths verblüfft oder befremdet zurück gelassen, wenn beispielsweise die Turteltaube durch Kussmund gefüttert wird (S. 145), die Rohrdrommel blutig beißt (S. 161) oder der Wachtelkönig Magdalenas Hand mehrfach begattet (S. 146). Zweifellos ist das Ehepaar den Tieren so nah gekommen wie sonst niemand und hat definitiv zahlrecihe Erkenntnisse im Bereich der Ornithologie gewonnen, trotzdem vermochten mich die kommentierten Auszüge nicht wirklich zu überzeugen.
Was mich hingegen sehr beeindruckt hat, ist die qualitativ sehr hochwertige Gestaltung des Buches. Zahlreiche Fotografien dokumentieren die Erkenntnisse, den Alltag oder die Fortschritte der Vogel-WG. Auch der lange Anhang mit einer Vielzahl an Belegen spricht für das Werk und bietet die Möglichkeit, eienständig tiefer in das Thema einzutauchen.

Insgesamt weiß ich nicht so recht was ich von dem Werk halten soll, da ich nach lesen des Klappentext eine andere Vorstellung vom Werk hatte. Nichtsdestotrotz habe ich einiges dazu lernen können und bin (besonders bei dem ersten leider recht kurz ausfallenden Part)froh, „Die Vogel-WG“ gelesen zu haben.
Somit vergebe ich drei Sterne

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Cover des Buches Die Vogel-WG (ISBN: 9783957283955)sommerleses avatar

Rezension zu "Die Vogel-WG" von Karl Schulze-Hagen

Interessante und hautnahe Vogel-Beobachtung aus der Gründerzeit der Verhaltensforschung
sommerlesevor 3 Jahren

Karl Schulze-Hagen und Gabriele Kaiser sind die Autoren des Buches "Die Vogel-WG" aus dem Knesebeck Verlag.  


Das muss man sich mal vorstellen! In einer Etagenwohnung mitten in Berlin werden in jedem Zimmer viele verschiedene Vögel gehalten. Da brütet eine Nachtschwalbe auf dem Teppich, ein Specht hackt Löcher in den Schrank und ein Mauersegler kreist durchs Wohnzimmer. Dieses  Szenario ist kurios, aber wahr, es liegt fast 100 Jahre zurück.


Der Zoologe und Direktor des Aquariums im Berliner Zoo Oskar Heinroth (1871–1945) widmete sich gemeinsam mit seiner Frau Magdalena dem Studium des Verhaltens von Tieren. In 28 Jahren zogen sie in ihrer Berliner Wohnung aus dem Ei ca. 1000 Vögel aus 286 Arten per Hand auf. Die Einzelheiten ihrer Beobachtungen hielten sie in Wort und Bild fest, es entstand das einzigartige Werk "Vögel Mitteleuropas" (1926–1933), mit dem die vergleichende Verhaltensforschung von Vögeln begründet wurde.  

Es fing ganz harmlos mit einer erfolgreichen Nachtschwalbenaufzucht an, sie legte den Grundstein für das Megaprojekt, dem sich die Heinroths Tag und Nacht widmeten. Oskar bekam und holte aus allen Ecken Deutschlands Vogeleier, um sie bei sich zuhause auszubrüten. Seine Frau Magdalena sorgte für die Fütterung und Säuberung der Nester, Käfige und der Wohnung. Diese Arbeit beschäftigte sie rund um die Uhr. Man mag es sich kaum vorstellen, was für ein wildes Treiben muss in der Wohnung geherrscht haben. Es kamen auch viele andere Naturkundler zu Besuch. Doch heute redet kaum jemand über die beiden Forscher.

Das Ehepaar teilte die Begeisterung für Vögel und übte diese ungewöhnliche Tierhaltung über 30  Jahre aus. Oskar erkrankte an Asthma, das enge Zusammenleben mit den gefiederten Freunden war nicht ohne Folgen. Als Magdalena früh verstarb, fand Oskar seine zweite Frau, eine Doktorandin, die ihm bei seinem Buchprojekt zur Seite stand. 

Nach einführenden Kapiteln über das Leben, Arbeiten und Wirken der Heinroths und ihre Kontakte zu anderen Ornithologen, geht es im Buch auch um die Nazizeit und die Kriegsjahre. 

Danach folgen etliche Kapitel, die sich den verschiedenen Vogelarten widmen. Hühner, Enten- und Kraniche machen den Anfang, Störche, Möwen, Greifvögel, Spechte und abschliessend die Singvögel werden mit ihren Besonderheiten vorgestellt. Dazwischen gibt es immer wieder Fotoseiten, die von den Heinroths persönlich angefertigt wurden und die Vögel in verschiedenen Aufzuchtphasen und in ihrer Haltung und Fütterung zeigen. 

Man bekommt dank einiger Originaltexte und Zitate ein deutliches Bild von der Arbeit dieses Forscherpaares.

Zitate, Literaturhinweise und ein umfassendes Register beschliessen dieses interessante Buch. 


Wer sich für Vogelbeobachtungen, - haltung und Aufzucht heimischer Vögel interessiert, bekommt hier viele Beispiele gezeigt und erkennt, welche enormen Ambitionen das Forscherpaar antrieb und in Vogelprojekten umsetzte.  

Dieses Buch zeigt die Ausmaße des kuriosen und enormen Forscherlebens der Heinroths. Ihre circa 20.000 Fotografien und Berichte füllten sagenhafte vier Buchbände, diese Bücher legten den Grundstein für die weitere wissenschaftliche Verhaltensforschung. 

Aus heutiger Sicht kann man nur staunen und die vielen beschriebenen Arten im Buch bewundern. Viele dieser Arten sind heute in ihrem Bestand stark bedroht und nur noch selten in der freien Natur zu sehen.     

Dieses unterhaltsame Buch zeigt Naturkunde aus nächster Nähe, stellt neben den Vogelarten und ihren Gewohnheiten auch das außergewöhnliche Leben und Engagement des Forscher-Ehepaares Heinroth vor. Ihre wissenschaftliche Arbeit ist eine Besonderheit und regt zum Nachdenken über das Verschwinden von Vögeln in Europa an. Denn viele damals noch häufige Vögel sind heute sehr selten. 


Ein sensationelles, biografisches Buch über Forschung, Vogelaufzucht und die Lebensgeschichte Oskar und Magdalena Heinroths, den Gründervätern der Verhaltensforschung. Selten habe ich bei einem Buch so sehr gestaunt und Forscher bewundert.



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